Liebe Abenteurer, Fotofreunde und Entdecker! Mit unserer Bajkonur & Aral See Fotoexpedition begebt Ihr euch auf eine spannende Zeitreise in die Vergangenheit. Mit uns entdeckst Du Reiseziele die Abseits der touristischen Pfaden liegen. Wir gieren f√∂rmlich danach, Orte zu finden, die verborgen und auf keiner Landkarte verzeichnet sind. Wir sind auf den Spuren der Entdecker und suchen geheime L√§nder und Orte die uns √ľberraschen. Mit uns erkundest Du mit einer Gruppe von Fotofreunden, Explorern und Abenteurern geheimnisvolle Orte und vergessene Welten. Mit uns sammelst Du Artefakte in Form von einzigartigen Fotomotiven.

Rundreise durch Kasachstan mit dem Besuch eines ehemaligen Truppen√ľbungsplatzes, die Schiffe und Fischerd√∂rfer am Aral-See. Als Highlight erkunden wir den Weltraumbahnhof Bajkonur.

Foto & Expeditionsreise nach Bajkonur und dem Aralsee

Wir brechen auf zu einer Expedition nach Kasachstan und erkunden gemeinsam einen ehemaligen Truppen√ľbungsplatz der sowjetischen Armee, die verrosteten Schiffe und die aufgegebenen Fischerd√∂rfer am Aral-See und als Highlight erkunden wir gemeinsam an zwei Tagen den Weltraumbahnhof Bajkonur und d√ľrfen sogar einen Raketenstart miterleben. Aber auch atemberaubende Landschaften, Seen und Schluchten warten darauf fotografisch festgehalten zu werden. Auch diese Fotoexpedition findet im bew√§hrten Urbexplorer Style statt, locker und entspannt mit einer kleinen Gruppe von Entdeckern. Mach Dir selbst ein Bild!

Der Wasserspiegel des Aralsees war schon¬†immer gro√üen Schwankungen ausgesetzt. Ein wichtiger Grund dieser Schwankungen liegt darin, dass die beiden Zufl√ľsse √ľber flaches Schwemmland flossen, so dass bereits geringe Ver√§nderungen des Flussbettes gro√üe Wassermassen umlenken konnten. Gro√üe Teile des Aralsees waren sehr flach, folglich reduzierte auch ein verh√§ltnism√§√üig geringer R√ľckgang des Wasservolumens schnell seine Oberfl√§che. Auch bewirkten die hei√üen Sommer eine gro√üe Verdunstung des Oberfl√§chenwassers. Daher f√ľhrte ein Ausbleiben der Zufl√ľsse sehr rasch zu einem starken R√ľckgang der Wassermenge.

Das Zarenreich entdeckte schon sehr fr√ľh diese Gegend¬†als Rohstoffquelle, man erkannte das Potenzial¬†im¬†Baumwollanbau und nutzte gegen Ende des 19. Jahrhunderts schon gro√üe Fl√§chen daf√ľr.¬†Der Fischfang im Aralsee hatte bislang kaum eine √ľberregionale Rolle gespielt. Er wurde seit den zwanziger Jahren ausgeweitet. Ende der zwanziger Jahre wurden noch etwa 5.000 Tonnen Fisch im Jahr gefangen, diese Zahl stieg bis in die 50er Jahre auf 44.000 Tonnen. Der Fischfang ern√§hrte etwa 60.000 Fischer mit ihren Familien.

Rundreise durch Kasachstan mit dem Besuch eines ehemaligen Truppen√ľbungsplatzes, die Schiffe und Fischerd√∂rfer am Aral-See. Als Highlight erkunden wir den Weltraumbahnhof Bajkonur.

Fotoreise nach Balkonur & Aral See

Der Reisanbau wurde nach 1960 vorangetrieben: die Anbaufl√§che stieg von 46.000 auf √ľber 300.000 Hektar. Um diese Fl√§chen bew√§ssern zu k√∂nnen, wurden Tausende Kilometer Kan√§le in den Sand gegraben. Der gr√∂√üte ist der Karakumkanal (heute Turkmenbaschi-Kanal). Mit seinem Bau wurde 1950 begonnen. Er zweigt bei Kerki aus dem Amu-Darja, durchzieht Turkmenistan in Richtung Westen auf einer L√§nge von ca. 1.500 km und bew√§ssert vor allem das Land am Fu√üe des Kopet-Dagh-Gebirges. Der Kanal allein verursacht etwa 40 % des Wasserverlustes des Aralsees. Insgesamt verdunsten etwa 40 – 60 % der den Zufl√ľssen entnommenen Wassermenge aus diesen Kan√§len oder versickern im Sand.

Die Austrocknung des Sees hat gravierende¬†Folgen. Durch die anhaltende Verdunstung entsteht √ľber dem See eine Dunstglocke. Das wetterabh√§ngige Verschwinden dieser Dunstglocke bewirkt eine Versch√§rfung des kontinentalen Klimas. Daraus resultiert das die Sommer hei√üer werden und die Winter k√§lter.¬†Vom ausgetrockneten Seeboden werden jedes Jahr bis zu 100 Mio. t salzhaltiger Staub aufgewirbelt und durch Staubst√ľrme in der Region verteilt. Der Staub enth√§lt auch die R√ľckst√§nde von Pestiziden und Herbiziden aus den bew√§sserten Gebieten. 1992 musste der Fischfang im Aralsee eingestellt werden. In den Deltagebieten und an den Unterl√§ufen der Fl√ľsse gingen etwa 550.000 ha Nutzfl√§che verloren, vor allem Felder, Schilfwiesen, Schilfw√§lder. Das gr√∂√üte Problem der gesamten Region ist die Versalzung. Die meisten B√∂den der Region haben einen nat√ľrlich hohen Salzgehalt in den tieferen Bodenschichten. Die intensive Bew√§sserung f√ľhrt dazu, dass dieses Salz an die Oberfl√§che gelangt. Die Folge ist die Versalzung gro√üer Fl√§chen.

