Gut versteckt, zugewachsen und oftmals ungenutzt, finden sich auf unseren Lost Places Fototouren interessante geheime Orte wie d√ľstere Industrieanlagen, prachtvolle Schl√∂sser und m√§rchenhafte Kirchen. Unsere Fototouren & Reisen laden Dich ein, einen Blick hinter die Kulissen der geheimnisvollen Orte zu nehmen. Manche der noch zu Zeiten des Sozialismus genutzten Bauwerke und Relikte einer untergegangenen √Ąra sind verlassen und nicht mehr genutzt, haben aber hinter ihren Mauern viele interessante Geschichten zu erz√§hlen.

Mich faszinierten schon immer d√ľstere Industrieobjekte da ich hier sehr viele verschieden Fotomotive entdecken kann. Auf unseren seit 2 Jahren regul√§r stattfindenden Fototouren zu verlassenen Orten besuchen wir auch seit etwa einem Jahr diese „Perle“ eines fr√ľher pulsierenden Industriebetriebes. Diese Lokomotiv- und Waggon Werkstatt einer regionalen Eisenbahngesellschaft die im Gro√üraum Oberschlesien der gr√∂√üte Betreiber von Schmalspurbahnen war ist das neue Ziel unserer spannenden Entdeckungsreisen. Der Bau der Schmalspurbahn wurde von der Oberschlesischen Eisenbahngesellschaft auf der Grundlage der im Jahre 1851 erhaltenen Lizenz des preu√üischen Staates begonnen. Die ersten Abschnitte des Netzes mit einer Schienenbreite von 785 mm ¬†wurden 2 Jahre sp√§ter fertiggestellt. Das √ľber 150-j√§hrige Bestehen der Oberschlesischen Schmalspurbahnen hat alle gro√üen Industrieanlagen mit ihren Gleisen abgedeckt: Minen, Stahlwerke, Kraftwerke und Steinbr√ľche.¬†Viele der mittlerweile aufgegebenen Bahnanlagen und Lokschuppen sind leider Leer ger√§umt von Metalldieben und Vandalen sowie zweifelhafte „Graffitik√ľnstler“ berauben diesen Orten auch noch den letzten Rest von „Stolz“.

Doch gl√ľcklicherweise gibt es sie noch, diese „Perlen“ der Industrialisierung. Mit Sicherheit w√ľrde dieser Ort nicht so aussehen wenn ein gigantischer Hund ihn nicht Rund um die Uhr bewachen w√ľrde. Als der „Wauwau“ an die Kette gelegt wurde und ich diese weitl√§ufigen Halle betrat, war ich von dem mittlerweile allgegenw√§rtigen Gr√ľn √ľberrascht das sich zwischen den rostigen Waggons, Lokomotiven und Maschinen zw√§ngte. Es war eine wundersch√∂ne Komposition die alle menschlichen Sinne angesprochen hat. Man sah eine d√ľstere, rostige Atmosph√§re gepaart mit dem lebendigen Gr√ľn der Pflanzen. Ich schloss f√ľr einen Augenblick die Augen und sp√ľrte eine Mischung aus altem √Ėl und Diesel aber auch das den Duft der Natur. Als ich mich umdrehte h√∂rte ich in den Dachk√§sten das Zwitschern der nistenden V√∂gel.

Nachdem ich die Augen ge√∂ffnet habe sah ich eine Farbenvielfalt aus Gr√ľn, Rot und Orange. Jeder Schritt in diesem Objekt und jedes Motiv war ein farbenfrohes Gem√§lde. Das sind jene Orte die inspirierend sind f√ľr jeden Lost Places Fotografen. Hinter jeder Ecke pr√§sentiert sich ein neues Fotomotiv. Wirklich √ľberrascht war ich das hier noch so viel erhalten geblieben ist. Angefangen von den Lokomotiven, Waggons, diversen Maschinenteilen aus der Jahrhundertwende sowie den allt√§glichen Dingen aus dem Arbeitsalltag.

Das was der Mensch einst geschaffen hat holt sich die Natur langsam aber best√§ndig zur√ľck.

Diese interessante Location kannst Du w√§hrend unserer Lost Places Fototour „Die Wallfahrer“ bestaunen und fotografieren.

 

 

 


Auf unserer Fotoreise nach Transilvanien wandern wir auf den Spuren von Graf Dracula. Wir begeben uns in die tiefen W√§lder und mittelalterlichen St√§dte von Siebenb√ľrgen. Wir besuchen Burgen, Schl√∂sser, Ruinen, verlassene Kirchen und als H√∂hepunkt ‚Äď all diese Orte, wo der Geist von Graf Dracula schwebt, und auch die Orte die mit seiner Legende verbunden sind. Wir erkunden die St√§dte Siebenb√ľrgens wie zum Beispiel Brasov, Sighisoara, Sibiu, Poienari, Sinaia, Bran und Biertan, pr√§chtige Kirchenburgen wie Viscri (Deutsch Wei√ükirch) stehen auch auf dem Programm. Zum Ende unserer Expedition verlassen wir die Region Siebenb√ľrgen und machen uns auf den Weg in das Banat.

In dieser Region liegt eines der √§ltesten Kur- und Heilb√§der Europas: BńÉile Herculane ‚Äď oder deutsch Herkulesbad. Schon auf das Jahr 153 n. Chr. geht die erste urkundliche Erw√§hnung von Herkulesbad zur√ľck. In der Zeit des¬†R√∂mischen Reiches¬†war Herkulesbad ein wichtiger Kurort. Er wurde haupts√§chlich von r√∂mischen Soldaten und hohen Amtstr√§gern der damaligen Zeit aufgesucht. Sp√§ter ‚Äď etwa im 18. und 19. Jahrhundert ‚Äď besuchten mehrere √∂sterreichisch-ungarische Herrscher den Kurort, darunter Franz Josef I. oder K√∂nigin Elisabeth. Sie besa√üen Ferienh√§user im Kurort und badeten in speziell f√ľr sie angelegten B√§dern.

