Auf unserer¬†spannenden Radioactive Nightcore Fotoexpedition erkunden wir an drei Tagen die Sperrzone von Tschernobyl bevor wir in die N√§he von Perwomajsk fahren wo bis in die 1990 ger Jahre an einem als Wetterstation getarnten Ort und mit einem 3000 Volt gesicherten, dreifachen Elektrozaun die sowjetischen Atomraketen stationiert waren. Diese Raketenbasis bestand aus mehreren Kommandopl√§tzen in deren Silos jeweils 9 Atomraketen standen umgeben von einem 40 Meter tiefen Silo mit der Kommandobr√ľcke. Wir fahren bis zu 40 Meter tief in die Erde hinab um die ehemalige Steuerungszentrale zu erkunden die den Eindruck erweckt als ob man sich in einem Raumschiff befindet. Auf dieser ehemaligen Atomwaffenbasis finden wir auch die ber√ľhmte SS-18 die im NATO Code ‚ÄěSatan‚Äú genannt wurde. Diese Rakete hat eine L√§nge von √ľber 34 Meter und eine Breite von 3 Metern. Die durchschnittliche Reichweite betr√§gt 16.000 Kilometer.

Die geheime Atomwaffenbasis liegt in einem sehr d√ľnn besiedelten gebiet in der s√ľd√∂stlichen Ukraine. Man erreicht die Basis nur √ľber eine rumpelige Schotterpiste und die n√§chste Stadt Kirowograd ist etwa 60 Kilometer entfernt. Diese lage war aber so gewollt, denn im Kriegsfall w√§ren die Basen selbst Ziel eines atomaren Angriffs und mussten deshalb fernab der St√§dte gebaut werden. Au√üerdem musste das Grundwasser sehr niedrig sein damit die etwa 40 Meter tiefen Silos gebaut werden konnten. Wo die sowjetischen Basen lagen, war ein streng geh√ľtetes Geheimnis. Insgesamt sechs feste Basen und somit neunzig Silos samt Befehlsst√§nden waren √ľber das ganze Land verteilt, au√üerdem gab es drei mobile Basen die im Gebiet der n√∂rdlichen Ukraine und Weissrussland aufgebaut werden konnten.

Am 17. Dezember 1959 gr√ľndete die Sowjetunion die Strategischen Raketentruppen und r√ľstete sich zur Atommacht auf. Die ersten Raketen in Perwomaisk waren vom Typ R-12 und hatten eine Reichweite von 2080 Kilometern. 1962 lie√ü Nikita Chruschtschow dieselben Raketen auf Kuba stationieren und l√∂ste damit die sogenannte Kuba-Krise aus. Von Kuba aus h√§tten die Raketen in wenigen Minuten Washington erreicht. Die Zielgenauigkeit der R-12 hatte die Armee zuvor gepr√ľft. Der Test trug den Namen „Operation Rose“. Man r√ľstete die Raketen mit einem leichten Atomsprengkopf aus und brachte sie nach Workuta in Sibirien um spezielle Tauglichkeitstests durchzuf√ľhren. Die Raketen waren bis auf 40 Meter zielgenau, was zu dieser Zeit ein gro√üer Erfolg war. Aber die R-12 hatte einen Nachteil. Sie musste vor jedem¬†Start aufgetankt werden, was etwa zweieinhalb Stunden dauert¬†und im Ernstfall verh√§ngnisvolle Folgen nach sich ziehen w√ľrde . Deshalb wurde die R-12 Mitte der sechziger Jahre von der UR-100 abgel√∂st. Diese war innerhalb von Minuten¬†einsatzbereit.