Diverse nationale und internationale Projekte versuchen derzeit, die Probleme der Aralseeregion in den Griff zu bekommen. Der n√∂rdliche Teil des Aralsees scheint sich zu stabilisieren. Nachdem im Jahre 1997 von der kasachischen Regierung ein erster Deich zwischen den beiden Seen aufgesch√ľttet wurde, um ein Eindringen des Salzwassers in den n√∂rdlichen Teil zu verhindern, stieg der Wasserspiegel wieder an. Gleichzeitig sank der Salzgehalt des n√∂rdlichen Sees. Da der urspr√ľngliche Damm jedoch bauliche M√§ngel hatte, konnte er dem Wasserdruck nicht standhalten und brach nach relativ kurzer Zeit wieder ein. Im Jahre 2003 griff man die Idee mit dem Bau eines weiteren Damms jedoch wieder auf, der im Jahr 2005 fertiggestellt wurde. Satellitenaufnahmen aus den Jahren 2005 und 2007 belegen eine deutliche Erholung des n√∂rdlichen Aralsees. Nach aktuellen Presseberichten (2012) liegt das Volumen des n√∂rdlichen Aralsees mittlerweile bei 27 km¬≥. So stieg auch der Fischereiertrag von 52 t in 2004 auf 2.000 t S√ľ√üwasserfische in 2007 an. Gleichzeitig wird versucht, das Bew√§sserungssystem des Syr-Darja effektiver zu gestalten, um wieder einen gr√∂√üeren Zufluss sicherzustellen.
Der s√ľdliche Teil des Aralsees jedoch scheint dem Untergang geweiht. Die Bew√§sserungsfl√§chen des Amu-Darja lassen so gut wie kein Wasser mehr zum See vordringen, dieser ist durch die Belastung von ca. 50 Gramm Salz pro Liter Wasser und diversen Chemikalien biologisch tot. Seine Wasserfl√§che nimmt derzeit immer noch ab.

Rundreise durch Kasachstan mit dem Besuch eines ehemaligen Truppen√ľbungsplatzes, die Schiffe und Fischerd√∂rfer am Aral-See. Als Highlight erkunden wir den Weltraumbahnhof Bajkonur.

Foto & Expeditionsreise nach Bajkonur und dem Aralsee

Weiterf√ľhrende Infos zu diesem Thema findet Ihr unter diesem Link

Quelle: Geographie Infothek/Klett Verlag 2003, Autor: Lars Pennig, Kristian Uhlenbrock


Auf unserer¬†spannenden Radioactive Nightcore Fotoexpedition erkunden wir an drei Tagen die Sperrzone von Tschernobyl bevor wir in die N√§he von Perwomajsk fahren wo bis in die 1990 ger Jahre an einem als Wetterstation getarnten Ort und mit einem 3000 Volt gesicherten, dreifachen Elektrozaun die sowjetischen Atomraketen stationiert waren. Diese Raketenbasis bestand aus mehreren Kommandopl√§tzen in deren Silos jeweils 9 Atomraketen standen umgeben von einem 40 Meter tiefen Silo mit der Kommandobr√ľcke. Wir fahren bis zu 40 Meter tief in die Erde hinab um die ehemalige Steuerungszentrale zu erkunden die den Eindruck erweckt als ob man sich in einem Raumschiff befindet. Auf dieser ehemaligen Atomwaffenbasis finden wir auch die ber√ľhmte SS-18 die im NATO Code ‚ÄěSatan‚Äú genannt wurde. Diese Rakete hat eine L√§nge von √ľber 34 Meter und eine Breite von 3 Metern. Die durchschnittliche Reichweite betr√§gt 16.000 Kilometer.

Die geheime Atomwaffenbasis liegt in einem sehr d√ľnn besiedelten gebiet in der s√ľd√∂stlichen Ukraine. Man erreicht die Basis nur √ľber eine rumpelige Schotterpiste und die n√§chste Stadt Kirowograd ist etwa 60 Kilometer entfernt. Diese lage war aber so gewollt, denn im Kriegsfall w√§ren die Basen selbst Ziel eines atomaren Angriffs und mussten deshalb fernab der St√§dte gebaut werden. Au√üerdem musste das Grundwasser sehr niedrig sein damit die etwa 40 Meter tiefen Silos gebaut werden konnten. Wo die sowjetischen Basen lagen, war ein streng geh√ľtetes Geheimnis. Insgesamt sechs feste Basen und somit neunzig Silos samt Befehlsst√§nden waren √ľber das ganze Land verteilt, au√üerdem gab es drei mobile Basen die im Gebiet der n√∂rdlichen Ukraine und Weissrussland aufgebaut werden konnten.

Am 17. Dezember 1959 gr√ľndete die Sowjetunion die Strategischen Raketentruppen und r√ľstete sich zur Atommacht auf. Die ersten Raketen in Perwomaisk waren vom Typ R-12 und hatten eine Reichweite von 2080 Kilometern. 1962 lie√ü Nikita Chruschtschow dieselben Raketen auf Kuba stationieren und l√∂ste damit die sogenannte Kuba-Krise aus. Von Kuba aus h√§tten die Raketen in wenigen Minuten Washington erreicht. Die Zielgenauigkeit der R-12 hatte die Armee zuvor gepr√ľft. Der Test trug den Namen „Operation Rose“. Man r√ľstete die Raketen mit einem leichten Atomsprengkopf aus und brachte sie nach Workuta in Sibirien um spezielle Tauglichkeitstests durchzuf√ľhren. Die Raketen waren bis auf 40 Meter zielgenau, was zu dieser Zeit ein gro√üer Erfolg war. Aber die R-12 hatte einen Nachteil. Sie musste vor jedem¬†Start aufgetankt werden, was etwa zweieinhalb Stunden dauert¬†und im Ernstfall verh√§ngnisvolle Folgen nach sich ziehen w√ľrde . Deshalb wurde die R-12 Mitte der sechziger Jahre von der UR-100 abgel√∂st. Diese war innerhalb von Minuten¬†einsatzbereit.

