Kejonuma Leisure Land – Gruseltour im verlassenen Freizeitpark

Schönheit des Zerfalls – Der verlassene Freizeitpark Kejonuma Leisure Land sorgt fĂŒr GĂ€nsehaut und einzigartige Aufnahmen

Wir stehen inmitten einer hĂŒfthohen Wiese, der Sommerwind streicht durch das Gras und wir hören ein paar Vögel leise zwitschern. Eigentlich die pure Idylle, wĂ€re da nicht das nervenaufreibende Quietschen rostiger Stahlstreben im Hintergrund – ein schauriges GerĂ€usch wie aus einem Albtraum von Horrorautor Stephen King! Wir befinden uns direkt vor dem Kejonuma Leisure Land, einem ehemaligen Freizeitpark in Japan. Mehr als 200.000 Besuchern strömten Jahr fĂŒr Jahr durch dessen Pforten, um mit dem Riesenrad ungeahnte Höhen zu erreichen oder eine Runde zu fröhlicher Musik auf dem Karussell zu drehen.

Doch seit dem Jahr 2000 ist alles verstummt, Kejonuma Leisure Land wurde stillgelegt und der WillkĂŒr der Elemente ĂŒberlassen. Der Zahn der Zeit nagt seitdem am Freizeitpark. Es stehen nur noch ein paar Ruinen auf dem GelĂ€nde, die nicht nur in der DĂ€mmerung fĂŒr einen angenehmen Gruselfaktor sorgen. Diesen Platz, der einst den Besuchern viel Freude und Spaß beschert hat, so verlassen und heruntergekommen zu sehen, gibt dem eigenen Kopfkino ordentlich Futter. Man kann sich nur allzu gut vorstellen, wie der Boden plötzlich aufbricht und Zombies aus den Ruinen steigen, glĂŒhende Augen jeden Schritt verfolgen und das pure Böse einen in die Tiefe reißt.

Zudem sind die geschlossenen Attraktionen im Kejonuma Leisure Land kaum gesichert, sodass man den Zerfall aus nĂ€chster NĂ€he bestaunen kann. Doch Vorsicht! Vieles ist stark beschĂ€digt und natĂŒrlich besteht das Risiko, dass etwas einstĂŒrzt. Bewundert daher mit offenen Augen und dem nötigen Respekt die Attraktionen, schließlich soll dies nicht eure letzte Fototour werden! Außerdem weiß man ja nie, wessen Ruhe man gerade stört – und welche Konsequenzen das haben könnte. Denn Einheimische erzĂ€hlen sich von einem Fluch, der auf Kejonuma Leisure Land liegen soll.

Ist Kejonuma Leisure Land verflucht?!

Eine Legende besagt, dass ein Fluch fĂŒr die Schließung von Kejonuma Leisure Land verantwortlich war. Die ErzĂ€hlung wird nur im FlĂŒsterton weitergegeben. Wir haben fĂŒr euch die folgenden BruchstĂŒcke zusammengetragen:

Es war einmal die Tochter eines reichen Farmers, die mit ihrem Mann nicht weit entfernt vom heutigen GelĂ€nde des Freizeitparks wohnte. Sie wurde schwanger und brachte in einer stĂŒrmischen Nacht nach langen Wehen endlich das Kind auf die Welt. Dessen Gestalt glich jedoch nicht einem menschlichen Neugeborenen, sondern einer Schlange. Das Wesen wand sich aus dem Armen der Mutter und verschwand blitzschnell zu einem nahen gelegenen Weiher. Alles Suchen war erfolglos, niemand fand das Kind je wieder. Seit dieser Nacht hörte die Mutter jede Nacht ihr Kind weinen und suchte es stundenlang vergebens. Der Kummer und das Grauen zerfraßen allmĂ€hlich ihr Herz und so verlor die arme Frau ihren Verstand. Eines Nachts begab sie sich wieder auf die Suche nach ihrem Kind und sprang von Verzweiflung getrieben in den Weiher. Die Mutter ertrank und soll seit ihrem Tod als böser Geist die Umgebung heimsuchen.

Der Name des Ortes ist seit diesen Vorkommnissen „Weiher der Geisterfrau“. Den Einheimischen zufolge heißt das auf Japanisch Kejonuma. Da der Freizeitpark Kejonuma Leisure Land genannt wurde, zog er den Fluch der Geisterfrau auf sich, die die ahnungslosen Besucher heimsuchte. Um die Menschen zu schĂŒtzen und die Geisterfrau zu besĂ€nftigen, musste der Freizeitpark geschlossen werden.

Inwieweit diese Legende auf Tatsachen beruht, ist ungewiss. Zu viel ging ĂŒber die Jahre verloren, wurde umgedichtet und ausgeschmĂŒckt. Der Wahrheit entspricht auf jeden Fall, dass die Wirtschaftskrise und das Alter des Parks fĂŒr rĂŒcklĂ€ufige Besucherzahlen verantwortlich waren und es sich irgendwann finanziell einfach nicht mehr lohnte, diesen weiter zu betreiben.

