Im Kraftwerk von Chernobyl

Fotoexpedition Tschernobyl

Wie gefährlich ist es im Kraftwerk von Chernobyl?

Auf unserer letzten Reise nach Tschernobyl und Prypjat haben wir an einer Führung durch die Gebäude und das riesige Gelände des Atomkraftwerks Tschernobyl teilgenommen. Nach einem Sicherheitscheck und einer Einweisung ging es mit einem weißen Kittel, einer Kopfbedeckung und einem hauseigenen Dosimeter durch mehrere Sicherheitsschleusen und endlos lange Flure zum Kontrollraum im Block 2.

An vielen Stellen im Kraftwerk ist das Fotografieren verboten und die vielen Sicherheitsleute achten streng darauf das dies auch eingehalten wird. Die Atmosphäre entspannt sich nach der Ankunft im sogenannten “goldenen Korridor”, der seinen Namen der Farbe des goldenen Aluminiumplatten, die nach 1986 hier eingebaut wurden, um die Reinigung zu erleichtern verdankt. Der Korridor erstreckt sich über fast einen Kilometer und führt durch alle Kraftwerksblöcke und endet im Sarkophag des Block 4.

An der Turbinenhalle schlägt der Dosimeter aus

Wir halten an der Tür mit einem Telefon an seiner Seite, durch die unser Guide uns ankündigt und wir durch eine Tür in den Kontrollraum des Block 2 gelangen, der Baugleich mit dem Kontrollraum im havarierten Block 4 ist. Als nächstes gingen wir zu der Pumpen und Turbinenhalle, wo an einem unserer Dosimeter die Strahlung bis auf das Niveau von 300 mikroSv / h (in Berlin beträgt die durchschnittliche Strahlung 0,20 mikroSv / h).

Ein paar Meter vom Reaktor 4 entfernt

Wir passierten auch eine Wand mit einer roten Sicherheitstür die  uns von dem Block 4, das 1986 zerstört wurde, trennt. In der Nähe befindet sich auch ein Denkmal für Valery Chodemczuk der hier tragischerweise verstorben ist. Dessen Körper wurde nie gefunden. Im mittlerweile stillgelegten Kraftwerk arbeiten noch immer sehr viele Menschen. Auf dem Außengelände errichten Arbeiter aus der ganzen Welt den neuen Sarkophag der ab 2017 den havarierten Block 4 ummanteln soll.

Auf dem Gelände des Atomkraftwerks Tschernobyl waren 1986 vier Reaktorblöcke in Betrieb und zwei weitere in Bau. Die Blöcke 1 und 2 gingen 1977 bzw. 1978 in Betrieb, die Blöcke 3 und 4 wurden 1981 bzw. 1984 ans Netz geschaltet. An den Blöcken 5 und 6 wurde noch gebaut und sie sollten 1986 und 1988 in Betrieb gehen. Die Blöcke sind vom Typ eines Graphitmoderierten Druckröhren-Siedewasserreaktors (RBMK-1000), mit einer elektrischen Leistung von je 1.000 MW. Das Reaktordesign weist zwei Kühlmittelkreisläufe auf welche die Wärme von jeweils einer Reaktorhälfte abführen. Kernreaktoren dieses Typs wurden ausschliesslich auf dem Gebiet der ehemaligen UdSSR gebaut und betrieben. Die etwa 1700 Brennstäbe befinden sich jeweils in einer eigenen Druckröhre und nicht, wie in anderen Kernreaktoren üblich, in einem grossen Druckbehälter.

Wie kam es zur katastrophe von Tschernobyl?

Am Samstag, den 26. April 1986 kam es aufgrund technisch bedingter Baufehler und menschlicher Fehlentscheidungen zu einer Explosion in Block 4, ausgelöst durch eine nukleare Leistungsexkursion. Angefangen hat alles mit einem verspäteten Test, der die Stabilität des Kraftwerkes bei einem vollkommenen Stromausfall simulieren sollte. Vor allem sollte gezeigt werden, dass die auslaufenden Turbinen des Dampfgenerators genügend Strom erzeugen würden, um das Kühlsystem und die Sicherheitssysteme im Reaktor betriebsbereit zu halten bis die Notstromaggregate angesprungen wären, wenn sowohl außerhalb des Kraftwerkes von Tschernobyl wie auch innerhalb der Strom ausfallen würde.

