Vorwort

Bei meiner Ausstellungseröffnung zum Thema Tschernobyl trat Herr Schaffer an mich heran und gab mir einen Reisebericht von 1997.
Herr Schaffer lebt nicht weit von mir und ist ein Weltenrumbummler.¬†Er war bei einer Solidarit√§tsaktion f√ľr die Zone dabei. Ich habe die Seiten mal eingescannt um euch seine Eindr√ľcke zu zeigen.

Tschernobyl – Die Folgen der Katastrophe

Das Leben nach den Supergau

Breites, narbiges, buckeliges Asphaltband. Schnurgeradeaus zum fernen Horizont. Katen ducken sich l√§ngs der Stra√üe windschief in verwilderte G√§rten. Sonnenblumen. Der Kerne wegen. Endlos die Allee kunterbunter B√§ume. Grelles Gelb, flammendes Rot, leuchtendes Orange. Reste staubigen Gr√ľns.¬† Wolkenlos blau blendender Himmel. Ein M√§hdrescher treckt √ľber die Piste. Ein LKW scheppert vorbei. Ein Planenwagen zockelt auf dem Sommerweg daher. Der Kutscher nickt in sich hinein. Kopfbetuchte Babuschkas sitzen im grauen Gras am Rand. Ein Rabe kr√§chzt m√ľde. Kleine Pause. Weites Land.¬† Fruchtbares Land. Armes Land.

Welche Folgen hatte Tschernobyl f√ľr die Menschen?

GAU. SUPERGAU. Der vor sich hin br√ľtende Reaktor Nummer vier explodiert am 26. April. F√ľnf vor Zw√∂lf. Fragw√ľrdig geb√§ndigte Energie bricht aus. Schleudert vulkangleich t√∂dlich strahlende Betonbrocken kilometerweit um sich. Wolken tragen giftigen Staub weithin √ľbers Land. Weithin √ľber den Kontinent. Es regnet Unheil. Radioaktivit√§t. Niemand sieht sie, niemand riecht sie, niemand schmeckt sie. Die √ľberall gegenw√§rtige. Heldenm√ľtig st√ľrzten sich Feuerwehrleute und Kraftwerker in das Inferno. Mit uns√§glichen Mitteln, fast mit blo√üen H√§nden zu retten, was nicht zu retten ist. 29 gehen elend zugrunde. Vergl√ľht, verstrahlt, vergangen. Was die Menschen f√ľr ihr Wohl schufen, geriet ihnen zum Verh√§ngnis. Kommunismus, das ist Sowjetmacht plus Elektrifizierung des ganzen Landes. √úber allem herrscht Schweigen. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Kiew feiert den 1. Mai. Wie jedes Jahr.

Fragw√ľrdig geb√§ndigte Energie, Foto: Wilhelm Schaffer

Das Gebiet um Tschernobyl

Ein Posten. Ein Schlagbaum. Eine digitale Anzeige zeigt 82 Millir√∂ntgen (820 ¬ĶSv? Ich vermute eher Mikror√∂ntgen, also 0,8 ¬ĶSv) an. Dahinter liegt Prypjat. Menschenleer. Eine Geisterstadt. Mit der Atomstation entstanden, eine moderne Wohnsiedlung. Wohnbl√∂cke, Hochh√§user, Restaurants, Hotels, Universalnie Magazin, ein Kulturpalast. Schulen und Kinderg√§rten. Inmitten von Gr√ľnanlagen und Parks. F√ľr 20 000 Menschen. Stolz auf ihre Errungenschaften. Bis sie am 29. April Lautsprecher auf den zentralen Platz zusammenpl√§rren. Alle. Evakuierung. Wie sie kamen, kesselt sie die Armee ein. Selektiert nach Kind, Weib, Mann. Verladen und in¬† den¬† Wald.¬† Entkontaminiert. Ab in die Ferne. Es dauert Wochen, ehe sich manche Familien wieder finden.

Niemand konnte etwas mitnehmen. M√∂bel, Hausrat, Kleidung, Lebensmittel blieben in den Wohnungen. Vieles in zehn Jahren verdorben. Geraubt. Der Rest steht hinter geborstenen Fensterscheiben. Die H√§user wuchern langsam zu. Die Natur kommt zur√ľck. Ganz langsam, ganz sicher. Obdachlose, anderswo nicht Angekommene siedeln schon wieder in der 30-Kilometer-Zone. Woanders k√∂nnen sie nicht √ľberleben, hier √ľberleben sie sich zu Tode.

Das Museum

Im Foyer h√§ngen Ortsschilder. Mit einem roten Diagonalstrich . 72 liquidierte Ortschaften¬† in der 30-Kilometer-Zone. Eine Vitrine. Ein junges Gesicht, eine Uniform, ein Orden. Macht einen Helden,¬† einen Heiligen. Hunderte junger Gesichter, hunderte Helden, hunderte Heilige. Im Saal an der Decke die f√ľnf Erdteile. Die Atomstationen darauf. Vollz√§hlig. F√ľr jedes leuchtet harmlos ein L√§mpchen. An der Wand tausend leuchtende Augenpaare. Tausend Kindergesichter. Tausendfach Sinnbild der Zukunft. Vergangen im dritten, vierten, f√ľnften Jahr ihres Daseins. In fast elf Jahren ‚Äěnach Tschernobyl“. Auf dem Parkett abgebildet die Deckplatte des Reaktors. Originalgro√ü. Einige St√§be ragen heraus. Tragen eine Sitzplatte. Eine holzgeschnitzte Wiege h√§ngt von der Decke herab. Schaukelt sacht √ľber dem fiktiven Reaktor. Puppen, Teddys, ein Buratino sitzt stumm darin. Sie blieben √ľbrig. Die Kinder sind tot.

Die humanitäre Hilfe

Worte des Landrats. Vom Winde verweht. Eine Schulklasse w√ľnscht gute Fahrt. Der Konvoi geht ab gen Osten. 1600 Kilometer. 36 Stunden non stopp. Hoffnungsvoll √ľberladen mit Paketen, P√§ckchen, Geschirr, Overalls f√ľr die Tschernobyler Feuerwehrleute. Verpflegung f√ľr die neunk√∂pfige Transportmannschaft. Neun Wochenrationen. ,,Helft den Kindern von Tschernobyl!“ rief die Zeitung auf. Das DRK zur Seite.

