Inhaltsübersicht
Vergessenes Erbe im Wald: Das Geheimnis des verlassenen Militärkrankenhauses
Tief im undurchdringlichen Wald nahe der Stadt Legnica in Niederschlesien liegt ein monumentales Relikt der Vergangenheit – ein riesiges Militärkrankenhaus, einst Stützpunkt für die Wehrmacht. Im Jahr 1929 erbaut, übernahm die sowjetische Armee nach dem Zweiten Weltkrieg dieses Krankenhaus und Lazarett und behielt es bis zu ihrem Abzug im Jahr 1993 in ihrem Besitz.

Die düstere Vergangenheit dieses Ortes ist von einer geheimnisvollen Aura umgeben, die jeden Besucher in ihren Bann zieht. Im Jahr 1937 erbaut, war das Krankenhaus einst eine hochmoderne Einrichtung, die darauf ausgerichtet war, kranke und verwundete Soldaten der Wehrmacht schnell wieder an die Front zu schicken.
- Der verrückteste Reiseführer Deutschlands geht in eine neue Runde! Diesmal werden die beeindruckendsten und obskursten Lost Places des Landes vorgestellt
- Ob verwunschene Orte wie der Parkfriedhof in Ohlsdorf, mystische Ruinen wie Schloss Dwasieden auf Rügen oder die Grevenburg in Rheinland-Pfalz, die inzwischen von der Natur zurückerobert wurden, oder verfallene Gebäude, deren ursprünglichen Nutzen man nur noch erahnen kann, wie die Flugsicherungsradarstation auf dem Teufelsberg in Berlin – in diesem wahrlich verblüffenden Reiseführer werden alle Neugierigen und Fans von Lost Places fündig, begeben sich auf eine höchst individuelle Entdeckungstour durch Deutschland und lernen es von einer ganz neuen und mysteriösen Seite kennen
- Zeit lässt sich nicht einfangen – aber es gibt Orte, an denen sie weitaus eindrücklicher und greifbarer ist als anderswo
- Mehr lesen
Die rote Armee fand die Anlage nach dem Krieg nahezu unbeschädigt vor und nutzte sie strategisch günstig in einem dichten Wald, um einen neuen Stützpunkt zu schaffen. Heute, von dichtem Gestrüpp umgeben, erzählt das verlassene Krankenhaus das einst “Klein Moskau” genannt wurde, stumm von vergangenen Zeiten.

Fototour durch die Zeit: Die beeindruckende Architektur des einstigen Militärkomplexes
Bei unserer Lost Places Fototour durch das riesige Gelände im Jahr 2015, umgeben von einer hohen Betonmauer, erlebten wir die Überreste einer einst blühenden Einrichtung. Das Hauptgebäude, über 250 Meter lang und dreistöckig, fasziniert mit endlosen Fluren und hunderten von verlassenen Zimmern. Ein düsterer, langer Keller verstärkt das Gefühl der Verlorenheit, begleitet von einer erdrückenden Stille.

Vom Glanz zur Verwüstung: Die düstere Chronik des Militärkrankenhauses
Die einstige Blütezeit des Krankenhauses wird durch die zahlreichen Abteilungen für Chirurgie, Psychiatrie, Orthopädie und Betriebsräume spürbar. Von einer eigenen sowjetischen Garnisonsstadt zeugen weitere Gebäude wie eine Kinderabteilung, eine Apotheke, eine Küche, ein Esszimmer, ein Konferenzraum, ein Shop, ein Kino und ein beeindruckendes Schwimmbad.

Doch nach dem Abzug der Russen im Jahr 1993 verfiel das Gelände in einen Dornröschenschlaf. Eigentümerstreitigkeiten hielten eine neue Bestimmung in der Schwebe. 2019 fiel der entscheidende Schlag: Das bewachte Gelände wurde aufgegeben, das mächtige grüne Tor stand nun sperrangelweit offen. Der Verfall begann.

Vandalismus und Zeit: Der Kampf um den Erhalt geschichtsträchtiger Lost Places
Bis 2019 bewachte ein Hausmeister das Gelände rund um die Uhr. Doch als die Kosten zu hoch wurden, wurde er entlassen. Das einst moderne Krankenhaus wurde nun zur Spielwiese von Vandalen. Die nächtlichen Übergriffe beschleunigten den Verfall in einem beunruhigenden Tempo.
Unsere Bilder aus dem Jahr 2015 zeugen von der einstigen Pracht, doch die Frage bleibt: Wie mag dieser geschichtsträchtige Ort heute, im Jahr 2024, aussehen? Der morbide Charme dieses vergessenen Militärkrankenhauses wird von Jahr zu Jahr von der rauen Hand der Zeit entzaubert. Ein schmerzlicher Verlust für die Geschichte und diejenigen, die die Vergangenheit hautnah erleben wollen.
Reiseberichte zu Urbex & Abenteuerreisen
Ein Wochenende in Prag