Spuren der damaligen Zeit sind immer noch sichtbar. Im Erdgeschoss eines der Hotels vor Ort gibt es heute noch r√∂mische B√§der. Eines davon ist noch in Betrieb. Die erste gew√∂lbte Steinbr√ľcke, die in Europa gebaut wurde, oder die bronzene Statue des Herkules sind zwei weitere sehenswerte Monumente und Bauwerke. Auch das im Jahr 1850 errichtete Casino, wo die Adligen der damaligen Zeit abends ihren Spa√ü hatten, kann vor Ort besichtigt werden. Im Casinogarten kann ein Riesenmammutbaum, der vor zwei Jahrhunderten angepflanzt wurde, bewundert werden.¬†Zu den prominentesten Besuchern von Herkulesbad z√§hlt die Kaiserin Elisabeth, (Sissi) die hier 1887 weilte. Die Villa, in der sie wohnte, erhielt ihren Namen. Sissi hat Herkulesbad sogar ein selbst geschriebenes Gedicht gewidmet. Im Jahr 1896 traf sich hier Kaiser Franz Josef I. mit K√∂nig Carol I. von Rum√§nien und Zar Alexander I. von Serbien bei den Feierlichkeiten zur offiziellen Kanaler√∂ffnung des neu geschaffenen schiffbaren Eisernen Tores. Die fr√ľheren Kaiser-Appartements, das Kaiserbad und die Kaiserkapelle sowie das Casino k√∂nnen noch immer besichtigt werden.

In der zweiten H√§lfte des 19. Jahrhunderts wurde auch die Eisenbahnstrecke zwischen Karansebesch und Orschowa fertiggestellt. 1879 wurde das sch√∂ne, im barocken Still errichtete Bahnhofgeb√§ude er√∂ffnet, das sich von der einfachen Bauart anderer Bahnhofh√§user deutlich unterscheidet. Der Kuppelbau wurde von Chevalier de Serre ausgef√ľhrt und reichlich geschm√ľckt.¬†Somit geh√∂rte Herkulesbad Mitte und Ende des 19. Jahrhunderts zu den sch√∂nsten Kurb√§dern Europas.

Im Ergebnis des Ersten Weltkrieges und des Vertrages von Trianon kam Herkulesbad an Rumänien. Seitdem wurden die Kuranlagen weiter ausgebaut. Nach dem zweiten Weltkrieg, als der Kurort ausgebaut wurde, hat man den alten schönen Ortskern nicht angetastet. Die meisten Kurhotels tragen die Namen römischer Götter.


„Bonehaus“ –¬†das Bonehaus ist ohne Bone nur Haus

G√∂rlitz gilt als eine der sch√∂nsten St√§dte Deutschlands. Unz√§hlige¬†Bauten aus Romanik, Barock, Renaissance und Gr√ľnderzeit zieren das Stadtbild und bilden zusammen ein beeindruckendes Ensemble. Anfang 2016 begab ich mich nach der Urbexplorer Fototour zum Hotel Vier Jahreszeiten und dem Freisebad, auf Erkundungstour durch die Altstadt von G√∂rlitz. Von einem Freund bekam ich den Tip das legend√§re „Bone Haus“ am Obermarkt 26 gleich neben der ber√ľhmten Verr√§tergasse zu besuchen. Der K√ľnstler¬†Steeven Fabian Bonig – bei den Einheimischen¬†schlicht ‚ÄěBone‚Äú genannt – ist Mieter des Hauses Obermarkt 26 und¬†machte die Innenr√§ume durch seine Kunstinstallationen zu einem mystischen und inspirierenden Ort was aus der Zeit gefallen scheint.¬†Es ist mehr als ein Haus, es ist ein lebendiges Kunstwerk, geschaffen von einem kreativen Geist und nicht leicht zu erfassen, weil man ein Bestandteil der¬†Installation¬†wird, wenn man es¬†betritt.¬†Bei einem kurzen Gespr√§ch mit „Bone“ erfuhr ich zudem das seine Kunst eine Art kreativer Sch√∂pfungsprozess ist, der¬†sich st√§ndig ver√§ndert, w√§chst, zerf√§llt¬†und neu entsteht. Die Zutaten bestehen¬†teils aus Holz, Porzellan, Eisen, Plastik oder Papier, teils aus Tr√§umen, Sehns√ľchten und Gedanken.

Leider verlie√ü Steeven Fabian Bonig¬†das sogenannte „Bonehaus“ Ende 2016, nachdem er seine mit dem Eigent√ľmer geschlossenen Vertr√§ge, so auch den Mietvertrag, gek√ľndigt hat.¬†In der Zwischenzeit hat¬†„Bone“ gemeinsam mit Freunden das Haus ausger√§umt und alle Rarit√§ten den Leuten in der Stadt zur√ľckgegeben die sich an seinen aufw√§ndigen Installationen beteiligt haben.

Das „Bone Haus“ bleibt aber als eine G√∂rlitzer¬†Legende und als ein Denkmal sowie ein Ort der Inspiration in Erinnerung.

Was ist das hier? (Ein Gedicht von „Bone“)

So im Vorbeischleichen an den Fassaden¬†– von einem historischen ‚ÄěVorsicht frisch gestrichen‚Äú zum n√§chsten¬†schreckt pl√∂tzlich eine zerfressene Sockelkante¬†in die l√§ngst langweilig gewordene T√ľnche der Sanierung.¬†Hier soll sich noch beweisen, was ein Denkmal ist und was nicht.

Eine T√ľr steht offen. Manchmal auch zwei oder drei,¬†weil so viele T√ľren hat die Halle dieses j√ľngsten Hallenhaus der Stadt.¬†Man tritt ein, nicht weit und fragt sich -was ist das hier- ,¬†wenig ahnend, dass das zuvor schon in den acht Jahren¬†mehr als Hundert tausend Menschen ebenso fragten¬†und ebenso keine Antwort fanden.¬†Das soll es auch nicht,
denn was es in Absicht einzig zu sagen gibt steht auf einem Zettel im zweiten Stock; der Rest in Bildersprache.

