Der Rummu-Steinbruch in Estland

Luftaufnahme des verlassenen Gefängnisses Rummu in Tallinn, Estland
Estland Fotoreise - Lost Places ©PIXABAY

Der geheimnisvolle Rummu Steinbruch in Estland

Rummu ist ein Dorf in Estland, das bis heute ein dunkles Geheimnis trägt. Es ist bekannt für seinen verlassenen Rummu Steinbruch, der aufgrund der einzigartigen natürlichen Formationen und des kristallklaren Wassers zu einer beliebten Touristenattraktion geworden ist. Der Steinbruch wurde einst zum Abbau von Kalkstein genutzt und von der Sowjetunion betrieben, wurde aber in den 1990er Jahren nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion aufgegeben. Das Gebiet ist jetzt als Naturschutzgebiet geschützt, und Besucher können die verlassenen Gebäude erkunden, im Baggersee schwimmen und an verschiedenen Freizeitaktivitäten teilnehmen.

Luftaufnahme des verlassenen Gefängnisses Rummu in Tallinn, Estland
Estland Fotoreise – Lost Places ©PIXABAY

Zu Sowjetzeiten war es ein Arbeitslager für Gefangene

Der Steinbruch war einst ein vom sowjetischen Militär betriebenes Arbeitslager. Die Gefangenen bauten hier unter extremen Bedingungen Kalkstein ab. Die ersten Holzkonstruktionen, Kasernen, wurden 1937–1938 gebaut. Zu dieser Zeit bestand das gesamte Gefängnis aus einem Wachposten, zwei Baracken für die Häftlinge, einer Fabrik und einem überdachten Bereich für Steinbrucharbeiter. Die Gefangenen bauten hier unter extremen Bedingungen Kalkstein ab. Zur gleichen Zeit nahm die Vasalemma Kalkstein- und Marmorfabrik ihren Betrieb auf und nutzte die Insassen des Gefängnisses als Zwangsarbeiter für die Produktion.

Rummu Steinbruch in Estland - Lost Places
Rummu Tagebau in Estland ©PIXABAY

In den 1960er Jahren wurde das Gefängnis zu einer Kalksteinfabrik ausgebaut

Die Arbeiten im Steinbruch verursachten einen Wasserüberlauf des Grundwassers, der in einen kilometerlangen Graben gepumpt wurde, der die Siedlung Rummu mit Wasser versorgte und die nahe gelegenen Felder bewässerte. Im Jahr 1941 wurde das Gefängnis in ITK-2, dann ITU-2 und dann JUM-422/2 umbenannt. 1949 wurden das erste Zellengebäude aus Beton und um die hygienischen Bedingungen zu verbessern, ein erstes Sauna-Waschhaus auf dem Territorium der Strafkolonie gebaut.

Die heute sichtbaren Hauptgebäude des Gefängnisses wurden in den 1960er bis 1980er Jahren gebaut und entsprachen den damaligen Anforderungen einer Gefängniskolonie. Zunächst wurde das Gefängnis zu einer Steinbruch- und Kalksteinfabrik ausgebaut, in der täglich bis zu 400 Insassen zur Arbeit eingesetzt wurden. Als der Kalkstein in den 1970er Jahren erschöpft war, wurden die Häftlinge in der Metall- und Holzindustrie eingesetzt. Das Gefängnisgelände diente als Produktionsstätte für mehrere Fabriken und bediente auch die Bedürfnisse der Rüstungsindustrie. Die Häftlinge wurden oft gezwungen, in drei Schichten zu arbeiten.

Nach der politischen Wende wurden keine Gefangenen mehr eingesetzt

Nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit hatte Estland keine Verwendung für eine Industrie dieser Größenordnung und mit Änderungen im Rechtssystem endete das Konzept, Häftlinge zur Arbeit zu zwingen. Dies bedeutete auch, dass die Umleitung des Wasserüberlaufs stoppte und der Wasserstand auf der Westseite des Steinbruchs zu steigen begann. Arbeitsgeräte und sogar Häuser versinken teils oder gar vollständig. Durch den hohen Kalkgehalt des Wassers erstrahlt der neuen See bald in einem türkisblau, fast wie bei einer Lagune.

Nach der Schließung wurde die Kiesgrube überflutet und eine Touristenattraktion

Der Rummu-Steinbruch und das Murru-Gefängnis wurden am 1. Januar 2013 offiziell geschlossen. Heute ist der Steinbruch eine morbide Touristenattraktion, die auch international für Aufsehen sorgt. Familien grillen am Strand des Rummu-Sees, Menschen baden im türkisblauen Wasser, Festivals werden abgehalten, und als Tauchspot genießt der Ort heute weltweite Berühmtheit.

Was sind Urbexplorer Fotoreisen?

Estland – Lost Places und Zeitgeschichte: In einer kleinen Gruppe kannst Du unsere spannenden Reiseziele erkunden, interessante Fotomotive suchen, intensiv erleben und wahrnehmen. Urbex (kurz für Urban Exploration) ist eine Form des Reisens, bei der die Teilnehmer verlassene oder ungewöhnliche Orte in Städten oder urbanen Gebieten erkunden und Lost Places fotografieren. Unsere Urbex-Reisen sind perfekt organisiert und von erfahrenen Tourguides geleitet, die sicherstellen, dass unsere Teilnehmer sicher und legal unterwegs sind. Unsere Lost Places Reisen sind eine aufregende und einzigartige Möglichkeit, geheimnisvolle Orte und ihre verborgenen Schätze zu entdecken.

Wie bei Urbexplorer Reisen üblich und Dank meiner vielfältigen Sprachkenntnisse haben wir die Möglichkeit, die lokale Kultur und deren Bräuche kennenzulernen und uns mit Menschen zu treffen, die hoffentlich bereit sind, bunte Geschichten über ihr Leben zu erzählen. Mit uns bist Du auch in puncto Sicherheit in besten Händen. Unsere Urbex-Reisen sind eine aufregende und einzigartige Möglichkeit, geheimnisvolle Orte und ihre verborgenen Schätze zu entdecken.

Siehe auch: Lost Places & Abenteuerreisen

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