Abenteuertouren & Erlebnisreisen mit Urbexplorer

Wo im Fr√ľhjahr unendliche Meere von Wermut bl√ľhten strahlen jetzt die √úberreste eines teils kollabierten und mittlerweile stillgelegten Kraftwerkes.
Auf den ersten Blick dominieren mächtige Betonklötze, Mahnmale und Statuen.
Das Gebiet ist weitläufig und ruhig.
Wir werden einen Blick in diese Betonklötze wagen. Es gibt vier dieser Klötze, Block 1 bis 4.
Block 4 (1.000 MW) explodierte am 26. April 1986 und brachte Tschernobyl unr√ľhmlich in aller Munde. Wermut und Wehmut.
Die anderen drei Blöcke wunden nach und nach abgeschaltet. Block 2 1991, Block 1 1996 und Block 3 2000.


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F√ľhrung durch das Kernkraftwerk von Tschernobyl

Im Block 2 wird f√ľr interessierte Besucher eine F√ľhrung angeboten. Ein strenger und exakter gut englisch sprechender Mitarbeiter f√ľhrt die Besucher durch einige R√§ume des Kraftwerkes.
Mit Kraftwerkskleidung geht es dann durch unz√§hlige Schranken und Sperren. √úberfl√ľssige Metallgegenst√§nde sollte man nicht mitnehmen. Handys, Fotoapparat und Geigerz√§hler sind erlaubt.

Der Goldene Flur im Kraftwerk von Tschernobyl

Durch den ewig langen goldenen Flur kommen wir dann direkt in die Steuerzentrale von Block 2.
Block 2 ging am 28. Mai 1979 ans Netzt (Baubeginn 1973) und war der erste der am 11. Oktober 1991 abgeschaltet wurde. Es ist fast 45 Jahre alte russische Technik zu bewundern. Im Handyzeitalter sind die Wählscheibentelefone schon ein Hingucker.

Das Rechenzentrum

Dann ging es weiter zum Rechenzentrum mit dicken Servern und vertrauensw√ľrdiger und millionenfach benutzter Software. Windows XP. Auf dem Weg gab es immer wieder kurze knappe Anweisungen von unserem F√ľhrer, fotografieren erlaubt, fotografieren verboten, nach rechts an die Wand, stehenbleiben usw.
Die Bahnlinie zum Abtransport des verstrahlten Schrottes war auch fertig.

Der Energieverteiler

Jedes normale Kraftwerk erzeugt Strom. Tschernobyl verbraucht Strom. 20 bis 25 Jahre braucht ein abgeschaltetes Atomkraftwerk zum Abklingen.
Die von au√üen zugef√ľhrte Energie muss sicher und sinnvoll verteilt werden. Die Ukraine lebt da gerade nicht im √úberfluss.

Vorbei an weiteren sonderbaren Telefonen ging es dann zum Ausgang. Aber am Kontrollpunkt wollte man uns weder kontrollieren noch passieren lassen. Es lag kein Auftrag vor. Unser F√ľhrer telefonierte eine ewige Zeit …

Die Quarantänestation

Ist schon ein komisches Gef√ľhl. Aber dann kam die Aufl√∂sung. Es ging weiter mit der F√ľhrung. Wir besuchten noch die Sanit√§tsstation, oder besser gesagt die Quarant√§nestation. Jede Menge Liegen, Luftfilter, Wasserfilter, Notstromaggregate, Messstellen, halt alles was dazu geh√∂rt.

Spannende Reise nach Tschernobyl

Nach etwas √ľber zwei Stunden war dann die F√ľhrung beendet. Auch wenn man sich vielleicht noch ein paar andere Dinge im Kraftwerk erhofft hatte (nicht unbedingt den Elefantenschuh) war es ein beeindruckender Streifzug durch das Innere des Kraftwerkskomplexes. Mit Fakten√ľberlauf im Kopf ging es dann ins Freie. Die Strahlung lag √ľbrigens fast immer bei 0,13 őľSv. Fast wie zuhause.


