Faszination Usbekistan – eine Perle an der Seidenstraße

Noch ist Usbekistan ein Geheimtipp unter Abenteurern, doch seit 2016 öffnet sich das Land Schritt für Schritt für den Tourismus. Für die meisten ist Usbekistan ein unbekanntes Land – ein Gebiet, das sich nicht lohnt, erkundet zu werden. „Was gibt es denn dort zu sehen außer Wüste und Moscheen? Ist es nicht gefährlich, dorthin zu reisen? Dort herrscht doch ein Diktator? So ein Land möchte ich nicht besuchen.“ Diese Reaktionen sind nicht überraschend, immerhin leben wir in einer Zeit, die von Ressentiments, Misstrauen und Angst geprägt ist. In diesem Artikel möchten wir mit Vorurteilen über Usbekistan aufräumen, denn für uns machen offene, herzliche und gastfreundliche Menschen sowie deren interessante Kultur ein Land aus und nicht die Politik. Wir setzen uns für einen kulturellen Austausch, frei von Vorurteilen, ein.

Sher-Dor-Medrese

Sher-Dor-Medrese (Samarkand)

Wie ein Märchen aus 1001 Nacht

Usbekistan begeistert mit der Hauptstadt Taschkent, die mit ihren zahlreichen Museen und einer Mischung aus moderner und sowjetischer Architektur ein einzigartiges Flair verströmt sowie orientalischen Städten wie Samarkand und Buchara. Gleichzeitig zieht eine wunderschöne Natur mit riesigen Canyons, Seen und atmosphärischen Wüstenlandschaften sowie eine vielfältige Kultur die Besucher in ihren Bann. Usbekistan ist eine Mischung aus dem quirligen Indien sowie dem arabischen Oman mit einem dezenten russischen Akzent und lädt zum Staunen und Fotografieren ein.

Das zentralasiatische Land wird von der Seidenstraße durchzogen, jenem bereits seit der griechisch-römischen Antike bekannten Netz aus Karawanenstraßen, das den Mittelmeerraum über Zentralasien mit Ostasien verbindet. Über Jahrhunderte diente sie als Handelsweg für Seide, Gold, Edelsteine, Glas, Gewürze, Keramik, Porzellan, Bronze und Eisen. Noch heute spiegelt die usbekische Architektur den einst unglaublichen Reichtum dieses Teils der Erde wider. Hellblaue Kuppeln, liebevoll gestaltete Mosaike, kunstvolles Handwerk und geschäftige Basare mit Gewürzen und Stoffen lassen ein Meer aus Farben und Gerüchen entstehen, dessen Atmosphäre jeden in seinen Bann zieht.

Usbekistan hat als Schmelztiegel der Kulturen und durch seine wechselvolle Geschichte eine beeindruckende Vielfalt zu bieten. Von Nomaden über sesshafte Landwirte bis hin zu griechischen, sowjetischen, buddhistischen und islamischen Einflüssen aus der Zeit der arabischen Eroberungen trifft man hier auf alle nur denkbaren Kulturen und Lebensweisen. Architektonisch sind viele Gebäude deutlich sowjetisch beeinflusst, andere sind durch ihre kunstvollen Verzierungen arabisch geprägt. Zusätzlich findet man fast europäisch wirkende Bauwerke – die Gegensätze sind einfach unfassbar.

