Auf unserer Tschernobyl Tour erkunden wir entlegene Dörfer am Rande der Zone

Das Riesenrad und der neue Sarkophag sind natĂŒrlich die Highlights bei einem Besuch in der Zone, aber es gibt tausend andere Dinge zu erkunden und zu bestaunen. So zum Beispiel die kleinen verlassenen Dörfer am Rande der Zone. Heute will ich euch mal nach Mashevo entfĂŒhren. ĐŒĐ°ŃˆĐ”ĐČĐŸ, zu Deutsch „mache“. Es ist das nördlichste Dorf an der Grenze zu Weißrussland. Von einem weiteren verschlossenen Kontrollpunkt geht es dann ca. 30km nach Norden. Die Straße ist ganz gut befahrbar, wenn nicht gerade BĂ€ume rumliegen (2016). Dreimal „hau ruck“ und die Sache war geregelt.

Das imposanteste Bauwerk ist die Schule. Ziemlich groß fĂŒr so ein kleines Dorf.

Im Inneren gibt es zahlreiche FachrĂ€ume. Der Abakus hat schon eine beachtliche GrĂ¶ĂŸe und Lenin ist immer noch sehr dominant.

Sehr erstaunlich ist es mitten in dieser Abgelegenheit ein Zimmer fĂŒr den Deutschunterricht zu finden.

Der Physikraum lÀsst jedes Technikerherz höher schlagen. Solch eine Vielfalt an GerÀtschaften und Schautafeln möchte ich mal in deutschen Schulen sehen.

Auch wenn der hier bildlich dominierende Typ mit der Glatze mit seinem Spruch „Lernen, lernen und nochmals lernen“ durchaus Recht hat … ein paar Impressionen vom Dorf selbst. Auffallend zwischen den hölzernen BlockhĂŒtten sind die steinernen ReihenhĂ€user incl. NebengebĂ€ude. Eine Gemeinsamkeit haben sie aber doch, die Wellasbestplatten auf den DĂ€chern.

Das soll mal genĂŒgen. Es gibt in Mashevo noch viel zu entdecken. Das Innere der HĂ€user und Schuppen, der Bereich der Kolchose, die lĂ€ngeren Dorfstraßen, die Grenze zu Weißrussland … usw.

Siehe auch: Chernobyl Fallout Tour


Auf unseren Tschernobyl Reisen bekommen wir die Genehmigung die geheime MilitĂ€rstadt „Chernobyl 2“ und die gigantische Radarstation Duga 3 zu erkunden.

Die einzige Zufahrt zum GelĂ€nde der geheimen MilitĂ€rstadt ist ein holpriger Weg aus aneinander gereihten Betonplatten das mich gleich an die Autobahnen in der ehemaligen DDR erinnert hat. Der Weg fĂŒhrte kilometerweit durch einen dichten Nadelwald der bei Baubeginn dieser Anlage kĂŒnstlich angelegt wurde. Getarnt war das GelĂ€nde als ein Kinderferienlager.

Auf unserer Fahrt passieren wir eine verlassene Bushaltestelle wo uns noch heute der BĂ€r „Mischka“ -das offizielle Maskottchen der Olympischen Sommerspiele 1980- freundlich begrĂŒĂŸt hat. Nach etwa 45 Minuten Fahrt werden langsam im Morgennebel die gewaltigen Umrisse der Radaranlagen sichtbar. Vor einem grĂŒnen Tor mit silbernen Sowjetsternen verzierten Tor endet unsere Fahrt. Von hier aus geht es nun zu Fuß auf das geradezu von Mythen umgebene GelĂ€nde.

Der Ort trĂ€gt viele Namen: “Russian Woodpecker”- fĂŒr das typische Specht-Ă€hnliche KlopfgerĂ€usch im Radioempfang, “Steel Yard” – als NATO-Codename oder “DUGA-3“ – als Bauartbezeichnung. Um fĂŒr Verwirrung beim potentiellen Feind zu sorgen, wurde tatsĂ€chlich der bescheidene Name “Tschernobyl-2” genutzt. Von der Bauphase des Komplexes Anfang der 70er Jahre bis zur Katastrophe 1986 und einige Jahre danach unterlag die Radaranlage der strengsten militĂ€rischen Geheimhaltung. Selbst die Bewohner der 12 Kilometer entfernten Stadt Pripjat wussten nicht genau, worum es sich bei dem UngetĂŒm, das ĂŒber den Wald herausragte, tatsĂ€chlich handelte. Sie wunderten sich ĂŒber die riesiegen KrĂ€ne, mit Hilfe deren man die stĂ€hlerne Konstruktion montiert hatte. Parallel entstand eine kompakte MilitĂ€rsiedlung aus 5-stöckigenWohnblocks fĂŒr die Familien der bediensteten Spezialisten und Offiziere. Auch einige Jahre nach der Katastrophe wurde die Anlage streng bewacht. Ein entspannter Wachmann macht nach einem kurzen Anwesenheitscheck das Tor auf. Nun beginnt unsere Erkundungstour in eine geheime Welt.