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Fotomotive und Hintergr√ľnde

Die Stadt Prypjat

Die Stadt wurde 1970 gegr√ľndet und z√§hlte 1986 knapp 50.000 Einwhner, davon ca. 15.000 Kinder.
Auf unserer Tour werden wir die bekanntesten Sehensw√ľrdigkeiten der Stadt besuchen.
Dazu z√§hlen der Rummelplatz der 4 Tage vor der Er√∂ffnung f√ľr immer geschlossen wurde, der Kulturpalast „Energetik“, Das Kaufhaus, Hotel „Polissja“ und weitere staatliche Einrichtungen.

Schulen und Kindergärten

Da Prypjat durch die vielen Kinder eine sehr junge Stadt war gibt es eine gro√üe Zahl an Schulen und Kinderg√§rten. Hier und da ist schon ein Marx oder Engels gefallen, oder auch eine komplette Klassenzimmerwand. Man findet noch viele Lehrb√ľcher, Klassenarbeiten und Bastelarbeiten. Ebenso die zahllosen Gasmasken. Aber das ist eine andere Geschichte und hat mit dem Atomunfall nichts zu tun.

Krankenhaus

Alte Instrumente, Medikamente und Behandlungsr√§ume fesseln die Augen und jagen auch den ein oder anderen Schauer √ľber den R√ľcken. Durch viele originale Schautafeln kann man sich ein gutes Bild machen was hier vor √ľber 30 Jahren vor sich ging.

Kleinigkeiten und ganz große Sachen

Die Zone ist eine Schatzgrube an Zeugen der Vergangenheit. Kleinigkeiten oder auch hier und da mal eine Installation?
Es ist auf jeden Fall ein Erlebnis die Eindr√ľcke fotografisch einzufangen, oder auch einfach nur die gro√üen Bauwerke auf sich wirken zu lassen.

Man sieht sich? … jetzt buchen … bis bald … .. .


Wer in der georgischen Bergarbeiterstadt Chiatura zum Einkaufen oder Arbeit fahren m√∂chte, braucht sehr viel Mut. Der einige √∂ffentliche Nahverkehr wird durch ein Netz von Seilbahnen gew√§hrleistet, das die Stadt im Tal sichtbar durchzieht. Ohne dieses Verkehrssystem w√ľrde das √∂ffentliche Leben v√∂llig zum Erliegen kommen.

Vor etwa 140 Jahren wurde hier Manganerz entdeckt. Dieser Rohstoff ist der wichtigste Bestandteil zur Veredelung von Eisen. Auf der Suche nach Arbeit, Wohlstand und Gl√ľck str√∂mten unz√§hlige Bergarbeiter nach Chiatura um in den Minen zu arbeiten. Doch der Weg zur Arbeit war anfangs sehr lang, kr√§ftezehrend und beschwerlich denn es ging zu Fu√ü √ľber Berge, Felsen und Schluchten. In den 1950 ger Jahren hat Josef Stalin den Bau des Seilbahnnetzes abgeordnet, zum einen um die Arbeiter schnell und bequem von Ihren Wohnungen im Tal zu den Manganminen in den Bergen zu bringen und zum anderen um den Bewohnern der benachbarten D√∂rfer in den Bergen einen z√ľgigen weg in die Stadt im Tal zu erm√∂glichen. Aber auch f√ľr den Abtransport von Manganerz werden die Seilbahnen eingestzt.

Chiatura war zu Zeiten der Sowjetunion eine bl√ľhende Industriestadt, es herrschte nahezu Vollbesch√§ftigung zu dieser Zeit lebten hier etwa 30.000 Menschen. Nach dem Zerfall der Sowjetunion dem B√ľrgerkrieg und der Unabh√§ngigkeit Georgiens meldete das staatliche Bergbauunternehmen Konkurs an, gleichzeitig brach in dem Ort die Strom und Wasserversorgung v√∂llig zusammen. Zu dieser Zeit verlie√üen etwa 60 % der Einwohner die Stadt. Alle die geblieben sind beheizten ihre Wohnungen mit Holz und versorgten sich mit Wasser aus dem Brunnen. Heute ist die Strom und Wasserversorgung zwar gesichert und die Minen f√∂rdern wieder Mangan, trotzdem leben in Chiatura aktuell nur etwa 16.000 Menschen.