Auf unserer weiteren Erkundung betreten wir¬†ein unscheinbares Betonh√§uschen. Hier befindet sich der¬†Eingang zur unterirdischen Schaltzentrale, wo die Atomraketen abgefeuert worden w√§ren. Beim Betreten der unterirdischen Schaltzentrale f√ľhlt man sich wie in einem James-Bond Krimi. In diesem haus wurde auch eine ausgekl√ľgelte Bel√ľftungsanlage eingebaut.¬†Auf der linken Seite¬†steigen wir eine zwei Meter lange Leiter hinab. Sie f√ľhrt zu einem schmalen Tunnel. Nach etwa 100¬†Metern endet der Tunnel an einer Schleuse, die mit zwei dicken Stahlt√ľren gesichert ist, diese konnten damals nur mit einem speziellen Zugangscode ge√∂ffnet werden. Hinter der Schleuse wartet ein winziger Fahrstuhl, in den gerade drei Leute hineinpassen. Der Fahrstuhl setzt sich in Bewegung und wir fahren¬†45 Meter abw√§rts vorbei an verschiedenen Etagen des Kommandosilos.¬†Nach einer Weile sind wir mit dem Fahrstuhl auf der Ebene der¬†Kommandozentrale angekommen. Die ist vollgestopft mit Technik und erinnert stark an ein Raumschiffcockpit. Direkt unter der¬†Schaltzentrale, zu erreichen mit einer Metalleiter, befindet sich ein zweiter Raum mit Schlafkojen. In einem Kommandosilo waren immer 3 Offiziere stationiert, die den Raketenpult haben bedienen m√ľssen.

Den geheimnisvollen roten Knopf gab es hier nicht.¬†Im Kriegsfall w√ľrde der¬†Abschussbefehl vom Oberkommando der Sowjetarmee aus Moskau kommen. Am Kontrollpult h√§tte ein L√§mpchen aufgeleuchtet und ein Summen w√§re ert√∂nt. Auf einem Monitor w√§re das Wort „Pusk“ (russisch: Start) erschienen. Der befehlshabende Offizier h√§tte einen Tresor ge√∂ffnet, in dem sich zwei Schachteln mit jeweils zwei Schl√ľsseln befanden. Ein Schl√ľssel war f√ľr den Befehlshaber, der andere f√ľr den Co-Offizier bestimmt. Die beiden h√§tten die Schl√ľssel gleichzeitig in die Z√ľndvorrichtung einsetzen m√ľssen.

Danach w√§re auf einem anderen Monitor ein sechsstelliger Code erschienen. Dann h√§tte der Befehlshaber aus dem Oberteil des Tresors eine dritte Schachtel herausgeholt. Darin befand sich ein versiegelter Briefumschlag mit einer weiteren sechsstelligen Zahlenfolge. Wenn deren letzte Ziffer mit dem letzten Zeichen des Codes auf dem Monitor √ľbereingestimmt h√§tte, w√§ren die Offiziere zum Abschuss der Raketen berechtigt gewesen.

Nur beide Offiziere gleichzeitig h√§tten die Raketen z√ľnden k√∂nnen. Dazu h√§tten sie mit der linken Hand den Startknopf gedr√ľckt gehalten. Mit der rechten Hand h√§tten sie die Z√ľndschl√ľssel gegen den Uhrzeigersinn um 90 Grad drehen m√ľssen. Diese Prozedur musste zwei Mal erfolgen, nur dann w√§ren die Raketen gestartet. Dieser Ablauf wurde jahrelang ge√ľbt.¬†Dem Angriff der Gegner h√§tte der Bunker leicht standgehalten denn er war ummantelt mit einer dicken Betonschicht und die Kapsel der Kommandobr√ľcke war auf Sto√üd√§mpfern gebaut. Vierzig Tage h√§tten die Offiziere in totaler Isolation √ľberleben k√∂nnen. Es standen Notrationen bereit, sogar eine Mikrowelle gab es im Bunker. Nach Verbrauch der Vorr√§te w√§ren die Soldaten in ein Rohr gekrochen und in einer Luftdruckkapsel nach oben geschossen worden. Der Fahrstuhl w√ľrde dann wohl¬†nicht mehr funktionieren. Oben h√§tten sie sich Schutzanz√ľge √ľbergezogen und w√§ren in die verstrahlte Gegend hinausgegangen. Und was dann? Zum Gl√ľck ist es nicht so weit gekommen.


Sieben hartgesottene Fotografen, ein Urbexplorer Expeditionsbus, acht Tage am n√∂rdlichen Polarkreis dem unberechenbaren Wetterverh√§ltnissen ausgeliefert. Jedes Jahr sind wir mit einer kleinen Gruppe Abenteurern auf der Jagd nach spektakul√§ren Lanschaftsaufnahmen, Streetart und magischen Polarlichtern. Im Februar und M√§rz 2018 geht es mit unserer weiteren Lofoten Fotoreise zur Polarlichtzeit in den n√∂rdlichen Teil von Norwegen.¬†In dieser Zeit ist die Landschaft in wunderbar weiches Licht getaucht und die Nordlichter werden Nachts bei klarem Himmel schon fr√ľher und somit auch l√§nger zu sehen sein. Es erwartet euch bei unserer Fotoreise ein abwechslungsreiches Programm. In hoffentlich klaren N√§chten und einer langen D√§mmerungszeit am Tage fotografieren wir die spektakul√§ren Polarlichter.

