Umgang mit der Katastrophe in der DDR

Im April 1986 – ich 17 Jahre alt und im ersten Ausbildungsjahr an einer Berufsschule mit Internat im Osten von Berlin. Wir hörten heimlich auf den Zimmern West-Radio. Der RIAS war problemlos zu empfangen und hatte die bessere Musik. Daher lief das Radio am Sonntagabend. In den Nachrichten brachten sie eine Mitteilung ĂŒber einen Reaktorunfall in der Sowjetunion. Wir diskutierten an diesem Abend lange ĂŒber die Situation und wussten, dass dieser Unfall auch Einfluss auf unser jetziges und zukĂŒnftiges Leben haben wird. Von den DDR-Medien war zu dieser Zeit nichts darĂŒber zu hören. Es wurde totgeschwiegen.

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Ein Kinderferienlager im Wald

Nachdem wir den Checkpoint zur 10 Kilometer Zone passiert haben und auf der Hauptstraße nach Tschernobyl unterwegs waren, hielt unser Fahrer ĂŒberraschend an und wir bogen ab in einen unscheinbaren Waldweg, der parallel zur Hauptstraße verlief. Nachdem wir einige Kilometer auf dem holprigen Weg unterwegs waren und unser Fahrzeug gegen die ĂŒberhĂ€ngenden Äste gestreift war, blieben wir plötzlich stehen. Uns war nicht sofort klar, warum, aber unser Guide wies uns an auszusteigen und nach links in Richtung Wald zu gehen. Wir liefen ein paar Hundert Meter auf einem Feldweg entlang, als plötzlich Reste von Asphalt zu sehen waren und sofort erschien auf der rechten Seite versteckt zwischen BĂ€umen das erste GebĂ€ude, allem Anschein nach war es eine Pförtnerhaus und ehemalige Kantine.

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Tschernobyl – wie sieht es heute dort aus?

Ich werde sehr oft gefragt was die beste Reisezeit ist um die Sperrzone von Tschernobyl zu besuchen. Eine fast menschenleere Sperrzone hat man im Winter und genauer zum Jahreswechsel wo auch die Arbeiter aus der Zone ausreisen um bei ihren Familien den Jahreswechsel zu verbringen. Der Nachteil an dieser Reisezeit ist das es kalt ist und die Tage sehr kurz. DafĂŒr fotografiert man wenn man GlĂŒck hat die Sperrzone mit Schnee und in einer dĂŒsteren Stimmung.

Als Alternative hierzu bietet sich das FrĂŒhjahr an, hier sind schon die Tage lĂ€nger und es ist etwas wĂ€rmer dafĂŒr bleibt die dĂŒstere Stimmung erhalten da die Vegetation erst Mitte April anfĂ€ngt zu sprießen und man die Mauern der HĂ€user in Pripjat immer noch zwischen den BĂ€umen erkennt. Im FrĂŒhling bis Ende Mai ist es schon deutlich wĂ€rmer und die Tage lĂ€nger, die BĂ€ume haben ein neues frisches BlĂ€tterkleid angelegt aber auch die ersten Plagegeister in Form von Insekten kehren aus dem Winterschlaf zurĂŒck.

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Der heldenhafte Einsatz der Hubschrauberpiloten beim Supergau von Tschernobyl

Kurz nach dem Super-GAU im Kernkraftwerk von Tschernobyl wurden etliche Hubschrauber eingesetzt. Ihre Aufgabe war SandsÀcke in die klaffende Reaktorschlucht abzuwerfen. Die Besatzung riskierte  bei diesen gefÀhrlichen EinsÀtzen oft das Leben.

Am 26. April 1986 ereignete sich im Kernkraftwerk Tschernobyl die bisher grĂ¶ĂŸte nukleare Katastrophe. Um den havarierten Reaktorblock 4 aus der Luft zu versiegeln, wurden MilitĂ€rhubschrauber eingesetzt. Die Besatzungen waren hĂ€ufig extremer Strahlung ausgesetzt. Der damalige Stabschef der LuftstreitkrĂ€fte des MilitĂ€rbezirks Kiew, Kommandeur der Hubschrauberstaffel und Leiter der Operation zur Löschung des brennenden Reaktors aus der Luft, General Nikolai Antoschkin, wird die Erinnerung an die schrecklichen Stunden und Tage nicht mehr los. Der Codename „Kubok“ hat sich in tief in sein Bewusstsein eingebrannt und lĂ€sst ihn nicht mehr los.

