Tschernobyl 2 und Duga Radarstation

Auf unseren Tschernobyl Reisen bekommen wir die Genehmigung die geheime MilitĂ€rstadt “Chernobyl 2” und die gigantische Radarstation Duga 3 zu erkunden.

Die einzige Zufahrt zum GelĂ€nde der geheimen MilitĂ€rstadt ist ein holpriger Weg aus aneinander gereihten Betonplatten das mich gleich an die Autobahnen in der ehemaligen DDR erinnert hat. Der Weg fĂŒhrte kilometerweit durch einen dichten Nadelwald der bei Baubeginn dieser Anlage kĂŒnstlich angelegt wurde. Getarnt war das GelĂ€nde als ein Kinderferienlager.

Auf unserer Fahrt passieren wir eine verlassene Bushaltestelle wo uns noch heute der BĂ€r “Mischka” -das offizielle Maskottchen der Olympischen Sommerspiele 1980- freundlich begrĂŒĂŸt hat. Nach etwa 45 Minuten Fahrt werden langsam im Morgennebel die gewaltigen Umrisse der Radaranlagen sichtbar. Vor einem grĂŒnen Tor mit silbernen Sowjetsternen verzierten Tor endet unsere Fahrt. Von hier aus geht es nun zu Fuß auf das geradezu von Mythen umgebene GelĂ€nde.

Der Ort trĂ€gt viele Namen: “Russian Woodpecker”- fĂŒr das typische Specht-Ă€hnliche KlopfgerĂ€usch im Radioempfang, “Steel Yard” – als NATO-Codename oder “DUGA-3“ – als Bauartbezeichnung. Um fĂŒr Verwirrung beim potentiellen Feind zu sorgen, wurde tatsĂ€chlich der bescheidene Name “Tschernobyl-2” genutzt. Von der Bauphase des Komplexes Anfang der 70er Jahre bis zur Katastrophe 1986 und einige Jahre danach unterlag die Radaranlage der strengsten militĂ€rischen Geheimhaltung. Selbst die Bewohner der 12 Kilometer entfernten Stadt Pripjat wussten nicht genau, worum es sich bei dem UngetĂŒm, das ĂŒber den Wald herausragte, tatsĂ€chlich handelte. Sie wunderten sich ĂŒber die riesiegen KrĂ€ne, mit Hilfe deren man die stĂ€hlerne Konstruktion montiert hatte. Parallel entstand eine kompakte MilitĂ€rsiedlung aus 5-stöckigenWohnblocks fĂŒr die Familien der bediensteten Spezialisten und Offiziere. Auch einige Jahre nach der Katastrophe wurde die Anlage streng bewacht. Ein entspannter Wachmann macht nach einem kurzen Anwesenheitscheck das Tor auf. Nun beginnt unsere Erkundungstour in eine geheime Welt.


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