Der spektakulÀre Ausbruch des Laki-Vulkans auf Island

Jeder von uns erinnert sich noch ganz gut an den Ausbruch des Eyjafjallajökull. Vor sieben Jahren legte der Vulkan mit seiner Aschewolke den Flugverkehr auf dem ganzen Kontinent lahm. Die gigantische Aschewolke schob sich ĂŒber den Nordatlantik und stĂŒrzt den gesamten europĂ€ischen Luftverkehr ins Chaos. Doch eine weitaus grĂ¶ĂŸere Naturkatastrophe spielte sich schon im Jahr 1783 ab. In diesem Jahr begann mit dem Ausbruch der Laki-Krater – islĂ€ndisch LakagĂ­gar – die grĂ¶ĂŸte Naturkatastrophe in der Geschichte Islands mit verheerenden Folgen fĂŒr die Menschen auf der Nordhalbkugel. Zugefrorene GewĂ€sser, Schneemassen und eisige Temperaturen: Eine KĂ€ltewelle suchte im Winter 1783 ganz Europa heim. Sie reichte vom Mittelmeer bis zum Atlantik.

Etwa acht Monate war der Laki-Krater aktiv, nachdem er am 8. Juni 1783 ausbrach. In dieser Zeit spuckte der Vulkan Unmengen an Lava und Asche in die Luft, die zusammen mit Wasser zu Sulfatpartikeln und SchwefelsĂ€ure reagierten. Diese sogenannten Aerosole verteilten sich in der StratosphĂ€re wie ein Schleier ĂŒber der Erde. Anders als Asche können Aerosolpartikel Jahre in der AtmosphĂ€re schwirren und die Sonnenstrahlung abschirmen.

Die Folge waren Tod und Dunkelheit

Auf Island machte sich als erste Auswirkung des Vulkanausbruches der giftige Ascheregen bemerkbar. Die Folge war eine Kettenreaktion, denn viele Tiere und Pflanzen starben und Missernten fĂŒhrten zu Hungersnöten. Von Island aus legte sich die giftige Wolke schließlich ĂŒber ganz Europa, vor allem die nicht weit entfernten britischen Inseln waren hier stark betroffen. Augenzeugen berichten davon, dass der schwarze Smog dort wochenlang am Himmel hing. Es war eine gespenstische Stimmung. Bis zu minus 26 Grad wurden vielerorts gemessen. Fast alle GewĂ€sser in Mitteleuropa erstarrten zu Eis.

Sogar der große Belt, eine Meeresstraße zwischen den dĂ€nischen Inseln, konnte plötzlich mit Schlitten passiert werden. Hinzu kamen gewaltige Schneemassen, die die Agrarproduktion einschrĂ€nkten und zu VersorgungsengpĂ€ssen fĂŒhrten.

Nachdem es wĂ€rmer wurde folgten Überschwemmungen

Als im Winter des Jahres 1784 ein Wetterumschwung warme Luft brachte, fingen die angestauten Eis- und Schneemassen an zu schmelzen. Das folgende Hochwasser verwĂŒstete viele tief liegende Regionen an FlĂŒssen und KĂŒsten. Der Rhein stieg in diesem Jahr auf einen Pegel von knapp 14 Metern an. Dieser vulkanischen Winter der Jahre 1783 bis 1784 und seinen Folgen gilt als die grĂ¶ĂŸte Naturkatastrophe der frĂŒhen Neuzeit.

Komm mit auf eine spannende Island Fotoreise zu den Laki – Kratern

Die Spuren dieser Katastrophe kannst du bei einer Landschaftsfotografie Fotoreise durch Island entdecken. Die heute zum grĂ¶ĂŸten Teil mit Wasser gefĂŒllten Laki-Krater erstrecken sich in einer etwa 25 Kilometer langen Reihe von Vulkanen. Es ist eine mondartige dĂŒstere Landschaft in den Farben Schwarz, GrĂŒn, Gelb und Orange. Überall erkennt man Kratern, ehemalige Lavafelder und Felsformationen. Die gewaltigen KrĂ€fte, die hier gewirkt haben, kann man sich nur sehr schwer vorstellen. Ein Besuch an diesem Ort macht einem deutlich wie wenig der Mensch einer solch gewalttĂ€tigen Natur entgegenzusetzen hat.