Zu den spektakul√§rsten Auftritten des Nordlichts geh√∂rt in zahlreichen Farben tanzendes Licht, das in hoher Geschwindigkeit √ľber den Nachthimmel wirbelt.

Polarlichter kommen in n√∂rdlichen Breiten als auch auf der S√ľdhalbkugel vor. Hier im Norden hei√üen sie dann Nordlichter oder Aurora borealis und am S√ľdpol nennt man sie S√ľdlichter oder Aurora australis. Um sich vorzustellen, wie Polarlichter entstehen, ist es am einfachsten an einen Luftkuss zu denken dem man etwa seiner Freundin oder Freund zuwirft. Die Sonne sendet praktisch einen Luftkuss an die Erde, der in Form von bunten Lichtern am Himmel sichtbar wird.

Denn physikalisch passiert etwas sehr interessantes: Die Sonne st√∂√üt einen sogenannten Solar-Sturm voller energiegeladenen Teilchen aus. Dieser ben√∂tigt rund 18 Stunden, bis er das Magnetfeld der Erde erreicht. Wenn sich die energiegeladener Teilchen dann mit den erdeignen Atomen verbinden, entstehen die Nordlichter. Das ganze passiert etwa in 100 Kilometern H√∂he statt.¬†√úber den Lofoten¬†sind die Polarlichter¬†meistens Gr√ľn, diese Farbe entsteht beispielsweise in Verbindung mit Sauerstoff.¬†Damit wir das einzigartige Naturschauspiel gut sehen k√∂nnen, ben√∂tigen wir au√üerdem einen dunklen und klaren Himmel.

Vielen fragen sich warum man so weit in Richtung Norden oder S√ľden reisen muss um das Naturschauspiel sehen zu k√∂nnen?¬†Das Magnetfeld der Erde ist nicht kreisrund wie bei einem Ball, sondern es sieht eher aus wie ein Apfel, mit √Ėffnungen oben und unten. Das Magnetfeld ist durchzogen von Magnetfeldlinien. Die Elektronen werden aufgrund ihrer magnetischen Ladung besonders von diesen √Ėffnungen angezogen und von den Magnetfeldlinien zu den Polen gelenkt.¬†Dort kollidieren sie dann mit den erdeignen Atomen. Die Polarlichter sind an beiden Enden der Welt zur gleichen Zeit sichtbar. Wenn wir hier in Norwegen Nordlichter sehen, dann k√∂nnen wir uns sicher sein, dass sich der Himmel √ľber dem S√ľdpol gleichzeitig verf√§rbt.


Liebe Abenteurer, Fotofreunde und Entdecker! Das Gef√ľhl in uns, das der gesamte Planet bis in den letzten Winkel erforscht und √ľberwacht ist verursacht in uns eine innere Unzufriedenheit. Wir gieren f√∂rmlich danach, Orte zu finden, die verborgen und auf keiner Landkarte verzeichnet sind. Wir sind auf den Spuren der Entdecker und suchen geheime Orte die uns √ľberraschen.

Begleitet uns auf eine spannende Fotoreise¬†nach Transnistrien & Moldawien. Die Republik Moldau ist ein kleines Land am Rande Europas, zwischen Rum√§nien und der Ukraine. Das Land beherbergt¬†die nicht anerkannte Republik ‚ÄěTransnistrien‚Äú Die Republik ist kein offiziell anerkannter Staat, aber es ist eine unabh√§ngige Transnistrische Moldaiusche Republik mit eigener W√§hrung, eigener Regierung und sowjetischer Ideologie.

Wir besuchen die Haupstadt Tiraspol zum Tag der Unabh√§ngigkeit und nehmen an den Festlichkeiten und Milit√§rparaden teil. In Tiraspol kann man bis heute kommunistische Symbolik aus den Sowjetzeiten finden, es ist wie ein ‚Äěsozialistisches Freilichtmuseum‚Äú. Wir fahren zum autonomen Gebiet Gagauzery, wo t√ľrkischsprachige aber orthodoxe Bev√∂lkerung lebt. Wir besuchen eine ‚ÄěKolchose‚Äú und pr√§chtige Weing√ľter und Keller sowie eine St√∂rfarm und probieren hier den besten Kaviar der Region. Unterwegs probieren wir die kulinarischen K√∂stlichkeiten der Region. Diese Fotoexpedition wird auch von grandiosen Landschaften, verwunschenen Schl√∂ssern, Kirchen, Kl√∂stern, einer Synagoge sowie Architektur und Stra√üenfotografie untermalt.¬†Mit uns erkundest Du mit einer Gruppe von Fotofreunden, Explorern und Abenteurern geheimnisvolle Orte und vergessene Welten. Mit uns sammelst Du Artefakte in Form von einzigartigen Fotomotiven.

Transnistrien ist ein kleines Land, etwa 200 Kilometer lang und an nur wenigen Stellen breiter als zwanzig Kilometer, im R√ľcken die Ukraine und im Westen, am gegen√ľberliegenden Ufer des Dnjepr, die Republik Moldawien, oder unter der fr√ľheren Bezeichnung¬†„Bessarabien“. Josef¬†Stalin hatte Transnistrien im Jahr 1940 von der Ukraine getrennt und der damaligen Moldauischen Sowjetrepublik¬†zugeschlagen. Nach dem Untergang der UdSSR f√ľrchtete man in Transnistrien wo √ľberwiegend die russischsprachige Minderheit lebt, das die Rum√§nisch sprechende Mehrheit Moldaus eine Vereinigung¬†mit Rum√§nien anstreben, auf Kosten Transnistriens.

