Im dritten und letzten Teil von „Georgien – Abenteuer Mensch“ m√∂chte ich euch noch ein paar Bilder aus dem Alltagsleben in Georgien zeigen. Speziell aus der Freizeit. Da gibt es einmal diese nervigen Touristen und auch Menschen die sich einfach nur entspannen wollen.

 

Das Handy mit dem man jeden Augenblick festhalten muss hat auch hier Einzug gehalten. Selfitime. Religion und Glauben sind noch tief im Land verwurzelt. Das merkt man speziell in den Kirchen und auch an den bunten Trachten.

 

Man heiratet gern, mal mehr und mal weniger nach den alten Bräuchen.

 

√úberrascht war ich √ľber das „Stelzen Haus“, deutscher Name, aber georgische K√ľche. Auch sonst werden die gastronomischen Einrichtungen gern wahrgenommen.

 

Im Gro√üen und Ganzen ist Georgien sehr europ√§isch. Der Umgang mit den Tieren ist vielleicht noch etwas urspr√ľnglicher, aber die Menschen wollen sich zeigen, kleiden sich modern und sind sehr freundlich und offen.

Ein buntes Land mit vielen bleibenden Eindr√ľcken. Hier und da auch ein Hauch Ostalgie. F√ľr mich auf jeden Fall die bessere Variante als in El Arenal zwischen Ballermann 6 und Strand zu pendeln.

Link zur Buchung.

Wer einen georgischen Naturkalender f√ľr Weihnachten und das n√§chste Jahr m√∂chte, den gibt es hier.

Georgien & Kaukasus Fotokalender 2018 erscheint in einer limitierten Auflage von 100 St√ľck und ist somit ein exklusives und individuelles Geschenk.


Im 2. Teil von „Georgien – Abenteuer Mensch“ geht es um die Arbeit und die T√§tigkeiten die sich in Georgiens Stra√üen abspielen. In den St√§dten und gr√∂√üeren D√∂rfern reihen sich lauter kleine L√§den aneinander. Aber auch an den Landstra√üen herrscht reger Handel. Im 1. Teil habe ich ja auch schon ein paar gesch√§ftst√ľchtige Leute vorgestellt. Sch√§fer, Schuster und Salzhandel.

Am Interessantesten fand ich das Gew√ľrzbrot. Gebacken auf Reisig und Tannenzapfen in vasen√§hnlichen √Ėfen. Als Gew√ľrze sind auf jeden Fall Koriander, Zimt, Vanille und Nelken drin. Kann man wirklich gern essen.

 

In Tbilisi gibt es einen coolen Tr√∂delmarkt. Es ist einfach unvorstellbar was es hier alles gibt. Im wahrsten Sinne des Wortes vom verbogenen Nagel bis zu Studioausr√ľstungen f√ľr Foto und Film, Schwerter, Musikinstrumente und und und …

 

Interessant und sehenswert sind auch die kleinen Läden längs der Straßen. Manche schließen dann auch mal gegen Mitternacht. Egal ob Reifen, Obst, Bier, Wasser, Tontöpfe, iPhone oder Zigaretten, was man braucht das bekommt man auch.

 

Von den fliegenden Händlern war mir der Weinhändler der Liebste. Kaufst du drei Flaschen Wein, bekommst du zwei Flaschen Schnaps dazu. Aber die Honigleute im Gebirge sind auch sehr beflissen und lassen dich alles mal kosten und probieren.

 

Der nächste Teil wird dann etwas bunter und anders. Bilder aus dem Leben und der Freizeit in Georgien.
Ich kann euch nur raten, fahrt hin und lasst euren Gaumen und eure Augen verwöhnen.

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Und so geht es bald weiter … .. .


Bei einer Reise durch Georgien gibt es nat√ľrlich unendlich viele Gebirgsansichten, Kl√∂ster und Burgen zu fotografieren. Aber man kann auch sehr schnell mit den Menschen in Kontakt treten. Die meisten sind gegen√ľber Ausl√§ndern sehr aufgeschlossen und wissbegierig. Es gibt im Gegenzug immer kleine Geschichten und Besonderheiten zu erfahren. Nach einem Gespr√§ch kann man auch gern mal ein Portrait machen. Etwas russisch oder englisch ist zwar sehr hilfreich, aber mit Zeichensprache und Gesten kommt man auch gut klar.