Geplant war das größte Atomkraftwerk der Welt

Wie sich dann später herausstellte wurde dieser Versuch unter Bedingungen durchgeführt, die weit außerhalb des zulässigen Betriebszustandes des Kraftwerkes lagen. Hierbei waren es nicht nur bauartbedingte technische Fehler, die die Katastrophe von Tschernobyl hervorriefen, es waren vor allem Fehlentscheidungen des Personals.

Die Reaktorblöcke von Tschernobyl sind heute alle mittlerweile stillgelegt. Im Oktober 1991 wurde nach einem Brand der Block 2 stillgelegt. Im November 1996 erfolgte die Stilllegung von Block 1 und im Dezember 2000 letztendlich der Block 3. (Quelle: teilweise Wikipedia)

Eine 100 % sichere Reise mit Urbexplorer

Mit dem nötigen Respekt vor den Opfern und den Hinterbleibenden besuchen wir als Fotoabenteurer die Sperrzone. Hier bieten sich beeindruckende Motive für einzigartige Bilder. Wenn ihr Tschernobyl mit eigenen Augen sehen wollt, findet ihr auf unserer Webseite Tschernobyl Abenteuerreisen alle Infos, die ihr für eure individuelle Tour mit Urbexplorer benötigt.

Eine unserer Fotoreisen führte uns zu den letzten Bewohnern in der Sperrzone von Tschernobyl. Viele der dort geschossenen Fotos könnt ihr in dem Beitrag Bis dass der Tod uns scheidet – Das Leben der Einsiedler von Tschernobyl sehen. Sprecht uns bei Fragen direkt unter Kontakt an, wir helfen euch gerne weiter.

Lost Places Fototouren ✓ bis zu 10 Stunden freies Erkunden ✓ märchenhafte Schlösser ✓ düstere Industrieanlagen ✓ verlassene Kirchen ✓ kleine Gruppe.

Was wird aus dem Spreepark Plänterwald?

Die Geschichte des Spreepark Plänterwald in Berlin Der Spreepark im Plänterwald Berlin Treptow wurde 1969 als “VEB Kulturpark” eröffnet und war der einzige ständige Rummelplatz der DDR mit Fahrgeschäften aus dem Westen. Mit der Wende wurde […]

„Atomik“ – Wodka aus Tschernobyl

Ein Team von Wissenschaftlern rund um Professor Jim Smith von der Universität von Portsmouth stellte in einem Experiment mithilfe traditioneller Techniken Alkohol unter Verwendung von Wasser und Getreide aus der Sperrzone von Tschernobyl her. Die […]

Haus Bone in Görlitz

Das “Bone Haus” in Görlitz

“Bonehaus” – das Bonehaus ist ohne Bone nur Haus Görlitz gilt als eine der schönsten Städte Deutschlands. Unzählige Bauten aus Romanik, Barock, Renaissance und Gründerzeit zieren das Stadtbild und bilden zusammen ein beeindruckendes Ensemble. Anfang 2016 begab […]

Gibt es eine Rettung für das verlassene Jagdschloss?

Ein verlassenes Jagdschloss auf unserer Lost Places Fototour Auf unserer vergangenen Lost Places Fototour in Polen entdeckten wir diesen wunderschönen geheimen Ort. Das verlassene Jagdschloss wurde im Jahre 1852 für den Prinzen Wilhelm Braunschweig-Oels, von polnischen Architekten […]

Liqidatoren von Tschernobyl – Wettlauf gegen den unsichtbaren Feind

Der 26. April steht vor der Tür. Viele von uns werden wie jeden Tag ihrem Alltag nachgehen und abends in aller Ruhe ins weiche Bett fallen. Diese Normalität wurde jedoch am 26. April 1986 für […]