Seit der Ankündigung, dass Touristen nun den Kontrollraum von Reaktorblock 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl besuchen dürfen, kursieren im Internet viele utopische Zahlen bezüglich der Strahlenbelastung vor Ort. Diverse Webseiten berichten, dass die Strahlung den Normalwert um das 40.000-fache überschreitet und man sich deshalb nur maximal fünf Minuten dort aufhalten kann. Wir wissen nicht, wie die Journalisten auf diese Zahl kommen. Ist es vielleicht nur ein Mittel, um Aufmerksamkeit zu erregen, Entsetzen auszulösen und eine hohe Klickzahl zu erreichen? Wir von Urbexplorer möchten unseren Gästen die Möglichkeit geben, sich selbst ein Bild von der Sperrzone und der Situation vor Ort zu machen und sie mit korrekten Informationen versorgen.

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Ground Zero – der Ort, an dem alles begann

Ab 2020 werden wir euch die Möglichkeit geben, den Kontrollraum von Reaktorblock 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl zu besichtigen. Dort wurden vor über 33 Jahren die schwerwiegenden Fehler begangen, die zur bis dahin schlimmsten Nuklearkatastrophe der Menschheitsgeschichte geführt haben. Selbst mehr als drei Jahrzehnte nach dem Unfall kann die Strahlenbelastung an diesem Ort den Normalwert um das Hundert- bis Zweihundertfache überschreiten. Spezielle Kleidung wie Schutzanzüge, Atemmasken, Sicherheitsschuhe und Schutzhelme sind während der Besichtigung deshalb Pflicht. Laut den Kraftwerksmitarbeitern reichen ein paar Minuten im Kontrollraum aus, um das Gesehene niemals zu vergessen.

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Ein Blick in die Hölle der Sperrzone von Tschernobyl

Besichtigt mit uns das Innenleben der Sperrzone von Tschernobyl – den Kontrollraum von Reaktorblock 4, in dem vor über 33 Jahren die schwerwiegenden Fehler begangen wurden, die zur bis dahin schlimmsten Nuklearkatastrophe der Menschheitsgeschichte geführt haben.

In bisherigen Führungen konnten wir uns gemeinsam Sicherheits- und Verwaltungsräume unterhalb des Kraftwerks, einen Turbinenraum, den goldenen Korridor und das Denkmal für Walerij Chodemtschuk, das erste Todesopfer der Katastrophe, anschauen. Zukünftig werden wir ebenfalls die Gelegenheit haben, einen Blick auf die (mittlerweile entkernte) Bedieneinheit von Block 4 zu werfen, die sich zum Schutz der Kraftwerksmitarbeiter hinter einer dicken Betonmauer befindet.

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Ein Team von Wissenschaftlern rund um Professor Jim Smith von der Universität von Portsmouth stellte in einem Experiment mithilfe traditioneller Techniken Alkohol unter Verwendung von Wasser und Getreide aus der Sperrzone von Tschernobyl her. Die Arbeitsgruppe besteht aus Forschern aus Großbritannien und der Ukraine, die seit vielen Jahren in der Sperrzone arbeiten und untersuchen, wie sich das Land seit dem Unfall am 26. April 1986 erholt. Sie hoffen, mit dem Erlös den Gemeinden zu helfen, die noch immer von den Auswirkungen der Katastrophe betroffen sind. Professor Smith beschrieb den Wodka „als die wahrscheinlich wichtigste Flasche Alkohol der Welt.“

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Waleri Legassow schätzte als einer der ersten Wissenschaftler das wahre Ausmaß der Katastrophe von Tschernobyl richtig ein. Er ordnete wichtige Maßnahmen zur Schadensbegrenzung nach dem Unfall an und rettete somit in ganz Europa Millionen von Menschen das Leben. Erst auf sein Betreiben hin wurde Prypjat 36 Stunden nach der Explosion von Reaktor 4 evakuiert.

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Wird ein neues Dekret die Sperrzone grundlegend verändern?

Am 10. Juli unterzeichnete Wolodymyr Selenskyj, seit fast zwei Monaten neuer Präsident der Ukraine, ein Dekret “über bestimmte Entwicklungen in den Gebieten, die von der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl betroffen sind”. Einige Punkte des Dekrets sprach Selenskyj während seines Sperrzonen-Besuches Anfang dieser Woche an.

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Die meisten Urlauber suchen sich als Ziel für die schönste Zeit des Jahres moderne Städte, das Meer oder urige Bergdörfer aus. Ablenken, entspannen, fotografieren – dies ist die allgemeine Idealvorstellung eines gelungenen Urlaubs. Der schwarze Tourismus allerdings ist ein Trend, bei dem immer mehr Menschen genau das Gegenteil suchen: Orte, an denen Schlimmes passiert ist.

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