Russische und ukrainische Soldaten √ľberwachen die Grenze zwischen der Republik Moldau und ihrer abtr√ľnnigen Teilrepublik. Eine Grenze, die f√ľr Moldau nicht existent ist, weshalb die Polizisten Moldaus auch keine Kontrollen vor dem Schlagbaum vornehmen. Die nicht anerkannte Hauptstadt Tiraspol liegt kaum zehn Minuten hinter der Waffenstillstandslinie von 1992.¬†Etwa 180‚ÄČ000 der rund 600‚ÄČ000 Einwohner Transnistriens leben in Tiraspol, einer Hauptstadt, die den Charme von „Ostberlin 1989“ hat. √úberall entdeckt man sowjetische Symbolik und Relikte aus l√§ngst vergangenen Zeiten, die meisten Stra√üen von sozialistischer Architektur und Plattenbauten umgeben.

Im Zentrum der Stadt steht auf einem Betonsockel¬†ein Panzer. ‚ÄěDas ist ein Denkmal zur Erinnerung an die Opfer des Unabh√§ngigkeitskrieges‚Äú. Knapp 1000 Menschen starben als 1992 moldawische Soldaten¬†in Transnistrien einr√ľckten. Die Transnistrier wollten um keinen Preis zu Rum√§nien geh√∂ren, wie damals die moldawische Regierung forderte. Transnistrien blieb seitdem¬†autonom, aber es geh√∂rt offiziell immer noch zu Moldawien.¬†Es gibt die lokale W√§hrung, den transnistrischen Rubel. Man kann aber auch √ľberall mit Dollar und sogar Euro bezahlen.

Alle Informationen und Stationen unserer spannenden Fotoexpedition Transnistrien & Moldawien findet Ihr unter diesem Link: https://urbexplorer.com/shop/transnistrien-moldawien/

 


Seit etwa 4 Wochen¬†sind wir alle wieder von unserer Pripjat Silvester 1985 Tour nach Hause zur√ľckgekehrt! Wir begaben uns in das Jahr 1985 um auf eine au√üergew√∂hnliche ‚ÄěSilvester‚Äú Fotoexpedition nach Tschernobyl und Pripjat. An zwei Tagern erkundeten wir die zu dieser Jahreszeit menschenleere Sperrzone.

Da es ein wenig geschneit hat herrschte auf unserer Erkundungsroute durch die Zone eine stimmungsvolle winterliche Aura! Dies war eine außergewöhnliche und einzigartige Fotoexpedition in die Sperrzone denn die Lichtverhältnisse in dieser Jahreszeit sind schon eine Herausforderung.

Andererseits haben wir v√∂llig neue Eindr√ľcke aus einer winterlichen und verschneiten Zone mitgenommen. Ich pers√∂nlich habe meinen ersten Wolf in meinem Leben gesehen. Die Bilder wurden mir von Nils Konheiser zur Verf√ľgung gestellt. Vielen Dank daf√ľr! Besucht seine Seite unter: Facebook NK Fotografie¬†

Eine kleine Statistik: Aus welchen Ländern kamen eigentlich die meisten Besucher in die Sperrzone?

Platz 1. Ukraine mit 33,2 %
Platz 2. Polen mit 16,8 %
Platz 3. Großbritannien mit 12,3 %
Platz 4. USA mit 8,8 %
Platz 5. Deutschland mit 7,5 %

Fotogalerie Pripjat Silvester 1985 Tour

VideoClip "Pripjat Silvester 1985 Tour"

Pripjat Silvester 1985 Tour

Mach Dir selbst ein Bild!


Spannende Erlebnisreisen nach Bajkonur und Aralsee!

Zwei wagemutige Urban Explorer haben sich auf den gef√§hrlichen Weg gemacht, heimlich das Gel√§nde des Bajkonur Kosmodroms zu erkunden. Das Hauptziel der beiden war der geheimnisvolle „Buran“ Hangar. Die Reisevorbereitungen dauerten etwa ein halbes Jahr. Die beiden bereiteten sich gr√ľndlich vor und haben viele Informationen √ľber das Gel√§nde gesammelt die f√ľr diese anspruchsvolle Reise wichtig sind. Mit gro√üen Rucks√§cken und bei Vollmond √ľberquerten die beiden die W√ľste in Kasachstan. Ein Paar mal standen Sie kurz davor entdeckt zu werden bis Sie endlich am riesigen Hangar angekommen sind.

Das Geheimnis im verlassenen Hangar

In diesem verlassenen Hangar des größten Raketenstartplatzes der Welt, dem Kosmodrom Baikonur, stehen die verrottenden Überreste des ehemaligen russischen Raumfahrtprogramms Buran.

Das Gel√§nde geh√∂rt seit dem Zerfall der Sowjetunion zu Kasachstan, wird aber von Russland bis 2025 gepachtet. In Bajkonur werden noch immer etwa 70 Prozent der russischen Raketenstarts abgewickelt, aber gleichzeitig ist es auch ein Synonym f√ľr den gescheiterten russischen Traum eine weltweite Vormachtstellung in der Raumfahrt zu erlangen. Im Jahr 1993 wurde die Mission „Buran“ endg√ľltig eingestellt. Das gro√üe Ziel, die Dominanz gegen√ľber den USA im Weltraum, musste aus finanzieller Hinsicht begraben werden.