Von den damals etwa 26 Seilbahnen f√ľr den Personenverkehr und 50 Seilbahnen f√ľr den G√ľterverkehr, wurde der gr√∂√üte Teil mittlerweile stillgelegt. Eine Handvoll dieser Linien funktioniert aber noch bis heute. Obwohl es bis heute zu keinen tragischen Zwischenfall gekommen ist, werden die Seilbahnen im Volksmund „Stalins schwebende S√§rge“ bezeichnet. Das diese nach √ľber 60 Jahren immer noch funktionieren ist dem Improvisationstalent des Personals zu verdanken. Die Gondeln werden bis heute immer noch per Hand gesteuert.

Erkunde mit uns die Bergarbeiterstadt Chiatura und die verrosteten Seilbahnen auf unserer Georgien & Kaukasus Expedition.


Keine andere Region die ich bisher bereist habe, hat mich so fasziniert¬†wie Georgien und der Kaukasus. Vielleicht liegt es an der wechselvollen Geschichte und den imposanten Bergen oder den herzlichen und gastfreundlichen Menschen. Auf meiner letzten Urbexplorer Fotoreise durch Georgien fuhr ich am fr√ľhen Morgen von Tbilisi auf der gro√üen Heeresstra√üe die Georgien mit Russland verbindet in Richtung Stephanzminda und dem gro√üen Kazbeg. Die Fahrt dauert etwa 3 Stunden bei normaler Verkehrslage. Stephanzminda oder unter dem fr√ľheren Namen Kazbegi bekannt, ¬†liegt etwa¬†zehn Kilometer von der Grenze zur russischen F√∂deration und am Fu√ü des m√§chtigen Mount Kazbeg.¬†Dies ist der dritth√∂chste Berg Georgiens und der achth√∂chste Berg des Kaukasus, er erhebt sich auf etwa 5.047 Metern. Der Berg geh√∂rt zur Khokh-Kette, einem n√∂rdlichen Vorgebirge des Gro√üen Kaukasus.

Unterhalb des Gipfels steht auf etwa 2.170 Metern die „Zminda Sameba“ (deutsch Dreifaltigkeitskirche), sie wurde im 14. Jahrhundert erbaut und beherbergte √ľber Jahrhunderte den georgischen Kronschatz und das Weinrebenkreuz der Heiligen Nino.

Ich machte mich auf zur etwa einst√ľndigen Wanderung hinauf zur „Zminda Sameba“. An diesem Tag war der Wettergott nicht allzu Gn√§dig zu mir und schickte ein paar Regenschauer und Schneeflocken vom Himmel. Trotzdem lie√ü ich mich von meinem Plan die 2.170 Meter bis zur Dreifaltigkeitskirche zu besteigen nicht abhalten. Meine Wanderroute¬†f√ľhrte durch die Gassen der Stadt. Danach ging es auf Feldwegen und Trampelpfaden, entlang an einem zu dieser Jahreszeit reissendem Fluss, zur Ruine eines alten Wachturmes aus Schieferstein. Ein Regenschauer zog auf und der Wind wehte ins mir Gesicht. Da der Himmel immer dunkler wurde, dachte ich schon kurzzeitig ans umkehren und an einen heissen Tee, da sah ich vor mir ein kr√§ftiges gr√ľnes Weidetal mit unz√§hligen K√ľhen¬†die gem√§chlich auf dem Gras rum kauten. Ich konnte meine letzten Kr√§fte mobilisieren und marschierte weiter den steilen Berg hinauf. Je n√§her ich der Dreifaltigkeitskirche kam umso besser wurde das Wetter. Ganz unschuldig trohnte die m√§rchenhafte „Zminda Sameba“ zwischen den imposanten Bergen auf einem gr√ľnen H√ľgel.

