Die Kirche „Gott des Lichtes“

Lost Places und Ihre Geschichten faszinieren immer mehr Hobbyfotografen

Bei meiner letzten Lost Places Fototour entdeckte ich diese magische verlassene evangelische Kirche. Wenn man etwas Gl├╝ck hat kann man im Inneren ein spektakul├Ąres Lichtspiel erleben. Genau dann wenn die Sonne durch die Mauerritzen scheint und im inneren der Kirche auf den staubigen Boden oder die ├ťberreste der Gruft trifft.

Dies ist eine der ├Ąltesten evangelischen Kirchen in Polen und 1743 bis 1749 errichtet. Das ├äu├čere der Kirche ist durch seine Schlichtheit gekennzeichnet. Das mit Dachziegeln gedeckte Satteldach ist dem ovalen Bauwerksgrundriss angepasst. Dem ovalen Fu├čboden entspricht eine ebenfalls ovale schmucklose Kuppeldecke, die von eckigen und verzierten S├Ąulen getragen wird. Ringsherum umlaufen den Kircheninnenraum zwei breite Galerien. Die Galerien sind durch gerade Treppen erreichbar. Die Kirche geh├Ârte zum Anwesen der Grafen von Reichenbach.

Die sp├Ąteren Grafen von Reichenbach waren ein schlesisches Uradelsgeschlecht. Seine Besitzungen lagen ├╝berwiegend in den Herzogt├╝mern Schweidnitz-Jauer und M├╝nsterberg, aber auch in der bis 1763 unmittelbar zu B├Âhmen geh├Ârenden Grafschaft Glatz. Der erste urkundlich fassbare Familienangeh├Ârige ist der Lokator Wilhelm, der 1258 als Schulthei├č und 1266 als Vogt von Reichenbach belegt ist. Reichenbach geh├Ârte damals zum Herzogtum Breslau und gelangte 1290/91 an das Herzogtum Schweidnitz. Das Geschlecht war urspr├╝nglich in f├╝nf St├Ąmme geteilt, von denen heute nur noch ein Stamm seit dem 18. Jahrhundert fortbesteht.

Dessen Stammreihe beginnt mit Cunze Bieler (bzw. Bielau oder Bela), 1438 Burggraf zu Schatzlar, und Herr auf Fischbach. Sein Sohn Cunze nahm den alten Namen Reichenbach wieder an und nannte sich Cunze von Reichenbach, Bieler genannt. Das Geschlecht erlangte am 30. Mai 1665 den b├Âhmischen Freiherrnstand, am 16. Januar 1678 den b├Âhmischen Herrenstand und am 10. M├Ąrz 1730 den b├Âhmischen Grafenstand. Nach der Eroberung Schlesiens durch Preu├čen wurde die Familie umgehend von Friedrich II. mit der W├╝rde eine Generalpostmeisters f├╝r Niederschlesien (6. November 1741) ausgezeichnet. Diese nicht erbliche W├╝rde wurde jedoch bereits am 7. Januar 1752 in die erbliche W├╝rde einen Erblandpostmeisters f├╝r ganz Schlesien umgewandelt. Bald darauf, am 5. Juli 1752, erhielt ein anderen Zweig der Familie die erbliche W├╝rde eine Obererbj├Ągermeisters in Schlesien.

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