Der ist viel, dieser Rest, aber auf den Betrachter¬†wirkt zun√§chst nur die Wucht der F√ľlle.¬†Auch das Detail scheint sich einer Antwort zu entziehen, weil der heutige Mensch
vom Konsum seiner Bildschirmmedien und Tonfilmprodukte gew√∂hnt ist,¬†dass das, was er anschaut auch mit ihm spricht.¬†Wer dennoch selbst ein Detail deutet, wird sofort ein n√§chstes finden,¬†das seine letzte Deutung fehl f√ľhrt.¬†Hier wirkt, was Goethe im Vorspiel des Faust¬†den Theaterdirektor zum Dichter sagen l√§sst:¬†…suchet nur sie zu verwirren; / sie zu befriedigen ist schwer.

Wer die Ordnung zwischen den Details erkennt¬†beginnt sein warmes Aufgehobensein zu genie√üen,¬†den Abpfiff des Zeitgef√ľhls und die Sprache der Stille zu h√∂ren.¬†Erst sp√§t, wenn √ľberhaupt, wird der Geist merken,¬†dass das, was hier wohltuend wirkt das Fehlen des Weltgegr√∂hls ist,¬†dass der Ort hier gegen diese Welt¬†ein kostbares Nichts ist,¬†dass auch den Menschen nicht zwingt etwas zu sein.¬†Kein Gesch√§ft, dass den Mensch zwingt Kunde zu sein.¬†Ein Nichts, dass den Menschen einfach nur da sein l√§sst¬†und allein daf√ľr willkommen hei√üt.¬†Keine Werbung raubt die kostbare Aufmerksamkeit,¬†nichts schreit sein aufdringliches eitles -ich ich ich-, wie die K√ľken im Vogelnest.¬†Nichts hier soll was sagen, obwohl man ahnt, dass es das k√∂nnte.¬†Niemand will Geld, nichts soll verkauft, nichts gepriesen werden.¬†Niemand will sagen was es ist.¬†Es ist Nichts und soll es auch sein.¬†Ein Kunstwerk; ein angebliches Vielsein,¬†dass aber nichts ist,¬†wie die wortlose Behauptung eines Theaterzauberers,¬†n√§mlich dass wei√üe Kaninchen in schwarzen Zylindern wohnen…Und wo sich alle deswegen freuen,¬†weil es eben perfekt so aussieht,¬†aber unm√∂glich so sein kann.

Und doch ist es was. Es muss! was sein…

Wer fern allen Hochmuts und unbeleidigt √ľber dieses Nichtbeantwortetsein ist,¬†nicht einen Ort braucht, um selbst etwas zu sein,¬†und √ľberhaupt in aller Uneile die Zeit dazu hat¬†wird irgendwann den Weg in den ersten Stock finden.¬†Eine breite gro√üz√ľgig einladende Treppe,¬†die zun√§chst auf ein feurig leuchtendes √Ėlgem√§lde zuschreiten l√§sst,¬†das einen liebesfreudigen Geist an die Lust zur Leidenschaft erinnert.

Dann biegt die Treppe scharf ab und f√ľhrt den Blick aufw√§rts in den Abgrund.¬†Drei vergammelte Restbalken lassen sofort die Phantasie¬†jene nicht mehr vorhandene Decke konstruieren,¬†schreien dem Baulaien ein erstes Auweia in den Sinn,¬†und wirken das Gef√ľhl,¬†gegen das sich die Frechheit des Herzens wehren w√ľrde,¬†wenn es auf einem Warnschild befohlen w√§re: Vorsicht einsturzgef√§hrdet!!!

Aber was fehlt kann nicht gez√§hlt werden, schreibt Lao Tse im Tao te King¬†und eine nicht vorhandene Decke kann auch nicht einst√ľrzen.¬†Und wenn, dann eben nur da, wo sie gerade ist: in der Phantasie.¬†(eventuell auch in den Gutachten verlogener Sachverst√§ndiger…)

Dann √∂ffnet sich der Blick bis zum Dach¬†und f√ľttert die Phantasie weiter¬†mit einem Gewirr von angefaulten Gammelbalken.¬†Die sind, wo sie sich selbst nicht mehr zu halten drohen¬†in verrostete Eisenketten gehangen, verrostete dunkle,¬†damit man nicht sogleich sehen kann,¬†dass das Geb√§lk eigentlich gegen das,¬†was dieser Anblick vermuten l√§sst gesichert ist.¬†Sie sind auch gereinigt¬†mit einem Wasserstrahl von f√ľnfzehn Atmosph√§ren Druck,¬†der wirklich nur die von Pilz und F√§ulnis unbesch√§digte Substanz √ľbrig l√§sst.
Aber Dreck, der weg ist sieht man nicht,¬†noch weniger, wenn man sowieso ein Mikroskop br√§uchte¬†f√ľr gefr√§√üige Bakterien, Sporen und Mycelien.¬†Darum sieht die Phantasie immer und immer weiter herabst√ľrzen,¬†was l√§ngst herabgest√ľrzt und wegger√§umt ist.¬†Und was staubgesaugt ist¬†und abgewaschen¬†und mit Antimykotikum f√ľr die Ewigkeit bereitet…

Sucht das Auge weiter wird es f√ľndig an talergro√üen Verstecktheiten,¬†die letztlich dem Laien oder all zu eiligen Fachmann¬†nichts als die Gro√üe Gefahr √ľbrig lassen, n√§mlich die Gefahr,¬†dass in allen schwarzen Zylindern weisse Kanikel wohnen …

Tatsächlich aber schwebt dieses Gewirr der Gammelei als banale Dekoration in diesem Raum, gleich wie in aller Welt auch Blumenampeln, Discokugeln und Lampen an der Decke hängen. und wirken in jedem Fall eine stark erhöhte Aufmerksamkeit. Die soll sein wegen dem Zettel im zweiten Stock.

Man betritt den Aufgang nach weiter hoch.¬†Zwei gro√üe alte schwarz-wei√ü-Fotographien von Alt-G√∂rlitz h√§ngen an der Wand,¬†eine dritte steht am Boden, eine kleine Steigeleiter davor,¬†ein Hammer und eine B√ľchse N√§gel.¬†Es sieht aus wie mitten drin abgebrochen,¬†als ob jemand gerade von der Arbeit weggelaufen ist.¬†Kommt man ein Jahr sp√§ter¬†wird es immer noch so aussehen,¬†und dieser jemand wird sich als Imagination entpuppen,¬†als das v i r im Wort environment. Virus- der Lebende.¬†Mindestens Hundert solche sind im Haus zu finden.