Der Himmel wurde Blau,¬†die Sonne strahlte und die Hauptattraktion, der Kazbeg eingerahmt im Blau des Himmels umgeben von Wolken. Vergessen sind die Strapazen des Aufstiegs, erinnert wurden sie nur durch die nassen Klamotten. Diesen Augenblick hier zu stehen und diese atemberaubende Aussicht zu geniessen w√ľrde ich am liebsten f√ľr immer festhalten.


In der heutigen Zeit sind die Menschen nicht mehr an einen Ort gebunden wie es noch im vorherigen Jahrhundert noch so √ľblich war. Die sogenannte Globalisierung verlangt von uns das wir „Mobil“ sind. Diese Tatsache und das Gef√ľhl das die gesamte Welt minuti√∂s erforscht und zunehmend √ľberwacht ist verursacht in uns eine innere Unzufriedenheit. Wenn wir auf Entdeckungsreise mit unserer Kamera sind gieren wir f√∂rmlich danach, Orte zu finden, weit ab vom Schuss sind und verborgene geheime Orte die uns √ľberraschen.

Wir brechen auf in unbekannte Welten und an Orte die sich auf Karten nicht so leicht finden lassen. Diese Orte sind f√ľr uns au√üergew√∂hnlich und zugleich v√∂llig real.¬†Auf einer dieser¬†spannenden Fotoexpedition¬†entdeckte ich durch Zufall das Anwesen von Michael Fr√∂hlich und seiner Frau.¬†Michael Fr√∂hlich dessen Leben schon immer Autos dominiert haben, hat¬†sich dort einen au√üergew√∂hnlichen Traum erf√ľllt.

√úber 25 Jahre sammelte er diverse historische Fahrzeuge und weitere Exponate, die wie er selbst „Baujahr“¬†Jahr 1950 sind. Jahr 2000 zu seinem runden f√ľnfzigsten Geburtstag verteilte¬†er diese Oldtimer dann als bizarre Autoskulpturen in seinen gro√üz√ľgigen Garten¬†und feierte dann¬†eine rauschende Geburtstagsparty.¬†Wie kommt man eigentlich dazu, sich Oldtimer in den Garten des eigenen Anwesens zu stellen und ein privates Museum aufzumachen? Und dazu noch diese Sch√§tze verrotten zu lassen?

In Mettmann¬†restauriert Michael Fr√∂hlich diverse Oldtimer¬†‚Äď als K√ľnstler und Konstrukteur. Dies¬†ist seine Leidenschaft¬†und somit ist der Fuhrpark auf seinem Privatgrundst√ľck √ľber die Jahre gewachsen. Alle Oldtimer bringen ihre eigene Geschichte mit und sind teilweise kunstvoll in die Gartenlandschaft drapiert.

Man findet dort ein¬†St√ľck Berliner Mauer und daneben ein passendes Automobil aus DDR Zeiten. Auf einem H√ľgel¬†steht ein 11 CV, eine ehemalige ‚ÄěGangsterlimosine‚Äú, die einem franz√∂sischen Polizeichef geh√∂rt haben soll, so erz√§hlt es mir Michael Fr√∂hlich.

Mittlerweile scheinen die Oldtimer mit so klangvollen Namen wie Porsche, Jaguar und Rolls-Royce sich mit der Natur zu vereinen. Verwelkte Blätter liegen auf der Motorhaube, Spinnweben im Handschuhfach und Vögel haben im halboffenen Kofferraum ein Nest gebastelt. Überall wuchert der Efeu und wächst der Moos. Begleitet wird das alles  von der allgegenwärtigen Korrosion und den einzelnen Hobbyfotografen zwischen den Autos schleichen.

Das ist Kunst! Die Natur holt sich alles zur√ľck!¬†Mich hat dieser langsame Verfall der einst so stolzen Fahrzeuge sehr fasziniert.

 


Auf meiner Fotoreise nach Georgien und den Kaukasus wurde ich von einem netten georgischen M√§del auf die Bergarbeiterstadt Tschiatura in Imeretien aufmerksam gemacht. D√ľstere Industrieruinen und Bergarbeitersiedlungen sowie sowjetische Architektur aus der Stalinzeit sollten einen Fotografen und Entdecker wie mich begeistern, sagte Sie mit einem L√§cheln.

