Oder Warthe Bogen – Eine Reise in die Unterwelt

Etwa 35 km lange Tunnelsysteme und Bahnhöfe
Oder-Warthe-Bogen - Reise in die Unterwelt

Relikt aus den zweiten Weltkrieg

Es ist wie eine Reise in die Unterwelt. Ein kalter Windzug strömt aus dem Drainagekanal das aus der Erde ragt, drinnen ist es dunstig eng und feucht. Auf allen Vieren steigen wir in einen engen Tunnel und kriechen weiter bis wir an einem Durchgang zum zentralen Tunnelsystem durchkommen. Auch über 80 Jahre nach seinem Bau und der gewaltigen grauen Stahlbetonstruktur ist er immer noch beeindruckend. Aufgrund seiner Länge und monumentalen Größe versetzt das gigantische Bunkersystem den Besucher einfach in ein gewaltiges Staunen verbunden mit der Frage: Wozu baut man solche gigantischen Bauwerke die am Ende eh nur bedingt zum Einsatz kamen? Wir fanden hier mehrere unterirdisch angelegten Bahnhöfe mit einem ausgeklügelten Stellwerksystem wo eine Schmalspurbahn verkehrte, Kasernenanlagen, Verteidigungsstellungen mit Mörsergranaten und jede menge Schießscharten und Systeme um Sprengfallen zu bestücken. Am Bunkereingang fanden wir ein ausgeklügeltes und noch immer funktionstüchtiges Falltüren-System mit einem 4 Meter tiefen Graben. Oberirdisch fanden wir die sogenannten Panzerwerke der gigantischen Befestigungsanlage mit einigen sichtbaren Resten der Militärtechnik der Nazis.

Größte zusammenhängende Bunkeranlage der Nationalsozialisten

Das wie ein Labyrinth verzweigte System gilt heute als größte zusammenhängende Bunkeranlage der Nationalsozialisten. Etwa 160 km östlich von Berlin wurde das komplexe Verteidigungssystem mit einer Vielzahl an Bunkern, unterirdischen Bahnhöfen, Sperrwerken, Drehbrücken und vielen weiteren Anlagen als Befestigungslinie angelegt. Der offizielle Name war zu damaliger Zeit Festungsfront Oder-Warthe-Bogen. Die militärische Anlage verfügt über ein unterirdisches Hohlgangsystem von ca. 35 km Länge., der sich vom Fluss Warthe 80 km lang bis zur Oder hin erstreckt.

Neue Heimat für Fledermäuse

Nach dem Krieg wurden die Bunkeranlagen sich selbst überlassen. Diese Anlage mit einer Gesamtlänge von etwa 65 km und einem Verbindungstunnel von über 30 km wurde nach dem Weltkrieg nicht gesperrt. Da die rote Armee keine Verwendung für die Anlage hatte nutze 1957 die polnische Armee die Anlagen. Danach wurde die Anlage sich selbst überlassen. Im Laufe der zeit siedelten sich zahlreiche Fledermäuse an. Hier in dem finsteren Tunnelsystem sind sie weitgehend ungestört und haben Bedingungen zum überwintern da die Tunnelsysteme im Winter frostfrei sind. Zu Spitzenzeiten verbringen hier zu 30.000 Fledermäuse von zwölf Arten den Winterschlaf. Die am häufigsten vertretenen Arten sind die Großen Mausohren, die Mopsfledermäuse und die Wasserfledermäuse.

Das Fazit – Nie wieder Krieg!

Am Ende, nachdem mich diese Anlage ins Freie “ausgespuckt” hat kam mir der Gedanke: Ja, diese fiesen, und militärtechnisch Perfekten Systeme sind zum Glück nicht ganz zum Einsatz gekommen, aber das Versprechen das die Bauten 1000 Jahre stehen bleiben werden wird sich wohl bewahrheiten. Das ist aber ein großer Vorteil um dem Menschen immer wieder vor Augen zu halten damit sich Kriege in diesem Ausmaß, die sich zu einer menschlichen Tragödie entwickeln sich nie wiederholen.

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