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Wird der Besuch der Duga 3 Radarstation in Zukunft noch möglich sein?

Wie wir bereits berichtet haben ist am Abend des 27. November der weißrussische Stalker, Dimitrij Szkinder auf dem GelĂ€nde der Duga 3 Radarstation aus einer Höhe von 15 Metern in die Tiefe gestĂŒrzt und tödlich verunglĂŒckt. Der Tod des 33-jĂ€hrigen Mannes wird höchstwahrscheinlich negative Konsequenzen nach sich ziehen. Es gibt zwar in diesem Zusammenhang weiterhin wenig Informationen, aber eines steht heute schon fest. Es existiert ein hohes Risiko das zukĂŒnftig das Gebiet der Duga 3 Radarstation und das GelĂ€nde des Komplexes Chernobyl 2 fĂŒr den Touristenverkehr gesperrt werden. Dies soll weitere UnfĂ€lle wie diese verhindern, denn die Möglichkeit das ein “legaler” Tourist dort einem Unfall zum Opfer fĂ€llt ist allgegenwĂ€rtig.

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Auf unserer spannenden Radioactive Nightcore Fotoexpedition erkunden wir an drei Tagen die Sperrzone von Tschernobyl bevor wir in die NĂ€he von Perwomajsk fahren wo bis in die 1990 ger Jahre an einem als Wetterstation getarnten Ort und mit einem 3000 Volt gesicherten, dreifachen Elektrozaun die sowjetischen Atomraketen stationiert waren. Diese Raketenbasis bestand aus mehreren KommandoplĂ€tzen in deren Silos jeweils 9 Atomraketen standen umgeben von einem 40 Meter tiefen Silo mit der KommandobrĂŒcke. Wir fahren bis zu 40 Meter tief in die Erde hinab um die ehemalige Steuerungszentrale zu erkunden die den Eindruck erweckt als ob man sich in einem Raumschiff befindet. Auf dieser ehemaligen Atomwaffenbasis finden wir auch die berĂŒhmte SS-18 die im NATO Code „Satan“ genannt wurde. Diese Rakete hat eine LĂ€nge von ĂŒber 34 Meter und eine Breite von 3 Metern. Die durchschnittliche Reichweite betrĂ€gt 16.000 Kilometer.

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Pripjat- das nukleare Pompeji wird zunehmend ein besonderes Reiseziel fĂŒr Lost Places Fotografen, Entdecker und Geschichtsinteressierte. Wenn mich jemand fragt: “Ja, der MĂ€rz ist die beste Reisezeit um die spektakulĂ€rsten Fotomotive auf unserer “Pripjat Stalker Tour” zu suchen. Vom 18. MĂ€rz bis 23. MĂ€rz findet unsere erste Pripjat Stalker Tour 2017 statt. Zu dieser Jahreszeit ist die Natur noch im Wintermodus und verbreitet eine dĂŒstere Aura.

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Das Leben in der Sperrzone heute

Seit Mitte 2014 organisiere ich mit urbexplorer.com spannende Fotoreisen und Expeditionen an vergessene und geheime PlĂ€tze dieser Welt. Wenn wir auf Entdeckungsreise mit unserer Kamera sind gieren wir förmlich danach, Orte zu finden, weit ab vom Schuss sind und verborgene geheime Orte die uns ĂŒberraschen. Wir brechen auf in unbekannte Welten und an Orte die sich auf Karten nicht so leicht finden lassen. Diese Orte sind fĂŒr uns außergewöhnlich und zugleich völlig real. Auf eine Reise nach Tschernobyl kannst du dich mit uns Rahmen unserer Pripjat Stalker Tour begeben, hier erkunden wir an 3 Tagen wir die Geisterstadt Pripjat.