Der stolzeste Poser war wohl dieser Herr. Ein Sammler und Schrauber von alten Autos, die H√§nde bis zum Ellenbogen √∂lverschmiert. Er kroch gerade aus dem Motorraum eines Urals als ich kam und zeigte mir seine Sch√§tze. Ein paar hat er schon einem franz√∂sischen Attach√© vermacht. Sein absolutes Lieblingsst√ľck war ein VW Bus.

Ein Sammler alter Autos

Ein ziemlich lustiger Geselle war dieser Schafhirt der am Jvari Querpass in 2395 Meter H√∂he seine Sch√§fchen zusammen hielt. Wie so oft kam man nach einer Zigarette ins Gespr√§ch. Georgien ist √ľbrigens ein wunderbares Land, man darf in Gastst√§tten noch rauchen. Hoffentlich treten sie nicht so schnell der EU bei. Ein paar Meter daneben war ein Kriegsgefangenenfriedhof, mit einer deutschen Gedenktafel.
Der junge Mann war auch sehr umtriebig und verkaufte an einem Foto Spot vor Ushguli sein swanetisches Gew√ľrzsalz. Ushguli ist das h√∂chste bewohnte europ√§ische Gebirgsdorf, 2200 Meter.
Rechts im Bild dann noch ein Schuster aus Tbilisi, nicht sehr gesprächig aber sehr fotogen.

 

In Chiatura erz√§hlte ein alter Mann das Stalin mit Hilfe eines √Ėsterreichers (der war auch ein paar Jahre in Deutschland zugange war) das wundersch√∂ne Theater gebaut hatte. Ein anderer freute sich √ľber ein paar Brocken russisch um √ľber Stalins Sanatorien zu berichten. Am liebeswertesten waren allerdings die Damen vom Grill, einer Discothekengastwirtschaft, sie winken uns noch mal zum Abschied.

 

Die lustigsten Leute trifft man allerdings wenn man nachts durch die Städte streift um Langzeitbelichtungen zu machen. Da trifft man Typen die alle deutschen Fußballclubs kennen. Die alle Spieler kennen die mal international gespielt haben. Man trifft Leute die um eine Zigarette bitten und dann darauf bestehen fotografiert zu werden oder einfach Frauen die mal mit einem deutschen Riesen fotografiert werden wollen.

 

Ich habe euch jetzt mal ein knappes Dutzend Menschen vorgestellt mit denen ich etwas n√§her in Kontakt gekommen bin. Gespr√§che, lachen, rauchen oder auch eine Flasche Bier … alles was sich in meinem Hirn verewigt hat. Demn√§chst werde ich euch zeigen (in Farbe) wie man in Georgien sein Geld verdienen kann.
Wer sich das lieber selbst anschauen möchte dem rate ich zu folgendem Link zur Buchung.

Wer einen georgischen Naturkalender f√ľr Weihnachten und das n√§chste Jahr m√∂chte, den gibt es hier.

Georgien & Kaukasus Fotokalender 2018 erscheint in einer limitierten Auflage von 100 St√ľck¬†und ist somit ein exklusives und individuelles Geschenk.

Und so geht es bald weiter … .. .

Gruppenfoto mit Miliz


Trolle, Feuer und Eis auf unserer Island Fotoreise!

Da mich seit meiner ersten Reise nach Schweden und Norwegen im letzten Jahr, die skandinavischen L√§nder einerseits durch die wechselvollen und mitunter kargen Landschaften faszinieren beschloss ich vor l√§ngerer Zeit mich auf eine 9 t√§gige Island-Fotoreise zu begeben. Entstanden ist die Insel aus hei√üer Lava als einige Vulkane tief im Atlantik vor etwa 20 Millionen Jahren begannen aktiv zu werden. Diese legten sozusagen das Fundament f√ľr Island.