Fotoreise nach Island – der beeindruckenden Vulkaninsel

Als ich im August 2017 zu meiner Reise nach Island aufbrach, hatte ich keine genauen Vorstellungen was mich dort erwartet. Ich wollte „etwas“ Landschaftsfotografie machen, ein paar WasserfĂ€lle fotografieren und eine kleine Auszeit von meinem Business zu Hause nehmen. Island ist berĂŒhmt fĂŒr die VielfĂ€ltigkeit seiner Natur. Du findest hier tosende WasserfĂ€lle, gigantische Gletscher und Vulkankrater, mĂ€chtige Geysire und bizarre Landschaften. Die Vulkaninsel zeigt dir die Macht der Natur in allen denkbaren Variationen und prĂ€sentiert sich so als ideales Ziel fĂŒr eine Abenteuer- und Fotoreise. In den endlosen Weiten des Hochlands findet jeder Landschaftsfotograf einzigartige Motive.

Ein Eldorado fĂŒr anspruchsvolle Landschaftsfotografen

Nach etwa einer Woche habe ich den sĂŒdlichen Teil der Insel durchquert und fuhr in Richtung Höfn. Ich hatte bisher alles an Fotomotiven mitgenommen was die zauberhafte Insel zu bieten hatte wie WasserfĂ€lle, Canyons, Vulkankrater, spektakulĂ€re Landschaften und Geysire. Kurz bevor ich mit meinem Mietwagen zurĂŒck nach Reykjavik fahren wollte, entdeckte ich Fotos von einer magischen und atemberaubenden Gletscher-Lagune im östlichen Teil der Insel. Ich machte mich am nĂ€chsten Morgen sofort auf den Weg dorthin. Kurz bevor ich die Lagune erreiche, passierte ich Islands grĂ¶ĂŸter Vulkan und zwar den Oraefajokull Gletscher mit 2219 Metern Höhe.

Die Jokulsarlon Glacier Lagoon ist eines der schönsten Naturwunder Islands und eine beliebte Touristenattraktion. Jokulsarlon liegt im sĂŒdöstlichen Teil Islands, etwa 379 Kilometer östlich von Reykjavik und 78 Kilometer westlich der Hafenstadt Hofn. Die Lagune liegt an der großen Ringstraße, so dass man diese auch ohne Allradfahrzeug bequem erreichen kann.

Bei uns kannst du Deine spannende Fotoreise nach Island buchen – Mach Dir selbst ein Bild!

Trolle, Feuer & Eis – Die Island Fotoexpedition


Fotoreise zum Venedig der Ukraine

In der Kleinstadt am Rande des Donaudeltas gibt es nur vier Straßen, aber dafĂŒr Hunderte von KanĂ€len mit einer GesamtlĂ€nge von vierzig Kilometern.Vilkovo ist eine kleine Stadt auf der ukrainischen Seite des Donaudeltas und hat etwa 9.500 Einwohner. Sie liegt wenige Kilometer vor der MĂŒndung der Donau in das Schwarze Meer und ist somit der letzte besiedelte Punkt des Donaudeltas. Vilkovo liegt inmitten der natĂŒrlichen DuchflĂŒsse des Deltas und kĂŒnstlich angelegter KanĂ€le und wird aus diesem Grund auch als „Venedig der Ukraine“ bezeichnet.

Das wichtigste Verkehrsmittel in Vilkovo ist das Boot

Die Geschichte der Stadt ist sehr wechselhaft. GegrĂŒndet als Zufluchtsort der Kosaken im Jahr 1746 erhielt Vilkovo im Jahr 1762 das Stadtrecht. Vom Jahr 1918 bis in das Jahr 1944 gehörte die Stadt zu RumĂ€nien und fiel in den Wirren des zweiten Weltkrieges an die Ukraine. Die wohl grĂ¶ĂŸte und interessanteste Attraktion ist das Donau-BiosphĂ€ren-Naturreservat mit einer wundervollen Landschaft und Tierwelt.