Was ist in Tschernobyl passiert?

Die Stadt wurde in den 1960 ger Jahren fĂŒr die vielen jungen Arbeiter des Kernkraftwerkes im nahegelegenen Tschernobyl erbaut. Die Stadt Pripjat bot zu dieser Zeit fĂŒr junge Familien zahlreiche Annehmlichkeiten die es an anderen Orten in der damaligen Sowjetunion nicht gab. Doch die glorreiche Geschichte der aufstrebenden sozialistischen Musterstadt endet am 27. April 1986.

Es ist der tag nach der Explosion im Reaktorblock 4 von Tschernobyl. Die etwa 50.000 Einwohner der Stadt wurden ĂŒber das Ausmaß und die Gefahr die im Zusammenhang mit dem Supergau entstanden ist lange Zeit im Unklaren gelassen. Erst viele Stunden nach der Katastrophe rollten Panzer in Pripjat ein, die eine lange Schlange von etwa 1225 Bussen eskortierten um alle Bewohner schnellstmöglich aus der Stadt zu bringen. 30 Jahre danach ist Pripjat eine unheimliche Geisterstadt. So in etwa stellt man sich “Die Welt danach vor” .

Welche Folgen hat Tschernobyl heute?

Wenn du mehr ĂŒber die Geschichte und HintergrĂŒnde erfahren möchtest oder eine persönliche Fotoreportage einiger Teilnehmer unserer Fotoexpeditionen lesen möchtest empfehle ich Dir folgende Links:  ZERSTÖRTES LEBEN – VERLORENE WELT: DIE SPERRZONE UM TSCHERNOBYL – EIN REISEBERICHT von Andrea Johlige oder Fototour Tschernobyl von Georg Schuh.


Nach jahrelangem Aufbau der gigantischen Konstruktion wird nun Ende November an drei Tagen der neue Sarkophag ĂŒber den havarierten Block 4 des Atomkraftwerkes in Tschernobyl geschoben. Die Gesamtkosten fĂŒr dieses ambitionierte Projekt belaufen sich auf 35 Millionen Euro.

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Im MĂ€rz 2015 startete die erste Reise nach Tschernobyl & Pripjat. Nun sind wir schon im dritten Jahr und fahren etwa ein Mal im Monat in die Sperrzone, mit einer kleinen Gruppe von Abenteurern.

Bei unserer Tschernobyl Tour hatten wir die einmalige Möglichkeit an einer gefĂŒhrten wissenschaftlichen FĂŒhrung durch die Blöcke 1 bis 3 des Kraftwerkes teilzunehmen sowie auf dem AußengelĂ€nde den Fortschritt an den Arbeiten am neuen Sakrophag zu begutachten. In einem theoretischen Teil bekamen wir an einem Modell des havarierten Block 4 der im Informationszentrum steht eine Chronologie der Entscheidungen die zu dieser fatalen Kettenreaktion gefĂŒhrt haben die den Supergau von Tschernobyl ausgelöst hat. Außerdem bekommen wir einen Einblick in die Funktionsweise des Kraftwerkes und dĂŒrfen den Kontrollraum von Bloch 2 betreten.

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Ich veranstalte seit Mitte 2014 sogenannte Lost Places Fototouren, Expeditionen und Fotoreisen nach Polen, Osteuropa, und den Lofoten. Im MÀrz 2015 startete die erste Fotoexpedition nach Tschernobyl & Pripjat. Seitdem fahre ich etwa ein mal im Monat in die Sperrzone mit einer Gruppe aus höchstens 14 Teilnehmern.

Bevor wir in die Sperrzone fahren verbringen wir einen Tag in Kiew. Hier machen wir eine interessante Sightseeing Tour als sogenannten Fotowalk. Abends fahren wir gemeinsam zum Majdan, hier werden wir von einem Zeitzeugen begleitet der bei den Unruhen 2014 an vorderster Front dabei war und uns spannende Hintergrundinformationen geliefert hat.