Gletscher, Vulkane, Wasserf√§lle, Eisberge, Lava- und Ger√∂llw√ľsten. Island ist in vielen Dingen einzigartig und deshalb zum Eldorado f√ľr Abenteurer und Touristen geworden.Gletscher, Vulkane, Wasserf√§lle, Eisberge, Lava- und Ger√∂llw√ľsten. Island ist in vielen Dingen einzigartig und deshalb zum Eldorado f√ľr Abenteurer und Touristen geworden. Man merkt sofort das hier die Natur das Sagen hat und nicht der Mensch.

Mein Flug startete am 01. August um 22.00 Uhr in Berlin Schönefeld in Richtung Keflavik. Der Flug dauert etwa 3,5 Stunden sodass ich mit Zeitunterschied -2 Stunden gegen Mitternacht in Keflavik angekommen bin. Da zu dieser Zeit immer noch die Zeit der Mitternachtssonne herrscht war die Nacht in wunderbarem Licht getaucht was zwischen pastellhaften Farben Orange, Blau, Grau und Schwarz schwankte.

Spannende Fotoexpedition f√ľr abenteuerlustige Landschaftsfotografen

In den Monaten Juni bis August herrscht Hochsaison und es wimmelt nur so von Touristen. Die meisten kommen aus den USA, Deutschland, Frankreich und den asiatischen L√§ndern. Dies sp√ľrt man auch bei den Zimmerpreisen aber auch in der Touristendichte. Die meisten Touristen halten sich aber eher im sogenannten „Golden Circle“ auf. Wenn man tiefer in das Land f√§hrt nimmt der Touristenstrom rapide ab. Aber gleichzeitig nimmt auch die touristische Infrastruktur ab. Es gibt weniger G√§steh√§user, Rastst√§tten und Cafe ¬īs und die Zimmerpreise sind erheblich h√∂her. ¬†Diese variieren zwischen 135 ‚ā¨/Zimmer in der Region Reykiavik und 160 ‚ā¨ in der Region H√∂fn. Da ich meine Zimmer recht sp√§t gebucht habe blieben f√ľr mich- wie sich sp√§ter- herausstellen sollte, die etwas ‚Äúexotischeren‚ÄĚ G√§steh√§user √ľbrig. Die meisten Hotels au√üerhalb von Reykjavik sind sehr klein und eher mit G√§steh√§usern vergleichbar.

Gegen 1.30 nahm ich meinen Mietwagen in Empfang und machte mich auf menschenleeren Straßen auf in Richtung Vik i Myrdal um den Sonnenaufgang zu fotografieren denn die Wettervorhersage sah sehr vielversprechend aus. Leider sind Wettervorhersagen und Island wirklich keine besten Freunde, denn das Wetter ändert sprichwörtlich alle 5 Minuten.
Nach etwa 3 Stunden Fahrt bin ich in Vik angekommen aber leider regnete es in Strömen, deshalb beschloss ich ein paar Stunden im Auto zu schlafen.

Als ich nach etwa 2 Stunden aufwachte war es 7.00 Uhr. Zeit zum Fr√ľhst√ľcken und einen leckeren Kaffee trinken, dachte ich. Das Leben in Island beginnt sehr entspannt, man muss sich daran gew√∂hnen das die meisten Cafe’s, Bistros oder Rastst√§tten im Sommer nicht vor 8.00 Uhr √∂ffnen. Es l√§uft hier alles etwas entspannter zu. In der Winterzeit, wenn es am Tag nur etwa 4,5 Stunden Hell ist beginnt das Leben erst gegen 10.00 Uhr, wurde mir gesagt.

Im September 2018 startet unsere erste Island Fotoreise. Sei auch Du dabei!