Mit dem Boot durch die KanÀle im Donaudelta

Quer durch Europa schlĂ€ngelt sich die Donau, der zweitlĂ€ngste Fluß Europas, um sich weit im Osten zwischen RumĂ€nien und der Ukraine ins Schwarze Meer zu verschwinden. Dabei bildet der Fluss an der MĂŒndung zwischen RumĂ€nien und der Ukraine ein weitgefĂ€chertes breites Delta, das sich stĂ€ndig verĂ€ndert. WĂ€hrend an einer Stelle des Donaudeltas die Wassermassen Erde und Lebensraum wegschwemmen, wird an anderer Stelle Kies, Sand, Geröll und Schlamm angeschwemmt und so entsteht neuer Lebensraum fĂŒr Pflanzen und Tiere. Das Donaudelta ist ein temporĂ€rer Lebensraum fĂŒr Millionen von Vögel, die jedes Jahr im FrĂŒhling hier rasten, darunter der Rosapelikan und der Krauskopfpelikan. Hier  können Sie ungestört Nester bauen und den Nachwuchs großziehen. Und im Herbst, wenn die Tage und NĂ€chte kĂ€lter werden, ziehen sie wieder nach SĂŒden.


Wer in der georgischen Bergarbeiterstadt Chiatura zum Einkaufen oder Arbeit fahren möchte, braucht sehr viel Mut. Der einige öffentliche Nahverkehr wird durch ein Netz von Seilbahnen gewĂ€hrleistet, das die Stadt im Tal sichtbar durchzieht. Ohne dieses Verkehrssystem wĂŒrde das öffentliche Leben völlig zum Erliegen kommen.

Vor etwa 140 Jahren wurde hier Manganerz entdeckt. Dieser Rohstoff ist der wichtigste Bestandteil zur Veredelung von Eisen. Auf der Suche nach Arbeit, Wohlstand und GlĂŒck strömten unzĂ€hlige Bergarbeiter nach Chiatura um in den Minen zu arbeiten. Doch der Weg zur Arbeit war anfangs sehr lang, krĂ€ftezehrend und beschwerlich denn es ging zu Fuß ĂŒber Berge, Felsen und Schluchten. In den 1950 ger Jahren hat Josef Stalin den Bau des Seilbahnnetzes abgeordnet, zum einen um die Arbeiter schnell und bequem von Ihren Wohnungen im Tal zu den Manganminen in den Bergen zu bringen und zum anderen um den Bewohnern der benachbarten Dörfer in den Bergen einen zĂŒgigen weg in die Stadt im Tal zu ermöglichen. Aber auch fĂŒr den Abtransport von Manganerz werden die Seilbahnen eingestzt.

Chiatura war zu Zeiten der Sowjetunion eine blĂŒhende Industriestadt, es herrschte nahezu VollbeschĂ€ftigung zu dieser Zeit lebten hier etwa 30.000 Menschen. Nach dem Zerfall der Sowjetunion dem BĂŒrgerkrieg und der UnabhĂ€ngigkeit Georgiens meldete das staatliche Bergbauunternehmen Konkurs an, gleichzeitig brach in dem Ort die Strom und Wasserversorgung völlig zusammen. Zu dieser Zeit verließen etwa 60 % der Einwohner die Stadt. Alle die geblieben sind beheizten ihre Wohnungen mit Holz und versorgten sich mit Wasser aus dem Brunnen. Heute ist die Strom und Wasserversorgung zwar gesichert und die Minen fördern wieder Mangan, trotzdem leben in Chiatura aktuell nur etwa 16.000 Menschen.

Von den damals etwa 26 Seilbahnen fĂŒr den Personenverkehr und 50 Seilbahnen fĂŒr den GĂŒterverkehr, wurde der grĂ¶ĂŸte Teil mittlerweile stillgelegt. Eine Handvoll dieser Linien funktioniert aber noch bis heute. Obwohl es bis heute zu keinen tragischen Zwischenfall gekommen ist, werden die Seilbahnen im Volksmund „Stalins schwebende SĂ€rge“ bezeichnet. Das diese nach ĂŒber 60 Jahren immer noch funktionieren ist dem Improvisationstalent des Personals zu verdanken. Die Gondeln werden bis heute immer noch per Hand gesteuert.