Checkt deren Facebookprofil: https://www.facebook.com/balans.kaunas?fref=ts

Mit unserer Bajkonur & Aral See Fotoexpedition begebt Ihr euch auf eine spannende Zeitreise in die Vergangenheit.

Mit uns entdeckst Du Reiseziele die Abseits der touristischen Pfaden liegen. Wir gieren f√∂rmlich danach, Orte zu finden, die verborgen und auf keiner Landkarte verzeichnet sind. Wir sind auf den Spuren der Entdecker und suchen geheime L√§nder und Orte die uns √ľberraschen. Mit uns erkundest Du mit einer Gruppe von Fotofreunden, Explorern und Abenteurern geheimnisvolle Orte und vergessene Welten. Mit uns sammelst Du Artefakte in Form von einzigartigen Fotomotiven.

Wir brechen auf zu einer Expedition nach Kasachstan und erkunden gemeinsam einen ehemaligen Truppen√ľbungsplatz der sowjetischen Armee, die verrosteten Schiffe und die aufgegebenen Fischerd√∂rfer am Aral-See und als Highlight erkunden wir gemeinsam an zwei Tagen den Weltraumbahnhof Bajkonur und d√ľrfen sogar einen Raketenstart miterleben. Aber auch atemberaubende Landschaften, Seen und Schluchten warten darauf fotografisch festgehalten zu werden. Auch diese Fotoexpedition findet im bew√§hrten Urbexplorer Style statt, locker und entspannt mit einer kleinen Gruppe von Entdeckern. Mach Dir selbst ein Bild!

The Ghost of Bajkonur


Mit unserer Urbexplorer St√§dtereise nach Sankt Petersburg vom 1 bis 6 Juli begibst Du dich zur√ľck und erlebst mit uns die verschiedenen Epochen der Zaren hautnah. Am dritten Tag hast Du¬†die M√∂glichkeit, an einem sechsst√ľndiges Fashionshooting unter der Begleitung des deutschen Modefotografen und Fototrainers Felix R. Krull in einem traumhaften leerstehenden Palastgeb√§ude aus dem 18. Jhd teilzunehmen. Das legendenumwobene Geb√§ude selbst liegt versteckt in einem heruntergekommenen¬†Industriegel√§nde an der Neva, weitab der Saint Petersburger Metrostationen. Das Haus ist seit jahren verschlossen und leerstehend. Eine passende geheimnisvolle Atmosph√§re wird durch einen stuckverzierten weissen Zeremoniensaal und einem riesigen Wintergarten erzeugt. Dieser Ort gleicht einer Geistergeschichte zwischen abgenutzter Eichenholzt√§felung, gesprungenem Mamor, halbblinden Spiegeln und zerissenen Wandverkleidungen aus goldenem oder blutrotem Samt.

In diesem einzigartigen Ambiente arbeiten wir mit zwei wunderbaren international tätigen Topmodels sowie zwei hochprofessionellen Make-Up Artists und einer Stylistin. Felix wird euch verschiedene Sets bieten und euch im Umgang mit den Models, dem Posing, dem Licht, der Technik und dem Styling begleiten.


„Bonehaus“ –¬†das Bonehaus ist ohne Bone nur Haus

G√∂rlitz gilt als eine der sch√∂nsten St√§dte Deutschlands. Unz√§hlige¬†Bauten aus Romanik, Barock, Renaissance und Gr√ľnderzeit zieren das Stadtbild und bilden zusammen ein beeindruckendes Ensemble. Anfang 2016 begab ich mich nach der Urbexplorer Fototour zum Hotel Vier Jahreszeiten und dem Freisebad, auf Erkundungstour durch die Altstadt von G√∂rlitz. Von einem Freund bekam ich den Tip das legend√§re „Bone Haus“ am Obermarkt 26 gleich neben der ber√ľhmten Verr√§tergasse zu besuchen. Der K√ľnstler¬†Steeven Fabian Bonig – bei den Einheimischen¬†schlicht ‚ÄěBone‚Äú genannt – ist Mieter des Hauses Obermarkt 26 und¬†machte die Innenr√§ume durch seine Kunstinstallationen zu einem mystischen und inspirierenden Ort was aus der Zeit gefallen scheint.¬†Es ist mehr als ein Haus, es ist ein lebendiges Kunstwerk, geschaffen von einem kreativen Geist und nicht leicht zu erfassen, weil man ein Bestandteil der¬†Installation¬†wird, wenn man es¬†betritt.¬†Bei einem kurzen Gespr√§ch mit „Bone“ erfuhr ich zudem das seine Kunst eine Art kreativer Sch√∂pfungsprozess ist, der¬†sich st√§ndig ver√§ndert, w√§chst, zerf√§llt¬†und neu entsteht. Die Zutaten bestehen¬†teils aus Holz, Porzellan, Eisen, Plastik oder Papier, teils aus Tr√§umen, Sehns√ľchten und Gedanken.

Leider verlie√ü Steeven Fabian Bonig¬†das sogenannte „Bonehaus“ Ende 2016, nachdem er seine mit dem Eigent√ľmer geschlossenen Vertr√§ge, so auch den Mietvertrag, gek√ľndigt hat.¬†In der Zwischenzeit hat¬†„Bone“ gemeinsam mit Freunden das Haus ausger√§umt und alle Rarit√§ten den Leuten in der Stadt zur√ľckgegeben die sich an seinen aufw√§ndigen Installationen beteiligt haben.

Das „Bone Haus“ bleibt aber als eine G√∂rlitzer¬†Legende und als ein Denkmal sowie ein Ort der Inspiration in Erinnerung.