Das Wetter besserte sich nur etwas aber die dichten Wolken blieben, deshalb beschloss ich den schwarzen Strand und das Strandpanorama von Vik am nächsten Tag zu fotografieren.
Durch einen Tip machte ich mich auf dem Weg zu einem mysteri√∂sen Flugzeugwrack das am Strand von S√≥lheimasandur steht. Den Fu√ümarsch von jewils 4 Kilometern hin und 4 Kilometern zur√ľck nahm ich locker in Kauf. Bis heute liegt das Flugzeugwrack an derselben Stelle auf dem nackten schwarzen Sandstrand‚ÄĒsein Gerippe erscheint verwahrlost wie ein postapokalyptisches Grab aus einem Horrofilm. Von Einschussl√∂chern durchsiebt und von jahrzehntelang dar√ľber hinwegfegenden Polarst√ľrmen gepeinigt, ist von der C-117 nichts weiter als der ausgeh√∂hlte Rumpf und ein paar krumme Dr√§hte, die aus dem Skelett herausragen, geblieben. Trotz der vielen Bilder und Videos, die die Touristen anlocken, ist die Geschichte hinter dem letzten Flug des Flugzeugs aber weiterhin unklar. Niemand scheint genau zu wissen, warum es abgest√ľrzt ist, warum es dort zur√ľckgelassen wurde und warum es bis heute am Strand liegt.

Die am weitesten verbreitete Theorie ist, dass das Flugzeug abst√ľrzte, weil es keinen Treibstoff mehr hatte, oder weil der Pilot versehentlich zum falschen Tank umschaltete. Zwar ist die Maschine allgemein als ‚ÄěDC-3 Wrack“ bekannt, doch in Wahrheit handelt es sich um eine umgebaute C-117. Selbst bei dem genauen Datum des Absturztages ist man sich nicht ganz einig.

Gegen Abend machte ich mich auf den Weg zu meiner Unterkunft. Ich freute mich auf eine Dusche, Bett und Schlaf.

 


Zwei polnische Urban Explorer haben nach √ľber 30 Jahren Dunkelheit wieder die Geisterstadt Pripjat erleuchten lassen. Die Stadt wurde nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 aufgegeben und evakuiert. Krystian und Adam sind die Gr√ľnder des¬†Online-Portals¬†Napromieniowani.pl, das sich mit der Geschichte der Geisterstadt Pripjat und den Auswirkungen des Supergaus besch√§ftigt. In regelm√§√üigen Abst√§nden reisen sie in die Sperrzone von Tschernobyl um die Ver√§nderungen w√§hrend der seit 1986 verlassenen sowjetischen Musterstadt zu dokumentieren.

Auf einer Tschernobyl Tour entschlossen sie sich ein Experiment in Pripjat durchzuf√ľhren und packten einen Stromgenerator auf ihre n√§chste Reise in die Sperrzone ein. Mit diesem Generator versuchten sie die seit 31 Jahren dunklen Lampen in der Geisterstadt Pripjat wieder zum Leuchten zu bringen. Ein sehr ambitioniertes Ziel wie sie sagten, aber ob es gegl√ľckt ist?

Die Aktion ‚ÄěPripjat leuchtet‚Äě wurde fast ein Jahr lang vorbereitet. Die meisten Lampen in den Geb√§uden sind nach so langer Zeit gr√∂√ütenteils ohne Funktion, meist liegt es daran das¬†die Pl√ľnderer den Kupferdraht gestohlen haben. Hier war das gr√∂√üte Problem Geb√§ude und Stra√üen zu finden, wo die elektrische Infrastruktur noch funktioniert.

Durch Zufall entdeckten sie eine Stra√üenlaterne die f√ľr ihr Experiment infrage kam. Es war ein unbeschreibliches Gef√ľhl in dieser verlassenen und dunklen Stadt diesen einzigen, hellen Gelb schimmernden Leuchtturm zu sehen. Erstaunlich war es auch das die Lampe eine mit 250 Watt ungew√∂hnlich hohe Leistung hatte. Man kann nur erahnen wie hell die Stadt Pripjat damals beleuchtet wurde.

F√ľr ein weiteres Experiment w√§hlten sie eine der unz√§hligen Schulen in der Geisterstadt aus. „Wir wussten, dass etwas passieren w√ľrde, aber wir wussten nicht was“, erinnert sich Adam.