Erkunde mit uns die Bergarbeiterstadt Chiatura und die verrosteten Seilbahnen auf unserer Georgien & Kaukasus Expedition.


Sieben hartgesottene Fotografen, ein Urbexplorer Expeditionsbus, acht Tage am nördlichen Polarkreis dem unberechenbaren WetterverhĂ€ltnissen ausgeliefert. Jedes Jahr sind wir mit einer kleinen Gruppe Abenteurern auf der Jagd nach spektakulĂ€ren Lanschaftsaufnahmen, Streetart und magischen Polarlichtern. Im Februar und MĂ€rz 2018 geht es mit unserer weiteren Lofoten Fotoreise zur Polarlichtzeit in den nördlichen Teil von Norwegen. In dieser Zeit ist die Landschaft in wunderbar weiches Licht getaucht und die Nordlichter werden Nachts bei klarem Himmel schon frĂŒher und somit auch lĂ€nger zu sehen sein. Es erwartet euch bei unserer Fotoreise ein abwechslungsreiches Programm. In hoffentlich klaren NĂ€chten und einer langen DĂ€mmerungszeit am Tage fotografieren wir die spektakulĂ€ren Polarlichter.

Zu den spektakulĂ€rsten Auftritten des Nordlichts gehört in zahlreichen Farben tanzendes Licht, das in hoher Geschwindigkeit ĂŒber den Nachthimmel wirbelt.

Polarlichter kommen in nördlichen Breiten als auch auf der SĂŒdhalbkugel vor. Hier im Norden heißen sie dann Nordlichter oder Aurora borealis und am SĂŒdpol nennt man sie SĂŒdlichter oder Aurora australis. Um sich vorzustellen, wie Polarlichter entstehen, ist es am einfachsten an einen Luftkuss zu denken dem man etwa seiner Freundin oder Freund zuwirft. Die Sonne sendet praktisch einen Luftkuss an die Erde, der in Form von bunten Lichtern am Himmel sichtbar wird.

Denn physikalisch passiert etwas sehr interessantes: Die Sonne stĂ¶ĂŸt einen sogenannten Solar-Sturm voller energiegeladenen Teilchen aus. Dieser benötigt rund 18 Stunden, bis er das Magnetfeld der Erde erreicht. Wenn sich die energiegeladener Teilchen dann mit den erdeignen Atomen verbinden, entstehen die Nordlichter. Das ganze passiert etwa in 100 Kilometern Höhe statt. Über den Lofoten sind die Polarlichter meistens GrĂŒn, diese Farbe entsteht beispielsweise in Verbindung mit Sauerstoff. Damit wir das einzigartige Naturschauspiel gut sehen können, benötigen wir außerdem einen dunklen und klaren Himmel.

Vielen fragen sich warum man so weit in Richtung Norden oder SĂŒden reisen muss um das Naturschauspiel sehen zu können? Das Magnetfeld der Erde ist nicht kreisrund wie bei einem Ball, sondern es sieht eher aus wie ein Apfel, mit Öffnungen oben und unten. Das Magnetfeld ist durchzogen von Magnetfeldlinien. Die Elektronen werden aufgrund ihrer magnetischen Ladung besonders von diesen Öffnungen angezogen und von den Magnetfeldlinien zu den Polen gelenkt. Dort kollidieren sie dann mit den erdeignen Atomen. Die Polarlichter sind an beiden Enden der Welt zur gleichen Zeit sichtbar. Wenn wir hier in Norwegen Nordlichter sehen, dann können wir uns sicher sein, dass sich der Himmel ĂŒber dem SĂŒdpol gleichzeitig verfĂ€rbt.