Tausend packten Pakete ein. Sch√ľler vor allem, engagierte Veteranen, Mitb√ľrger aller Orten. Reich gef√ľllt, bunt eingeh√ľllt. Mit Bildern lieb bemalt. Ein ‚ÄěPl√ľschi“ oben drauf . Eine alte Dame stiftete gar Kaffee f√ľr die Fahrer. Manchen war jede Mark zu schade. Sie entsorgten, was sie nicht mehr brauchten. Wenige.

Halt an einer Grenze. Neben uns elf Trucks mit Hilfsg√ľtern. F√ľr drei Millionen. Sagt ein Fahrer. Ausgebaute Fenster und T√ľren, alte R√∂ntgenger√§te. Die werdens sicher noch verwenden k√∂nnen. In Moldavien. Sagte ein anderer. Ein peinlich sauber geharkter Grenzstreifen trennt Polen und die Ukraine.

Opfer der Tschernobyl Katastrophe

Die Klinik riecht deprimierend, schmuddelig und nach Chemie. Eine Alte hockt am Fenster. Kaut Sonnenblumenkerne Reinemachen gilt nicht. Kleine Glatzk√∂pfe mit gro√üen Augen stehen in offenen T√ľren. Spielen auf dem Flur. Sitzen, liegen apathisch in ihren Betten. Bettw√§sche m√ľssen die Eltern mitbringen. Medikamente bezahlen. Wer kann. Sonst gibt es keine. Essen kocht die Mutter, die Oma auf dem Flur. Die bunten Pakete ziehen alle an. Der Berg aufgestapelter Pl√ľschtiere, das Spielzeug. Die Kindersachen, sortiert nach Gr√∂√üen. Die √Ąrztin hilft beim Verteilen. Familie f√ľr Familie. Da steht eine Frau bescheiden. Wartet, was sie erh√§lt, w√§hlt zaghaft ein Kleidchen aus. Eine andere kommt zum f√ľnften Mal, mit flinken Augen sieht und noch flinkerem Griff erhascht sie das sechste St√ľck. Ein d√ľnner Winzling grapscht heimlich durch die Barriere eine Knautschmaus. Haut ab. ‚ÄěMein Kind besitzt alles. Nur keine Gesundheit“, sagt eine blasse Frau. Irgendwie vorwurfsvoll. ‚ÄěSucht mal ein sch√∂nes Fre√üpaket raus. In der 7 liegt ein Junge. Der stirbt wahrscheinlich in ein, zwei Wochen“. Er bekommt einen riesigen Affen aus Pl√ľsch. Seine Augen leuchten matt auf. Die Samariter verlassen das Haus. Fix und fertig. Die Alte hockt immer noch am Fenster und kaut Sonnenblumenkerne.

Sucht mal ein schönes Freßpaket raus, Foto: Ulrich Fischer

Die Veteranen

Mitten in der Stadt. Die Pakete wandern flott von Hand zu Hand ins Haus. R√ľstige alte Krieger. Das Fernsehen war schon weg. Festakt. Eine Rede √ľber die Freundschaft. Vor allem zur DDR. Schade, dass das mit dem¬† Sozialismus nicht klappte. Jetzt herrscht gro√üer Mangel. Doch wir hoffen, dass, bald, mit Hilfe, aus eigener Kraft…¬† Der Redakteur der Zeitschrift

,,Buchenwald mahnt“ mahnt uns. Die Samariter erhalten einen Orden. Mit Urkunde. Und eine Einladung in die ukrainische Weite. Nahe der Desna. Eine Datscha, ein lustiger General, seine Matka, ein mit Spezialit√§ten des Landes gedeckter Tisch. Alles aus Wald, Fluss, Feld und Garten. Wodka aus der Naturalform des Warenaustausches. Zwei Stunden Toast auf Toast. 50 Gramm auf 50 Gramm. Umarmung . Drei K√ľsse. Doswidanija, Towarischtschi!

Die Poliklinik inmitten der Stadt

Eine Klinik f√ľr 60 000 Menschen. F√ľr alles. Das Personal erhielt schon f√ľnf Monate kein Gehalt. Sagt die Chef√§rztin. Auch ihre Patienten m√ľssen die Medikamente bezahlen. Wenn vorhanden. Wenn sie gespendete erhalten, kosteten sie weniger. Vielleicht die H√§lfte. Medikamente brauchen sie. Gezielt, f√ľr ganz bestimmte Indikationen. Dringender als Lebensmittel. Obwohl sie uns 850 Adressen nennen kann. Von Alten und Kranken, die hilflos zuhause liegen. Hungern. Verhungern. Allein in ihrem Rayon. Aber alle Adressen¬† kennt sie nicht. Die Samariter hinterlassen einen¬† Berg Pakete. In den richtigen H√§nden. Denken sie.
Abends gehen sie in die Sauna.

Die Feuerwehr

,,Hallo, Kinder, schafft mal die Pakete rein“. Ein Befehl. Die gr√ľngraukhaki¬† gescheckten Jungs kommen aus der Ruhestellung. Der Feuerwehrhauptmann hat gerade Geburtstag. Das Gesicht ger√∂tet, die breitrandige Schirmm√ľtze auf den Hinterkopf gerutscht. Anzeichen zahlreicher herzlicher¬† Gratulationen. Zuerst zeigt er uns die Helden seiner Einheit. Die Heiligen, die den Strahlentod starben. Sein Stellvertreter, einer der ersten am Ungl√ľcksreaktor, √ľberlebte. Ein lebendes Denkmal. Eines aus Beton erhebt sich monumental vor dem Feuerwehrareal. Daneben das schwere L√∂schger√§t. R√§umpanzer, Lafetten mit Wasserkanonen, Katjuschas zum Zersprengen des Brandherdes. ,,Wenn unsere Feuerwehr hier vorgefahren k√§me, den Genossen gingen die Augen √ľber, sagt ein Th√ľringer Feuerwehrmann. Zweihundert Meter weiter das Kraftwerk. Der Sarkophag. Br√ľtet vielleicht an einem neuen Ausbruch. Der Reaktor ist sicher. Sagen die Feuerwehrleute von Tschernobyl. Da sind sie sicher. Die Allt√§glichkeit des Lebens am Rande der Gefahr stumpft die Angst. Au√üerdem gibts „W√§sserchen“. Zumindest am Geburtstag. Schwer zu entscheiden wer besser dran ist. Sie, oder die zu Hause t√§glich die Spuren des Massenmords auf deutschen Stra√üen beseitigen m√ľssen.