Unsere Unterkunft am Aralsee – traditionelle Jurten der Nomaden

Ein Schmelztiegel der Kulturen

Samarkand, als Oasenstadt gegründet, beeindruckt mit wunderschönen Gebäuden, die mit feinsten arabischen Mosaiken verziert und an jeder Ecke der Stadt zu finden sind. Die Innenstadt wurde 2001 von der UNESCO unter dem Titel „Samarkand – Schnittpunkt der Kulturen“ als Weltkulturerbestätte in die Liste des UNESCO-Welterbes mit der Begründung aufgenommen, „da Architektur und Stadtbild Meisterwerke islamischer kultureller Kreativität darstellen und Kunst, Architektur sowie Stadtstruktur die wichtigsten Epochen zentralasiatischer kultureller und politischer Geschichte illustrieren.“

Buchara ist eine der bedeutendsten Städte Usbekistans und wirkt wie eine Bilderbuchstadt aus 1001 Nacht. Die verwinkelten Gassen, hellen Steingebäude, lebhaften Basare, zahlreichen Moscheen und Medresen im historischen Zentrum, das von der UNESCO seit 1993 zum Weltkulturerbe gezählt wird, lassen einen die orientalische Vergangenheit der Stadt spüren – hier werden die Märchen von 1001 Nacht wahr.

Die Zwei-Millionen-Metropole Taschkent liegt ein paar hundert Kilometer nördlich der Seidenstraße. Die meisten der im historischen Zentrum befindlichen Gebäude sind höchstens ein halbes Jahrhundert alt. Am 26. April 1966 bebte direkt unter der Altstadt die Erde, infolgedessen das in Zentralasien einst bedeutende Zentrum islamischer Bildung in Schutt und Asche gelegt wurde. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Altstadt wiederaufgebaut, doch mit dem Wiederaufbau hielt auch die sowjetische Moderne Einzug in Taschkent.

Hotel Uzbekistan (Taschkent)

Umbruch in einem Land voller Gegensätze

Wie alle Staaten Zentralasiens wurde auch Usbekistan nach dem Ende der Sowjetunion autokratisch regiert. Die Politik von Staatschef Islom Karimov traf in Bezug auf Menschenrechte und Pressefreiheit international auf heftige Kritik. Karimows repressiver Regierungsstil führte dazu, dass Usbekistan im vor drei Jahren veröffentlichten Demokratieindex der Zeitschrift „The Economist“ auf Platz 161 unter 167 Ländern rangierte. In der Rangliste der Pressefreiheit von „Reporter ohne Grenzen“, die im gleichen Jahr erschien, schaffte es das Land nur auf Platz 166 von 180.

Seit dem Tod Karimows im September 2016 befindet sich Usbekistan im Umbruch. Es herrscht politisches Tauwetter und man ist um Grenzöffnung zu den Nachbarn, freie Wechselkurse und die Suche nach Kontakten in Ost und West bemüht. Usbekistan soll ein Bindeglied zwischen Europa und Asien sein. Es wird ein „moderner Islam“ gelebt.

Bereits seit einigen Jahren erfährt auch die Seidenstraße eine Renaissance. Vor Jahrhunderten zogen Karawanen durch die dünn besiedelte Steppe, um von Taschkent in den Südwesten nach Samarkand zu reisen. Heute fährt zweimal täglich der Hochgeschwindigkeitszug „Afrosiyob“ durch die Ebene und verbindet so die beiden Städte in etwas mehr als zwei Stunden.

Die Strecke ist Teil eines der größten Infrastrukturprojekte, welches Usbekistan je in Angriff genommen hat. Das Land versucht bereits seit Jahren, sich als Transitland auf der „neuen Seidenstraße“, einem neu entstehenden Transportweg zwischen Europa und Asien, zu etablieren. Bis nächstes Jahr will Usbekistan circa acht Milliarden US-Dollar in seine Verkehrswege investieren.

Wichtigster Partner sind dabei wie so oft die Chinesen. Angeblich wollen sie den alten Handelsweg mit der unvorstellbaren Summe von 1.000 Milliarden US-Dollar wiederbeleben. Eine Zusammenarbeit mit den Staaten Zentralasiens ist dafür unerlässlich und so erkennen auch die Usbeken ihre große Chance: „Tourismus auf der Seidenstraße“ heißt das Motto, mit dem sich das Land auf Reisemessen präsentiert. Auch Reiseveranstalter werben vermehrt mit dem Zauberwort Tourismus.

