Geheimtipp Ukraine – Reise durch eine wilde Schönheit

Die Ukraine ist uns in den letzten Jahren vor allen Dingen durch politische Krisen und durch den Konflikt im Donbass und die völkerrechtswidrige Annektion der Krim durch Russland in Erinnerung geblieben. Doch dieses Land nur auf Konflikte zu beschränken, würde der Ukraine in keinem Fall gerecht werden. In diesem Artikel stellen wir euch das Land vor.

Die Ukraine ist ein spannendes aber kein einfaches Reiseland

Es gibt einige Länder auf dieser Welt, die den meisten von uns wohl nicht direkt als spannendes Reiseziel in den Sinn kommen. So ein Land ist auch die sehr abwechslungsreiche Ukraine. Die Fußballfans unter euch haben das Land vielleicht während der Europameisterschaft 2012 bereist. Was man bei einer Rundreise durch die Ukraine geboten bekommt, ist wirklich sehenswert. Unberührte und wilde Natur, die von reißenden Flüssen durchzogen wird, historische Städte wie Lwiw/Lemberg, die eindrucksvollen Karpaten, subtropische Gebiete am Schwarzen Meer und sogar eine Wüste – das ist die Ukraine!

In der Kleinstadt am Rande des Donaudeltas gibt es nur vier Straßen, aber dafür Hunderte von Kanälen mit einer Gesamtlänge von vierzig Kilometern.

Die Fakten – Wissenswertes über die Ukraine

Ein Land mit 603.000 km² Gesamtfläche wie die Ukraine hat vieles zu bieten. Um euch schnell eine kurze geschichtliche Abfolge in Sachen Ukraine zu präsentieren, habe ich alles Wissenswertes über die Ukraine für euch zusammengefasst. Seit 1991 ist die Ukraine unabhängig, vorher war sie ein Teil der Sowjetunion und GUS als Nachfolgebündnis. Ende 2013, ein Jahr nach der EM in der Ukraine, begannen heftige Bürgerproteste. Auslöser war die Weigerung des damaligen Präsidenten Janukowytsch das Assoziierungsabkommen mit der EU zu unterzeichnen. Die Proteste des Euromaidan, die bis etwa März 2014 andauerten waren die blutigsten in der neueren Geschichte der Ukraine. Die Folge war die Entmachtung und Flucht des Präsidenten Janukowytsch. Folge war eine Situation die das Land destabilisierte und schließlich in der Annexion der Krim durch Russland gipfelte. Mittlerweile hat sich die Lage beruhigt und nach vielen Wahlen und Regierungsbündnissen wird zurzeit die Lösung der wirtschaftlichen Probleme und eine Annäherung an die EU als das wichtigste Thema angesehen.

Die Hauptstadt der Ukraine ist Kiew, hier leben über 2,9 Millionen Menschen. Die Ukraine ist der größte Staat, dessen Grenzen vollständig in Europa liegen. Auch wenn hier nur halb so viele Menschen leben, ist die Ukraine fast doppelt so groß wie Deutschland. Im Südwesten grenzt das Land an das Schwarze Meer. Hier erwarten euch teilweise subtropische Begebenheiten. Die Ukraine wird von den Karpaten, einem Hochgebirge, durchzogen. In den Karpaten der Ukraine findet ihr eine Besonderheit – die letzten echten Urwälder Europas, ein Weltnaturerbe der UNESCO. Tiere wie Affen, Wölfe und Bären leben in den 18 Nationalparks des Landes.

Wie steht es um die Sicherheit in der Ukraine

Ist es eigentlich immer noch gefährlich, seinen Urlaub im zweitgrößten Land Europas zu verbringen? Ich kann euch natürlich nicht mit Sicherheit sagen, wann und wo ihr garantiert einen sicheren Aufenthalt verbringen könnt, aber ich habe einige Tipps zusammengetragen, wie ihr umsichtig reisen könnt und euch die Schönheit dieses Landes nicht verborgen bleiben muss.

Ihr solltet unbedingt die Halbinsel Krim meiden, wobei eine Anreise über die ukrainischem Staatsgebiet aktuell ohnehin nicht möglich ist. Die abtrünnigen Gebiete wie Luhansk und Donezk sind nach wie vor von bewaffneten Auseinandersetzungen geprägt und sollten ebenfalls von euch gemieden werden. Kiew oder die südliche Hafenstadt Odessa sind allemal sehenswert und können von euch bereist werden.

Grundsätzlich ist die Kriminalität in der Ukraine nicht unbedingt höher als anderswo in Europa, jedoch solltet ihr euch ein paar Tipps zu Herzen nehmen:

  • Tragt Wertgegenstände oder teures Kameraequipment nicht zu offensichtlich mit euch herum und passt auf sie auf.
  • Habt nicht zu viel Geld bei euch.
  • Besondere Vorsicht solltet ihr in öffentlichen Verkehrsmitteln oder Bahnhöfen an den Tag legen.
  • Seid in Bars stets auf der Hut vor K.-o.-Tropfen und behaltet euer Getränk im Blick.
  • Meidet die ärmeren Gegenden am Rande von großen Städten und seid besonders nachts nicht an abgelegenen Orten oder alleine unterwegs.

Das Auswärtige Amt hat zurzeit eine Teilreisewarnung herausgegeben, was nicht bedeutet, dass ihr überhaupt nicht in die Ukraine reisen könnt. Ihr könnt euch auf der entsprechenden Seite über die aktuelle Lage und die gefährdeten Gebiete informieren.