geschrieben von
WILHELM SCHAFFER


Auf unserer Tschernobyl Tour erkunden wir entlegene Dörfer am Rande der Zone

Das Riesenrad und der neue Sarkophag sind nat√ľrlich die Highlights bei einem Besuch in der Zone, aber es gibt tausend andere Dinge zu erkunden und zu bestaunen. So zum Beispiel die kleinen verlassenen D√∂rfer am Rande der Zone. Heute will ich euch mal nach Mashevo entf√ľhren. –ľ–į—ą–Ķ–≤–ĺ, zu Deutsch „mache“. Es ist das n√∂rdlichste Dorf an der Grenze zu Wei√ürussland. Von einem weiteren verschlossenen Kontrollpunkt geht es dann ca. 30km nach Norden. Die Stra√üe ist ganz gut befahrbar, wenn nicht gerade B√§ume rumliegen (2016). Dreimal „hau ruck“ und die Sache war geregelt.

Das imposanteste Bauwerk ist die Schule. Ziemlich gro√ü f√ľr so ein kleines Dorf.

Im Inneren gibt es zahlreiche Fachräume. Der Abakus hat schon eine beachtliche Größe und Lenin ist immer noch sehr dominant.

Sehr erstaunlich ist es mitten in dieser Abgelegenheit ein Zimmer f√ľr den Deutschunterricht zu finden.

Der Physikraum lässt jedes Technikerherz höher schlagen. Solch eine Vielfalt an Gerätschaften und Schautafeln möchte ich mal in deutschen Schulen sehen.

Auch wenn der hier bildlich dominierende Typ mit der Glatze mit seinem Spruch „Lernen, lernen und nochmals lernen“ durchaus Recht hat … ein paar Impressionen vom Dorf selbst. Auffallend zwischen den h√∂lzernen Blockh√ľtten sind die steinernen Reihenh√§user incl. Nebengeb√§ude. Eine Gemeinsamkeit haben sie aber doch, die Wellasbestplatten auf den D√§chern.

Das soll mal gen√ľgen. Es gibt in Mashevo noch viel zu entdecken. Das Innere der H√§user und Schuppen, der Bereich der Kolchose, die l√§ngeren Dorfstra√üen, die Grenze zu Wei√ürussland … usw.

Siehe auch: Chernobyl Fallout Tour


Vorwort Am Anfang stehen alte verlassene Geb√§ude wie Fabriken die die Wende nicht √ľberlebt haben oder russische Kasernen auf dem Plan. (2005) Nach ein paar Jahren verbla√üt das Interesse und man wendet sich der Menschenfotografie zu. (2008) Eines bleibt aber im Hinterkopf, der kr√∂nende Abschluss der Schrottrobberzeit w√§re ein Besuch in der Zone. Erster Anlauf 2013. Emails an ukrainische Reiseb√ľros. Keine Antwort. 2014 dann die erste Buchung bei einem Reiseunternehmen aus √Ėsterreich. Im Mai dann die Absage wegen den Unruhen auf dem Maidan. 2015 Buchung bei Urbexplorer.com aus Berlin. Hat funktioniert und das Schrottrobberherz √ľberschlug sich fast.

Zum Thema Nochmal hin? … ja, aber nur mit Model.
Die Suche nach einem Model begann, nach ca. 6 Monaten und vielen kontroversen Diskussionen Model gefunden und zwei Plätze gebucht.

Dann kam die Frage nach dem Outfit auf. Die Fotos sollten nachdenklich stimmen. Eine Kittelsch√ľrze und ein Leinenkleid waren es dann.
Der bedr√ľckendste Raum f√ľr mich war der in der Schule mit den unz√§hligen Kindergasmasken. Man wird automatisch ganz still. Man denkt pl√∂tzlich weniger an den Atomunfall, sondern mehr an die Kinder und die Auswirkungen des kalten Krieges.

Wo fotografiert man? Nat√ľrlich nicht an Hotspots. Die Radioaktivit√§t in der Zone ist sehr unterschiedlich. Bei dem Bild mit dem Baum waren es 0,05 őľSv, das ist die H√§lfte wie der deutsche Durchschnittswert.

Die beliebten Gruppenfotos w√ľrde ich auch zu diesem Thema rechnen.
Model ist ein weitläufiger Begriff. Die Laura war nicht das einzige Model.

Wer jetzt Lust auf Modelfotografie bekommen hat, egal ob als Model oder als Fotograf der kann sich mal diese Seite anschauen.
F√ľr Tips und Tricks stehe ich gern zur Verf√ľgung.

Spannende Tschernobyl & Pripjat Tour mit Urbexplorer.com

Abenteuerreise deines Lebens! Wir fahren zum neuen Sarkophag und Kernkraftwerk, wir zeigen dir das Riesenrad und den Autoscooter sowie den riesigen Duga 3 Radarkomplex. Als Höhepunkt besuchen wir auch die Babushkas von Tschernobyl. Ihr werden erfahren wie Sie hier leben und was sie uns zu sagen haben. Das alles in einer kleinen Gruppe von Entdeckern und Abenteurern. https://urbexplorer.com/shop/fototour-tschernobyl-pripyat/


Die Gondel und das Riesenrad

Nach dem Video √ľber das drehende Riesenrad in Prypjat ist ein weiteres Video aufgetaucht.
Vielleicht kann man an Hand der Verzierungen feststellen ob das Rad gedreht wurde, aber vielleicht wurde es auch wieder in die Ausgangsstellung versetzt.
Hier mal zwei Bilder von 2015 und 2016. Einige Verzierungen fehlen schon.

