Eine unvergessliche Fotoreise durch Island

Bei dem Wort “Island” werden die meisten von uns wohl direkt an Bilder beeindruckend schöner Natur, verwunschener stiller Seen, verlassener alter Wikingersiedlungen und – falls Du das gerade wĂ€hrend des Essens lesen solltest – köstliche Fischgerichte denken. Aber es gibt auf Island weitaus mehr zu entdecken. Westlich von Norwegen, sĂŒdlich des nördlichen Polarkreises, ist Island flĂ€chenmĂ€ĂŸig der zweitgrĂ¶ĂŸte Inselstaat Europas und die nördlichste Vulkaninsel der Welt. Ein beliebtes Reiseziel bei Naturliebhabern und fĂŒr Fotoreisende. SpektakulĂ€re Landschaften und SehenswĂŒrdigkeiten warten auf Dich! Bist Du bereit fĂŒr einen Kurztrip durch die Top-Ten der außergewöhnlichsten SehenswĂŒrdigkeiten Islands? Auf gehtÂŽs!

  1. Islands unglaubliche WasserfÀlle

Vom nur 3 Meter hohen Bruarfoss bis hin zum 240 Meter tief herabstĂŒrzenden Morsi ist Island neben seiner atemberaubenden Schönheit bekannt fĂŒr seine ĂŒber 10.000 WasserfĂ€lle.  Und eine Reise nach Island ist nicht komplett, ohne sich wenigstens die grĂ¶ĂŸten und berĂŒhmtesten dieser phantastischen Naturspektakel angesehen zu haben!

Ganz oben auf der Liste sollten wohl Gullfoss, Seljalandsfoss und Skogafoss stehen:

Der Gullfoss ist der bekannteste Wasserfall Islands. Sein Name bedeutet “Goldener Wasserfall” und ist geprĂ€gt von seiner Lage am Ende des Golden Circle im Hochland.  Er fĂ€llt ĂŒber zwei Stufen insgesamt 32 Meter in die Tiefe. Besonders beeindruckend sind die Breite des Flusslaufs und die Tatsache, dass je nach Perspektive des Beobachters die Illusion entsteht, der Fluss wĂŒrde einfach ins endlose Nichts fallen.

Der Seljalandsfoss liegt direkt an der Ringstrasse und ist nicht nur sehr bekannt, sondern auch gern gesehen. FĂŒr die meisten Reisenden hier ist er das erste Highlight der Umrundung. Zu seinen Besonderheiten zĂ€hlt, dass man hinter dem fallenden Wasser auf einem Pfad entlang wandeln kann. Das ist gerade in den frĂŒhen Morgen- oder spĂ€ten Abendstunden, wenn die Sonne auf- bzw. untergeht und die Farben besonders intensiv sind, sehr eindrucksvoll und bietet hervorragende Motive fĂŒr die Landschaftsfotografie. Neben dem Wasserfall befindet sich auch ein Campingplatz. Es bietet sich also an, hier zu ĂŒbernachten.

Ein paar Kilometer weiter östlich liegt der SkĂłgafoss. Am Fuße des Eyjafjallajökull, einer der grĂ¶ĂŸten Gletscher in Island, bettet sich der Wasserfall in die ehemalige SteilkĂŒste. Er fĂ€llt kurz vor der neuen KĂŒste auf einer Breite von 25 Meter ĂŒber 60 Meter in die Tiefe und viele kleine Wassertropfen generieren dabei regelmĂ€ĂŸig wunderschöne Regenbögen.

Laut einer alten Sage versteckte Þrasi ÞórĂłlfsson, einer der Wikinger, die Island besiedelten, in der Höhle hinter dem Wasserfall eine Truhe voller Gold. So wird gesagt, dass ein Junge aus der Gegend diesen Schatz Jahre spĂ€ter gefunden und es geschafft haben soll, den Ring an der Seite der Truhe festzuhalten bevor der Schatz einfach verschwand. Der Legende nach behielt er den Ring und gab ihn der Kirche. Dieser Ring wird heute im Museum von SkĂłgar aufbewahrt.