Die schönsten Städte in der Ukraine

Die Hauptstadt der Ukraine, Kiew, ist das kulturelle Zentrum des Landes. Eine Vielzahl an Museen, Kirchen, Synagogen, Prachtstraßen und Denkmälern zeugen von der langen wechselvollen Geschichte dieser Stadt. Ein besonderer Blickfang ist die 62 Meter hohe Mutter-Heimat-Statue, die aus jedem Winkel der Stadt zu sehen ist. Bunte Häuser und prachtvolle Bauten erwarten euch hier ebenso wie große Plätze und großzügige Parks. Ganz besonders sehenswert sind Sehenswürdigkeiten wie die St. Andreas Kirche, die sich auf der ältesten Straße der Stadt, dem Andreassteig, befindet, sowie das Kiewer Höhlenkloster. Es ist ein riesiger Klosterkomplex und das religiöse Zentrum der orthodoxen Kirche.

Die Stadt Lemberg oder auch Lwiw im Westen der Ukraine ist vom Zusammenleben verschiedener Völker geprägt. Polen, Russen, Deutsche, Armenier, Juden und Ukrainer leben hier seit Jahrzehnten miteinander. So bunt wie die Einwohner ist auch die Altstadt von Lemberg, die seit 1998 aufgrund der Baustile aus der K und K Monarchie auf der Liste des UNESCO Weltkulturerbes steht.

Die Hafenstadt Odessa liegt im Süden der Ukraine und kann, wie Kiew, mit vielen historischen Stätten, wie ihrem Wahrzeichen, dem Opernhaus von Odessa, aufwarten. Spätestens nach einem Spaziergang über den beleuchteten Primorskij-Boulevard spürt ihr dann die Magie dieser historischen Stadt. Prunkvoll, bunt und ein bisschen protzig, das ist Odessa.

Sperrzone Tschernobyl – Geisterstadt Prypjat

Die Stadt Prypjat, die für die Mitarbeiter des Kernkraftwerkes Tschernobyl in den 1970 ger Jahren errichtet worden ist, ist seit der Nuklearkatastrophe im Jahr 1986 unbewohnt. Hier herrscht eine unheimliche Atmosphäre, denn, da die Stadt von jetzt auf gleich geräumt werden musste, sieht die Kulisse der Stadt aus, als wäre ihr das Leben von einem auf den anderen Moment ausgelöscht worden. Rostige Gerätschaften, Bücher, Kleidung, Kinderspielzeug – alles liegt in den verfallenen Gebäuden der Geisterstadt herum. Das mittlerweile verrostetes Riesenrad und die Autoscooter im Zentrum von Prypjat zeugen von einstmals besseren Zeiten. Seit 2011 kann die Geisterstadt Prypjat und das Gebiet rund um Tschernobyl offiziell von Touristen besichtigt werden. Ein Ausflug, der uns immer daran erinnert, die Gefahren der Atomkraft niemals zu unterschätzen.

Autoscooter im Vergnügungspark Pripjat

Ukraine – Kommunikation eine Herausforderung?

Leider sprechen außerhalb der großen Städte nur wenige Menschen Englisch. Dieser Umstand und die in die Jahre gekommene Infrastruktur und der öffentliche Nahverkehr sowie die politischen Probleme des Landes machen jede Reise für Westeuropäer zur Herausforderung.

Das Land sieht nicht viele Touristen, aber wenn man die Herausforderung gelassen nimmt, macht dies zu einem lustigen Abenteuer, und da das Land abseits der ausgetretenen Pfade liegt, ist es einer der wildesten Orte in Europa. Ich hatte nicht viele Erwartungen an das Land vor meiner Abreise, aber ich verliebte mich sofort. Die Menschen sind sehr gastfreundlich zu den Touristen, das Land ist preiswert, und es entsteht ein tolles Gefühl, die Städte und die Landschaft erkunden.

Von allen Ländern, die ich bisher bereist habe, rangiert die Ukraine auf der Liste der Orte ganz weit hinten, wenn es darum geht das irgendjemand Englisch zu sprechen scheint.

Es mag zwar übertrieben klingen, aber dies hörte ich von vielen Gästen unserer Tschernobyl Reisen, wenn sie z.b. mit dem Taxi vom Flughafen zum Hotel wollten und an der ersten Sprachbarriere beim Fahren ankamen. Natürlich sprechen einige Englisch. Diejenigen, die mit Touristen zusammenarbeiten oder in Restaurants arbeiten, können ein paar Worte verstehen. Aber leider ist das die Minderheit. Darauf müsst ihr euch bei einer Ukraine Rundreise einstellen. Alternativ ist es immer sehr hilfreich ein paar Wörter Russisch zu können.

Aber die Ukraine hat viel mehr zu bieten und eine Reise in das wunderschöne Land sollte nicht an einer Sprachbarriere scheitern. Ich besuchte Lemberg und Kiew, beide waren aus architektonischer Sicht sehr interessante Städte. Es gab diese Mischung aus Modernität, alter sowjetischer Architektur und wunderschönen Parks. In den Flaniermeilen sieht man Babuschkas neben Mädchen, die Prada oder Versace tragen. Die russisch-orthodoxen Kirchen, die über das Land verteilt sind, sind geschmückt mit Gold und wunderschönen Verzierungen.

Die leckere ukrainische Küche

Ich liebe das traditionelle ukrainische Essen sehr. Ganz besonders der Borschtsch, die Kartoffelknödel, die Pirogi, das Fleisch – alles ist köstlich. Ich mag ganz besonders den Borschtsch. Der Klecks saure Sahne, ist das I-Tüpfelchen und gibt der Suppe das gewisse Etwas. Für ein preiswertes Mittag oder Abendessen und gute ukrainische Küche empfehle ich die Restaurantkette Puzata Khata mit Self-Service und Standorten in den größeren Städten im Land.

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