Informationen zur Strahlung

W├Ąhrend unseres Aufenthaltes in der Zone werden wir die vor Ort herrschende Strahlung in der Ma├čeinheit SI (Sievert) messen. Sievert ist eine sehr ausgedehnte Ma├čeinheit und wird deshalb in zwei Untereinheiten aufgeteilt:

Mikrosievert ╬╝Sv) – 1/1000 000 Sievert
Millisievert (mSv) – 1/1000 Sievert

Viele der Messmethoden der Strahlendosen geben Ihnen zwei Messergebnisse:

1) Die ├äquivalentdosis – die Energiedosis im Gewebe oder Organ, ermittelt unter Ber├╝cksichtigung der Art und Energie der ionisierenden Strahlung.
2) Die effektive Dosis (effektiv) – der Gesamtenergiedosis ├äquivalent aus externen und internen Expositionen mit entsprechenden Gewichtungsfaktoren bezieht sich auf Organe oder Gewebe, welche die Bestrahlung des ganzen K├Ârpers misst.

Die (nat├╝rliche) effektive Lebensdosis liegt in Deutschland bei etwa 70 a ├Ś 2,4 mSv/a = ca. 170 mSv mit einer Schwankungsbreite zwischen ungef├Ąhr 100 mSv und 400 mSvÔÇť, siehe Radiologische Grundlagen f├╝r Entscheidungen ├╝ber Ma├čnahmen zum Schutz der Bev├Âlkerung bei unfallbedingten Freisetzungen von Radionukliden, Abschnitt 4.4 (Empfehlung der Strahlenschutzkommission).

Diese beziehen sich auf die Strahlendosis der allt├Ąglichen Hintergrundstrahlung, mit der wir jeden Tag zu tun haben.

Nach Angaben des Instituts f├╝r Physik, UMCS:
Das Ph├Ąnomen der Radioaktivit├Ąt (Radioaktivit├Ąt) wird auf die spontane Umwandlung instabiler Atomkerne (Radionuklide) und die Emission von radioaktiver Strahlung, insbesondere ╬▒, ╬▓, und ╬│ zur├╝ckgef├╝hrt. Es ist eine Eigenschaft der Materie seit der Entstehung der Atomkerne. Kernstrahlung existiert auf der Erde seit dem Urknall und seit Anbeginn der Geschichte der Menschheit , so wie die kosmische Strahlung im Weltraum, dem interstellaren Raum und der Sonne.

Zum jetzigen Zeitpunkt auf der Erde vorhandene Strahlung in unterschiedlichen Konzentrationen:
29 Radionuklide geologischen Ursprungs (mit der Bildung des Sonnensystems erstellt) mit Halbwertszeit vergleichbar mit dem Alter der Erde (4.5 Milliarden Jahre). Diese Isotope Kalium K-40, Rubidium Rb-87, Thorium Th-232, Uran-238 und U-235 und andere.
43 Radionuklide aus nat├╝rlichen Zerfallsreihen von U-235, U-238 und Th-232, einschlie├člich der abgeleiteten Isotope: Ra-226, Rn-222 Radon, Blei, Pb-214, Bi-214, Wismut, Thallium-208
Mehr als 30 Radionuklide (zwanzig Elemente) der H-3 zu Bi-205, darunter 25 Nuklide mit Halbwertszeit l├Ąnger als 1 Monat und 15 Radionuklide l├Ąnger als 1 Jahr, in der Interaktion von prim├Ąren kosmischen Strahlung mit der Atmosph├Ąre hergestellt. Sie werden am h├Ąufigsten als kontinuierliche Reaktionen in Kernreaktionen von energetischen Teilchen (p, n, ╬▒) der Strahlung von atmosph├Ąrischen Kohlenstoffkernen gefertigt. So entstehen unter anderem Isotope von Kohlenstoff-14, Tritium H-3, Beryllium-7 und andere. Spuren dieser Isotope kommen direkt aus dem Weltraum.

Einige von ihnen sind in Spuren auch im Menschen: C-14 und K-40 in der Kleidung, Pu-239 und Sr-90 – in den Knochen, U-238 (235) – in der Niere, J-131 – in der Schilddr├╝se. Wir nehmen diese vor allen Dingen durch Einatmen und Verschlucken auf. Nat├╝rliche Radionuklide sind so allgegenw├Ąrtig auf unserer Erde. Deren Strahlung verbunden mit kosmischer Strahlung schafft so die st├Ąndig auf den Menschen einwirkende Hintergrundstrahlung.

Es wird angenommen, dass der durchschnittliche Wert der nat├╝rlichen Hintergrundstrahlung der Erde 2,4 mSv / Jahr betr├Ągt.

Allerdings gibt es Orte auf der Erde, wo die Hintergrundstrahlung viel h├Âher ist:

1) Bezirk von Kerala in Indien – 15 mSv / Jahr,
2) Guarapari in Brasilien – 35 mSv / Jahr,
3) Die Stadt Ramsar im Iran – bis 260 mSv / Jahr.

Die Strahlung in der Stadt Tschernobyl ist in etwa die selbe wie zum Beispiel in Warschau. Eine Ausnahme bildet die hohe Strahlung im Roten Wald in der N├Ąhe des Reaktors wo ├Âffentliche Zugang strengstens verboten ist.

Die Sperrzone rund um das Kernkraftwerk Tschernobyl ist verstrahlt. Wie bereits angemerkt ist die dortige Strahlung im Durchschnitt 50-100 Mal st├Ąrker als die Normalstrahlung (auch Strahlenexposition), der wir Tag f├╝r Tag in Deutschland ausgesetzt sind. Wir nehmen j├Ąhrlich durchschnittlich 2,2 bis 2,5 mSv (Millisievert) auf. In der Sperrzone rund um Tschernobyl w├Ąren es hochgerechnet zwischen 200 bis 500 mSv pro Jahr, abh├Ąngig vom Standort, da die Strahlung stark schwankt.

Pro Stunde Aufenthalt in Tschernobyl nimmt man zwischen 0,005 und 0,01 mSv auf, was 0,2% bis 0,5% der j├Ąhrlichen Normaldosis entspricht. Rechnet man dies hoch, erh├Ąlt man innerhalb eines Tages knapp 5% bis 10% der j├Ąhrlichen Normaldosis. Ausgenommen von dieser Rechnung sind so genannte Hot Spots.

Direkt in Pripyat ist die Strahlung verschieden. H├Âhere Strahlung besteht im S├╝den der Stadt, au├čerdem ist sie in Geb├Ąuden niedriger als drau├čen. Es gibt auch sog. „Hot-Spots“, dies sind Orte wo eine h├Âhere Strahlung besteht, zum Beispiel beim Greifarm neben der Fabrik Jupiter, Labor in Jupiter, Keller im Krankenhaus oder ein Lumpenhaufen im Keller des Krankenhauses. Etwas h├Âhere Strahlung kann auch im Moos sein.

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