Auf unserer weiteren Erkundung betreten wir¬†ein unscheinbares Betonh√§uschen. Hier befindet sich der¬†Eingang zur unterirdischen Schaltzentrale, wo die Atomraketen abgefeuert worden w√§ren. Beim Betreten der unterirdischen Schaltzentrale f√ľhlt man sich wie in einem James-Bond Krimi. In diesem haus wurde auch eine ausgekl√ľgelte Bel√ľftungsanlage eingebaut.¬†Auf der linken Seite¬†steigen wir eine zwei Meter lange Leiter hinab. Sie f√ľhrt zu einem schmalen Tunnel. Nach etwa 100¬†Metern endet der Tunnel an einer Schleuse, die mit zwei dicken Stahlt√ľren gesichert ist, diese konnten damals nur mit einem speziellen Zugangscode ge√∂ffnet werden. Hinter der Schleuse wartet ein winziger Fahrstuhl, in den gerade drei Leute hineinpassen. Der Fahrstuhl setzt sich in Bewegung und wir fahren¬†45 Meter abw√§rts vorbei an verschiedenen Etagen des Kommandosilos.¬†Nach einer Weile sind wir mit dem Fahrstuhl auf der Ebene der¬†Kommandozentrale angekommen. Die ist vollgestopft mit Technik und erinnert stark an ein Raumschiffcockpit. Direkt unter der¬†Schaltzentrale, zu erreichen mit einer Metalleiter, befindet sich ein zweiter Raum mit Schlafkojen. In einem Kommandosilo waren immer 3 Offiziere stationiert, die den Raketenpult haben bedienen m√ľssen.

Den geheimnisvollen roten Knopf gab es hier nicht.¬†Im Kriegsfall w√ľrde der¬†Abschussbefehl vom Oberkommando der Sowjetarmee aus Moskau kommen. Am Kontrollpult h√§tte ein L√§mpchen aufgeleuchtet und ein Summen w√§re ert√∂nt. Auf einem Monitor w√§re das Wort „Pusk“ (russisch: Start) erschienen. Der befehlshabende Offizier h√§tte einen Tresor ge√∂ffnet, in dem sich zwei Schachteln mit jeweils zwei Schl√ľsseln befanden. Ein Schl√ľssel war f√ľr den Befehlshaber, der andere f√ľr den Co-Offizier bestimmt. Die beiden h√§tten die Schl√ľssel gleichzeitig in die Z√ľndvorrichtung einsetzen m√ľssen.

Danach w√§re auf einem anderen Monitor ein sechsstelliger Code erschienen. Dann h√§tte der Befehlshaber aus dem Oberteil des Tresors eine dritte Schachtel herausgeholt. Darin befand sich ein versiegelter Briefumschlag mit einer weiteren sechsstelligen Zahlenfolge. Wenn deren letzte Ziffer mit dem letzten Zeichen des Codes auf dem Monitor √ľbereingestimmt h√§tte, w√§ren die Offiziere zum Abschuss der Raketen berechtigt gewesen.

Nur beide Offiziere gleichzeitig h√§tten die Raketen z√ľnden k√∂nnen. Dazu h√§tten sie mit der linken Hand den Startknopf gedr√ľckt gehalten. Mit der rechten Hand h√§tten sie die Z√ľndschl√ľssel gegen den Uhrzeigersinn um 90 Grad drehen m√ľssen. Diese Prozedur musste zwei Mal erfolgen, nur dann w√§ren die Raketen gestartet. Dieser Ablauf wurde jahrelang ge√ľbt.¬†Dem Angriff der Gegner h√§tte der Bunker leicht standgehalten denn er war ummantelt mit einer dicken Betonschicht und die Kapsel der Kommandobr√ľcke war auf Sto√üd√§mpfern gebaut. Vierzig Tage h√§tten die Offiziere in totaler Isolation √ľberleben k√∂nnen. Es standen Notrationen bereit, sogar eine Mikrowelle gab es im Bunker. Nach Verbrauch der Vorr√§te w√§ren die Soldaten in ein Rohr gekrochen und in einer Luftdruckkapsel nach oben geschossen worden. Der Fahrstuhl w√ľrde dann wohl¬†nicht mehr funktionieren. Oben h√§tten sie sich Schutzanz√ľge √ľbergezogen und w√§ren in die verstrahlte Gegend hinausgegangen. Und was dann? Zum Gl√ľck ist es nicht so weit gekommen.


Das Leben in Tschernobyl heute

Seit Mitte 2014 organisiere ich mit urbexplorer.com spannende Fotoreisen und Expeditionen an vergessene und geheime Pl√§tze dieser Welt. Wenn wir auf Entdeckungsreise mit unserer Kamera sind gieren wir f√∂rmlich danach, Orte zu finden, weit ab vom Schuss sind und verborgene geheime Orte die uns √ľberraschen.¬†Wir brechen auf in unbekannte Welten und an Orte die sich auf Karten nicht so leicht finden lassen. Diese Orte sind f√ľr uns au√üergew√∂hnlich und zugleich v√∂llig real. Auf eine Reise nach Tschernobyl kannst du dich mit uns Rahmen unserer Pripjat Stalker Tour¬†begeben, hier erkunden wir an 3 Tagen wir die Geisterstadt Pripjat.

