Wie viele Touristen vertrÀgt Island?

Nach dem Bankencrash im Jahr 2008 war der Tourismus fĂŒr Island essenziell. Doch bereits seit Jahren nimmt auf der Insel die Toleranz gegenĂŒber Urlaubern ab. Einheimische beschweren sich vor allem ĂŒber Vandalismus, steigende Preise sowie immer mehr Hotel-Baustellen in der Hauptstadt ReykjavĂ­k. Einige Touristen verhalten sich taktlos: Sie ignorieren Verbote, zerstören die Natur und mĂŒssen immer wieder aus Notlagen gerettet werden. Langsam gerĂ€t die rund 350.000 Einwohner zĂ€hlende Insel an ihr Limit.

GrenzĂŒberschreitung ohne Folgen?

LĂ€ngst spielt sich ein Großteil unseres Lebens auf Social Media-Plattformen ab. FĂŒr Likes und Kommentare tun einige User fast alles – sie sind immer auf der Jagd nach dem perfekten Foto und missachten dafĂŒr sogar lebenswichtige Verbote und Regeln. Dieser durch Instagram & Co. angefeuerte Massentourismus ist inzwischen zu einem eigenen GeschĂ€ftsmodell herangewachsen. Es gibt ganze Touren, die sich nur darum drehen, das perfekte Foto fĂŒr Instagram oder Facebook zu schießen. Diese Entwicklung zieht ernsthafte Probleme nach sich: Umweltzerstörung, ÜberfĂŒllung und lebensgefĂ€hrlichem Verhalten wird so der Weg geebnet.

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Island Fotoreise mit Urbexplorer

Vielen Besuchern scheint nicht klar zu sein, wie empfindlich die Natur Islands ist. Die Pflanzenwelt braucht Jahre, um sich zu erholen, nachdem sie zertrampelt oder herausgerissen wurde. Auch Gefahren, die die Natur birgt, werden oft unterschĂ€tzt. In Island mĂŒssen immer mehr Hinweisschilder angebracht werden, um sowohl Natur als auch Menschen zu schĂŒtzen. Die Kosten explodieren durch den wachsenden Touristenstrom. Aktuell steht zur Debatte, ob ZugangsgebĂŒhren an jedem Ort erhoben werden oder jeder Gast, der ins Land kommt, eine Steuer zahlen muss.

Die zwei Seiten einer Medaille

Bislang heißen IslĂ€nder die Touristen herzlich willkommen und verstehen die Bedeutung der Branche – doch die Stimmung scheint allmĂ€hlich zu kippen. Das ist fĂŒr den mittlerweile wichtigsten Wirtschaftszweig der Vulkaninsel eine große Gefahr. In den Sommermonaten ist jeder fĂŒnfte Mensch auf der Insel ein Tourist. Die Tourismusbehörde „Visit Iceland“ hat darauf reagiert und wirbt mit der Kampagne „Inspired by Iceland“ gezielt fĂŒr die Jahreszeiten der Nebensaison. Ziel von Regierung und Industrie ist es, dass die Besucher verteilt ĂŒber das ganze Jahr kommen sowie das ganze Land bereisen und nicht nur den SĂŒdwesten um die Hauptstadt. DafĂŒr muss allerdings die Infrastruktur gestĂ€rkt sowie Straßen zu Touristenzielen sicherer gemacht werden und auch im Winter befahrbar sein. Zu dieser Zeit locken AktivitĂ€ten wie Jeeptouren im Schnee, Snowmobilfahren oder Hundeschlitten-Touren. Ein Anreiz, der zu funktionieren scheint: Inzwischen wird die höchste Wachstumsrate außerhalb der Hochsaison verzeichnet, was zur gleichmĂ€ĂŸigen Verteilung der Touristen auf das ganze Jahr fĂŒhrt.

Westfjorde & Hochland – Island Fotoreise

Die Naturwunder werden im Sommer von Touristen ĂŒberrant

Dies macht Sinn, denn in der Hauptsaison verkraftet das Land keinen Zuwachs mehr. Dies sehen auch viele IslĂ€nder so und sorgen sich darum, dass der Spagat zwischen den Wirtschaftsinteressen der Tourismusbranche und den Interessen der BĂŒrger irgendwann nicht mehr zu schaffen ist. Um den Ansturm ĂŒberhaupt bewĂ€ltigen zu können, ist man zunehmend auf auslĂ€ndische ArbeitskrĂ€fte angewiesen. In Restaurants, CafĂ©s oder SupermĂ€rkten hört man fast nur noch englisch, weshalb sich einige IslĂ€nder zunehmend als Fremde im eigenen Land fĂŒhlen.

Positiver Aspekt: Eine zunehmend verbesserte Infrastruktur

Der Tourismus hat aber auch positive Seiten. Dort, wo frĂŒher nur Hotdog-Buden standen, gibt es jetzt Restaurants. Das bereichert auch die LebensqualitĂ€t der Einheimischen. Viele Bauern auf dem Land haben mit dem Tourismus zudem ein zweites Standbein gefunden. Laut der Íslandsbanki trage jeder Besucher umgerechnet circa 1.600 Euro zur islĂ€ndischen Wirtschaft bei und die HĂ€lfte der seit 2010 geschaffenen Jobs hat direkt oder indirekt mit dem Tourismus zu tun.