Dann biegt die Treppe scharf ab und dann noch mal.¬†Dann tritt man auf einen kleinen Balkon,¬†die Decke dar√ľber sind zwanzig Quadratmeter¬†komplett fl√§chendeckendes Gammeldekor.¬†Ein Balken, auf einer Seite abgefault und herunter gebrochen¬†schwebt schr√§g im Raum, wie als ob er gerade noch fliegt.¬†Eine Eisenkette sichert ihn, doch die w√§re nicht n√∂tig gewesen,¬†denn der Balken hing noch von allein so.¬†Aber hier fand auch der Baumeister¬†die Angst an die Grenze getrieben.¬†Und da an diesem Balken h√§ngt er nun, der Zettel,¬†der noch beweisen wird, dass Kunst √ľberhaupt nicht Gesschmackssache ist.¬†Kunst ist sehr wohl erkl√§rbar und Geschmack auch,¬†lediglich nicht f√ľr jeden.Man muss es auch nicht.¬†Man kann auch Speise einfach genie√üen¬†ohne zu wissen wie sie gekocht wird.¬†Oder eben in Gefahr schweben, die gar keine ist,¬†und danach das Gl√ľck f√ľhlen, das man die ganze Zeit schon hatte.¬†Oder die wirkliche Sch√∂nheit erkennen,¬†die man draussen¬†an all den paar tausend strahlenden Hausfassaden¬†l√§ngst gesehen zu haben meint.

Was Du da gesehen hast, h√∂re Mensch, es ist Deine Sch√∂nheit !!!¬†Zumindest die H√§lfte etwa,¬†denn ohne diese Beigabe aus dem Steuers√§ckel¬†w√§ren diese H√§user nie gerettet¬†und nie so sch√∂n geworden wie sie heute sind.¬†Sie waren fast alle, wie es diese Gammelei verk√ľndet,¬†und sie waren es wirklich, was diese Gammelei nicht wirklich ist.¬†G√∂rlitz hat nicht nur diesen einen anonymen Spender,¬†der jedes Jahr diese Altstadtmillion spendiert.¬†Es hat auch achtzig Millionen anonyme Steuerzahler¬†und Hunderte Millionen verbaut!¬†Und einen Solidarit√§tszuschlag,¬†eine Zahl, den meisten G√§sten nur vom Steuerbescheid bekannt,¬†in G√∂rlitz aber nun¬†in einer solch robusten Sch√∂nheit sichtbar geworden,¬†wie in keiner anderen Stadt;¬†und ja;- wer sowas nie bezahlt hat,¬†oder nur Erwerb und Bereicherung darinnen fand,¬†der wird auch nur wenig ger√ľhrt sein¬†von einem Dankesch√∂n.

Das ist Erkl√§rung und keine Geschmackssache.¬†Es gab ja auch feuchte Augen, sehr und nicht selten, vor Freude¬†√ľber ein Kunstwerk aus zweitausend Arbeitsstunden,¬†die bauingineurlich genau so nutzlos sind,¬†wie die fliegenden B√§llchen beim Jongeleur,¬†oder wie die Kriminalit√§t im Kriminalfilm,-¬†-ach es gibt ja genug echte im wirklichen Leben,¬†und die ist doch auch nicht Geschmackssache,¬†weil sie nicht so clever aufgekl√§rt wird, wie die im Film.¬†Wozu putzen, wozu die M√ľhe, die ganze Arbeit¬†an etwas, das nicht mehr ist, was es mal war,¬†nicht mehr tut, was es mal tat¬†und nie mehr kann, was es mal sollte ???¬†Steht man nicht immer vor der Sinnlosigkeit eines sinnlosen Kunstwerkes¬†und fragt ‚Äěwas will uns der K√ľnstler damit sagen ???¬†…steht doch auf dem Zettel: Danke !!!

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Begib Dich mit uns auf spannende Lost Places Fototouren in Berlin!

Ende 2013 entdeckte ich nach langer Abstinenz meine Liebe zur Fotografie wieder. Ich suchte nach Ablenkung und forschte nach spannenden Fotomotiven in der Stadt. Ich begann mich f√ľr geheime Orte zu interessieren. Als ich im Jahr 2008 als einer der letzten Passagiere, Gast im Flughafen Tempelhof war, staunte ich √ľber die riesigen Hallen, Anlagen, die einzigartige Dachkonstruktion, die Stahltore, die m√§chtig wirkenden Fassaden der Geb√§udeteile sowie die unerme√üliche Gr√∂√üe gepaart mit der monumentalen Aura.

Mich beeindruckten vor allen Dingen die Details wie die Fenster im Schie√üscharten-Design, S√§ulen wie aus einem Nibelungenfilm gepaart mit dem Vordach des Flughafens aus Stahl, der mit den Tr√§gern m√ľhelos das gewaltige Dach in den Raum hinaushebt. Tempelhof war damals nicht nur das fl√§chengr√∂√üte Geb√§ude Europas, sondern auch eines der l√§ngsten. Im Jahr 1934 gaben Hitler und Reichsluftfahrtminister G√∂ring einen vollst√§ndigen Neubau des inzwischen zu klein gewordenen Flughafens in Auftrag. Er wurde durch den Architekten Ernst Sagebiel als neoklassizistischer Monumentalbau entworfen. Der Bau entsprach einerseits den Anspr√ľchen der Nationalsozialisten ans Monumentale und sollte den Weltgeltungsanspruch des ‚ÄěDritten Reichs‚Äú auch im Luftverkehr verdeutlichen, andererseits wurden hier zum ersten Mal alle Anforderungen eines modernen Gro√üflughafens realisiert.
Durch Zufall entdeckte ich im Internet das Angebot den mittlerweile stillgelegten Flughafen Tempelhof auf einer Urban Exploring Fototour in einer kleinen Gruppe zu erkunden. Der Trend des sogenannten Urban Exploration oder kurz Urbex, setzte Anfang des neuen Jahrtausends ein. Es geht bei dieser Art der urbanen Erkundung um Abenteuer und Entdeckerlust gepaart mit der Jagd nach sch√∂nen Fotomotiven. Die Fototour im ehemaligen Flughafen Tempelhof f√ľhrte mich auf das Vorfeld und in das Innerste des Flughafengeb√§udes.

