Was wird aus dem Spreepark PlÀnterwald?

Lost Places Fototouren ✓ bis zu 10 Stunden freies Erkunden ✓ mĂ€rchenhafte Schlösser ✓ dĂŒstere Industrieanlagen ✓ verlassene Kirchen ✓ kleine Gruppe.

Der geheimnisvolle Spreepark PlÀnterwald in Berlin

Der Spreepark im PlĂ€nterwald Berlin Treptow wurde 1969 als “VEB Kulturpark” eröffnet und war der einzige stĂ€ndige Rummelplatz der DDR mit FahrgeschĂ€ften aus dem Westen. Mit der Wende wurde der Park erstmals geschlossen und 1992 als “Spreepark PlĂ€nterwald” wiedereröffnet. 40 Millionen D-Mark sind damals investiert worden, um den Park zu modernisieren und mit neuen Attraktionen auszustatten. Allerdings stand das Projekt unter keinem guten Stern. Erst nach den Umbauten entschied die Senatsverwaltung fĂŒr Stadtentwicklung und Umwelt, dass der PlĂ€nterwald unter Naturschutz gestellt werden sollte. Über Nacht entfielen dem Spreepark somit 8,5 von 28,5 Hektar NutzungsflĂ€che, einschließlich sĂ€mtlicher BesucherparkplĂ€tze.

Die Besucherzahlen gingen dramatisch zurĂŒck und so blieb 2001 nur die Insolvenz. Der Park wurde geschlossen, zwei Drittel der FahrgeschĂ€fte abgebaut oder verkauft. Verschiedenste Unternehmen bemĂŒhten sich zwischenzeitlich um die Übernahme des ehemaligen Freizeitparks, wurden jedoch mit denselben Problemen konfrontiert, mit denen auch die ehemaligen Spreepark-Betreiber bereits zu kĂ€mpfen hatten. Nach jahrelangen Verhandlungen zogen alle Bewerber ihre Angebote zurĂŒck. So blieb der Spreepark seit der Saison 2002 verwaist und fiel in einen langen Dornröschenschlaf
 und mit der Zeit eroberte sich die Natur das Areal zurĂŒck.

Diese mĂ€rchenhafte Stimmung ist auch heute noch ĂŒberall zu spĂŒren. Ein vergessener Ort mit einer unglaublich morbiden Schönheit. Etliche Fotografie-Begeisterte und Filmemacher fanden in Europas grĂ¶ĂŸtem verlassenen Freizeitpark bereits außergewöhnliche Kulissen fĂŒr ihre Berliner Fototouren und Produktionen.

Die AuffĂ€lligste der noch verbliebenen ehemaligen Attraktionen ist wohl das Riesenrad, das sich bei gĂŒnstigem Wind weiterhin dreht und dabei schaurig knarzende Töne von sich gibt. Der mittlerweile verwachsene und zugewucherte Tunneleingang der ehemaligen Hauptattraktion, der Achterbahn “Spreeblitz”, bietet mit seinem psychedelisch anmutenden Katzenkopf und weit aufgerissenem Maul eines der beliebtesten Fotomotive.

Auch die Wildwasserbahn “Grand Canyon”, das Tassenkarussell “Routing Cup”, die Parkeisenbahn “Santa Fe-Express”, die Auto-Bahn “Chapeau Claque”  sowie einige alte Schwanenboote, die Dinosaurier und alte, verfallene GebĂ€ude sind ebenfalls großartige Motive fĂŒr Fotografen. Leider fielen viele verbliebene und wertvolle GegenstĂ€nde Dieben und Vandalismus zum Opfer. Etliche der ehemaligen Attraktionen sind mittlerweile einsturzgefĂ€hrdet. Ein Wachschutz patrouilliert 24 Stunden vor Ort. Seit dem Sommer 2014 sind auch keine offiziellen FĂŒhrungen mehr innerhalb des Parks möglich.

2014 kaufte das Land Berlin den Spreepark zurĂŒck. Ab 2016 ist die landeseigene GrĂŒn Berlin GmbH mit der ZustĂ€ndigkeit fĂŒr das Areal betraut. Zusammen mit Architekten und BĂŒrgerbeteiligungen soll aus dem einstigen Lost Place ein Park neuen Typs mit Kunst, Kultur und Natur geschaffen werden. Bis 2019 sollen die Abriss- und Umbauarbeiten abgeschlossen sein. Damit wĂ€re einer der interessantesten Lost Places in Europa leider verschwunden.


3 replies on “Was wird aus dem Spreepark PlĂ€nterwald?

  • hannes

    Interessanter Beitrag. Leider ist das Fazit falsch. Nach aktuellem Stand bleiben die jetzt noch bestehenden Reste so wie sie sind. Es wird keinen weiteren RĂŒckbau geben. Allerdings ist auch nicht mehr so viel ĂŒbrig, auch die Parkeisenbahn die vor kurzem noch fuhr,ist verschwunden. Schade eigentlich.

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    • Urbexplorer

      Vielen Dank fĂŒr die Informationen. Na dann warten wir mal ab was passiert. Vielleicht entstehen ja doch Luxuswohnungen am Riesenrad. In BERlin ist ja alles möglich.

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