Man sieht deutlich wie die Gondel nach dem Stillstand des Riesenrades weiterhin schwankt. Ob es wirklich der soliden russischen Bauweise zu verdanken ist, oder jemand nur gute Kenntnisse in Cinema4D und Videobearbeitung hat ist weiterhin ungewiss. F√ľr Interessierte mit Russischschw√§che wurden Untertitel eingef√ľgt.

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Noch sind Plätze vorhanden
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Fotomotive und Hintergr√ľnde

Die Stadt Prypjat

Die Stadt wurde 1970 gegr√ľndet und z√§hlte 1986 knapp 50.000 Einwhner, davon ca. 15.000 Kinder.
Auf unserer Tour werden wir die bekanntesten Sehensw√ľrdigkeiten der Stadt besuchen.
Dazu z√§hlen der Rummelplatz der 4 Tage vor der Er√∂ffnung f√ľr immer geschlossen wurde, der Kulturpalast „Energetik“, Das Kaufhaus, Hotel „Polissja“ und weitere staatliche Einrichtungen.

Schulen und Kindergärten

Da Prypjat durch die vielen Kinder eine sehr junge Stadt war gibt es eine gro√üe Zahl an Schulen und Kinderg√§rten. Hier und da ist schon ein Marx oder Engels gefallen, oder auch eine komplette Klassenzimmerwand. Man findet noch viele Lehrb√ľcher, Klassenarbeiten und Bastelarbeiten. Ebenso die zahllosen Gasmasken. Aber das ist eine andere Geschichte und hat mit dem Atomunfall nichts zu tun.

Krankenhaus

Alte Instrumente, Medikamente und Behandlungsr√§ume fesseln die Augen und jagen auch den ein oder anderen Schauer √ľber den R√ľcken. Durch viele originale Schautafeln kann man sich ein gutes Bild machen was hier vor √ľber 30 Jahren vor sich ging.

Kleinigkeiten und ganz große Sachen

Die Zone ist eine Schatzgrube an Zeugen der Vergangenheit. Kleinigkeiten oder auch hier und da mal eine Installation?
Es ist auf jeden Fall ein Erlebnis die Eindr√ľcke fotografisch einzufangen, oder auch einfach nur die gro√üen Bauwerke auf sich wirken zu lassen.

Man sieht sich? … jetzt buchen … bis bald … .. .


Auf unseren Tschernobyl Reisen bekommen wir¬†die Genehmigung die geheime Milit√§rstadt „Chernobyl 2“ und die gigantische Radarstation Duga 3 zu erkunden.

Die einzige Zufahrt zum Gel√§nde der geheimen Milit√§rstadt ist ein holpriger Weg aus aneinander gereihten Betonplatten das mich gleich an die Autobahnen in der ehemaligen DDR erinnert hat. Der Weg f√ľhrte¬†kilometerweit durch einen dichten Nadelwald der bei Baubeginn dieser Anlage k√ľnstlich angelegt wurde.¬†Getarnt war das Gel√§nde als ein Kinderferienlager.

Auf unserer Fahrt passieren wir eine verlassene Bushaltestelle wo uns noch heute der B√§r „Mischka“ -das offizielle Maskottchen der Olympischen Sommerspiele 1980- freundlich begr√ľ√üt hat.¬†Nach etwa 45 Minuten Fahrt werden langsam im Morgennebel die gewaltigen Umrisse der Radaranlagen sichtbar. Vor einem gr√ľnen Tor mit silbernen Sowjetsternen verzierten Tor endet unsere Fahrt. Von hier aus geht es nun zu Fu√ü auf das geradezu von Mythen umgebene Gel√§nde.

Der Ort tr√§gt viele Namen: ‚ÄúRussian Woodpecker‚ÄĚ- f√ľr das typische Specht-√§hnliche Klopfger√§usch im Radioempfang, ‚ÄúSteel Yard‚ÄĚ – als NATO-Codename oder ‚ÄúDUGA-3‚Äú – als Bauartbezeichnung. Um f√ľr Verwirrung beim potentiellen Feind zu sorgen, wurde tats√§chlich der bescheidene Name ‚ÄúTschernobyl-2‚ÄĚ genutzt.¬†Von der Bauphase des Komplexes Anfang der 70er Jahre bis zur Katastrophe 1986 und einige Jahre danach unterlag die Radaranlage der strengsten milit√§rischen Geheimhaltung.¬†Selbst die Bewohner der 12 Kilometer entfernten Stadt Pripjat wussten nicht genau, worum es sich bei dem Unget√ľm, das √ľber den Wald herausragte, tats√§chlich handelte.¬†Sie wunderten sich √ľber die riesiegen Kr√§ne, mit Hilfe deren man die st√§hlerne Konstruktion montiert hatte. Parallel entstand eine kompakte Milit√§rsiedlung aus 5-st√∂ckigenWohnblocks f√ľr die Familien der bediensteten Spezialisten und Offiziere. Auch einige Jahre nach der Katastrophe wurde die Anlage streng bewacht.¬†Ein entspannter Wachmann macht nach einem kurzen Anwesenheitscheck das Tor auf. Nun beginnt unsere Erkundungstour in eine geheime Welt.


Auf unserer¬†spannenden Radioactive Nightcore Fotoexpedition erkunden wir an drei Tagen die Sperrzone von Tschernobyl bevor wir in die N√§he von Perwomajsk fahren wo bis in die 1990 ger Jahre an einem als Wetterstation getarnten Ort und mit einem 3000 Volt gesicherten, dreifachen Elektrozaun die sowjetischen Atomraketen stationiert waren. Diese Raketenbasis bestand aus mehreren Kommandopl√§tzen in deren Silos jeweils 9 Atomraketen standen umgeben von einem 40 Meter tiefen Silo mit der Kommandobr√ľcke. Wir fahren bis zu 40 Meter tief in die Erde hinab um die ehemalige Steuerungszentrale zu erkunden die den Eindruck erweckt als ob man sich in einem Raumschiff befindet. Auf dieser ehemaligen Atomwaffenbasis finden wir auch die ber√ľhmte SS-18 die im NATO Code ‚ÄěSatan‚Äú genannt wurde. Diese Rakete hat eine L√§nge von √ľber 34 Meter und eine Breite von 3 Metern. Die durchschnittliche Reichweite betr√§gt 16.000 Kilometer.