  1. Auf zu den heißen Quellen

Island hat genug geothermische GewĂ€sser, um alle WĂŒnsche zu erfĂŒllen. Es gibt heiße Quellen und BĂ€der im ganzen Land. Das hohe Level an geothermaler AktivitĂ€t in Island stellt sicher, dass man, egal wohin man reist, immer heiße Quellen und FlĂŒsse zu finden sind, in denen man baden kann. Die berĂŒhmtesten sind sicherlich die Blaue Lagune und die Myvatn NaturbĂ€der, aber es gibt auch viele heiße FlĂŒsse, kleine BĂ€der und weitgehend naturbelassene Quellen. Auch wenn sich nicht alle zum Baden eignen, da sie zu heiß oder zu kalt sind, sind die folgenden offiziell fĂŒrs Baden getestet. Nur einige Beispiele:

Die berĂŒhmte Blaue Lagune. Zugleich heiße Quelle und Spa. Sie liegt mitten in einem Lavafeld in der NĂ€he des Flughafens in GrindavĂ­k. Beim Eintauchen in die Landschaft fĂŒhlt man sich wie in einem MĂ€rchen. Das mystisch anmutend gefĂ€rbte, hellblaue Wasser, das durch die großen Mengen an Schwefel zu hautfreundlicher Kieselerde wird, trifft auf tiefschwarzes vulkanisches Gestein.  Der Akku der Kamera sollte schon voll aufgeladen sein, denn den wird man hier brauchen. Es finden sich auch luxuriöse Umkleiden, eine Cafeteria und eine Bar mit hervorragender Auswahl.

Leider ist die Blaue Lagune ziemlich teuer. Deshalb lohnt es, nach Alternativen zu schauen, wie zum Beispiel den abgelegenen und friedlichen Myvatn NaturbĂ€dern. Sie sind wie eine “kleine Blaue Lagune” im Norden. Es gibt auch hier sehr komfortable Umkleiden und Duschen sowie zwei DampfbĂ€der. Ein Restaurant ist auch vorhanden und bei schönem Wetter kann man draußen sitzen und essen.

In Landmannalaugar brodelt aus den Tiefen der Erde kochend heißes Wasser heraus, das extra heruntergekĂŒhlt und manchmal auf natĂŒrliche Weise mit einer Kaltwasserquelle in einem Fluss oder Pool gemischt wird. Der Pool befindet sich direkt unter einer Wand des Lavafeldes Eldhraun. Umgeben von farbenfrohen Bergspitzen befindet man sich hier in einer idyllisch verwunschenen AtmosphĂ€re, die noch mehr Magie hervorruft und zur Entspannung einlĂ€dt. Die Umkleiden und Duschen sind hier etwas einfach gehalten, aber durchaus funktionell.

Auch lohnt sich ein Besuch der Ă€ltesten von Menschenhand gefertigten heißen Quelle Seljavallalaug, am Ende des Tals in der NĂ€he des Elyjafjallajökull. Seljavallalaug ist eine beliebte Wahl, nur sollte man wissen, dass der 25 Meter lange Pool nicht gereinigt wird. Du badest also auf eigenes Risiko. Umkleiden sind ebenfalls vorhanden, wenn auch sehr schlicht gehalten. NatĂŒrlich gibt es auf Island noch weitaus mehr Bademöglichkeiten zu entdecken. Nicht alle verfĂŒgen ĂŒber eine “Infrastruktur” wie UmkleiderĂ€umen oder Restaurants und dergleichen, doch gerade diese sehr ursprĂŒnglichen und einfachen BĂ€der haben oft auch – gerade fĂŒr Freunde der Landschaftsfotografie – ihren besonderen Reiz…