Spannende Fotoreise in die Berge des Kaukasus

„Georgien ist nicht nur ein europĂ€isches Land, sondern eines der Ă€ltesten europĂ€ischen LĂ€nder“ das sagte einstmals Mikheil Saakaschwili, der ehemalige PrĂ€sident von Georgien. Das Land hat etwa 4,6 Millionen Einwohner, der Name Georgien wird meist nur von Besuchern und AuslĂ€ndern benutzt und wurde vom Landespatron dem heiligen Georg ĂŒbernommen. Die Bewohnen nennen ihr Land schon immer „Sakartvelo“.

Hier an der Grenze zwischen Europa und Asien warten auf Euch jede Menge spannende Geschichten. In Georgien entdeckten ArchĂ€ologen die Àltesten menschlichen Überreste außerhalb Afrikas, hier kann man auf den Spuren von Jasons Argonauten wandeln. Die Argonautensage ist ein Bestandteil der griechischen Mythologie und handelt von der Fahrt des Iason und seiner Begleiter nach Kolchis im Kaukasus, der Suche nach dem Goldenen Vlies und dessen Raub. Die ReisegefĂ€hrten werden nach ihrem sagenhaft schnellen Schiff, der Argo, die Argonauten genannt.

Wir besuchen auch das Stalin Museum in Gori

Zweifellos ist Georgiens bekanntester Vertreter der Schustersohn und ehemalige PriesteranwÀrter Josseb Dschughaschwili, besser Bekannt als Josef Stalin. Nach seinem Tod im Jahre 1953 fielen seine Beliebtheitswerte zwar ins Bodenlose, trotzdem hielten in seiner Heimatstadt Gori die AnhÀnger die Erinnerung an ihn lebendig. Hier entstand ein Museum, vollgestopft mit Devotionalien und Kitsch. Dieses sehr skurrile und vor Propaganda strotzende Stalin-Museum werden wir im Rahmen unserer Fotoreise Georgien & Kaukasus besuchen. Ein wichtiger Programmpunkt sind auch die unzÀhligen katholischen Kirchen und Klöster die wir besichtigen werden, denn Georgien ist eins der religiösesten LÀnder der ehemaligen Sowjetunion.

Grandiose Landschaftsaufnahmen und entlegene Bergdörfer

In den Regionen Svaneti oder Kasbegi, beide Teil des Kaukasus sĂŒdlich der russischen Grenze, werden wir viel wandern und grandiose Landschaftsaufnahmen der majestĂ€tischen Berge machen. Mit GelĂ€ndewagen brechen wir zu einer Tagestour nach Ushguli auf, der am höchsten gelegenen Siedlung im Kaukasus .

Die georgische KĂŒche ist zwar in Hinsicht der Kalorienzahl nicht unbedingt leicht, aber köstlich. Wir werden alle Gaumenfreuden probieren wie zum Beispiel Chatschapuri, mit KĂ€se gefĂŒllte Teigfladen. Wir probieren schwierig zu essende Riesenknödel „Chinkali“ und dazu eine große Auswahl an verschiedenen Sorten lokalem Bier und Wein.

Als Nachtisch probieren wir die beliebte georgische SĂŒĂŸigkeit „Tschurtschchela“. Hergestellt wird der traditionelle sĂŒĂŸe Snack indem man Haselnuss- oder Walnusskerne auf eine Leine bindet und diese so lange in Traubensaft taucht bis der mit Mais- und Weizenmehl angedickt ist und sich eine dĂŒnne Schicht ĂŒber die NĂŒsse gelegt hat.

Zum Schluss gibt’s einen oder mehrere Tschatscha – dies ist ein privat gebrannter Traubenschnaps.

Auch der Wein soll ungefĂ€hr 8000 v. u. Z. in Georgien erfunden worden sein, was den Georgiern genĂŒgend Zeit gab, die ĂŒbertriebenste Trinkspruchtradition der Welt zu perfektionieren.

