Auf unserer Fotoreise nach Transilvanien wandern wir auf den Spuren von Graf Dracula. Wir begeben uns in die tiefen WĂ€lder und mittelalterlichen StĂ€dte von SiebenbĂŒrgen. Wir besuchen Burgen, Schlösser, Ruinen, verlassene Kirchen und als Höhepunkt – all diese Orte, wo der Geist von Graf Dracula schwebt, und auch die Orte die mit seiner Legende verbunden sind. Wir erkunden die StĂ€dte SiebenbĂŒrgens wie zum Beispiel Brasov, Sighisoara, Sibiu, Poienari, Sinaia, Bran und Biertan, prĂ€chtige Kirchenburgen wie Viscri (Deutsch Weißkirch) stehen auch auf dem Programm. Zum Ende unserer Expedition verlassen wir die Region SiebenbĂŒrgen und machen uns auf den Weg in das Banat.

In dieser Region liegt eines der Ă€ltesten Kur- und HeilbĂ€der Europas: Băile Herculane – oder deutsch Herkulesbad. Schon auf das Jahr 153 n. Chr. geht die erste urkundliche ErwĂ€hnung von Herkulesbad zurĂŒck. In der Zeit des Römischen Reiches war Herkulesbad ein wichtiger Kurort. Er wurde hauptsĂ€chlich von römischen Soldaten und hohen AmtstrĂ€gern der damaligen Zeit aufgesucht. SpĂ€ter – etwa im 18. und 19. Jahrhundert – besuchten mehrere österreichisch-ungarische Herrscher den Kurort, darunter Franz Josef I. oder Königin Elisabeth. Sie besaßen FerienhĂ€user im Kurort und badeten in speziell fĂŒr sie angelegten BĂ€dern.

Spuren der damaligen Zeit sind immer noch sichtbar. Im Erdgeschoss eines der Hotels vor Ort gibt es heute noch römische BĂ€der. Eines davon ist noch in Betrieb. Die erste gewölbte SteinbrĂŒcke, die in Europa gebaut wurde, oder die bronzene Statue des Herkules sind zwei weitere sehenswerte Monumente und Bauwerke. Auch das im Jahr 1850 errichtete Casino, wo die Adligen der damaligen Zeit abends ihren Spaß hatten, kann vor Ort besichtigt werden. Im Casinogarten kann ein Riesenmammutbaum, der vor zwei Jahrhunderten angepflanzt wurde, bewundert werden. Zu den prominentesten Besuchern von Herkulesbad zĂ€hlt die Kaiserin Elisabeth, (Sissi) die hier 1887 weilte. Die Villa, in der sie wohnte, erhielt ihren Namen. Sissi hat Herkulesbad sogar ein selbst geschriebenes Gedicht gewidmet. Im Jahr 1896 traf sich hier Kaiser Franz Josef I. mit König Carol I. von RumĂ€nien und Zar Alexander I. von Serbien bei den Feierlichkeiten zur offiziellen Kanaleröffnung des neu geschaffenen schiffbaren Eisernen Tores. Die frĂŒheren Kaiser-Appartements, das Kaiserbad und die Kaiserkapelle sowie das Casino können noch immer besichtigt werden.

In der zweiten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts wurde auch die Eisenbahnstrecke zwischen Karansebesch und Orschowa fertiggestellt. 1879 wurde das schöne, im barocken Still errichtete BahnhofgebĂ€ude eröffnet, das sich von der einfachen Bauart anderer BahnhofhĂ€user deutlich unterscheidet. Der Kuppelbau wurde von Chevalier de Serre ausgefĂŒhrt und reichlich geschmĂŒckt. Somit gehörte Herkulesbad Mitte und Ende des 19. Jahrhunderts zu den schönsten KurbĂ€dern Europas.

Im Ergebnis des Ersten Weltkrieges und des Vertrages von Trianon kam Herkulesbad an RumÀnien. Seitdem wurden die Kuranlagen weiter ausgebaut. Nach dem zweiten Weltkrieg, als der Kurort ausgebaut wurde, hat man den alten schönen Ortskern nicht angetastet. Die meisten Kurhotels tragen die Namen römischer Götter.