Die Keramikmaschinenfabrik (KEMA) in Görlitz – Pioniergeist im Osten

Rotes Rad in den Kema Werken in Görlitz

Görlitz – wer kennt eigentlich diese Stadt in Sachsen?

Damit das allgemeine Kopfkratzen einem Aha-Moment weicht, hier ein paar grundlegende Fakten zur östlichsten Stadt Deutschlands: Görlitz liegt direkt an der polnischen Grenze und ist die größte Stadt der Oberlausitz. Rund 55.000 Einwohner leben auf etwa 67 Quadratkilometern. Besonders die historische Altstadt mit ihren zahlreichen denkmalgeschützten Gebäuden zieht Besucher aus ganz Europa an.

Bemerkenswert ist, dass Görlitz den Zweiten Weltkrieg nahezu unzerstört überstanden hat. Wer beim Spaziergang ein Déjà-vu verspürt, liegt richtig: Die Stadt diente bereits als Kulisse für über 100 Filmproduktionen. Darunter bekannte Titel wie Grand Budapest Hotel, Monuments Men oder Das schweigende Klassenzimmer.

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Trotz der weitgehend erhaltenen Altstadt blieb Görlitz nicht vollständig vom Krieg verschont. Der östlich der Neiße gelegene Teil der Stadt wurde nach 1945 Polen zugesprochen und ist heute als Zgorzelec eine eigenständige Stadt. Während der DDR-Zeit herrschte Funkstille zwischen beiden Seiten, doch seit der Wende arbeiten Görlitz und Zgorzelec eng zusammen. 1998 erklärten sie sich gemeinsam zur Europastadt – ein sichtbares Zeichen grenzüberschreitender Zusammenarbeit.


Verlassene Fabrikhalle mit Rohren in den Kema Werken
Verlassene Fabrikhalle in Görlitz

KEMA Werk Görlitz – Industriegeschichte aus der Oberlausitz

Die Geschichte der Keramikmaschinenfabrik Görlitz beginnt unscheinbar: In einer kleinen Hinterhofwerkstatt gründet Richard Raupach im Alter von nur 27 Jahren sein Unternehmen. Mit großem Ehrgeiz und technischem Sachverstand entwickelt er bestehende Maschinen weiter und verbessert insbesondere den Wirkungsgrad von Dampfmaschinen.

Der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten. Die Nachfrage wächst, der Platz im Hinterhof wird knapp. 1884 wird schließlich der Grundstein für das bis heute bestehende Fabrikgelände in der Görlitzer Südstadt gelegt – mehr als zehn Jahre nach der Unternehmensgründung.

Im Laufe der Jahre spezialisiert sich die Firma zunehmend auf Maschinen für die Ton- und Keramikindustrie. Die Keramikmaschinenfabrik entwickelt sich zu einem wichtigen industriellen Standort und Arbeitgeber der Region.


Rumpelkammer in der Fabrik
Gerätelager in den Kema Werken in Görlitz Maschinenbau für die keramische Industrie

Enteignung, VEB und Verfall

Nach dem Tod von Richard Raupach im Jahr 1921, der bei einem Autounfall ums Leben kommt, führen seine beiden Söhne das Unternehmen weiter. Die Fabrik übersteht den Zweiten Weltkrieg, doch 1948 folgt der tiefgreifende Einschnitt: Die Enteignung.

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Aus der Keramikmaschinenfabrik wird der Volkseigene Betrieb VEB KEMA. Die Produktion läuft noch einige Jahre weiter – mit wechselndem Erfolg. Heute jedoch ist die ehemalige Montagehalle in der Pomologischen Gartenstraße ein verlassener Ort. Maschinen, Werkzeuge und Hallen zeugen still von der industriellen Vergangenheit.


Spurensuche in verlassenen Hallen

Seit vielen Jahren steht die KEMA-Montagehalle leer. Staub, Spinnweben und Stille haben das Gelände übernommen. Dennoch ist der Geist des einstigen Pioniergeistes spürbar.

Zwischen historischer Industriearchitektur und fortschreitendem Verfall entstehen eindrucksvolle, teils bizarre Motive. Nicht ohne Grund war das Areal bereits Veranstaltungsort der Konzertreihe „Unerhörte Orte“. Wer sich mit der Kamera in die Hallen wagt, entdeckt Spuren eines vergangenen Wirtschaftswunders – eingefroren in Rost, Beton und Licht.


Holzkiste in der Fabrikhalle
Alte Kisten in der früheren Fabrik VEB Keramikmaschinen Görlitz Kema

Tipp: Fotogeschichte in Görlitz

Wer Görlitz besucht, sollte auch dem Fotomuseum in der Löbauer Straße einen Besuch abstatten. Die Stadt blickt auf eine bedeutende Fotogeschichte zurück, die dort von engagierten Bürgern dokumentiert und ausgestellt wird.


Im Lager der Kema Werke
Fotografische Details und Spurensuche in den Kema Werken Polizeiticker für den Landkreis Görlitz

Weiterreisen: Lost Places und Geschichte

Nach Görlitz bietet sich ein Abstecher nach Schlesien an. Stillgelegte Bahnbetriebswerke, verlassene Industrieanlagen oder historische Schlösser eröffnen weitere spannende Fotomotive und erzählen ihre ganz eigenen Geschichten.

Weitere Inspirationen zu Lost Places und historischen Reisezielen findest du auf unserer Webseite im Bereich Lost Places & Urbex-Touren.

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