 


Keine andere Region die ich bisher bereist habe, hat mich so fasziniert wie Georgien und der Kaukasus. Vielleicht liegt es an der wechselvollen Geschichte und den imposanten Bergen oder den herzlichen und gastfreundlichen Menschen. Auf meiner letzten Urbexplorer Fotoreise durch Georgien fuhr ich am frĂŒhen Morgen von Tbilisi auf der großen Heeresstraße die Georgien mit Russland verbindet in Richtung Stephanzminda und dem großen Kazbeg. Die Fahrt dauert etwa 3 Stunden bei normaler Verkehrslage. Stephanzminda oder unter dem frĂŒheren Namen Kazbegi bekannt,  liegt etwa zehn Kilometer von der Grenze zur russischen Föderation und am Fuß des mĂ€chtigen Mount Kazbeg. Dies ist der dritthöchste Berg Georgiens und der achthöchste Berg des Kaukasus, er erhebt sich auf etwa 5.047 Metern. Der Berg gehört zur Khokh-Kette, einem nördlichen Vorgebirge des Großen Kaukasus.

Unterhalb des Gipfels steht auf etwa 2.170 Metern die „Zminda Sameba“ (deutsch Dreifaltigkeitskirche), sie wurde im 14. Jahrhundert erbaut und beherbergte ĂŒber Jahrhunderte den georgischen Kronschatz und das Weinrebenkreuz der Heiligen Nino.

Ich machte mich auf zur etwa einstĂŒndigen Wanderung hinauf zur „Zminda Sameba“. An diesem Tag war der Wettergott nicht allzu GnĂ€dig zu mir und schickte ein paar Regenschauer und Schneeflocken vom Himmel. Trotzdem ließ ich mich von meinem Plan die 2.170 Meter bis zur Dreifaltigkeitskirche zu besteigen nicht abhalten. Meine Wanderroute fĂŒhrte durch die Gassen der Stadt. Danach ging es auf Feldwegen und Trampelpfaden, entlang an einem zu dieser Jahreszeit reissendem Fluss, zur Ruine eines alten Wachturmes aus Schieferstein. Ein Regenschauer zog auf und der Wind wehte ins mir Gesicht. Da der Himmel immer dunkler wurde, dachte ich schon kurzzeitig ans umkehren und an einen heissen Tee, da sah ich vor mir ein krĂ€ftiges grĂŒnes Weidetal mit unzĂ€hligen KĂŒhen die gemĂ€chlich auf dem Gras rum kauten. Ich konnte meine letzten KrĂ€fte mobilisieren und marschierte weiter den steilen Berg hinauf. Je nĂ€her ich der Dreifaltigkeitskirche kam umso besser wurde das Wetter. Ganz unschuldig trohnte die mĂ€rchenhafte „Zminda Sameba“ zwischen den imposanten Bergen auf einem grĂŒnen HĂŒgel.

Der Himmel wurde Blau, die Sonne strahlte und die Hauptattraktion, der Kazbeg eingerahmt im Blau des Himmels umgeben von Wolken. Vergessen sind die Strapazen des Aufstiegs, erinnert wurden sie nur durch die nassen Klamotten. Diesen Augenblick hier zu stehen und diese atemberaubende Aussicht zu geniessen wĂŒrde ich am liebsten fĂŒr immer festhalten.


Auf meiner Fotoreise nach Georgien und den Kaukasus wurde ich von einem netten georgischen MĂ€del auf die Bergarbeiterstadt Tschiatura in Imeretien aufmerksam gemacht. DĂŒstere Industrieruinen und Bergarbeitersiedlungen sowie sowjetische Architektur aus der Stalinzeit sollten einen Fotografen und Entdecker wie mich begeistern, sagte Sie mit einem LĂ€cheln.

Von nun an war es  unbedingt mein Ziel einmal in die sagenumwobene Stadt Tschiatura zu fahren, natĂŒrlich habe ich das sĂŒĂŸe georgische MĂ€del mit auf diese Fototour mitgenommen. Schließlich war Sie selbst noch nie dort, das musste ich Ă€ndern.

FrĂŒh morgens ging es dann mit einem Jeep von Kutaisi die etwa zweistĂŒndige Fahrt durch die Berge in die Industriestadt. Sofort war klar, hier werde ich sehr viele Lost Places Fotomotive finden. Die Kleinstadt liegt abseits der georgischen Verkehrswege von Ost nach West. Von Kutaisi braucht man gut zwei Stunden, ehe man den im Kwirila-Tal gelegenen Ort erreicht. Tschiatura hat eine ungewöhnliche Lage denn die Stadt ist eingepfercht im Tal, die Manganerzminen befinden sich auf den umliegenden Bergen, ist das dortige Haupttransportmittel die Seilbahn.