„F√ľr ein paar Sekunden flackerten die Lichter, und dann gingen sie pl√∂tzlich zum ersten Mal seit 1986 wieder an. Es war ein unbeschreibliches Gef√ľhl und hier war ich das erste Mal sprachlos „, sagt Krystian.

Einige von Euch fragen sich wahrscheinlich, wie es möglich sein kann das man nach mehr als 30 Jahren Pripjat zum Leuchten bringen kann. Das Geheimnis liegt hier in der Einfachheit der Leuchtstofflampen und Röhren. Denn wenn die Infrastruktur noch immer intakt ist und die Lampen nicht zerschlagen sind, besteht eine hohe wahrscheinlichkeit das diese noch funktionieren. Die beiden Explorer haben fast jeden Winkel der Geisterstadt erforscht. Mit dieser Aktion wollten sie einen Hauch Leben nach Pripjat bringen und beweisen das die Technik noch funktioniert.

Alle reden und schreiben das die Stadt Pripjat seit 1986 unver√§ndert ist, das ist aber totaler Quatsch. Tats√§chlich ist die Stadt am auseinander fallen. Das Regenwasser flie√üt die W√§nde herab und sammelt sich im Mauerwerk, durch die Frostperioden im Winter platzen die W√§nde auf und bringen so ganze Geb√§ude zum Einsturz. Eine weitere Problematik ist das die Sperrzone zunehmend vom M√ľll verschmutzt wird was die Touristen hinterlassen, gefolgt vom zunehmenden Vandalismus.

„Wir m√ľssen uns beeilen – diese Fotos sind wichtig, denn bald wird niemand sehen k√∂nnen, was wir sehen, also m√ľssen wir die Zeit nutzen, solange wir k√∂nnen.“ sagt Krystian und verabschiedet sich zur n√§chsten Reise in die Sperrzone.


Auf unserer Fotoreise „Auf den Spuren von Dracula“ durch Siebenb√ľrgen entdeckten wir in einem kleinem Dorf diese geheimnisvolle evangelische Kirchenburg. Sie besteht aus einer imposanten Wehrkirche und dem dazugeh√∂rigen Glockenturm. Allen Lost Places Fotografen in unserer Gruppe schlug das Herz h√∂her als wir durch die schwere Holzt√ľr in das Innere gelangten. In dieser Kirche wurde seit etwa drei Jahrzehnten keine Messe mehr gesungen. An diesem Tag tauchte das warme Abendlicht den Altar in eine m√§rchenhafte Lichtstimmung.

Im Gegensatz zu vielen anderen Kirchen ist hier noch alles unversehrt und mit einer dicken Staubschicht √ľbers√§t. Ein pr√§chtiger Altar mit B√§nken und Gesangsb√ľchern sowie eine wundersch√∂ne Orgel waren die H√∂hepunkte unserer Fototour hierher.

Wer¬†durch Siebenb√ľrgen abseits der Schnellstra√üen unterwegs ist,¬†entdeckt¬†die Kirchenburgen, die sich inmitten geschlossener Strassend√∂rfer erheben, wo heute noch der Typus der fr√§nkischen Bauart vorherrschend ist. Die kriegerischen Zeitl√§ufe des europ√§ischen Mittelalters liessen auch in anderen Gegenden unseres Erdteils – von D√§nemark bis S√ľdfrankreich, von Lothringen bis Polen – Wehrkirchen entstehen, nirgend finden wir sie jedoch in solcher Dichte und Vielzahl zusammengedr√§ngt, nirgend auf so verh√§ltnism√§ssig kleinem Raum eine solche Vielfalt verschiedenster Verteidigungsanlagen, die, trotz weitgehender gegenseitiger Beeinflussung, in ebensovielen Kombinationsm√∂glichkeiten wie Exemplaren anzutreffen sind. Die Vielgestaltigkeit der siebenb√ľrgischen Kirchenbauten r√ľhrt daher, dass die Verteidigungssysteme w√§hrend des 15., 16., sogar noch des 17. Jahrhunderts an schon vorhandene, oft noch dem Ende des 12. und dem 13. Jahrhundert entstammende Kirchenburgen angepasst wurden und in ihrer ganzen Anlage diese zum Ausgangspunkt nehmen mussten. In vielen F√§llen hat sich nicht erst die Wehrbarmachung, sondern schon der Bau der Kirchen in mehreren Etappen vollzogen, an denen die Entwicklung der mittelalterlichen Bautechniken, der √úbergang vom romanischen zum gotischen Stil verfolgt werden kann.