  1. Das Farbkaleidoskop der Polarlichter / Nordlichter

Dem Himmel ĂŒber Island wohnt in manchen NĂ€chten ein magischer Zauber inne. Er heißt: Aurora Borealis und bewirkt bei Anwesenden Faszination, Staunen und nicht selten auch GlĂŒcksgefĂŒhle. Einst als das Glitzern von WalkĂŒren betrachtet, die tote Seelen ins Jenseits bringen, sind diese magischen Lichter immer noch eines der Wunder der Welt. Das einzigartige NaturphĂ€nomen entsteht durch Sonnenpartikel, die in das Erdmagnetfeld eindringen und zum Nordpol hingezogen werden. Dabei bewirken sie ein mystisches Lichterschauspiel am Himmel. Doch trotz der astrophysikalischen Erkenntnis haben die Polarlichter nichts von Ihrer Magie eingebĂŒĂŸt. Der Anblick der Polarlichter beschert noch heute Beobachtern GĂ€nsehaut und weckt vielleicht auch bei dem ein oder anderen den Glauben an ĂŒbernatĂŒrliche KrĂ€fte. Am hĂ€ufigsten sieht man Polarlichter spĂ€t in der Nacht und in den frĂŒhen Morgenstunden, wenn die Luft schön klar und frisch ist. Eine Polarlichter-Nacht ist in abgelegenen Regionen oder mitten in der Natur sicher am eindrucksvollsten, doch auch in islĂ€ndischen StĂ€dten wie Akureyri, Olafsfjordur oder Reykjavik kann man die Lichter gut beobachten oder von dort aus eine gefĂŒhrte Nordlichtertour buchen.

Besonders klare NĂ€chte und damit besonders schöne Polarlichter gibt es in der Zeit von Januar bis MĂ€rz. Allerdings wird es in diesen Monaten auch empfindlich kalt. Wer fĂŒr eine Reise nach Island den Sommer bevorzugt, muss auf das Erlebnis „Polarlichter“ jedoch nicht verzichten. Denn auch in den Monaten, in denen die Temperaturen gemĂ€ĂŸigter und die NĂ€chte lauer sind, stehen die Chancen nicht schlecht, das beeindruckende Farbenspiel zu sehen, das die Nordlichter nachts an den Himmel zaubert.

Es gibt keine definitive Möglichkeit, die AktivitĂ€t dieses natĂŒrlichen Kaleidoskops vorherzusagen, obwohl es eine bestimmte Anzahl von Apps und Webseiten wie Vedur gibt, die bei der Planung helfen. Als Faustformel gilt: vollstĂ€ndige Dunkelheit + kein Mondlicht + keine Wolkendecke + zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Es ist auch nicht empfehlenswert, sich innerhalb einer Stadt oder grĂ¶ĂŸeren Siedlung aufzuhalten, wenn man Nordlichter sehen möchte, da die Lichtverschmutzung die Chancen erheblich beeintrĂ€chtigt.

Es braucht gute Planung und GlĂŒck, Polarlichter zu sehen. In Island sind sie fast 8 Monate im Jahr sichtbar. Im Gegensatz zu anderen LĂ€ndern gibt es hier weniger Wolkendecken, was die Wahrscheinlichkeit, Polarlichter sehen zu können, erhöht.

  1. Die Eishöhlen im Vatnajökull-Gletscher

Vatnajökull ist der grĂ¶ĂŸte Gletscher Europas und der drittgrĂ¶ĂŸte der Welt. Er entstand vor etwa 2500 Jahren und ist bis zu 900 Meter dick. Seine OberflĂ€che misst  8100 kmÂČ und macht ĂŒber 8% der GesamtflĂ€che Islands aus.  In den Tiefen des Gletschers gibt es eine sich stĂ€ndig verĂ€ndernde, farbenfrohe und eisige Welt, die nur darauf wartet, entdeckt zu werden. Das tiefe Blau des Eises entsteht aufgrund des hohen Drucks, der von den Eismassen erzeugt wird. Immerhin ist man in den Höhlen von mehreren hundert Metern Eis umgeben! Kundige Gletscher-FĂŒhrer ĂŒberprĂŒfen die StabilitĂ€t jeder Höhle, also besteht bei einer Besichtigungstour kein Grund zur Panik.