Bei meinem vierst√ľndigen Streifzug konnte ich Artefakte in Form von Fotomotiven aus drei verschiedenen Epochen finden. Im Luftschutzbunker des Zweiten Weltkrieges entdecke ich originale Wandmalereien aus der Vorkriegszeit von Wilhelm Busch. Im ausgebrannten Filmbunker herrscht immer noch eine beklemmende Atmosph√§re. Diverse Malereien und der immer noch in der Luft liegende Brandgeruch zeugt noch heute von der Befreiung Berlins. W√§hrend der Zeit des Kalten Krieges nutzte die US-Air Force das Gel√§nde. Im Jahr 1992 wurde die Abfertigungshalle ein letztes Mal modernisiert, heute strahlt diese eine gespenstige Ruhe aus. Hier wurden bis zur Schlie√üung am 30.10.2008 bis zu 4 Mio. Passagiere pro Jahr abgefertigt.

Der Flughafen Tempelhof ist nicht nur die Mutter aller Flugh√§fen, sondern auch ein Symbol f√ľr Freiheit. Einerseits durch die Gr√∂√üe aber andererseits, √ľberlebte der Flughafen Diktaturen und Besatzungsm√§chte. Seine gro√üe Bew√§hrung hatte er in den Jahren 1948 bis 1949 w√§hrend der Berlin Blockade,w√§hrend dieser Zeit wurde West-Berlin durch sogenannte Rosinenbomber aus der Luft versorgt die min√ľtlich auf dem Rollfeld landeten. An diese Zeit erinnert das Luftbr√ľckendenkmal vor dem Flughafen bis heute.

 

 

 

 


Eines Tages an einem kalten Januarmorgen, auf der R√ľckfahrt von einer Urbexplorer Fototour¬†entdeckte ich hinter einem imposanten Tor diese geheimnisvolle Villa. Erbaut wurde sie im Jahr 1912 von einem √∂rtlichen Industriellen. Eine eindrucksvolle Stille umh√ľllte die nackten Steine obwohl das Haus Mitten im Zentrum der Stadt steht. Ich war verbl√ľfft von der Harmonie und der raffinierten Architektur des uralten Gem√§uers das in einem weitl√§ufigen Garten trohnt. Ich musste sofort an die Menschen denken die in diesem pr√§chtigen Bau gelebt haben.¬†Die T√ľr knarrt bed√§chtig beim √Ėffnen. Diese Magie des Augenblicks, wenn die Vergangenheit den Raum erf√ľllt sp√ľrte ich auch hier. Ich ging durch¬†einen langer Flur, hier war alles bedeckt von Staub und Spinnweben. Eine T√ľr f√ľhrte mich ins gro√üz√ľgige Wohnzimmer. Die Atmosph√§re erinnerte an ein Museum, ein wirklich staubiges Museum. Das ganze Haus ist genau so wie es aufgegeben wurde, nichts wurde bewegt, alles ist an seinem Platz, das Geschirr steht auf dem Tisch, die Betten sind gemacht. Wenn einst lebendige Orte aufgegeben werden, stirbt ein St√ľck Geschichte mit ihnen. Die Spuren wiederzufinden bedeutet, das Vergangene wieder zu entdecken. Die Faszination f√ľr geheime Orte h√§ngt vielleicht mit unserem detektivischen Sp√ľrsinn zusammen. Vielleicht suchen wir in all diesen verborgenen Sch√∂nheiten das Echo unseres unvollendeten Lebens.

 


Keine andere Region die ich bisher bereist habe, hat mich so fasziniert¬†wie Georgien und der Kaukasus. Vielleicht liegt es an der wechselvollen Geschichte und den imposanten Bergen oder den herzlichen und gastfreundlichen Menschen. Auf meiner letzten Urbexplorer Fotoreise durch Georgien fuhr ich am fr√ľhen Morgen von Tbilisi auf der gro√üen Heeresstra√üe die Georgien mit Russland verbindet in Richtung Stephanzminda und dem gro√üen Kazbeg. Die Fahrt dauert etwa 3 Stunden bei normaler Verkehrslage. Stephanzminda oder unter dem fr√ľheren Namen Kazbegi bekannt, ¬†liegt etwa¬†zehn Kilometer von der Grenze zur russischen F√∂deration und am Fu√ü des m√§chtigen Mount Kazbeg.¬†Dies ist der dritth√∂chste Berg Georgiens und der achth√∂chste Berg des Kaukasus, er erhebt sich auf etwa 5.047 Metern. Der Berg geh√∂rt zur Khokh-Kette, einem n√∂rdlichen Vorgebirge des Gro√üen Kaukasus.

Unterhalb des Gipfels steht auf etwa 2.170 Metern die „Zminda Sameba“ (deutsch Dreifaltigkeitskirche), sie wurde im 14. Jahrhundert erbaut und beherbergte √ľber Jahrhunderte den georgischen Kronschatz und das Weinrebenkreuz der Heiligen Nino.

Ich machte mich auf zur etwa einst√ľndigen Wanderung hinauf zur „Zminda Sameba“. An diesem Tag war der Wettergott nicht allzu Gn√§dig zu mir und schickte ein paar Regenschauer und Schneeflocken vom Himmel. Trotzdem lie√ü ich mich von meinem Plan die 2.170 Meter bis zur Dreifaltigkeitskirche zu besteigen nicht abhalten. Meine Wanderroute¬†f√ľhrte durch die Gassen der Stadt. Danach ging es auf Feldwegen und Trampelpfaden, entlang an einem zu dieser Jahreszeit reissendem Fluss, zur Ruine eines alten Wachturmes aus Schieferstein. Ein Regenschauer zog auf und der Wind wehte ins mir Gesicht. Da der Himmel immer dunkler wurde, dachte ich schon kurzzeitig ans umkehren und an einen heissen Tee, da sah ich vor mir ein kr√§ftiges gr√ľnes Weidetal mit unz√§hligen K√ľhen¬†die gem√§chlich auf dem Gras rum kauten. Ich konnte meine letzten Kr√§fte mobilisieren und marschierte weiter den steilen Berg hinauf. Je n√§her ich der Dreifaltigkeitskirche kam umso besser wurde das Wetter. Ganz unschuldig trohnte die m√§rchenhafte „Zminda Sameba“ zwischen den imposanten Bergen auf einem gr√ľnen H√ľgel.