Jede dieser Etappen ist durch geschichtliche Ereignisse bedingt, oft durch Zerst√∂rung von Feindeshand ausgel√∂st worden, so dass die Kirchenburgen in ihrer Baugeschichte gleichsam die steinerne Entsprechung zur Geschichte ihrer Erbauer darstellen und ein Symbol der Siebenb√ľrger Sachsen und ihrer Heimat geworden sind. Und das zu Recht, denn diese Monumentalbauten sind Leistung einer Gemeinschaft, der s√§chsischen Bauern, deren Wesensart und Gesinnung, Beharrungswille und Widerstandskraft aus den gedrungenen kubischen Massen der Wehrt√ľrme spricht, aus der ernsten Einfachheit der steinernen Ringmauern.

Die seit der Mitte des 12. Jahrhunderts bestehenden, in der fruchtbaren Hochebene Siebenb√ľrgens gelegenen jungen s√§chsischen Siedlungen waren durch die zwischen 1420 und 1650 unz√§hlige Male sich wiederholenden T√ľrkeneinf√§lle gezwungen, ihre Bev√∂lkerung vor dem Feind zu sch√ľtzen. Allein auf die eigene Widerstandskraft angewiesen, wurden die s√§chsischen St√§dte zu Festungen, die Dorfgemeinschaften umgaben ihre Kirche, den gr√∂ssten, solidesten Steinbau, der alle Dorfinsassen aufnehmen konnte, mit Ringmauern und Wehrt√ľrmen. Die grosse Befestigungsinitiative l√∂ste recht eigentlich der verheerende T√ľrkeneinfall von 1438 aus. Als Siebenb√ľrgen 1526, durch die Schlacht von Mohacs, unter t√ľrkische Oberhoheit geriet, wurde die Baut√§tigkeit eingeschr√§nkt. Nun standen jedoch schon √ľber 300 Burgen in den Landgemeinden der drei grossen s√§chsischen Siedlungsgebiete, im ¬ęAlten Land¬Ľ und dem Gebiet um M√ľhlbach-Sebes, Mediasch-Medias, Sch√§ssburg-Sighisoara, das sich zwischen Alt-Olt und Kleiner Kokel-Tirnava Mica, zwischen Broos-Orastie und Draas-Drauseni erstreckt, im s√ľdlichen Burzenland wie im n√∂rdlichen N√∂snerland.

Nicht allein gegen T√ľrken und Tataren, auch gegen die S√∂ldnertruppen der um die Macht streitenden Woiwoden Transsilvaniens, in deren K√§mpfen mit dem Hause Habsburg, in den Kuruzzenkriegen fand die gesamte Dorfbev√∂lkerung, mit Vieh und beweglicher Habe, in ihrer Kirchenburg Schutz. Dank der hier aufgespeicherten Vorr√§te an Getreide und Speck, dank der im Burghof oder gar im Kirchenschiff (Henndorf-Bradenii, Mergeln-Merghindeal) befindlichen Brunnen, konnten die Bauern hier ausharren,, bis die wilde Sodateska sengend, brennend und pl√ľndernd vorbeigezogen war und die stattliche Gemeinde allzuoft in einen rauchenden Tr√ľmmerhaufen verwandelt zur√ľckliess. (Quelle: Juliana Fabritius-Dancu, Verlag Neuer Weg Bukarest 1971)