Was ist in Tschernobyl passiert?

Die Stadt wurde in den 1960 ger Jahren f√ľr die vielen jungen Arbeiter des Kernkraftwerkes im nahegelegenen Tschernobyl erbaut. Die Stadt Pripjat bot zu dieser Zeit f√ľr junge Familien zahlreiche Annehmlichkeiten die es an anderen Orten in der damaligen Sowjetunion nicht gab. Doch die glorreiche Geschichte der aufstrebenden sozialistischen Musterstadt endet am 27. April 1986.

Es ist der tag nach der Explosion im Reaktorblock 4 von Tschernobyl. Die etwa 50.000 Einwohner der Stadt wurden √ľber das Ausma√ü und die Gefahr die im Zusammenhang mit dem Supergau entstanden ist lange Zeit im Unklaren gelassen. Erst viele Stunden nach der Katastrophe rollten Panzer in Pripjat ein, die eine lange Schlange von etwa 1225 Bussen eskortierten um alle Bewohner schnellstm√∂glich aus der Stadt zu bringen. 30 Jahre danach ist Pripjat eine unheimliche Geisterstadt. So in etwa stellt man sich „Die Welt danach vor“ .

Tschernobyl – Die Natur kehrt zur√ľck

Wenn du mehr √ľber die Geschichte und Hintergr√ľnde erfahren m√∂chtest oder eine pers√∂nliche Fotoreportage einiger Teilnehmer unserer Fotoexpeditionen lesen m√∂chtest empfehle ich Dir folgende Links:¬†¬†ZERST√ĖRTES LEBEN ‚Äď VERLORENE WELT: DIE SPERRZONE UM TSCHERNOBYL ‚Äď EIN REISEBERICHT¬†von Andrea Johlige¬†oder Fototour Tschernobyl¬†von Georg Schuh.


Nach jahrelangem Aufbau der gigantischen Konstruktion wird nun Ende November an drei Tagen der neue Sarkophag √ľber den havarierten Block 4 des Atomkraftwerkes in Tschernobyl geschoben. Die Gesamtkosten f√ľr dieses ambitionierte Projekt belaufen sich auf 35 Millionen Euro. In dieser Zeit wird die „Zone“ f√ľr den Besucherverkehr gesperrt sein ¬†um einen reibungslosen Ablauf zu gew√§hrleisten.¬†¬†„New Safe Confinement“, das ist der offizielle Name, ist das gr√∂√üte bewegliche Bauwerk¬†der Welt. Seine H√∂he betr√§gt 110 m, die L√§nge 150 m, einer Breite von 260 m und das Gesamtgewicht betr√§gt 31.000 Tonnen. Man¬†geht davon aus, dass der neue Sarkophag¬†100 Jahre standhalten wird.

Im November 2017¬†wird mit dem¬†R√ľckbau des alten Sarkophags begonnen. ¬†Dies wird Mithilfe von Kr√§nen die unter dem Dach der neuen Konstruktion¬†montiert sind geschehen. Diese Ma√ünahmen sind notwendig, weil die alte Konstruktion hochgradig Einsturzgef√§hrdet ist und damit einer erneute Kontamination der Umgebung vorgebeugt werden soll.¬†Bisher ist immer noch v√∂llig Unklar¬†was mit den Tonnen an radioaktivem Staub und Kernbrennstoffen geschehen soll. Diese befinden sich immer noch unter dem Mantel¬†des alten Sarkophag. Das Problem ist das die Strahlung am so genannten „Elefantenfu√ü“ bis zu 10 Sv/h betr√§gt. Unter solchen Bedingungen ist eine halbe Stunde ausreichend, um die letale Dosis zu erhalten. Dies w√ľrde den Strahlentod¬†innerhalb von 30 Tagen hervorrufen.