Ein paar EindrĂŒcke unserer Teilnehmer und Fotos “Hinter den Motiven” von der Pripjat Stalker Tour im Juni 2016.  Alle Infos zur Fotoexpedition Pripjat Stalker Tour findet Ihr HIER

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Es gibt wieder Leben in Tschernobyl

Lange Zeit gingen Wissenschaftler davon aus dass die Vegetation rund um den havarierten Reaktorblock in Tschernobyl fĂŒr immer zerstört wurde, und die Flora & Fauna fĂŒr immer ausgelöscht. Doch es gibt mittlerweile neues Leben in der Sperrzone wie beispielsweise MĂ€use, die keine sichtbaren VerĂ€nderungen am Körper zeigen, und sich scheinbar bester Gesundheit erfreuen, eine vom Aussterben bedrohte Wildpferderasse, die sich munter weiter fortpflanzt und BirkenwĂ€lder, die ganze Dörfer verschlingen.

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Ein ziemlich unbekanntes Online-Nachrichtenportal aus dem Emsland das als bisherige journalistischen Meisterleistungen das “Absenken von Gullideckeln in Buxtehude und das Entlaufen von HĂŒhnern in KotzenbĂŒll” (ein wirklich existierendes Dorf in Nordfriesland) als Breaking News vermeldete möchte jetzt in den Presseolymp aufsteigen. Als Beispiel wird sich hier die Onlinestrategie eines großen Onlineportals herangezogen.

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Wie viel Gefahr geht vom Kernkraftwerk in Tschernobyl aus?

Das grĂ¶ĂŸte Problem in Tschernobyl selbst war bis zur Fertigstellung der neuen SchutzhĂŒlle der alte Sarkophag aus Beton und Blech. Dieser wurde nach dem Super-GAU noch 1986 eilig hochgezogen. Unmittelbar nach der Katastrophe im Block 4 hatten die Behörden eine Sperrzone 30 Kilometer rund um das Kraftwerk errichtet. Ein Grund dafĂŒr war vor allem die immense Belastung durch CĂ€sium-137. Aus dem alten Sarkophag drang nach wie vor CĂ€sium-137 – als Aerosol ĂŒber die Luft nach draußen. Zudem drohte das altersschwache Blechdach einzustĂŒrzen.

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Wie gefÀhrlich ist es im Kraftwerk von Chernobyl?

Auf unserer letzten Reise nach Tschernobyl und Prypjat haben wir an einer FĂŒhrung durch die GebĂ€ude und das riesige GelĂ€nde des Atomkraftwerks Tschernobyl teilgenommen. Nach einem Sicherheitscheck und einer Einweisung ging es mit einem weißen Kittel, einer Kopfbedeckung und einem hauseigenen Dosimeter durch mehrere Sicherheitsschleusen und endlos lange Flure zum Kontrollraum im Block 2.

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Es ist das bekannteste Wahrzeichen der Geisterstadt Pripyat und ein Motiv das jeder Lost Place Fotograf einfangen muss wenn er an unserer Fotoexpedition nach Tschernobyl und Pripjat teilnimmt. Mittlerweile wird dieser Ort auch von vielen Tagestouristen heimgesucht die eine sogenannte “Chernobyl Tour” buchen ein Selfie mit dem Riesenrad machen und wieder verschwinden.

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Ist eine Reise nach Tschernobyl gefÀhrlich?

Die Stadt Pripyat liegt etwa vier Kilometer vom Kernkraftwerk Tschernobyl entfernt und wurde im Jahr 1970 fĂŒr die Mitarbeiter des Kraftwerks gebaut. Die Stadt war einen sogenannte “Reißbrettstadt” denn sie wĂŒrge gĂ€nzlich neu gebaut. Zum Zeitpunkt der Katastrophe lebten in Pripyat etwa 55.00 Einwohner und das Durchschnittsalter war 25 bis 30 Jahre. Es wurden zu damaliger Zeit moderne Wohnungen sowie ein Bahnhof, mehrere KrankenhĂ€user, KindergĂ€rten einen Hafen und einen VergnĂŒgungspark direkt im Zentrum der Stadt.

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