Lost Places Fototour zum Militärkrankenhaus in Legnica

Erbaut als Militärkomplex für die Wehrmacht

Lost Places Fototour zum Militärkrankenhaus: Unweit der Stadt Legnica in Niederschlesien und mitten im Wald, befindet sich ein riesiger Militärkomplex. Die Gebäude wurden im Jahr 1929 von den Deutschen gebaut und dienten später der Wehrmacht als Krankenhaus und Lazarett. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Areal von der Sowjetarmee übernommen und als Militärkrankenhaus weiter betrieben. Das in einem ruhigen Waldstück gelegene Krankenhaus konnte bis zu 650 Patienten aufnehmen, wurde aber in der Regel nicht einmal zur Hälfte ausgelastet. Heute ist es längst verlassen und dem Verfall preisgegeben.

Das geheimnisvolle Krankenhaus ist das größte Gebäude

Das verlassene Krankenhaus umgibt eine geheimnisvolle Aura. Die Anlage wurde im Jahre 1937 gebaut. In dieser Zeit war sie eine hochmoderne Anlage. Kein Wunder – sie sollte ein großer Stützpunkt für die Versorgung von kranken und verwundeten Wehrmachtsoldaten sein, die möglichst zügig wieder an die Front zurückkehren sollten.

Nach dem Krieg kam die Rote Armee

Nach dem Zweiten Weltkrieg haben die Deutschen kapituliert und die Region verlassen. Die Rote Armee eroberte die Stadt Legnica und auch das Gelände des Krankenhauses. Die Soldaten der Roten Armee fanden die Anlage praktisch unbeschädigt vor. Außerdem lag es strategisch gut in einem dichten Wald und war von einer hohen Mauer umgeben. Es wurde sofort beschlossen, dass er den sowjetischen Soldaten und ihren Familien als Stützpunkt dienen sollte.

Eine spannende Lost Places Fototour durch das Krankenhaus

Auf dem mit einer hohen Betonmauer umzäunten Gelände standen etwa ein Dutzend Gebäude. Das größte dieser dreistöckigen Gebäude ist über 250 Meter lang. Im Inneren hat man den Eindruck das die Flure, schier endlos sind. Um uns herum sind hunderte von Räumen und unterstreichen hier das Gefühl sich zu verirren. Dieser Eindruck wird durch einen sehr dunklen, langen Keller verstärkt. Das Ganze verstärkt durch eine erstaunliche Stille. Es gab mehrere Zweige der Chirurgie sowie der Psychiatrie, Orthopädie und diverse Betriebsräume.

Eine eigene sowjetische Garnisonsstadt entsteht

In seiner Blütezeit war es ein sehr gut ausgestattetes Krankenhaus, mit für damalige Zeiten, moderner Ausrüstung. Auf dem Gelände gibt es mehrere weitere Gebäude wie zum Beispiel eine Abteilung für Kinder, eine Apotheke, Küche, Esszimmer, Konferenzraum, Shop, Kino und ein recht großes Schwimmbad. Das kleine Gebäude daneben war eine Krankenhauskapelle und auf dessen Rückseite befand sich der Pathologieraum. Wenn man diesen betritt und diesen einzigartigen Geruch verspürt, bekommt man auch als hartgesottener Gänsehaut.

Nach dem Abzug der Russen beginnt der Verfall

Nach dem Abzug der Russen im Jahr 1993 wurde das Gelände verschlossen und wartete auf eine neue Bestimmung. Doch wer ist Eigentümer der Anlage? Das Gelände hat viele Eigentümer und das ist meist auch das Problem. Denn, wenn mehrere Parteien zu einem Ergebnis kommen sollen, ist es mit der Einigung sehr schwierig.

Der Todesstoß beginnt im Jahr 2019 – rapider Verfall beginnt

Bis zum Jahr 2019 war das Gelände bewacht und geschlossen, am Haupteingang befand sich ein Wärterhäuschen wo ein Hausmeister das Gelände 24 Stunden überwacht hat. Irgendwann wurde es den Eigentümern zu teuer den Hausmeister langfristig für ein verlassenes Gelände zu beschäftigen und der Mitarbeiter wurde Ende 2019 entlassen. Da nun das mächtige grüne Tor sperrangelweit geöffnet und auch kein Hund zu sehen ist, lockt dies immer mehr kuriose Gestalten auf das Gelände, vor allem diese mit Spraydosen.

Vandalismus und schwarze Messen in der Nacht

Nun begann die Anlage in einem erschreckenden Tempo zu verfallen. Hauptauslöser hierfür ist der nächtliche Vandalismus. Unsere Bilder entstanden im Jahr 2015. Ich möchte mir nicht ausmalen, wie es heute im Jahr 2021 dort aussieht. Schade um diesen geschichtsträchtigen Ort.

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