Von nun an war es ¬†unbedingt mein Ziel einmal in die sagenumwobene Stadt Tschiatura zu fahren, nat√ľrlich habe ich das s√ľ√üe georgische M√§del mit auf diese Fototour mitgenommen. Schlie√ülich war Sie selbst noch nie dort, das musste ich √§ndern.

Fr√ľh morgens ging es dann mit einem Jeep von Kutaisi die etwa zweist√ľndige Fahrt durch die Berge in die Industriestadt. Sofort war klar, hier werde ich sehr viele Lost Places Fotomotive finden. Die Kleinstadt liegt abseits der georgischen Verkehrswege von Ost nach West. Von Kutaisi braucht man gut zwei Stunden, ehe man den im Kwirila-Tal gelegenen Ort erreicht. Tschiatura hat eine ungew√∂hnliche Lage denn die Stadt ist eingepfercht im Tal, die Manganerzminen befinden sich auf den umliegenden Bergen, ist das dortige Haupttransportmittel die Seilbahn.

Hier¬†wird schon seit 1880 Manganerz abgebaut. Auch f√ľr die Sowjets, die Anfang der 1920er Jahre das Land annektierten, war das Metall, das vor allem bei der Stahlproduktion Verwendung findet, mehr als interessant. √úber Jahrzehnte wurde in die kleine, gebirgige Stadt investiert. In den 50er Jahren errichteten sie ein ganzes Netz an Gondelbahnen, die teilweise noch heute in Betrieb sind.¬†Insgesamt mehrere Dutzend gab es mal, etliche davon fahren nach wie vor ‚Äď im unver√§nderten Originalzustand.¬†Ein Teil davon bringt die Minenarbeiter zu ihren Arbeitspl√§tzen. Auch f√ľr den Abtransport des Erzes werden Seilbahnen verwendet, zur Bl√ľtezeit der Stadt sollen mehr als 100 Transportgondelbahnen verwendet worden sein.

Liebe Fotofreunde und Explorer wir laden euch zu unserer Georgien & Kaukasus Fotoexpedition 2017 ein! Atemberaubende Landschaftsaufnahmen, entlegene Bergdörfer, quirlige Städte, prächtige Kirchen, Klöster & Burgen das alles mit einer Prise Lost Places und Industriecharme. Fahre mit uns in das höchstgelegene Dorf in Europa und mach mit uns einen Ausritt auf dem Pferd im Bordjomi Nationalpark. Erkunde mit uns die Bergarbeiterstadt Tschiatura mit Ihren Seilbahnen.  Wir zeigen dir geheimnisvolle Orte und vergessene Welten. Mit uns sammelst Du Artefakte in Form von einzigartigen Fotomotiven. Wir brechen auf in unbekanntes Terrain, an Orte, die sich auf Karten nur selten oder gar nicht finden lassen. Diese Orte sind außergewöhnlich und zugleich völlig Real. Wann brichst du mit uns auf in die Fußstapfen der großen Entdecker?

 


Bei unseren Lost Places Fototouren und Reisen k√∂nnen alle Fotofreunde, Urban Explorer und Motivj√§ger f√ľr ein paar Stunden den Alltag zu vergessen und in die Aura der geheimen Orte eintauchen. Bei meiner letzten Erkundungstour entdeckte ich dieses prachtvolle Kloster. Die Gr√∂√üe und Erhabenheit der Mauern ist schier unermesslich. Es ist eine der Gr√∂√üten Kl√∂ster in Europa.