Im März 2015 startete die erste Reise nach Tschernobyl & Pripjat. Nun sind wir schon im dritten Jahr und fahren etwa ein Mal im Monat in die Sperrzone, mit einer kleinen Gruppe von Abenteurern.

Bei unserer Tschernobyl Tour hatten wir die einmalige M√∂glichkeit an einer gef√ľhrten wissenschaftlichen F√ľhrung durch die Bl√∂cke 1 bis 3 des Kraftwerkes teilzunehmen sowie auf dem Au√üengel√§nde den Fortschritt an den Arbeiten am neuen Sakrophag zu begutachten. In einem theoretischen Teil bekamen wir an einem Modell des havarierten Block 4 der im Informationszentrum steht eine Chronologie der Entscheidungen die zu dieser fatalen Kettenreaktion gef√ľhrt haben die den Supergau von Tschernobyl ausgel√∂st hat. Au√üerdem bekommen wir einen Einblick in die Funktionsweise des Kraftwerkes und d√ľrfen den Kontrollraum von Bloch 2 betreten.

Ablauf der Tschernobyl Katastrophe

Bereits am 25. April 1986 sollte im 4. Block ein Experiment stattfinden, bei dem √ľberpr√ľft werden sollte, ob die Turbinen bei einem kompletten Stromausfall im Kraftwerk noch gen√ľgend Strom liefern k√∂nnen, um die Notk√ľhlung des Reaktors zu gew√§hrleisten. Um das Experiment unter realistischen Bedingungen stattfinden zu lassen, wurde das Notprogramm „Havarieschutz“ abgeschaltet, in dem alle wichtigen Sicherheitseinrichtungen wie die Notk√ľhlung und das Einfahren der Bremsst√§be zusammengefa√üt sind. Doch der Beginn des Experiments wurde verschoben, so dass die unvorbereitete Nachtschicht des 26. April die Durchf√ľhrung eines Experiments √ľbernahm, dessen Versuchsanordnung den Reaktor praktisch schutzlos gemacht hatte.

Der Supergau von Tschernobyl – Eine Kette fataler Entscheidungen

Durch einen Bedienungsfehler des unerfahrenen Reaktoroperators Leonid Toptunow fiel kurz vor Beginn des Experiments die Reaktorleistung stark ab. Um sie wieder anzuheben, entfernten die Operatoren Bremsstäbe (mit denen die atomare Kettenreaktion kontrolliert werden kann) und unterschritten dabei die zulässige Minimalgrenze von 28 Stäben. Damit war der Reaktor noch schwerer zu beherrschen und in einem gefährlichen Sicherheitszustand.

1.22:30 Uhr

Dennoch befahl der Stellvertretende Chefingenieur des Kraftwerks, Anatolij Djatlow, den Beginn des Experiments. Dabei schalteten die Operatoren zu viele K√ľhlpumpen zu, so dass der mit wenig Leistung arbeitende Reaktor das ihn umflie√üende Wasser nicht mehr verdampfen konnte. Das Wasser begann aufzukochen, und erste hydraulische Schl√§ge waren zu h√∂ren. Akimow, der Schichtleiter, und Toptunow wollten den Test abbrechen, doch Djatlow trieb sie weiter an. Dabei sprach er die historischen Worte: „Noch ein, zwei Minuten, und alles ist vorbei! Etwas beweglicher, meine Herren!“

1.23:04 Uhr

Als die Bedienungsmannschaft nun den Strom abschaltete und nur die Auslaufenergie der Turbine die Wasserpumpen antrieb, wurde wieder weniger K√ľhlwasser durch den Reaktorkern gepumpt. Das Wasser wurde hei√üer, erreichte aber nur die Siedetemperatur. Da der Reaktor nur bei verdampfendem K√ľhlwasser ausreichend gek√ľhlt werden kann, begann seine Leistung anzusteigen.