DafĂŒr stĂ¶ĂŸt man mit etwas GlĂŒck bei einer FĂŒhrung auf unterirdische FlĂŒsse und vielleicht sogar kleine WasserfĂ€lle, die die surreale AtmosphĂ€re innerhalb der der Eishöhlen noch phantastischer machen. Ohne FĂŒhrung die Höhlen zu betreten ist alles andere als ratsam, da sie sich in stĂ€ndiger Bewegung befinden und es ein gut geschultes Auge benötigt, die eigene Sicherheit zu gewĂ€hrleisten. Die Eishöhlensaison dauert von November bis MĂ€rz, da es in diesen Monaten ausreichend kalt ist, um die StabilitĂ€t der Höhlen aufrecht zu erhalten. In den Sommermonaten besteht Einsturzgefahr.

  1. Kap DyrhĂłlaey

Kap DyrhĂłlaey, die TĂŒrhĂŒgelinsel, ist das Wahrzeichen fĂŒr die SĂŒdspitze Islands. Diese dramatische KĂŒste bietet einen majestĂ€tischen Einblick in die wilde Kraft der Natur. UrsprĂŒnglich handelt es sich um einen Inselberg, der vor tausenden Jahren durch vulkanische AktivitĂ€t entstanden ist. Heute ist DyrhĂłlaey verlandet und die Insel so zu einem 120 Meter hohen Kap geworden. Von hier oben bietet sich eine einzigartige Aussicht, wĂ€hrend das Meer unter einem mit turbulenten Wellen aufsteigt. Seinen Namen verdankt der Felsen seiner markanten Form, die an ein gigantisches Tor mitten im Meer erinnert. Als „DraufgĂ€nger“ kann man den Torbogen entlanglaufen und findet sich schlussendlich “am Rande der Welt” wieder.

Kap DyrhĂłlaey bietet eine unglaublich spektakulĂ€re Rundum-Sicht. Richtung Norden fĂ€llt der Blick auf Islands viertgrĂ¶ĂŸte Eiskappe, den ĂŒberraschend großen MĂœrdalsjökull-Gletscher. Richtung Osten schaut man auf die interessanten Reynisdrangar-Felsformationen mit ihren malerischen BasaltsĂ€ulen und im Westen folgt die Sicht dem scheinbar endlosen schwarzen und romantischen Sandstrand Solheimafjara mit der Lagune Dyrholaos ganz in der NĂ€he. Direkt auf dem Kap steht ein 1927 erbauter und ebenfalls sehr fotogener Leuchtturm.

Weiterhin gibt es auf Kap DyrhĂłlaey Vogelfelsen, die bis zum August von vielen Seevögeln bevölkert werden. Das Gebiet ist ein Vogelschutzgebiet, vor allem fĂŒr Papageientaucher und KĂŒstenseeschwalben. Daher ist dieser Teil wĂ€hrend der Brutsaison im Mai und Juni geschlossen. Die genauen Daten variieren von Jahr zu Jahr.

  1. Hallgrimskirkja / Die Hallgrimurs Kirche

Die Hallgrimurs Kirche ist mit ihrem knapp 76 Meter hohen Turm ein toller Punkt fĂŒr eine super Aussicht ĂŒber Reykjavik. Die weiße Betonkirche wurde 1937 von GuĂ°jĂłn SamĂșelsson entworfen, inspiriert von den vulkanischen BasaltsĂ€ulen, die ĂŒberall in Islands Landschaft verstreut sind.  Auf einem vor der Kirche scheint die Statue von Leif Eriksson (islĂ€ndisch: Leifur EirĂ­ksson) Wache zu stehen. Im Inneren der Kirche ist es sehr minimalistisch und nordisch eingerichtet.  Eine große Orgel rundet das Ganze ab. Mit einem Fahrstuhl kommt man bis auf die Turmspitze und hat eine wunderbare Aussicht ĂŒber Reykjavik, auch wenn es dort oben sehr kalt und windig ist. DafĂŒr wird man mit einem Panoramablick ĂŒber die hellen DĂ€cher der Hauptstadt belohnt. Die beste Zeit fĂŒr einen Besuch ist von Mitte Juni bis Mitte August. In diesem Zeitraum werden zahlreiche AktivitĂ€ten in der Kirche angeboten, z.B. Chorkonzerte, Orgelkonzerte auf der 5000-Pfeifen-Orgel und Sonntagsgottesdienste. FĂŒr einige der AktivitĂ€ten wird eine GebĂŒhr erhoben, also sollte man sich gegebenenfalls vor seinem Besuch schon einmal online schlau machen.