Die geheime Atomwaffenbasis liegt in einem sehr d√ľnn besiedelten gebiet in der s√ľd√∂stlichen Ukraine. Man erreicht die Basis nur √ľber eine rumpelige Schotterpiste und die n√§chste Stadt Kirowograd ist etwa 60 Kilometer entfernt. Diese lage war aber so gewollt, denn im Kriegsfall w√§ren die Basen selbst Ziel eines atomaren Angriffs und mussten deshalb fernab der St√§dte gebaut werden. Au√üerdem musste das Grundwasser sehr niedrig sein damit die etwa 40 Meter tiefen Silos gebaut werden konnten. Wo die sowjetischen Basen lagen, war ein streng geh√ľtetes Geheimnis. Insgesamt sechs feste Basen und somit neunzig Silos samt Befehlsst√§nden waren √ľber das ganze Land verteilt, au√üerdem gab es drei mobile Basen die im Gebiet der n√∂rdlichen Ukraine und Weissrussland aufgebaut werden konnten.

Am 17. Dezember 1959 gr√ľndete die Sowjetunion die Strategischen Raketentruppen und r√ľstete sich zur Atommacht auf. Die ersten Raketen in Perwomaisk waren vom Typ R-12 und hatten eine Reichweite von 2080 Kilometern. 1962 lie√ü Nikita Chruschtschow dieselben Raketen auf Kuba stationieren und l√∂ste damit die sogenannte Kuba-Krise aus. Von Kuba aus h√§tten die Raketen in wenigen Minuten Washington erreicht. Die Zielgenauigkeit der R-12 hatte die Armee zuvor gepr√ľft. Der Test trug den Namen „Operation Rose“. Man r√ľstete die Raketen mit einem leichten Atomsprengkopf aus und brachte sie nach Workuta in Sibirien um spezielle Tauglichkeitstests durchzuf√ľhren. Die Raketen waren bis auf 40 Meter zielgenau, was zu dieser Zeit ein gro√üer Erfolg war. Aber die R-12 hatte einen Nachteil. Sie musste vor jedem¬†Start aufgetankt werden, was etwa zweieinhalb Stunden dauert¬†und im Ernstfall verh√§ngnisvolle Folgen nach sich ziehen w√ľrde . Deshalb wurde die R-12 Mitte der sechziger Jahre von der UR-100 abgel√∂st. Diese war innerhalb von Minuten¬†einsatzbereit.

Auf unserer weiteren Erkundung betreten wir¬†ein unscheinbares Betonh√§uschen. Hier befindet sich der¬†Eingang zur unterirdischen Schaltzentrale, wo die Atomraketen abgefeuert worden w√§ren. Beim Betreten der unterirdischen Schaltzentrale f√ľhlt man sich wie in einem James-Bond Krimi. In diesem haus wurde auch eine ausgekl√ľgelte Bel√ľftungsanlage eingebaut.¬†Auf der linken Seite¬†steigen wir eine zwei Meter lange Leiter hinab. Sie f√ľhrt zu einem schmalen Tunnel. Nach etwa 100¬†Metern endet der Tunnel an einer Schleuse, die mit zwei dicken Stahlt√ľren gesichert ist, diese konnten damals nur mit einem speziellen Zugangscode ge√∂ffnet werden. Hinter der Schleuse wartet ein winziger Fahrstuhl, in den gerade drei Leute hineinpassen. Der Fahrstuhl setzt sich in Bewegung und wir fahren¬†45 Meter abw√§rts vorbei an verschiedenen Etagen des Kommandosilos.¬†Nach einer Weile sind wir mit dem Fahrstuhl auf der Ebene der¬†Kommandozentrale angekommen. Die ist vollgestopft mit Technik und erinnert stark an ein Raumschiffcockpit. Direkt unter der¬†Schaltzentrale, zu erreichen mit einer Metalleiter, befindet sich ein zweiter Raum mit Schlafkojen. In einem Kommandosilo waren immer 3 Offiziere stationiert, die den Raketenpult haben bedienen m√ľssen.

Den geheimnisvollen roten Knopf gab es hier nicht.¬†Im Kriegsfall w√ľrde der¬†Abschussbefehl vom Oberkommando der Sowjetarmee aus Moskau kommen. Am Kontrollpult h√§tte ein L√§mpchen aufgeleuchtet und ein Summen w√§re ert√∂nt. Auf einem Monitor w√§re das Wort „Pusk“ (russisch: Start) erschienen. Der befehlshabende Offizier h√§tte einen Tresor ge√∂ffnet, in dem sich zwei Schachteln mit jeweils zwei Schl√ľsseln befanden. Ein Schl√ľssel war f√ľr den Befehlshaber, der andere f√ľr den Co-Offizier bestimmt. Die beiden h√§tten die Schl√ľssel gleichzeitig in die Z√ľndvorrichtung einsetzen m√ľssen.

Danach w√§re auf einem anderen Monitor ein sechsstelliger Code erschienen. Dann h√§tte der Befehlshaber aus dem Oberteil des Tresors eine dritte Schachtel herausgeholt. Darin befand sich ein versiegelter Briefumschlag mit einer weiteren sechsstelligen Zahlenfolge. Wenn deren letzte Ziffer mit dem letzten Zeichen des Codes auf dem Monitor √ľbereingestimmt h√§tte, w√§ren die Offiziere zum Abschuss der Raketen berechtigt gewesen.