Auf unseren spannenden Lost Places Fototouren entdecken wir manchmal Sch√§tze die den Glanz einer Epoche markieren, wo ein Schwimmbad eine architektonische Meisterleistung darstellte. So ist es auch mit dem im Jahre 1914 er√∂ffneten Volksbad das wir im Rahmen unserer Fotoexpedition „Ton Steine & Scherben“ besucht haben. Der Jugendstilbau wurde mit drei Schwimmhallen f√ľr M√§nner und Frauen, 66 Wannenb√§dern, 14 Duschen, einem Dampfbad sowie Frisier- und Erfrischungsr√§umen ausgestattet. Es erwartete uns ein imposanter Geb√§udekomplex mit pr√§chtigen Foyers und Stuckelementen. Aber auch die Fans der Detailfotografie kamen hier nicht zu kurz. Das Volksbad z√§hlte zu seiner Zeit zu den sch√∂nsten und modernsten Jugendstilb√§dern Deutschlands. Nach massiven Zerst√∂rungen im Zweiten Weltkrieg wurde der Geb√§udekomplex vereinfacht wieder aufgebaut. Seit den 1970 ger Jahren kamen immer weniger Besucher sodass ein wirtschaftlicher Betrieb nicht mehr gew√§hrleistet werden konnten. Aus diesem Grund erfolgte im Jahre 1994 die entg√ľltige Schlie√üung.

Wenn auch Ihr mal mit uns auf Fototour zu diesem wunderschönen Volksbad gehen möchtet checkt die Termine unter: Ton Steine & Scherben


Auf einer meiner vergangenen Lost Places Fototouren in Polen entdeckte ich dieses wahnsinnig spannende und riesige Gel√§nde eines ehemaligen Salzbergwerks. Von weitem pr√§sentieren sich die vorhandenen Geb√§ude und T√ľrme mit der roten Backsteinfassade und den vielen Fenstern als Zeugnis vergangener Industriekultur. Die verschiedenen Geb√§ude und Hallen beherbergen eine d√ľstere und morbide Atmosph√§re. Ganz besonders fasziniert hat mich das ehemalige Kraftwerk wo noch Reste der Dampfmaschine zu finden sind. Ein gigantischer Koloss der St√ľck f√ľr St√ľck von Metalldieben zerfressen wird.

Neben dem Kraftwerk befindet sich ein Geb√§ude wo fr√ľher die Bergarbeiter in den Stollen gefahren sind. Dieser wurde im Jahr 1978 versiegelt und zugemauert. Eine kleine Gedenktafel erinnert noch daran.

Ich gehe weiter und erreiche das Hauptgeb√§ude der¬†6-st√∂ckigen Salzm√ľhle.¬†Hier entdecke ich eine der typischen¬†Industrietreppen die zu dieser Zeit gebaut wurden. Hier mache ich ein Foto von unten¬†und gehe vorsichtig ¬†hinauf denn die Treppen sind durchweg ohne Gel√§nder und in einem bedauernswerten Zustand. Vom Dach genie√üe ich das Panorama auf die angrenzende Stadt.

Die anderen Gebäude sind zwar weniger interessant aber es loht sich auf jeden Fall ein Blick hineinzuwerfen. Hier findet man noch Dokumente aus der Zeit wo das Salzbergwerk aktiv war. Diese Details runden meine Lost Places Fotoexpedition ab.

Im August 1978 wurde das Bergwerk durch einen massiven Wassereinbruch zerst√∂rt. Alle Stollen wurden √ľberflutet, es war ein ungleicher Kampf mit der Natur. Die Erde bebte¬†und dadurch wurden auch viele der angrenzenden H√§user ersch√ľttert, einige wurden sogar durch die Wucht zerst√∂rt.¬†F√ľr die Menschen vor Ort war es eine echte Trag√∂die ,¬†denn das Bergwerk war der Hauptarbeitgeber in dieser strukturschwachen Region.

Dieser Gigant vergangener Salzproduktion, steht mit seinen verlassenen Geb√§uden¬†immer noch und zeigt uns trotzig „seht her ich bin immer noch da!“

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