Warum gerade Usbekistan?

 Usbekistan befindet sich in einer Region, deren Länder mit Terrorismus und radikalem Islamismus assoziiert werden. Die Usbeken sind sich bewusst, dass viele Menschen Angst haben, ihr Land zu bereisen und nicht viel darüber wissen. Doch Usbekistan ist ein sicheres Land und man wird als Gast herzlich empfangen – Usbeken sind Touristen gegenüber sehr gastfreundlich und zuvorkommend. Sie sind stolz auf ihr Land, neugierig auf Fremde und freuen sich, mit ihnen ins Gespräch zu kommen, um ihre Sprachkenntnisse in Englisch oder sogar Deutsch vorzuführen. Die usbekische Gastfreundschaft ist bekannt für die zuvorkommende Betreuung von „Fremden“ und es ist eine Ehre für jeden Einladenden, einen Gast wie ein eigenes Familienmitglied zu bewirten.

Obwohl Usbekistan Teil der Sowjetunion war, sind knapp 90 Prozent der 33 Millionen Einwohner Muslime. Die Staatsreligion ist dabei säkularisiert und der Islam wird äußerst liberal gelebt. Diese im Islam eher seltene Haltung zum Glauben zeigt sich im öffentlichen Leben der Usbeken. Frauen in Burkas oder in Schleier verhüllt fehlen im Straßenbild, ebenso die in anderen muslimischen Ländern allgegenwärtigen Gesänge des Muezzins.

Basar in Taschkent

Der Geschmack des Orients

Die Traditionen der usbekischen Küche und die Herkunft verschiedener Gerichte lassen sich zum Teil über mehrere Jahrhunderte zurückverfolgen. Aufgrund der Lage, Sprache, Kultur und Religion Usbekistans sind sie eng mit der orientalischen Küche verbunden. Geprägt durch griechische, mongolische und vor allem russische Einflüsse entstanden einzigartige Gerichte und Delikatessen, die sich deutlich von der im Westen bekannten asiatischen Küche unterscheiden.

Brot ist ein in Usbekistan allgegenwärtiges Nahrungsmittel, das zu jeder Mahlzeit gereicht wird. Überwiegend als Weißbrot in einem speziellen Backofen namens „Tandir“ gebacken, wird es mit zahlreichen Mustern und Ornamenten verziert, die sich auch an historischen Denkmälern wiederfinden. Seine runde Form symbolisiert die Sonne.

Zur usbekischen Küche zählen verschiedene Vorspeisen, Suppen, eine Vielfalt an Beilagen, Kebab, verschiedene Teigwaren, Gerichte aus Obst und Gemüse sowie Süßigkeiten und Kuchen. Die Speisen werden mit frischer Milch, saurer Sahne, Eiern, Fleisch, Reis, Mungobohnen, Erbsen, Mehl und anderen Getreidearten zubereitet. Usbekische Köche und Gastgeber verstehen es geschickt, die natürlichen Farben von Obst und Gemüse, liebevoll dekorierte Salate, kalte Vorspeisen, Suppen und verschiedene Hauptgerichte zu einem Kunstwerk für das Auge zu machen.

Ruinen der Ayaz Kale-Festung in Choresm

Ein unvergessliches Abenteuer

Kommt mit uns auf Entdeckungsreise in ein märchenhaftes Land voller Gegensätze und erlebt mit uns geschäftige Städte, atmosphärische Landschaften, gastfreundliche Menschen und den Zauber des Orients. In einer kleinen Gruppe von Abenteurern und Entdeckern begebt ihr euch auf eine unvergessliche Expedition. Wenn ihr Usbekistan mit eigenen Augen sehen wollt, findet ihr auf unserer Seite Usbekistan & Aralsee – Fotoreisen alle Informationen, die ihr für eure individuelle Fotoreise mit Urbexplorer benötigt.

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