Was ist das hier? (Ein Gedicht von „Bone“)

So im Vorbeischleichen an den Fassaden¬†– von einem historischen ‚ÄěVorsicht frisch gestrichen‚Äú zum n√§chsten¬†schreckt pl√∂tzlich eine zerfressene Sockelkante¬†in die l√§ngst langweilig gewordene T√ľnche der Sanierung.¬†Hier soll sich noch beweisen, was ein Denkmal ist und was nicht.

Eine T√ľr steht offen. Manchmal auch zwei oder drei,¬†weil so viele T√ľren hat die Halle dieses j√ľngsten Hallenhaus der Stadt.¬†Man tritt ein, nicht weit und fragt sich -was ist das hier- ,¬†wenig ahnend, dass das zuvor schon in den acht Jahren¬†mehr als Hundert tausend Menschen ebenso fragten¬†und ebenso keine Antwort fanden.¬†Das soll es auch nicht,
denn was es in Absicht einzig zu sagen gibt steht auf einem Zettel im zweiten Stock; der Rest in Bildersprache.

Der ist viel, dieser Rest, aber auf den Betrachter¬†wirkt zun√§chst nur die Wucht der F√ľlle.¬†Auch das Detail scheint sich einer Antwort zu entziehen, weil der heutige Mensch
vom Konsum seiner Bildschirmmedien und Tonfilmprodukte gew√∂hnt ist,¬†dass das, was er anschaut auch mit ihm spricht.¬†Wer dennoch selbst ein Detail deutet, wird sofort ein n√§chstes finden,¬†das seine letzte Deutung fehl f√ľhrt.¬†Hier wirkt, was Goethe im Vorspiel des Faust¬†den Theaterdirektor zum Dichter sagen l√§sst:¬†…suchet nur sie zu verwirren; / sie zu befriedigen ist schwer.

Wer die Ordnung zwischen den Details erkennt¬†beginnt sein warmes Aufgehobensein zu genie√üen,¬†den Abpfiff des Zeitgef√ľhls und die Sprache der Stille zu h√∂ren.¬†Erst sp√§t, wenn √ľberhaupt, wird der Geist merken,¬†dass das, was hier wohltuend wirkt das Fehlen des Weltgegr√∂hls ist,¬†dass der Ort hier gegen diese Welt¬†ein kostbares Nichts ist,¬†dass auch den Menschen nicht zwingt etwas zu sein.¬†Kein Gesch√§ft, dass den Mensch zwingt Kunde zu sein.¬†Ein Nichts, dass den Menschen einfach nur da sein l√§sst¬†und allein daf√ľr willkommen hei√üt.¬†Keine Werbung raubt die kostbare Aufmerksamkeit,¬†nichts schreit sein aufdringliches eitles -ich ich ich-, wie die K√ľken im Vogelnest.¬†Nichts hier soll was sagen, obwohl man ahnt, dass es das k√∂nnte.¬†Niemand will Geld, nichts soll verkauft, nichts gepriesen werden.¬†Niemand will sagen was es ist.¬†Es ist Nichts und soll es auch sein.¬†Ein Kunstwerk; ein angebliches Vielsein,¬†dass aber nichts ist,¬†wie die wortlose Behauptung eines Theaterzauberers,¬†n√§mlich dass wei√üe Kaninchen in schwarzen Zylindern wohnen…Und wo sich alle deswegen freuen,¬†weil es eben perfekt so aussieht,¬†aber unm√∂glich so sein kann.

Und doch ist es was. Es muss! was sein…

Wer fern allen Hochmuts und unbeleidigt √ľber dieses Nichtbeantwortetsein ist,¬†nicht einen Ort braucht, um selbst etwas zu sein,¬†und √ľberhaupt in aller Uneile die Zeit dazu hat¬†wird irgendwann den Weg in den ersten Stock finden.¬†Eine breite gro√üz√ľgig einladende Treppe,¬†die zun√§chst auf ein feurig leuchtendes √Ėlgem√§lde zuschreiten l√§sst,¬†das einen liebesfreudigen Geist an die Lust zur Leidenschaft erinnert.

Dann biegt die Treppe scharf ab und f√ľhrt den Blick aufw√§rts in den Abgrund.¬†Drei vergammelte Restbalken lassen sofort die Phantasie¬†jene nicht mehr vorhandene Decke konstruieren,¬†schreien dem Baulaien ein erstes Auweia in den Sinn,¬†und wirken das Gef√ľhl,¬†gegen das sich die Frechheit des Herzens wehren w√ľrde,¬†wenn es auf einem Warnschild befohlen w√§re: Vorsicht einsturzgef√§hrdet!!!

Aber was fehlt kann nicht gez√§hlt werden, schreibt Lao Tse im Tao te King¬†und eine nicht vorhandene Decke kann auch nicht einst√ľrzen.¬†Und wenn, dann eben nur da, wo sie gerade ist: in der Phantasie.¬†(eventuell auch in den Gutachten verlogener Sachverst√§ndiger…)

Dann √∂ffnet sich der Blick bis zum Dach¬†und f√ľttert die Phantasie weiter¬†mit einem Gewirr von angefaulten Gammelbalken.¬†Die sind, wo sie sich selbst nicht mehr zu halten drohen¬†in verrostete Eisenketten gehangen, verrostete dunkle,¬†damit man nicht sogleich sehen kann,¬†dass das Geb√§lk eigentlich gegen das,¬†was dieser Anblick vermuten l√§sst gesichert ist.¬†Sie sind auch gereinigt¬†mit einem Wasserstrahl von f√ľnfzehn Atmosph√§ren Druck,¬†der wirklich nur die von Pilz und F√§ulnis unbesch√§digte Substanz √ľbrig l√§sst.
Aber Dreck, der weg ist sieht man nicht,¬†noch weniger, wenn man sowieso ein Mikroskop br√§uchte¬†f√ľr gefr√§√üige Bakterien, Sporen und Mycelien.¬†Darum sieht die Phantasie immer und immer weiter herabst√ľrzen,¬†was l√§ngst herabgest√ľrzt und wegger√§umt ist.¬†Und was staubgesaugt ist¬†und abgewaschen¬†und mit Antimykotikum f√ľr die Ewigkeit bereitet…