Nur beide Offiziere gleichzeitig h√§tten die Raketen z√ľnden k√∂nnen. Dazu h√§tten sie mit der linken Hand den Startknopf gedr√ľckt gehalten. Mit der rechten Hand h√§tten sie die Z√ľndschl√ľssel gegen den Uhrzeigersinn um 90 Grad drehen m√ľssen. Diese Prozedur musste zwei Mal erfolgen, nur dann w√§ren die Raketen gestartet. Dieser Ablauf wurde jahrelang ge√ľbt.¬†Dem Angriff der Gegner h√§tte der Bunker leicht standgehalten denn er war ummantelt mit einer dicken Betonschicht und die Kapsel der Kommandobr√ľcke war auf Sto√üd√§mpfern gebaut. Vierzig Tage h√§tten die Offiziere in totaler Isolation √ľberleben k√∂nnen. Es standen Notrationen bereit, sogar eine Mikrowelle gab es im Bunker. Nach Verbrauch der Vorr√§te w√§ren die Soldaten in ein Rohr gekrochen und in einer Luftdruckkapsel nach oben geschossen worden. Der Fahrstuhl w√ľrde dann wohl¬†nicht mehr funktionieren. Oben h√§tten sie sich Schutzanz√ľge √ľbergezogen und w√§ren in die verstrahlte Gegend hinausgegangen. Und was dann? Zum Gl√ľck ist es nicht so weit gekommen.


Seit etwa 4 Wochen¬†sind wir alle wieder von unserer Pripjat Silvester 1985 Tour nach Hause zur√ľckgekehrt! Wir begaben uns in das Jahr 1985 um auf eine au√üergew√∂hnliche ‚ÄěSilvester‚Äú Fotoexpedition nach Tschernobyl und Pripjat. An zwei Tagern erkundeten wir die zu dieser Jahreszeit menschenleere Sperrzone.

Da es ein wenig geschneit hat herrschte auf unserer Erkundungsroute durch die Zone eine stimmungsvolle winterliche Aura! Dies war eine außergewöhnliche und einzigartige Fotoexpedition in die Sperrzone denn die Lichtverhältnisse in dieser Jahreszeit sind schon eine Herausforderung.

Andererseits haben wir v√∂llig neue Eindr√ľcke aus einer winterlichen und verschneiten Zone mitgenommen. Ich pers√∂nlich habe meinen ersten Wolf in meinem Leben gesehen. Die Bilder wurden mir von Nils Konheiser zur Verf√ľgung gestellt. Vielen Dank daf√ľr! Besucht seine Seite unter: Facebook NK Fotografie¬†

Eine kleine Statistik: Aus welchen Ländern kamen eigentlich die meisten Besucher in die Sperrzone?

Platz 1. Ukraine mit 33,2 %
Platz 2. Polen mit 16,8 %
Platz 3. Großbritannien mit 12,3 %
Platz 4. USA mit 8,8 %
Platz 5. Deutschland mit 7,5 %

Fotogalerie Pripjat Silvester 1985 Tour

VideoClip "Pripjat Silvester 1985 Tour"

Pripjat Silvester 1985 Tour

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Pripjat- das nukleare Pompeji wird zunehmend ein besonderes Reiseziel f√ľr Lost Places Fotografen, Entdecker und Geschichtsinteressierte. Wenn mich jemand fragt: ‚ÄúJa, der M√§rz ist die beste Reisezeit um die spektakul√§rsten Fotomotive auf unserer ‚ÄúPripjat Stalker Tour‚ÄĚ zu suchen. Vom 18. M√§rz bis 23. M√§rz findet unsere erste Pripjat Stalker Tour 2017 statt. Zu dieser Jahreszeit ist die Natur noch im Wintermodus und verbreitet eine d√ľstere Aura.

Nach jahrelangem Aufbau der gigantischen Konstruktion wird nun Ende November an drei Tagen der neue Sarkophag √ľber den havarierten Block 4 des Atomkraftwerkes in Tschernobyl geschoben. Die Gesamtkosten f√ľr dieses ambitionierte Projekt belaufen sich auf 35 Millionen Euro. In dieser Zeit wird die „Zone“ f√ľr den Besucherverkehr gesperrt sein ¬†um einen reibungslosen Ablauf zu gew√§hrleisten.¬†¬†„New Safe Confinement“, das ist der offizielle Name, ist das gr√∂√üte bewegliche Bauwerk¬†der Welt. Seine H√∂he betr√§gt 110 m, die L√§nge 150 m, einer Breite von 260 m und das Gesamtgewicht betr√§gt 31.000 Tonnen. Man¬†geht davon aus, dass der neue Sarkophag¬†100 Jahre standhalten wird.

Im November 2017¬†wird mit dem¬†R√ľckbau des alten Sarkophags begonnen. ¬†Dies wird Mithilfe von Kr√§nen die unter dem Dach der neuen Konstruktion¬†montiert sind geschehen. Diese Ma√ünahmen sind notwendig, weil die alte Konstruktion hochgradig Einsturzgef√§hrdet ist und damit einer erneute Kontamination der Umgebung vorgebeugt werden soll.¬†Bisher ist immer noch v√∂llig Unklar¬†was mit den Tonnen an radioaktivem Staub und Kernbrennstoffen geschehen soll. Diese befinden sich immer noch unter dem Mantel¬†des alten Sarkophag. Das Problem ist das die Strahlung am so genannten „Elefantenfu√ü“ bis zu 10 Sv/h betr√§gt. Unter solchen Bedingungen ist eine halbe Stunde ausreichend, um die letale Dosis zu erhalten. Dies w√ľrde den Strahlentod¬†innerhalb von 30 Tagen hervorrufen.


Im Rahmen des diesj√§hrigen G√∂rlitzer Fotofestivals „Schaupl√§tze“ fand in den R√§umen der Energiefabrik/Rabryka vom 09.09 bis 11.09 unsere Fotoausstellung „Asylum of Decay“ gepaart mit der Sonderausstellung ‚ÄúTschernobyl 30 Jahre danach ‚Äď Die Katastrophe ver√§nderte eine Region‚Ä̬†verschiedener Fotografen die mit uns auf einer der vergangenen Fotoexpeditionen in der Sperrzone waren. Ein weiterer Programmpunkt war die Filmpremiere des zweiten teils von ¬†„Ein Sommer in Pripjat“.¬†Diese Dokumentation wird von Katja http://www.membaris-art.de/ pr√§sentiert. In dieser Dokumentation zeigt Sie euch¬†wie es wirklich in der geschlossen Zone rund um das Kernkraftwerk aussieht. Du erf√§hrst, wer die Menschen sind, die dort leben, wie sie leben und was sie uns sagen wollen.