Der Himmel wurde Blau,¬†die Sonne strahlte und die Hauptattraktion, der Kazbeg eingerahmt im Blau des Himmels umgeben von Wolken. Vergessen sind die Strapazen des Aufstiegs, erinnert wurden sie nur durch die nassen Klamotten. Diesen Augenblick hier zu stehen und diese atemberaubende Aussicht zu geniessen w√ľrde ich am liebsten f√ľr immer festhalten.


Auf meiner Fotoreise nach Georgien und den Kaukasus wurde ich von einem netten georgischen M√§del auf die Bergarbeiterstadt Tschiatura in Imeretien aufmerksam gemacht. D√ľstere Industrieruinen und Bergarbeitersiedlungen sowie sowjetische Architektur aus der Stalinzeit sollten einen Fotografen und Entdecker wie mich begeistern, sagte Sie mit einem L√§cheln.

Von nun an war es ¬†unbedingt mein Ziel einmal in die sagenumwobene Stadt Tschiatura zu fahren, nat√ľrlich habe ich das s√ľ√üe georgische M√§del mit auf diese Fototour mitgenommen. Schlie√ülich war Sie selbst noch nie dort, das musste ich √§ndern.

Fr√ľh morgens ging es dann mit einem Jeep von Kutaisi die etwa zweist√ľndige Fahrt durch die Berge in die Industriestadt. Sofort war klar, hier werde ich sehr viele Lost Places Fotomotive finden. Die Kleinstadt liegt abseits der georgischen Verkehrswege von Ost nach West. Von Kutaisi braucht man gut zwei Stunden, ehe man den im Kwirila-Tal gelegenen Ort erreicht. Tschiatura hat eine ungew√∂hnliche Lage denn die Stadt ist eingepfercht im Tal, die Manganerzminen befinden sich auf den umliegenden Bergen, ist das dortige Haupttransportmittel die Seilbahn.

Hier¬†wird schon seit 1880 Manganerz abgebaut. Auch f√ľr die Sowjets, die Anfang der 1920er Jahre das Land annektierten, war das Metall, das vor allem bei der Stahlproduktion Verwendung findet, mehr als interessant. √úber Jahrzehnte wurde in die kleine, gebirgige Stadt investiert. In den 50er Jahren errichteten sie ein ganzes Netz an Gondelbahnen, die teilweise noch heute in Betrieb sind.¬†Insgesamt mehrere Dutzend gab es mal, etliche davon fahren nach wie vor ‚Äď im unver√§nderten Originalzustand.¬†Ein Teil davon bringt die Minenarbeiter zu ihren Arbeitspl√§tzen. Auch f√ľr den Abtransport des Erzes werden Seilbahnen verwendet, zur Bl√ľtezeit der Stadt sollen mehr als 100 Transportgondelbahnen verwendet worden sein.

Liebe Fotofreunde und Explorer wir laden euch zu unserer Georgien & Kaukasus Fotoexpedition 2017 ein! Atemberaubende Landschaftsaufnahmen, entlegene Bergdörfer, quirlige Städte, prächtige Kirchen, Klöster & Burgen das alles mit einer Prise Lost Places und Industriecharme. Fahre mit uns in das höchstgelegene Dorf in Europa und mach mit uns einen Ausritt auf dem Pferd im Bordjomi Nationalpark. Erkunde mit uns die Bergarbeiterstadt Tschiatura mit Ihren Seilbahnen.  Wir zeigen dir geheimnisvolle Orte und vergessene Welten. Mit uns sammelst Du Artefakte in Form von einzigartigen Fotomotiven. Wir brechen auf in unbekanntes Terrain, an Orte, die sich auf Karten nur selten oder gar nicht finden lassen. Diese Orte sind außergewöhnlich und zugleich völlig Real. Wann brichst du mit uns auf in die Fußstapfen der großen Entdecker?

 


Bei unseren Lost Places Fototouren und Reisen k√∂nnen alle Fotofreunde, Urban Explorer und Motivj√§ger f√ľr ein paar Stunden den Alltag zu vergessen und in die Aura der geheimen Orte eintauchen. Bei meiner letzten Erkundungstour entdeckte ich dieses prachtvolle Kloster. Die Gr√∂√üe und Erhabenheit der Mauern ist schier unermesslich. Es ist eine der Gr√∂√üten Kl√∂ster in Europa.

Der Initiator der Klosterstiftung war im Jahre 1175 Herzog Boleslaw Wysoki . Er lie√ü die grauen M√∂nche aus Pforte a/d Saale herbeif√ľhren und wollte mit ihrer Hilfe die Ideologie und politische Position der Kirche st√§rken.¬†Die Zisterzienser siedelten sich hier an und¬†wurden die Nachfolger der dort bis dahin lebenden¬†Benediktiner.¬†Herzog Boleslaus starb im Jahre 1201 und wurde in der Klosterkirche begraben. Seither wurde die Kirche zum Mausoleum der schlesischen Piasten.¬†Aus finanziellen Gr√ľnden war es dem Kloster nicht m√∂glich alle G√ľter zu behalten, da die Situation im benachbarten Gro√üpolen instabil war, es kam auch zu Tatareneinf√§llen. Der Einfall der Mongolen – und die von Heinrich dem Frommen verlorene Schlacht bei Liegnitz (1241) wirkten sich auch f√ľr das Kloster √§u√üerst negativ aus. Viele D√∂rfer waren abgebrannt.

Die angrenzenden Feudalherren stellten erhebliche ¬†R√ľckforderungen. Trotzdem besa√üen die Zisterzienser die meisten G√ľter aller Kl√∂ster in Mittel¬†und Osteuropa.¬†Sie besch√§ftigten sich mit Gartenbau, Obstanbau, Bienenzucht, Weinanbau und Fischfang. Sie besa√üen eigene M√ľhlen, Fleichb√§nke und Brotbuden. Au√üerdem handelten sie mit Salz und Heringen, welche sie zollfrei aus Pommern einf√ľhrten. Die weitere Aufteilung Schlesiens in viele Herzogt√ľmer brachte es mit sich, dass viele Kl√∂ster im Herrschaftsgebiet verschiedener Herz√∂ge lagen. Als das Kloster im XV Jh. seine Bl√ľtezeit hatte, begannen die Hussitenkriege und damit verbunden der wirtschaftliche Ruin.