Diese schnöden Fakten vertreiben den leisen Nachklang der Legende. Daher trauen wir uns trotzdem auf das GelÀnde des Freizeitparks Kejonuma Leisure Land. Bevor wir eventuell unsere Seelen verlieren, versuchen wir die besten Bilder in den Kasten zu bekommen. Denn atemberaubende Motive gibt es hier zuhauf.

Leiser Horror im Freizeitpark

Wenn man den Park besucht, fĂ€llt es einem jedoch nicht leicht, die Legende mit einem LĂ€cheln als Unfug abzutun. Wir wĂ€hlen daher einen sonnigen Tag, um den Freizeitpark zu erkunden. Zwar gibt es auch genug nebelige Tage, die fĂŒr zusĂ€tzliche Spannung sorgen, doch heute ist uns die warme Sonne lieber. Durch den Park fĂŒhren verschiedene befestigte Wege. Aufgrund der vielen Löcher und Unebenheiten in der Asphaltdecke, sollte man seine Schritte mit Bedacht wĂ€hlen. Links und rechts der Wege stehen noch Laternenpfahle, deren Lampen bereits vor Jahren zersprungen sind. Wir nutzen die Wege jedoch kaum, sondern durchstreifen meist das hohe Gras, um die Attraktionen aus der NĂ€he anzuschauen.

Da wĂ€re beispielsweise der halb verrottete Spielplatz aus Holz, dessen Einzelteile leicht im Wind schaukeln. Die Rutsche glĂ€nzt noch matt im Sonnenlicht, die Wippen sind von Ranken bewuchert, die KlettertĂŒrme zerfallen. Wir hören nichts, bis auf das leise Knistern der Halme, die an unserer Kleidung entlangstreifen. Mitten im Gras stolpern wir beinahe ĂŒber einen kleinen Zug, der mitsamt seinen offenen Waggons schief auf den rostigen Gleisen steht. Bei diesem Anblick kann man plötzlich erahnen, wie kleine Geisterkinder hier ihren Spaß haben und die vorbeigehenden Lebenden mit leblosen Augen betrachten.

Neben dem Spielplatz finden wir die tanzenden Tassen. Beinahe hört man die fröhliche Orgelmusik, zu der sie einst auf festen Bahnen umhergewirbelt wurden. Doch unser innerer Spaßvogel macht aus der fröhlichen Musik schnell ein schauriges Gedudel, wie man es aus einschlĂ€gigen Horrorfilmen kennt. Die Beklemmung hat uns inzwischen fest im Griff, wĂ€hrend wir die schaurig-schöne AtmosphĂ€re mit der Kamera festhalten.

Zum Abschluss nĂ€hern wir uns langsam dem Riesenrad. Dieses thront ĂŒber allem, ein halbverfallenes Wahrzeichen des einstigen GlĂŒcks. An den kleinen Gondeln blĂ€ttert der einstmals bunte Lack ab. Irgendwie beklemmend, dass die Gondeln in dieser Stellung verharren, bis der Rost alles zerfressen hat und das Riesenrad endlich einstĂŒrzt. Erst dann wird der Freizeitpark Kejonuma Leisure Land in Frieden ruhen.

Noch mehr GĂ€nsehaut

Bevor es dazu kommt, hat jeder Fotograf mit guten Nerven die Chance den Freizeitpark Kejonuma Leisure Land in der japanischen PrÀfektur Miyagi zu besuchen. Denn eins ist gewiss: Hier knipst ihr atemberaubende Bilder der Schönheit des Zerfalls.

Ihr habt nun richtig Lust auf eine Fototour zu Lost Places, aber Japan ist euch doch eine Ecke zu weit weg? Dann stöbert doch einfach mal in unserem Angebot an Lost Places Fototouren. Ihr werdet ĂŒberrascht sein, welche PlĂ€tze mit besonderer AtmosphĂ€re es ganz in der NĂ€he gibt. Wie wĂ€re es beispielsweise mit einem Ausflug nach Schlesien, um das Kraftwerk aus der GrĂŒnderzeit, ein architektonisches Wunder, zu bestaunen? Wenn ihr Fragen zu den Reisen oder allgemeine Anregungen habt, nehmt direkt Kontakt zu uns auf. Wir freuen uns immer auf den direkten Austausch mit euch.

Ein Tipp von uns: Behaltet unseren Blog im Blick, denn wir sind immer auf Achse, um fĂŒr euch einzigartige PlĂ€tze auf der ganzen Welt zusammenzutragen. Wir veröffentlichen monatlich mehrere BeitrĂ€ge, die euch hautnah zu diesen Locations fĂŒhren. Meldet euch fĂŒr unseren Newsletter an, um auf dem Laufenden zu bleiben. Seid gespannt, was ihr hier noch erleben werdet!

Kejonuma Leisure Land – Gruseltour im verlassenen Freizeitpark

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