Du bist in Island nicht mehr willkommen –  Muss das sein?

Um dem respektlosen Verhalten einiger Besucher Einhalt zu gebieten, sammeln Einheimische nun in der Facebook-Gruppe „Stupid things tourists do in Iceland“ und auf Instagram Artikel und Posts, die dokumentieren, wie Reisende der Natur der Insel schaden. Die Community meldet solche BeitrĂ€ge, vor allem jene, die gegen islĂ€ndische Gesetze verstoßen. Dem Blödsinn sind dabei kaum Grenzen gesetzt.

Ein Duo zum Beispiel geriet im FrĂŒhling in der Region VestfirĂ°ir mit dem Auto zwischen zwei Lawinen und musste von der Polizei gerettet werden – es hatte laut Berichten ein Fahrverbot ignoriert.

Ein russischer Reiseblogger blieb kĂŒrzlich mit seinem Mietwagen stecken, da er bewusst abseits der Straße unterwegs war. Im Internet hagelte es daraufhin Kommentare wie „Idiot“ und „Du bist in Island nicht mehr willkommen“. Um die Natur zu schĂŒtzen, ist es verboten, abseits offizieller Routen zu fahren. Auf die Kritik entgegnete er nur, dies nicht gewusst zu haben. Doch Unwissenheit schĂŒtzt vor Strafe nicht und so musste er bisher 5.000 Euro Strafe zahlen. Selbst die russische Botschaft schaltete sich ein und mahnte auf Facebook, sich vor Reisen mit den Gesetzen des jeweiligen Landes vertraut zu machen.

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Zudem wollte ein Paar in einem Dacia den Fluss KrossĂĄ durchqueren. Da die Strömung ziemlich stark war, wurde das Fahrzeug mitgerissen. GlĂŒcklicherweise blieb es an einer FußgĂ€ngerbrĂŒcke hĂ€ngen.

Weitere Beispiele sind eine Reisegruppe, die Steine auf Seehunde warf, MĂ€nner, die ihre Namen in Steine ritzten und eine Frau, die sich direkt neben einen Geysir setzte – auf einem Geothermalfeld, das wĂ€rmer als 100 Grad Celsius werden kann.

Fotos machen, fĂŒr die es sich zu sterben lohnt, ohne dafĂŒr zu sterben

JĂŒngst hat Visit Iceland deshalb damit begonnen, Touristen am Flughafen abzufangen und sie eine Verpflichtung unterschreiben zu lassen, die besagt, die Natur so zu belassen, wie sie vorgefunden wurde. Auf ihrer Website findet sich mittlerweile ein „Gelöbnis“, das Formulierungen wie „Wenn ich neue Orte erkunde, verlasse ich sie, wie ich sie vorgefunden habe“ und „Ich werde Fotos machen, fĂŒr die es sich zu sterben lohnt, ohne dafĂŒr zu sterben“ enthĂ€lt. Auch einzelne Gegenden haben bereits eigene Benimmregeln eingefĂŒhrt.

Immer wieder hat Island mit MassenanstĂŒrmen zu kĂ€mpfen, die auch verantwortungslose Urlauber ins Land spĂŒlen. So hat etwa der FjaĂ°rĂĄrgljĂșfur-Canyon enorm gelitten, nachdem Justin Bieber dort ein Musikvideo gedreht hatte und der Ort PilgerstĂ€tte fĂŒr Fans und Instagrammer wurde (wir berichteten). Schlechte Influencer ziehen schlechte Touristen an, indem sie rĂŒcksichtsloses Verhalten und GesetzesbrĂŒche vormachen. Dadurch wird der Eindruck erweckt, dass man sich in Island nicht an Regeln halten muss.

Wie sieht eine Island Fotoreise mit Urbexplorer aus?

Achtsamkeit gegenĂŒber den Landschaften und Einheimischen ist uns sehr wichtig. Wir wollen die eindrucksvollen Naturkulissen mit unseren Bildern einfangen und dadurch unseren Teil zum Erhalt der vielfĂ€ltigen Natur beitragen.

Uns alle verbindet die Fotografie auf unseren Reisen, ganz gleich ob AnfÀnger oder Fortgeschrittener. Fotomotive sehen, fotografisch fixieren und gemeinsam auswerten ist unsere Herangehensweise. Neugierig geworden? Dann buche jetzt eine unserer Island & Polarlichter Fotoreisen! In einer kleinen Gruppe wirst du interessante Fotomotive finden und die Natur intensiv erleben.

Unsere klassischen Fotoreisen nach Island sind etwas fĂŒr Landschaftsfotografen, die speziell Landschaften, Berge, StrĂ€nde, WasserfĂ€lle, Gletscher, Fischerdörfer und Polarlichter fotografieren möchten. Unsere Island Rundreisen sind eine Kombination aus Abenteuer und Fotoreise mit ausreichend Zeit fĂŒr eigene Fotoaufnahmen. Wir zeigen dir die schönsten Fotospots zu den entsprechenden Tageszeiten und helfen dir beim optimalen Bildausschnitt. Bei uns dreht sich alles ums Fotografieren: FrĂŒh beim Sonnenaufgang, am Tag, abends und auch in der Nacht bei der Jagd auf die atemberaubenden Polarlichter!

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