Zur Zeit sorgen in Berlin und Brandenburg, Starkregen, Wind und k├╝hle Temperaturen teils f├╝r chaotische Zust├Ąnde. Ganz anders sieht es in der Ukraine aus. Hier herrschen Temperaturen um die 30 Grad. Gestern Abend brach in der Sperrzone von Tschernobyl ein Feuer aus. Der Brand erfasste eine Fl├Ąche von etwa 25 Hektar Wald.

Mittlerweile ist der Brand unter Kontrolle und das Risiko einer Ausbreitung wurde unterbunden. Die Feuerwehrleute sind nunmehr dabei den Brandherd endg├╝ltig zu l├Âschen.┬áDie Brandbek├Ąmpfung wurde von 125 Personen, einem Antonow AN-32P L├Âschflugzeug und einem Mi-8 Hubschrauber unterst├╝tzt. Das Feuer brach im Bereich der Baustelle einer neuen Eisenbahnverbindung nach Janow. Die neue Eisenbahnlinie hat eine L├Ąnge von 5,8 km und soll das Lager Burakowka mit dem zentralen Endlager f├╝r abgebrannte Kernbrennstoffe verbinden. Das Feuer ist wahrscheinlich durch eine achtlos weggeworfene Zigarette verursacht worden.

Nach anf├Ąnglichen Bedenken hat sich das Strahlungsniveau im Bereich des Feuers nicht erh├Âht, teilte die Zonenverwaltung mit. Das Feuer brach im Einzugsbereich des sogenannten „Roten Waldes“ aus. Das ist das Gebiet das Analog zur Windrichtung im April 1986 am st├Ąrksten verstrahlt ist.


Zwei polnische Urban Explorer haben nach ├╝ber 30 Jahren Dunkelheit wieder die Geisterstadt Pripjat erleuchten lassen. Die Stadt wurde nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 aufgegeben und evakuiert. Krystian und Adam sind die Gr├╝nder des┬áOnline-Portals┬áNapromieniowani.pl, das sich mit der Geschichte der Geisterstadt Pripjat und den Auswirkungen des Supergaus besch├Ąftigt. In regelm├Ą├čigen Abst├Ąnden reisen sie in die Sperrzone von Tschernobyl um die Ver├Ąnderungen w├Ąhrend der seit 1986 verlassenen sowjetischen Musterstadt zu dokumentieren.

Auf einer Tschernobyl Tour entschlossen sie sich ein Experiment in Pripjat durchzuf├╝hren und packten einen Stromgenerator auf ihre n├Ąchste Reise in die Sperrzone ein. Mit diesem Generator versuchten sie die seit 31 Jahren dunklen Lampen in der Geisterstadt Pripjat wieder zum Leuchten zu bringen. Ein sehr ambitioniertes Ziel wie sie sagten, aber ob es gegl├╝ckt ist?

Die Aktion ÔÇ×Pripjat leuchtetÔÇ× wurde fast ein Jahr lang vorbereitet. Die meisten Lampen in den Geb├Ąuden sind nach so langer Zeit gr├Â├čtenteils ohne Funktion, meist liegt es daran das┬ádie Pl├╝nderer den Kupferdraht gestohlen haben. Hier war das gr├Â├čte Problem Geb├Ąude und Stra├čen zu finden, wo die elektrische Infrastruktur noch funktioniert.

Durch Zufall entdeckten sie eine Stra├čenlaterne die f├╝r ihr Experiment infrage kam. Es war ein unbeschreibliches Gef├╝hl in dieser verlassenen und dunklen Stadt diesen einzigen, hellen Gelb schimmernden Leuchtturm zu sehen. Erstaunlich war es auch das die Lampe eine mit 250 Watt ungew├Âhnlich hohe Leistung hatte. Man kann nur erahnen wie hell die Stadt Pripjat damals beleuchtet wurde.

F├╝r ein weiteres Experiment w├Ąhlten sie eine der unz├Ąhligen Schulen in der Geisterstadt aus. „Wir wussten, dass etwas passieren w├╝rde, aber wir wussten nicht was“, erinnert sich Adam.

„F├╝r ein paar Sekunden flackerten die Lichter, und dann gingen sie pl├Âtzlich zum ersten Mal seit 1986 wieder an. Es war ein unbeschreibliches Gef├╝hl und hier war ich das erste Mal sprachlos „, sagt Krystian.

Einige von Euch fragen sich wahrscheinlich, wie es m├Âglich sein kann das man nach mehr als 30 Jahren Pripjat zum Leuchten bringen kann. Das Geheimnis liegt hier in der Einfachheit der Leuchtstofflampen und R├Âhren. Denn wenn die Infrastruktur noch immer intakt ist und die Lampen nicht zerschlagen sind, besteht eine hohe wahrscheinlichkeit das diese noch funktionieren. Die beiden Explorer haben fast jeden Winkel der Geisterstadt erforscht. Mit dieser Aktion wollten sie einen Hauch Leben nach Pripjat bringen und beweisen das die Technik noch funktioniert.

Alle reden und schreiben das die Stadt Pripjat seit 1986 unver├Ąndert ist, das ist aber totaler Quatsch. Tats├Ąchlich ist die Stadt am auseinander fallen. Das Regenwasser flie├čt die W├Ąnde herab und sammelt sich im Mauerwerk, durch die Frostperioden im Winter platzen die W├Ąnde auf und bringen so ganze Geb├Ąude zum Einsturz. Eine weitere Problematik ist das die Sperrzone zunehmend vom M├╝ll verschmutzt wird was die Touristen hinterlassen, gefolgt vom zunehmenden Vandalismus.

„Wir m├╝ssen uns beeilen – diese Fotos sind wichtig, denn bald wird niemand sehen k├Ânnen, was wir sehen, also m├╝ssen wir die Zeit nutzen, solange wir k├Ânnen.“ sagt Krystian und verabschiedet sich zur n├Ąchsten Reise in die Sperrzone.