Sucht das Auge weiter wird es f√ľndig an talergro√üen Verstecktheiten,¬†die letztlich dem Laien oder all zu eiligen Fachmann¬†nichts als die Gro√üe Gefahr √ľbrig lassen, n√§mlich die Gefahr,¬†dass in allen schwarzen Zylindern weisse Kanikel wohnen …

Tatsächlich aber schwebt dieses Gewirr der Gammelei als banale Dekoration in diesem Raum, gleich wie in aller Welt auch Blumenampeln, Discokugeln und Lampen an der Decke hängen. und wirken in jedem Fall eine stark erhöhte Aufmerksamkeit. Die soll sein wegen dem Zettel im zweiten Stock.

Man betritt den Aufgang nach weiter hoch.¬†Zwei gro√üe alte schwarz-wei√ü-Fotographien von Alt-G√∂rlitz h√§ngen an der Wand,¬†eine dritte steht am Boden, eine kleine Steigeleiter davor,¬†ein Hammer und eine B√ľchse N√§gel.¬†Es sieht aus wie mitten drin abgebrochen,¬†als ob jemand gerade von der Arbeit weggelaufen ist.¬†Kommt man ein Jahr sp√§ter¬†wird es immer noch so aussehen,¬†und dieser jemand wird sich als Imagination entpuppen,¬†als das v i r im Wort environment. Virus- der Lebende.¬†Mindestens Hundert solche sind im Haus zu finden.

Dann biegt die Treppe scharf ab und dann noch mal.¬†Dann tritt man auf einen kleinen Balkon,¬†die Decke dar√ľber sind zwanzig Quadratmeter¬†komplett fl√§chendeckendes Gammeldekor.¬†Ein Balken, auf einer Seite abgefault und herunter gebrochen¬†schwebt schr√§g im Raum, wie als ob er gerade noch fliegt.¬†Eine Eisenkette sichert ihn, doch die w√§re nicht n√∂tig gewesen,¬†denn der Balken hing noch von allein so.¬†Aber hier fand auch der Baumeister¬†die Angst an die Grenze getrieben.¬†Und da an diesem Balken h√§ngt er nun, der Zettel,¬†der noch beweisen wird, dass Kunst √ľberhaupt nicht Gesschmackssache ist.¬†Kunst ist sehr wohl erkl√§rbar und Geschmack auch,¬†lediglich nicht f√ľr jeden.Man muss es auch nicht.¬†Man kann auch Speise einfach genie√üen¬†ohne zu wissen wie sie gekocht wird.¬†Oder eben in Gefahr schweben, die gar keine ist,¬†und danach das Gl√ľck f√ľhlen, das man die ganze Zeit schon hatte.¬†Oder die wirkliche Sch√∂nheit erkennen,¬†die man draussen¬†an all den paar tausend strahlenden Hausfassaden¬†l√§ngst gesehen zu haben meint.

Was Du da gesehen hast, h√∂re Mensch, es ist Deine Sch√∂nheit !!!¬†Zumindest die H√§lfte etwa,¬†denn ohne diese Beigabe aus dem Steuers√§ckel¬†w√§ren diese H√§user nie gerettet¬†und nie so sch√∂n geworden wie sie heute sind.¬†Sie waren fast alle, wie es diese Gammelei verk√ľndet,¬†und sie waren es wirklich, was diese Gammelei nicht wirklich ist.¬†G√∂rlitz hat nicht nur diesen einen anonymen Spender,¬†der jedes Jahr diese Altstadtmillion spendiert.¬†Es hat auch achtzig Millionen anonyme Steuerzahler¬†und Hunderte Millionen verbaut!¬†Und einen Solidarit√§tszuschlag,¬†eine Zahl, den meisten G√§sten nur vom Steuerbescheid bekannt,¬†in G√∂rlitz aber nun¬†in einer solch robusten Sch√∂nheit sichtbar geworden,¬†wie in keiner anderen Stadt;¬†und ja;- wer sowas nie bezahlt hat,¬†oder nur Erwerb und Bereicherung darinnen fand,¬†der wird auch nur wenig ger√ľhrt sein¬†von einem Dankesch√∂n.

Das ist Erkl√§rung und keine Geschmackssache.¬†Es gab ja auch feuchte Augen, sehr und nicht selten, vor Freude¬†√ľber ein Kunstwerk aus zweitausend Arbeitsstunden,¬†die bauingineurlich genau so nutzlos sind,¬†wie die fliegenden B√§llchen beim Jongeleur,¬†oder wie die Kriminalit√§t im Kriminalfilm,-¬†-ach es gibt ja genug echte im wirklichen Leben,¬†und die ist doch auch nicht Geschmackssache,¬†weil sie nicht so clever aufgekl√§rt wird, wie die im Film.¬†Wozu putzen, wozu die M√ľhe, die ganze Arbeit¬†an etwas, das nicht mehr ist, was es mal war,¬†nicht mehr tut, was es mal tat¬†und nie mehr kann, was es mal sollte ???¬†Steht man nicht immer vor der Sinnlosigkeit eines sinnlosen Kunstwerkes¬†und fragt ‚Äěwas will uns der K√ľnstler damit sagen ???¬†…steht doch auf dem Zettel: Danke !!!

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