Es kam aber auch zu einer Lockerung der kl√∂sterlichen Disziplin. Abt Andreas Hoffmann (1498-1534) gelang es, die Disziplin wieder zu erneuern, das Kloster aus den Schulden zu bringen und die Klostergeb√§ude wieder aufzubauen. Papst Alexander VI zeichnete ihn f√ľr seine Verdienste im Jahre 1498 mit den Pontifikalien aus. W√§hrend der Reformation kam es zu vielen Austritten der M√∂nche aus dem Kloster.¬†Im Jahre 1523 wurde Friedrich II Herzog von Liegnitz und wollte 1544 das Kloster s√§kularisieren. Die M√∂nche stellten sich erfolgreich dagegen. Sie erhoben jedoch keinen Einspruch zum √úbertritt ihrer Untertanen zum Protestantismus. Der Generalabt des Ordens schlo√ü im Jahre 1577 das Kloster an die tschechische Provinz an.

Nach dem Ende des 30-j√§hrigen Krieges begann die Zeit der gr√∂√üten Bl√ľte. Dem Aufbau des Klosterkompexes und der wachsenden strategischen Bedeutung des Klosters waren hier die Gr√ľnde. In dieser Zeit wurde das Kloster umfassend ausgebaut und es¬†entstand eine der gr√∂√üten Klosterbauten in Europa.¬†Im Jahre 1740 kam Schlesien unter die Herrschaft Preu√üens. Friedrich II verordnete der Abtei eine Kontributszahlung. Zur weiteren Verschlechterung f√ľhrte auch der siebenj√§hrige Krieg mit der Stationierung √∂sterreichischer und preu√üischer Truppen.¬†Im Jahre 1767 wurde das Kloster gezwungen, die merkantile Wirtschaftspolitik Friedrichs II einzuf√ľhren. F√ľr die Abtei bedeutete das einen Anstieg der Verschuldung.

Die Wirtschaftsgeb√§ude dienten nach 1817 verschiedenen Zwecken. In den Jahren von 1940-1945 wurden sie zur Munitionsfabrik, von 1945-1948 ein Lazarett f√ľr Soldaten der Roten Armee, von 1972/74 zur Ausstellungshalle. In der Zeit von 1975-1995 erfolgte die Instandsetzung des herz√∂glichen Saales. Seit 1989 obliegt die Betreuung der Klosterobjekte einer Stiftung.


Auf einer unserer Lost Places Fototouren in G√∂rlitz entdeckten wir diesen geheimen Ort. Diese ehemalige Badeanstalt wurde im Jahr 1887 erbaut. Im Zuge der Industrialisierung zu Beginn des 19. Jahrhunderts str√∂mten die Menschen vom Land in die St√§dte wo Arbeitskr√§fte in den Fabriken gesucht wurden. Da viele Arbeiterwohnungen zu dieser Zeit noch nicht √ľber ein Bad verf√ľgten, wurden allerorten √∂ffentliche und private Badeanstalten eingerichtet, um die t√§gliche Hygiene zu gew√§hrleisten und m√∂gliche Krankheiten und Epidemien vorzubeugen. In G√∂rlitz entstanden zu dieser Zeit die Hoffmann¬īsche Badeanstalt am Lindenweg, das Zentralbad in der Hospitalstra√üe und das 1887 gegr√ľndete Freisebad. Benannt ist letzteres nach seinem Begr√ľnder, dem Sanit√§tsrat Dr. Freise. Hier wurden Wannen-, Dampf- und Hei√üluftb√§dern angeboten. Dem medizinischen Charakter der Einrichtung entsprechend, gab es auch Sole-, Fichtennadel-, Moor- und Kr√§uterb√§der. Erg√§nzt wurde das Angebot elektrische Licht- und durch Kohlens√§ureb√§der. Im Gegensatz zu den anderen Badeanstalten stand dem Gast im Freisebad auch eine moderne Schwimmhalle zur Verf√ľgung. Das Becken war sowohl f√ľr Nichtschwimmer als auch f√ľr Schwimmer ausgerichtet, so dass sich hier auch diverse Schwimmvereine trafen. Das Freisebad wurde bis in die 1990er Jahre betrieben danach diente es auch als Filmkulisse insbesondere f√ľr den Film „The Grand Budapest Hotel“ wurden hier aufw√§ndige Filmsequenzen gedreht.


Fotofestival

Liebe Fotofreunde & Explorer!

VORANK√úNDIGUNG alle weiteren Infos folgen!

Vom 26.08 bis 11.09.2016 findet wieder das Fotofestival in der Europastadt Görlitz/Zgorzelec statt. In diesem Jahr sind auch wir ein Teil der Veranstaltung.

Auf dem Programm steht unter anderem eine Fotoausstellung mit dem Namen „Asylum of Decay“. Diese richtet sich ausschlie√ülich an euch alle die in den letzten Jahren Teil einer oder mehrerer Fototouren und Expeditionen waren. Hier stellen wir die sch√∂nsten Bilder von unseren besuchten Lost Places, Sehensw√ľrdigkeiten in Deutschland Europa und der Welt aus.

Ich w√ľrde mich freuen wenn auch Ihr alle bei diesem au√üergew√∂hnlichen Event dabei seid.

Bewerbt euch ganz einfach mit eurem Foto.

Schickt mir eine E Mail mit eurenm Namen und E Mail Adresse, Telefon sowie Informationen √ľber euch und das entstandene Foto ein: Bitte nur eine Bilddatei der Fotografie, die Du als Bewerbung einreichen m√∂chtest. Bitte achte darauf, dass die l√§ngere Kante mindestens 1000 Pixel und maximal 2000 Pixel aufweist.

E Mail: post@urbexplorer.com

¬†‚ÄěAm 26. April 1986, ereignete sich im vierten Block des Atomkraftwerks in Tschernobyl eine Serie von Explosionen. Der Supergau von Tschernobyl war die gr√∂√üte technische Katastrophe des zwanzigsten Jahrhunderts‚Äú .