1.23:40 Uhr 

Sp√§testens an dieser Stelle w√§re der Havarieschutz komplett angelaufen und h√§tte die Katastrophe verhindert, aber er war ja abgeschaltet. Als Akimow den sprunghaften Leistungsanstieg im Reaktor bemerkte, l√∂ste er um 1.23:40 Uhr den Havarieschutz manuell aus. Sofort wurden alle Bremsst√§be, die sich nicht in der aktiven Zone befanden, eingefahren (√ľber 200 St√ľck!). Doch genau an diesem Punkt entbl√∂√üte der Reaktor seinen gravierendsten Konstruktionsfehler: Die Einfahrgeschwindigkeit der Bemsst√§be ist viel zu niedrig, deutlich langsamer als in westlichen Kernkraftwerken. Au√üerdem befinden sich an der unteren Spitze der Bremsst√§be Graphitk√∂pfe, welche die Kettenreaktion nur noch beschleunigen. Das Einfahren der Bremsst√§be soll die Kettenreaktion aber stoppen. Auf diesem Konzept beruht der Sicherheitsmechanismus jedes Kernkraftwerks. Der Konstruktionsfehler f√ľhrte aber genau zum Gegenteil. Da die Graphitspitzen zuerst eingef√ľhrt wurden, erh√∂hte sich die Leistung f√ľr einen Moment sprungartig – der letzte Schub, der „Todessto√ü“ f√ľr den au√üer Kontrolle geratenen Reaktor.

Fatalerweise hatten sich durch die ungeheure Hitze im Reaktorkern auch noch die Kan√§le der Bremsst√§be verformt, und die Bremsst√§be verklemmten sich unwiderruflich. Es waren beinahe nur die reaktionsbeschleunigenden Graphitk√∂pfe im Reaktor. Die Katastrophe war nicht mehr zu verhindern. In der aktiven Zone begann eine chemische Reaktion zwischen dem Zirkonium, das die mitllerweile geborstenen Brennstoffkammern umh√ľllt, und dem Dampf. Es bildeten sich Wasserstoff und Sauerstoff – Knallgas!

1.23:58 Uhr

Nun zerri√ü eine m√§chtige Knallgasexplosion den Reaktor und alles, was ihn umgab. Ein gro√üer Teil des radioaktiven Reaktorinhalts wurde nach drau√üen geschleudert. Gl√ľhende Teile entz√ľndeten die Teerdachpappe der D√§cher des Maschinenhauses und des benachbarten 3. Blocks. Nur der heldenhafte Einsatz von Feuerwehrleuten und Kraftwerksmitarbeitern verhinderte in dieser Nacht eine noch gr√∂√üere Katastrophe.¬†Bei der Explosion wurden zwei M√§nner durch herabst√ľrzende Tr√ľmmer erschlagen. In den Wochen nach der Katastrophe starben noch weitere 30 Menschen. Sie erlagen der gewaltigen Strahlung, der sie bei ihren Rettungsarbeiten ausgesetzt waren. Unter ihnen sind Feuerwehrleute, die Operatoren Akimow und Toptunow sowie Mitglieder des Betriebspersonals des Kraftwerks.

In den folgenden Monaten kamen sogeannte „Liquidatoren“ nach Tschernobyl (Soldaten, Studenten und „Freiwillige“), die das Kraftwerk dekontaminierten, weitere Gefahrenquellen eliminierten und schlie√ülich den Sarkophag umbauten, der heute den explodierten 4. Block umschlie√üt. Die Zahlenangaben zu den eingesetzten Personen schwanken zwischen 600.000 und 1,2 Millionen Menschen.

Tschernobyl – Der neue Sarkophag

Die Errichtung des Sarkophags wurde von den Liquidatoren unter Opferung ihrer Gesundheit schon wenige Wochen nach dem Unfall in Angriff genommen und im November 1986 abgeschlossen. Die in aller Eile errichtete, massive Beton-Stahl-Konstruktion ist √ľber die Jahre instabil geworden und stellt heute eine riskante Situation dar. Zahlreiche Reparaturen wurden bereits durchgef√ľhrt, unter anderem die Stabilisierung des Ventilationssystems, das Verschliessen von L√∂chern und eine Verst√§rkung der Dachkonstruktion. Dennoch wurde parallel ein Plan ausget√ľftelt, mit dem eine zweite, stabile Sarkophagkonstruktion √ľber die bereits bestehende Schutzh√ľlle gezogen werden soll. Diese ambitionierte Vision der Ingenieure ist nun fertiggestellt. Neben der Reaktorruine entstand¬†eine bogenf√∂rmige Stahlkonstruktion mit einer Breite von 245 Metern, einer L√§nge von 144 Metern und einer H√∂he von 86 Metern, ein Bauwerk, doppelt so gro√ü wie der K√∂lner Dom. Auf Schienen wurde die Konstruktion dann √ľber den alten Sarkophag geschoben und an den Seiten verschlossen. Die Arbeiten an der Infrastruktur wurden abgeschlossen und im November 2016 wurde der Stahlgigant fertiggestellt und √ľber die Tschernobyl-Ruine geschoben.