Die¬†etwa 150 ausgestellten Bilder die sich in den ehemaligen Produktionhallen der ehemaligen Hefe- und Spirituosenfabrik pr√§sentierten lockten an diesem Wochenende¬†sehr viele interessierte Besucher¬†an. Diese konnten in der Ausstellung die Welt der¬†Lost Places Fotografen, ¬†Urban Explorer und Motivj√§ger entdecken und f√ľr einen Moment¬†den Alltag vergessen und in die Aura der geheimen Orte einzutauchen.

An dieser Stelle bedanke ich mich ganz herzlich¬†bei allen die mich bei dieser gro√üartigen Veranstaltung unterst√ľtzt haben. Einen ganz besonderen Dank m√∂chte ich dem Team um Danilo „Ebs“ Strau√ü und seiner Familie aussprechen die dank Ihres Flei√ües und der Kreativit√§t diese Ausstellung zu einem wunderbaren Event gemacht haben.

Ein großer Dank geht auch an die ausstellenden Fotografen die mir im Rahmen eines Fotowettbewerbs die schönsten Bilder zugesendet haben und somit ein entscheidender und somit der wichtigste Teil der Fotoausstellung waren.

Vielen Dank an Katja Rakowski, Benjamin Hultsch, M+M Graphics, Meinolf Lipka, Jens Joachim Margis, Florian Döhmer, Stephan Peereboom, Tomasz Cichy, Dieter Wichler und die vielen anderen Fotografen.

Ein besonderer Dank gilt auch der Firma Meyer Optik die ich im Rahmen der Fotoausstellung als Partner f√ľr fotografische Hardware gewonnen habe. Demn√§chst k√∂nnet Ihr dann auf ausgew√§hlten Touren und Reisen die erstklassigen Objektive von Meyer Optik testen und begutachten.

Einige der ausgestellten Bilder werden in ein paar Wochen, nach R√ľcksprache mit den Fotografen zugunsten eines christlichen Waisenhauses in der Ukraine h√∂chstbietend versteigert.

In den nächsten Tagen/Wochen werde ich hierzu die Details bekanntgeben.

Wir sehen uns dann im nächsten Jahr.


Ich veranstalte seit Mitte 2014 sogenannte Lost Places Fototouren, Expeditionen und Fotoreisen nach Polen, Osteuropa, und den Lofoten. Im März 2015 startete die erste Fotoexpedition nach Tschernobyl & Pripjat. Seitdem fahre ich etwa ein mal im Monat in die Sperrzone mit einer Gruppe aus höchstens 14 Teilnehmern.

Bevor wir in die Sperrzone fahren verbringen wir einen Tag in Kiew. Hier machen wir eine interessante Sightseeing Tour als sogenannten Fotowalk. Abends fahren wir gemeinsam zum Majdan, hier werden wir von einem Zeitzeugen begleitet der bei den Unruhen 2014 an vorderster Front dabei war und uns spannende Hintergrundinformationen geliefert hat.

Ein paar Eindr√ľcke unserer Teilnehmer und Fotos „Hinter den Motiven“ von der Pripjat Stalker Tour im Juni 2016. ¬†Alle Infos zur Fotoexpedition Pripjat Stalker Tour findet Ihr HIER

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Es gibt wieder Leben in der Sperrzone von Tschernobyl und der Geisterstadt Pripyat

Lange Zeit gingen Wissenschaftler davon aus¬†dass die Vegetation rund um den havarierten Reaktorblock in Tschernobyl f√ľr immer zerst√∂rt wurde, und die Flora & Fauna f√ľr immer¬†ausgel√∂scht. Doch es gibt mittlerweile neues Leben in der Sperrzone wie beispielsweise M√§use, die keine sichtbaren Ver√§nderungen am K√∂rper zeigen, und sich scheinbar bester Gesundheit erfreuen, eine vom Aussterben bedrohte Wildpferderasse, die sich munter weiter fortpflanzt und Birkenw√§lder, die ganze D√∂rfer verschlingen.

Nach mehr als drei Jahrzehnten nach dem Supergau hat die Natur von Tschernobyl wieder Besitz ergriffen, Pflanzen und B√§ume wuchern in verlassenen D√∂rfern und Siedlungen, wilde Tierarten wie W√∂lfe, B√§ren, F√ľchse und Luchse haben in den tiefen W√§ldern an der wei√ürussischen Grenze und in den verlassenen D√∂rfern Zuflucht gefunden. V√∂gel nisten auf den Hochh√§usern in der Geisterstadt Pripjat. Dabei scheinen sie alle gesund zu sein, und keine sichtbaren Ver√§nderungen aufzuweisen. Forscher fanden heraus, dass eine geringe Strahlenbelastung √ľber l√§ngere Zeit, Gene in den Tieren und Pflanzen aktiviert, die in der Lage sind, freie Radikale zu binden. Schlimmer ist also eine kurze, h√∂here Strahlenbelastung, die kurz nach dem Reaktorungl√ľck das Leben in Tschernobyl ausl√∂schte.

Es sind aber nicht alle Tiere in der Lage, trotz Strahlung zu √ľberleben. Schwalben zum Beispiel, die als Zugv√∂gel nach Afrika fliegen und wieder zur√ľck, verbrauchen auf dem Weg viele lebenswichtige Antioxidantien. Diese sind aber notwendig, um sich gegen die Strahlung zu wehren. So ist die Missbildungsrate bei Schwalben sehr hoch und nur 70 Prozent √ľberleben den Winter. Sie haben zudem auch eine k√ľrzere Lebenserwartung als Populationen au√üerhalb der Sperrzone.

Unglaublich erscheint auch die Geschichte der Przewalski-Pferde, einer asiatischen Wildpferderasse

Diese Leben in der 30 Kilometer Zone in Tschernobyl und pflanzen sich immer weiter fort, obwohl diese¬†eigentlich dem Tode geweiht waren. Diese vom Aussterben bedrohte Pferderasse, von denen es weltweit nur noch ca. 2000 Exemplare gibt, stammt aus einem Naturschutzgebiet im S√ľden der Ukraine. Im Herbst 1998 entschieden Verantwortliche des Tierreservoirs, die 21 alten und schwachen Pferde in der Sperrzone auszusetzen, in dem Bewusstsein , dass die Tiere dort keine Chance mehr haben w√ľrden.