Wir laden alle Lost Places Fotografen, Hobbyfotografen, Urbexer und Geschichtsinteressierte zu unserer Filmreportage „Ein Sommer in Pripjat“ w√§hrend des Fotofestivals ein. Diese Dokumentation wird von Katja http://www.membaris-art.de pr√§sentiert. Wir wollen euch zeigen, wie es wirklich in der geschlossen Zone rund um das Kernkraftwerk aussieht. Du erf√§hrst mit uns, wer die Menschen sind die dort leben, wie sie leben und was sie uns sagen wollen.

Unser Programm während des Fotofestivals runden diverse Workshops zum Thema Fotografie ab.

Zum Thema malen mit Licht und Lichtkunstfoto wird es ein Fotokurs mit Sven Gerard geben:

Sven Gerard
Light Art Photography & Light Painting
sven@lichtkunstfoto.de
www.lichtkunstfoto.de
www.fb.com/lichtkunstfoto

LichtkunstfotoAlle Infos zum Ablauf werden hier demn√§chst Online gestellt. Ihr werdet aber auch √ľber den Newsletter oder den sozialen Medien auf dem Laufenden gehalten. Falls Ihr Fragen habt schickt mir eine Nachricht an post@urbexplorer.com.

Wir freuen uns auf euch!


Auf unserer vergangenen Lost Places Fototour in G√∂rlitz entdeckten wir diese ehemalige Fabrik. Die Fans von d√ľsteren Industrieanlagen und detailverliebte Fotografen deren die Zeugnisse der Industrialisierung wichtig sind und diese in Ihren Bildern festhalten wollen, kommen hier voll auf Ihre Kosten. Zu entdecken gibt es ein Heizhaus mit viel Metall, Rost, Moos und Staub. In der Produktionshalle steht eine riesige Dampfmaschine mit scheinbar unendlichen Rohrleitungen die zum angrenzenden Kesselhaus f√ľhren.

Als Mitte des 19. Jahrhunderts in der Stadt¬†die wirtschaftliche Bl√ľtezeit vor ihrem H√∂hepunkt stand, lie√ü man an dieser Stelle eine Dampf-M√§lzerei-Brennerei und n√∂rdlich davon einen Ziegelofen mit Trockenscheune planen und errichten. Schon 1862 wurde das Grundst√ľck mit den darauf befindlichen Geb√§uden an die Herren Koch und Hagspihl aus Dresden verkauft. Bereits ein Jahr sp√§ter zahlte Guido Oswald Hagsphil seinen Partner Koch f√ľr 40.000 Reichsmark aus und war damit alleiniger Besitzer der „G√∂rlitzer Getreidebrennereien, Presshefe – Sprit – und Malzfabriken“. Nachdem der Firmengr√ľnder im Jahre¬†1915 verstorben ist, √ľbernahmen die S√∂hne die Gesch√§fte. Im Jahr 1926 wurde die gesamte Fabrik f√ľr 600.000 Reichsmark an die damaligen¬†Eigent√ľmer der ‚ÄúUNION Leipziger Presshefefabriken und Brennerei AG‚ÄĚ in Leipzig-Mockau verkauft.

Im Jahr ¬†1938 wurde die Fabrik in eine Aktiengesellschaft unter Beteiligung der Henkel & Cie. AG umgewandelt und firmierte weiter unter dem Namen ‚ÄúG√∂rlitzer Getreidebrennerei Hagspihl und Co‚ÄĚ. Nach dem 2. Weltkrieg 1945 war die Fabrik erst durch einen Treuh√§nder in Verwaltung, bis 1955 die Enteignung der Firmeninhaber erfolgte. Die Umstrukturierung in einen volkseigenen Betrieb der DDR und die Eingliederung in die VEB Bramsch ‚ÄďDresden wurde veranlasst. Die Produktion von Alkohol und Spiritus trat in den Hintergrund, es wurde vornehmlich Hefe – ein Abbauprodukt der Alkoholproduktion – f√ľr die Lebensmittelversorgung gebraucht. So wurde die Fabrik eine von f√ľnf der DDR, welche Hefe f√ľr die Staaten des Ostblocks produzierte. Es wurden j√§hrlich etwa 4400-4700 t Hefe produziert und 17600-19000 hl reiner Alkohol. Durch die vielen Feiertage und Feste zu DDR-Zeiten gab es Spirituosenmangel, deshalb wurde stetig daf√ľr gesorgt, dass solche produzierenden Betriebe immer vorrangig mit neuster B√ľrotechnik und Rohstoffen versorgt wurden. Bis zum Jahr 1990 firmierte das Unternehmen unter ‚ÄúVEB Bramsch, Betriebsteil Backhefe G√∂rlitz, Nahrungsmittelkombinat Magdeburg‚ÄĚ und dem Ehrentitel ‚ÄúBetrieb der ausgezeichneten Qualit√§tsarbeit‚ÄĚ. Die Auszeichnung der G√ľte der Hefeproduktion in der Vergangenheit ist noch heute durch eine Vielzahl von Urkunden belegbar.

Die Berliner Treuhandgesellschaft verkaufte im M√§rz 1991 die VEB Backhefe an eine Brennerei. Die weitere Produktion von Presshefe ist aus wirtschaftlichen Gr√ľnden, abgesehen von der Tatsache, dass einige Maschinen verschwanden oder vor der √úbernahme verkauft wurden, eingestellt worden.

Die Fabrik¬†stellte unter geschickter Umnutzung sowie vor aller technischer Verbesserungen und sukzessiver Erneuerung der Anlagen bis ins Jahr 2001 Rohalkohol her. Auch wurde eine Zweigstelle im benachbarten Reichenbach mit einer Kartoffel-Brennerei errichtet. Die √Ąnderung des Bundesmonopolgesetzes 1998 mit Wirkung zum Jahr 2001 stellte einen dramatischen Einschnitt f√ľr den Produktionsstandort dar, weil hier durch die Gesetzes√§nderung unvorbereitet die finanzielle Grundlage entzogen wurde.

Checkt die n√§chsten Termine zu unserer spannenden Fototour „Kost & Logis“ in G√∂rlitz.