Ich veranstalte seit Mitte 2014 sogenannte Lost Places Fototouren, Expeditionen und Fotoreisen nach Polen, Osteuropa, und den Lofoten. Im März 2015 startete die erste Fotoexpedition nach Tschernobyl & Pripjat. Seitdem fahre ich etwa ein mal im Monat in die Sperrzone mit einer Gruppe aus höchstens 14 Teilnehmern.

Bevor wir in die Sperrzone fahren verbringen wir einen Tag in Kiew. Hier machen wir eine interessante Sightseeing Tour als sogenannten Fotowalk. Abends fahren wir gemeinsam zum Majdan, hier werden wir von einem Zeitzeugen begleitet der bei den Unruhen 2014 an vorderster Front dabei war und uns spannende Hintergrundinformationen geliefert hat.

Ein paar Eindr√ľcke unserer Teilnehmer und Fotos „Hinter den Motiven“ von der Pripjat Stalker Tour im Juni 2016. ¬†Alle Infos zur Fotoexpedition Pripjat Stalker Tour findet Ihr HIER

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Es gibt wieder Leben in der Sperrzone von Tschernobyl und der Geisterstadt Pripyat

Lange Zeit gingen Wissenschaftler davon aus¬†dass die Vegetation rund um den havarierten Reaktorblock in Tschernobyl f√ľr immer zerst√∂rt wurde, und die Flora & Fauna f√ľr immer¬†ausgel√∂scht. Doch es gibt mittlerweile neues Leben in der Sperrzone wie beispielsweise M√§use, die keine sichtbaren Ver√§nderungen am K√∂rper zeigen, und sich scheinbar bester Gesundheit erfreuen, eine vom Aussterben bedrohte Wildpferderasse, die sich munter weiter fortpflanzt und Birkenw√§lder, die ganze D√∂rfer verschlingen.

Nach mehr als drei Jahrzehnten nach dem Supergau hat die Natur von Tschernobyl wieder Besitz ergriffen, Pflanzen und B√§ume wuchern in verlassenen D√∂rfern und Siedlungen, wilde Tierarten wie W√∂lfe, B√§ren, F√ľchse und Luchse haben in den tiefen W√§ldern an der wei√ürussischen Grenze und in den verlassenen D√∂rfern Zuflucht gefunden. V√∂gel nisten auf den Hochh√§usern in der Geisterstadt Pripjat. Dabei scheinen sie alle gesund zu sein, und keine sichtbaren Ver√§nderungen aufzuweisen. Forscher fanden heraus, dass eine geringe Strahlenbelastung √ľber l√§ngere Zeit, Gene in den Tieren und Pflanzen aktiviert, die in der Lage sind, freie Radikale zu binden. Schlimmer ist also eine kurze, h√∂here Strahlenbelastung, die kurz nach dem Reaktorungl√ľck das Leben in Tschernobyl ausl√∂schte.

Es sind aber nicht alle Tiere in der Lage, trotz Strahlung zu √ľberleben. Schwalben zum Beispiel, die als Zugv√∂gel nach Afrika fliegen und wieder zur√ľck, verbrauchen auf dem Weg viele lebenswichtige Antioxidantien. Diese sind aber notwendig, um sich gegen die Strahlung zu wehren. So ist die Missbildungsrate bei Schwalben sehr hoch und nur 70 Prozent √ľberleben den Winter. Sie haben zudem auch eine k√ľrzere Lebenserwartung als Populationen au√üerhalb der Sperrzone.

Unglaublich erscheint auch die Geschichte der Przewalski-Pferde, einer asiatischen Wildpferderasse

Diese Leben in der 30 Kilometer Zone in Tschernobyl und pflanzen sich immer weiter fort, obwohl diese¬†eigentlich dem Tode geweiht waren. Diese vom Aussterben bedrohte Pferderasse, von denen es weltweit nur noch ca. 2000 Exemplare gibt, stammt aus einem Naturschutzgebiet im S√ľden der Ukraine. Im Herbst 1998 entschieden Verantwortliche des Tierreservoirs, die 21 alten und schwachen Pferde in der Sperrzone auszusetzen, in dem Bewusstsein , dass die Tiere dort keine Chance mehr haben w√ľrden.