Hier wird schon seit 1880 Manganerz abgebaut. Auch fĂŒr die Sowjets, die Anfang der 1920er Jahre das Land annektierten, war das Metall, das vor allem bei der Stahlproduktion Verwendung findet, mehr als interessant. Über Jahrzehnte wurde in die kleine, gebirgige Stadt investiert. In den 50er Jahren errichteten sie ein ganzes Netz an Gondelbahnen, die teilweise noch heute in Betrieb sind. Insgesamt mehrere Dutzend gab es mal, etliche davon fahren nach wie vor – im unverĂ€nderten Originalzustand. Ein Teil davon bringt die Minenarbeiter zu ihren ArbeitsplĂ€tzen. Auch fĂŒr den Abtransport des Erzes werden Seilbahnen verwendet, zur BlĂŒtezeit der Stadt sollen mehr als 100 Transportgondelbahnen verwendet worden sein.

Liebe Fotofreunde und Explorer wir laden euch zu unserer Georgien & Kaukasus Fotoexpedition 2017 ein! Atemberaubende Landschaftsaufnahmen, entlegene Bergdörfer, quirlige StĂ€dte, prĂ€chtige Kirchen, Klöster & Burgen das alles mit einer Prise Lost Places und Industriecharme. Fahre mit uns in das höchstgelegene Dorf in Europa und mach mit uns einen Ausritt auf dem Pferd im Bordjomi Nationalpark. Erkunde mit uns die Bergarbeiterstadt Tschiatura mit Ihren Seilbahnen.  Wir zeigen dir geheimnisvolle Orte und vergessene Welten. Mit uns sammelst Du Artefakte in Form von einzigartigen Fotomotiven. Wir brechen auf in unbekanntes Terrain, an Orte, die sich auf Karten nur selten oder gar nicht finden lassen. Diese Orte sind außergewöhnlich und zugleich völlig Real. Wann brichst du mit uns auf in die Fußstapfen der großen Entdecker?

 


Auf unserer Fotoreise „Auf den Spuren von Dracula“ durch SiebenbĂŒrgen entdeckten wir in einem kleinem Dorf diese geheimnisvolle evangelische Kirchenburg. Sie besteht aus einer imposanten Wehrkirche und dem dazugehörigen Glockenturm. Allen Lost Places Fotografen in unserer Gruppe schlug das Herz höher als wir durch die schwere HolztĂŒr in das Innere gelangten. In dieser Kirche wurde seit etwa drei Jahrzehnten keine Messe mehr gesungen. An diesem Tag tauchte das warme Abendlicht den Altar in eine mĂ€rchenhafte Lichtstimmung.

Im Gegensatz zu vielen anderen Kirchen ist hier noch alles unversehrt und mit einer dicken Staubschicht ĂŒbersĂ€t. Ein prĂ€chtiger Altar mit BĂ€nken und GesangsbĂŒchern sowie eine wunderschöne Orgel waren die Höhepunkte unserer Fototour hierher.

Wer durch SiebenbĂŒrgen abseits der Schnellstraßen unterwegs ist, entdeckt die Kirchenburgen, die sich inmitten geschlossener Strassendörfer erheben, wo heute noch der Typus der frĂ€nkischen Bauart vorherrschend ist. Die kriegerischen ZeitlĂ€ufe des europĂ€ischen Mittelalters liessen auch in anderen Gegenden unseres Erdteils – von DĂ€nemark bis SĂŒdfrankreich, von Lothringen bis Polen – Wehrkirchen entstehen, nirgend finden wir sie jedoch in solcher Dichte und Vielzahl zusammengedrĂ€ngt, nirgend auf so verhĂ€ltnismĂ€ssig kleinem Raum eine solche Vielfalt verschiedenster Verteidigungsanlagen, die, trotz weitgehender gegenseitiger Beeinflussung, in ebensovielen Kombinationsmöglichkeiten wie Exemplaren anzutreffen sind. Die Vielgestaltigkeit der siebenbĂŒrgischen Kirchenbauten rĂŒhrt daher, dass die Verteidigungssysteme wĂ€hrend des 15., 16., sogar noch des 17. Jahrhunderts an schon vorhandene, oft noch dem Ende des 12. und dem 13. Jahrhundert entstammende Kirchenburgen angepasst wurden und in ihrer ganzen Anlage diese zum Ausgangspunkt nehmen mussten. In vielen FĂ€llen hat sich nicht erst die Wehrbarmachung, sondern schon der Bau der Kirchen in mehreren Etappen vollzogen, an denen die Entwicklung der mittelalterlichen Bautechniken, der Übergang vom romanischen zum gotischen Stil verfolgt werden kann.