Heute leben dort etwa 40 Nachkommen der zum Tode Geweihten und erfreuen sich bester Gesundheit. Forscher vermuten, dass ihre schnelle Verdauung den radioaktiv verstrahlten Gr√§sern nicht mehr so viel Zeit l√§sst, um Sch√§den an den Zellen zu hinterlassen. Die wilden Pferde verf√ľgen zudem √ľber 66 Gene, wohingegen domestizierte Pferde nur 64 Gene besitzen. Auch hier spekulieren die Wissenschaftler auf einen Zusammenhang mit der hohen Widerstandskraft der Tiere. Sie hoffen, ihre Erkenntnisse auf Menschen √ľbertragen zu k√∂nnen, um zum Beispiel die negativen Auswirkungen einer Chemotherapie durch eine l√§ngere und daf√ľr mildere Strahlung zu minimieren. (Quelle: UNI.de)


Ein ziemlich unbekanntes Online-Nachrichtenportal aus dem Emsland das als bisherige journalistischen Meisterleistungen das „Absenken von Gullideckeln in Buxtehude und das Entlaufen von H√ľhnern in Kotzenb√ľll“ (ein wirklich existierendes Dorf in Nordfriesland) als Breaking News vermeldete m√∂chte jetzt in den Presseolymp aufsteigen. Als Beispiel wird sich hier die Onlinestrategie eines gro√üen Onlineportals herangezogen. Jeder erinnert sich wohl an die ver√∂ffentlichten Meldungen von „Schl√§gern in der U-Bahn“ als Fahndungsafruf die meist s√ľdl√§ndisch aussehende Jugendliche abbildeten. Meist waren die Artikel mehrere Jahre Alt. Der Zweck bestand einzig darin diese Artikel von Zeit zu Zeit bei Facebook zu posten um „Content“ auf der Seite zu generieren. Auf diesen Zug m√∂chte nun auch das winzig kleine Nachrichtenportal aus dem Norden aufspringen und mit einer Reportage aus Tschernobyl am gro√üen journalistischen Rad drehen. Aufgebaut als Reisebericht eines unbedarften Teilnehmers der meiner Meinung nach die Fotoexpedition nach Tschernobyl mit einer Pauschalreise nach Malle verwechselt hat soll nun in einer Reportage √ľber jeden Expeditionstag berichtet werden. Als Ank√ľndigung¬†erschien vor einigen Wochen die riesige √úberschrift „ABGEZOCKT in Tschernobyl“! Damit soll nat√ľrlich eine breite Aufmerksamkeit angezogen werden und ganz subtil einen massiven finanziellen Verlust beim Teilnehmer suggerieren um darauf zu schlie√üen das der Veranstalter wohl nicht ganz „koscher“ ist. Am Ende entpuppte sich dies als hei√üe Luft denn wenn man „Lesen“ kann und dazu noch den Vertrag komplett studiert hat, ist man halt Klar im Vorteil. In Berlin bei der Abfahrt wurde vom Teilnehmer moniert das der Veranstalter Ihn nicht die 50 Meter am Treffpunkt an die Hand genommen hat und sicher zum Bus auf die gegen√ľberliegende Stra√üenseite begleitet hat. Es gab leider zu dieser Zeit keinen freien Parkplatz am genauen Treffpunkt deshalb musste dieser Abseits parken. Am Ende √§rgere ich mich das ich diesem Teilnehmer kein Zugticket gekauft habe so wie er es sich gew√ľnscht hat, so w√§re mir vieles erspart geblieben. Fortsetzung folgt…

Abgezockt in TschernobylAbgezockt in Tschernobyl

Nat√ľrlich m√∂chte ich euch nicht das Feedback einer Teilnehmerin vorenthalten die schon mehrmals mit diesem „zwielichtigen“ Veranstalter unterwegs war.

Abgezockt in TschernobylAbgezockt in Tschernobyl

Fortsetzung folgt….


Seit genau 4 Jahren wird unter Hochdruck an der neuen st√§hlernen Kuppel f√ľr den Ungl√ľcksreaktor in Tschernobyl gearbeitet. Die Gr√∂√üe des Bauwerkes ist gigantisch. Lang wie ein Fu√üballstadion und Hoch wie ein zehnst√∂ckiges Haus. Das Gesamtgewicht des Sarkophags betr√§gt etwa 38.000 Tonnen. Die Innen und Au√üenw√§nde der H√ľlle sind mit Edelstahl verkleidet. Etwa 3000¬†Arbeiter bauen seit etwa 4 Jahren an der neuen Schutzh√ľlle. Am 07 und 08 November 2016¬†soll die gigantische Konstruktion auf Schienen gesetzt und endg√ľltig √ľber den Ungl√ľcksreaktor geschoben werden.

Wenn man den neuen Sarkophag dar√ľber geschoben hat, beginnt erst die eigentliche Arbeit. Die strahlenden Stoffe aus dem Inneren des Reaktors m√ľssen herausgeholt werden um sie in ein endg√ľltiges Lager zu bef√∂rdern. Das Endlager¬†daf√ľr muss noch gebaut werden. Deshalb wurde die neue Schutzh√ľlle auf eine Zeit von 100 Jahren angelegt.¬†Der Reaktor war nach dem Ungl√ľck 1986 in hektischer Arbeit mit Blei und Sand zugesch√ľttet, dann mit Stahl und Beton abgedeckt worden. Darunter liegen bis heute 180 Tonnen strahlende Kernbrennstoffe. Dieser sogenannte erste Sarkophag ist nunmehr marode, deshalb wurde die zweite Schutzh√ľlle gebaut.

Unter ihrem Dach soll das radioaktive Material¬†aus dem Reaktor geholt und dann das Kraftwerksgeb√§ude abgerissen werden. Dies stellt eine Aufgabe f√ľr Jahrzehnte dar.