Der Initiator der Klosterstiftung war im Jahre 1175 Herzog Boleslaw Wysoki . Er lie√ü die grauen M√∂nche aus Pforte a/d Saale herbeif√ľhren und wollte mit ihrer Hilfe die Ideologie und politische Position der Kirche st√§rken.¬†Die Zisterzienser siedelten sich hier an und¬†wurden die Nachfolger der dort bis dahin lebenden¬†Benediktiner.¬†Herzog Boleslaus starb im Jahre 1201 und wurde in der Klosterkirche begraben. Seither wurde die Kirche zum Mausoleum der schlesischen Piasten.¬†Aus finanziellen Gr√ľnden war es dem Kloster nicht m√∂glich alle G√ľter zu behalten, da die Situation im benachbarten Gro√üpolen instabil war, es kam auch zu Tatareneinf√§llen. Der Einfall der Mongolen – und die von Heinrich dem Frommen verlorene Schlacht bei Liegnitz (1241) wirkten sich auch f√ľr das Kloster √§u√üerst negativ aus. Viele D√∂rfer waren abgebrannt.

Die angrenzenden Feudalherren stellten erhebliche ¬†R√ľckforderungen. Trotzdem besa√üen die Zisterzienser die meisten G√ľter aller Kl√∂ster in Mittel¬†und Osteuropa.¬†Sie besch√§ftigten sich mit Gartenbau, Obstanbau, Bienenzucht, Weinanbau und Fischfang. Sie besa√üen eigene M√ľhlen, Fleichb√§nke und Brotbuden. Au√üerdem handelten sie mit Salz und Heringen, welche sie zollfrei aus Pommern einf√ľhrten. Die weitere Aufteilung Schlesiens in viele Herzogt√ľmer brachte es mit sich, dass viele Kl√∂ster im Herrschaftsgebiet verschiedener Herz√∂ge lagen. Als das Kloster im XV Jh. seine Bl√ľtezeit hatte, begannen die Hussitenkriege und damit verbunden der wirtschaftliche Ruin.

Es kam aber auch zu einer Lockerung der kl√∂sterlichen Disziplin. Abt Andreas Hoffmann (1498-1534) gelang es, die Disziplin wieder zu erneuern, das Kloster aus den Schulden zu bringen und die Klostergeb√§ude wieder aufzubauen. Papst Alexander VI zeichnete ihn f√ľr seine Verdienste im Jahre 1498 mit den Pontifikalien aus. W√§hrend der Reformation kam es zu vielen Austritten der M√∂nche aus dem Kloster.¬†Im Jahre 1523 wurde Friedrich II Herzog von Liegnitz und wollte 1544 das Kloster s√§kularisieren. Die M√∂nche stellten sich erfolgreich dagegen. Sie erhoben jedoch keinen Einspruch zum √úbertritt ihrer Untertanen zum Protestantismus. Der Generalabt des Ordens schlo√ü im Jahre 1577 das Kloster an die tschechische Provinz an.

Nach dem Ende des 30-j√§hrigen Krieges begann die Zeit der gr√∂√üten Bl√ľte. Dem Aufbau des Klosterkompexes und der wachsenden strategischen Bedeutung des Klosters waren hier die Gr√ľnde. In dieser Zeit wurde das Kloster umfassend ausgebaut und es¬†entstand eine der gr√∂√üten Klosterbauten in Europa.¬†Im Jahre 1740 kam Schlesien unter die Herrschaft Preu√üens. Friedrich II verordnete der Abtei eine Kontributszahlung. Zur weiteren Verschlechterung f√ľhrte auch der siebenj√§hrige Krieg mit der Stationierung √∂sterreichischer und preu√üischer Truppen.¬†Im Jahre 1767 wurde das Kloster gezwungen, die merkantile Wirtschaftspolitik Friedrichs II einzuf√ľhren. F√ľr die Abtei bedeutete das einen Anstieg der Verschuldung.

Die Wirtschaftsgeb√§ude dienten nach 1817 verschiedenen Zwecken. In den Jahren von 1940-1945 wurden sie zur Munitionsfabrik, von 1945-1948 ein Lazarett f√ľr Soldaten der Roten Armee, von 1972/74 zur Ausstellungshalle. In der Zeit von 1975-1995 erfolgte die Instandsetzung des herz√∂glichen Saales. Seit 1989 obliegt die Betreuung der Klosterobjekte einer Stiftung.