Jede dieser Etappen ist durch geschichtliche Ereignisse bedingt, oft durch Zerstörung von Feindeshand ausgelöst worden, so dass die Kirchenburgen in ihrer Baugeschichte gleichsam die steinerne Entsprechung zur Geschichte ihrer Erbauer darstellen und ein Symbol der SiebenbĂŒrger Sachsen und ihrer Heimat geworden sind. Und das zu Recht, denn diese Monumentalbauten sind Leistung einer Gemeinschaft, der sĂ€chsischen Bauern, deren Wesensart und Gesinnung, Beharrungswille und Widerstandskraft aus den gedrungenen kubischen Massen der WehrtĂŒrme spricht, aus der ernsten Einfachheit der steinernen Ringmauern.

Die seit der Mitte des 12. Jahrhunderts bestehenden, in der fruchtbaren Hochebene SiebenbĂŒrgens gelegenen jungen sĂ€chsischen Siedlungen waren durch die zwischen 1420 und 1650 unzĂ€hlige Male sich wiederholenden TĂŒrkeneinfĂ€lle gezwungen, ihre Bevölkerung vor dem Feind zu schĂŒtzen. Allein auf die eigene Widerstandskraft angewiesen, wurden die sĂ€chsischen StĂ€dte zu Festungen, die Dorfgemeinschaften umgaben ihre Kirche, den grössten, solidesten Steinbau, der alle Dorfinsassen aufnehmen konnte, mit Ringmauern und WehrtĂŒrmen. Die grosse Befestigungsinitiative löste recht eigentlich der verheerende TĂŒrkeneinfall von 1438 aus. Als SiebenbĂŒrgen 1526, durch die Schlacht von Mohacs, unter tĂŒrkische Oberhoheit geriet, wurde die BautĂ€tigkeit eingeschrĂ€nkt. Nun standen jedoch schon ĂŒber 300 Burgen in den Landgemeinden der drei grossen sĂ€chsischen Siedlungsgebiete, im «Alten Land» und dem Gebiet um MĂŒhlbach-Sebes, Mediasch-Medias, SchĂ€ssburg-Sighisoara, das sich zwischen Alt-Olt und Kleiner Kokel-Tirnava Mica, zwischen Broos-Orastie und Draas-Drauseni erstreckt, im sĂŒdlichen Burzenland wie im nördlichen Nösnerland.

Nicht allein gegen TĂŒrken und Tataren, auch gegen die Söldnertruppen der um die Macht streitenden Woiwoden Transsilvaniens, in deren KĂ€mpfen mit dem Hause Habsburg, in den Kuruzzenkriegen fand die gesamte Dorfbevölkerung, mit Vieh und beweglicher Habe, in ihrer Kirchenburg Schutz. Dank der hier aufgespeicherten VorrĂ€te an Getreide und Speck, dank der im Burghof oder gar im Kirchenschiff (Henndorf-Bradenii, Mergeln-Merghindeal) befindlichen Brunnen, konnten die Bauern hier ausharren,, bis die wilde Sodateska sengend, brennend und plĂŒndernd vorbeigezogen war und die stattliche Gemeinde allzuoft in einen rauchenden TrĂŒmmerhaufen verwandelt zurĂŒckliess. (Quelle: Juliana Fabritius-Dancu, Verlag Neuer Weg Bukarest 1971)