Heute leben dort etwa 40 Nachkommen der zum Tode Geweihten und erfreuen sich bester Gesundheit. Forscher vermuten, dass ihre schnelle Verdauung den radioaktiv verstrahlten Gr√§sern nicht mehr so viel Zeit l√§sst, um Sch√§den an den Zellen zu hinterlassen. Die wilden Pferde verf√ľgen zudem √ľber 66 Gene, wohingegen domestizierte Pferde nur 64 Gene besitzen. Auch hier spekulieren die Wissenschaftler auf einen Zusammenhang mit der hohen Widerstandskraft der Tiere. Sie hoffen, ihre Erkenntnisse auf Menschen √ľbertragen zu k√∂nnen, um zum Beispiel die negativen Auswirkungen einer Chemotherapie durch eine l√§ngere und daf√ľr mildere Strahlung zu minimieren. (Quelle: UNI.de)


Ein ziemlich unbekanntes Online-Nachrichtenportal aus dem Emsland das als bisherige journalistischen Meisterleistungen das „Absenken von Gullideckeln in Buxtehude und das Entlaufen von H√ľhnern in Kotzenb√ľll“ (ein wirklich existierendes Dorf in Nordfriesland) als Breaking News vermeldete m√∂chte jetzt in den Presseolymp aufsteigen. Als Beispiel wird sich hier die Onlinestrategie eines gro√üen Onlineportals herangezogen. Jeder erinnert sich wohl an die ver√∂ffentlichten Meldungen von „Schl√§gern in der U-Bahn“ als Fahndungsafruf die meist s√ľdl√§ndisch aussehende Jugendliche abbildeten. Meist waren die Artikel mehrere Jahre Alt. Der Zweck bestand einzig darin diese Artikel von Zeit zu Zeit bei Facebook zu posten um „Content“ auf der Seite zu generieren. Auf diesen Zug m√∂chte nun auch das winzig kleine Nachrichtenportal aus dem Norden aufspringen und mit einer Reportage aus Tschernobyl am gro√üen journalistischen Rad drehen. Aufgebaut als Reisebericht eines unbedarften Teilnehmers der meiner Meinung nach die Fotoexpedition nach Tschernobyl mit einer Pauschalreise nach Malle verwechselt hat soll nun in einer Reportage √ľber jeden Expeditionstag berichtet werden. Als Ank√ľndigung¬†erschien vor einigen Wochen die riesige √úberschrift „ABGEZOCKT in Tschernobyl“! Damit soll nat√ľrlich eine breite Aufmerksamkeit angezogen werden und ganz subtil einen massiven finanziellen Verlust beim Teilnehmer suggerieren um darauf zu schlie√üen das der Veranstalter wohl nicht ganz „koscher“ ist. Am Ende entpuppte sich dies als hei√üe Luft denn wenn man „Lesen“ kann und dazu noch den Vertrag komplett studiert hat, ist man halt Klar im Vorteil. In Berlin bei der Abfahrt wurde vom Teilnehmer moniert das der Veranstalter Ihn nicht die 50 Meter am Treffpunkt an die Hand genommen hat und sicher zum Bus auf die gegen√ľberliegende Stra√üenseite begleitet hat. Es gab leider zu dieser Zeit keinen freien Parkplatz am genauen Treffpunkt deshalb musste dieser Abseits parken. Am Ende √§rgere ich mich das ich diesem Teilnehmer kein Zugticket gekauft habe so wie er es sich gew√ľnscht hat, so w√§re mir vieles erspart geblieben. Fortsetzung folgt…

Abgezockt in TschernobylAbgezockt in Tschernobyl

Nat√ľrlich m√∂chte ich euch nicht das Feedback einer Teilnehmerin vorenthalten die schon mehrmals mit diesem „zwielichtigen“ Veranstalter unterwegs war.

Abgezockt in TschernobylAbgezockt in Tschernobyl

Fortsetzung folgt….