  1. Landmannalaugar

Island ist die Heimat vieler magischer Landschaften. Von seinen bunten Bergen, gewundenen Lavastrecken, kristallklaren Seen, bis hin zu seinen beruhigenden heißen Quellen. Aber wo kann man all diese unglaublichen NaturphĂ€nomene auf einmal beobachten? In Landmannalaugar!

Man fragt sich bestimmt, was die einzigartige farbenreiche Bergwelt von Landmannalaugar eigentlich ausmacht. Reolith – eine mit Mineralien angereicherte Art von Lava – bildet die Spitzen der Gipfel und erzeugt durch langsame AbkĂŒhlung phantastische Spritzer von Regenbogenfarben. Diese Landschaft eignet sich besonders fĂŒr Foto-Touren mit dem Jeep. Aber auch eine der besten Wanderungen in Island – Laugavegurinn – die in regenbogenfarbenen HĂŒgeln zu tiefschwarzen vulkanischen WĂŒsten, mystischen Eishöhlen und ĂŒppigen grĂŒnen TĂ€lern fĂŒhrt, beginnt hier.

Der Vulkan Hekla, einer der bekanntesten Vulkane Europas, sowie der Explosionskrater LjĂłtipollur und der Wasserfall HjĂĄlparfoss sind nur einige der beliebtesten Ziele und Fotomotive.

FĂŒr ein Bad in einer der zahlreichen Heißwasserquellen empfiehlt es sich, immer Badesachen dabei zu haben. Auch eine wasserdichte Jacke und Hose sowie gute Wanderschuhe sollte man auf keinen Fall vergessen. Landmannalaugar ist nur in den Sommermonaten von Juni bis September zugĂ€nglich. Den Rest des Jahres sind die Straßen gesperrt!

  1. Islands Geysire

Geysire sind nicht nur eine aufregende Attraktion, sondern auch ein ziemlich seltenes NaturphÀnomen. Auf den gesamten Planeten existieren nur etwa 1.000 davon.

Geysire sind eine natĂŒrliche Quelle, die, wenn das Wasser auf das ĂŒberhitzte Magma weit unterhalb unserer FĂŒĂŸe trifft, das Wasser zum Blasen und Schweben zwingt, bis es mit unglaublicher Geschwindigkeit und in einigen FĂ€llen unglaublicher Höhe in die Luft explodiert. Der Begriff “Geyser” wurde eigentlich vom islĂ€ndischen Werk “geysa” geprĂ€gt, das “schwĂ€rmen” bedeutet.

Das Haukadalu-Tal, etwa 90 Fahrminuten von der Hauptstadt Reykjavik entfernt, ist ein Thermalgebiet im SĂŒden von Island. Ein Besuch dort zĂ€hlt zum Standardrepertoire einer jeden Islandreise: Haukadalur ist Islands Geysir-Hotspot Nummer 1. Hier liegt der Große Geysir, der Namensgeber aller Springquellen. FrĂŒher sprang er bis zu 60 Meter hoch, jedoch sind die FontĂ€nen heute weitaus seltener und niedriger. Sein AktivitĂ€tsmaximum erreichte er im Jahre 1896. Wissenschaftliche Analysen ergaben, dass diese Springquelle schon seit ca. 10.000 Jahren aktiv war. Nicht weit vom Großen Geysir entfernt liegt der ruhelose Strokkur Geysir, “Butterfass” genannt, der alle paar Minuten ausbricht, auch wenn die EruptionsgrĂ¶ĂŸe mit etwa maximal 20 Metern etwas kleiner ausfĂ€llt. Nach einem Erdbeben von 1896 fiel der Geysir in einen Schlaf und erst ab 1907 begann Strokkur wieder aktiv zu werden.

  1. Vestrahorn und Brunnhorn

Stell Dir vor, Du sitzt in der Brandung einer kleinen Lagune an einem endlos schwarzen Sandstrand.  Das kristallklare Wasser berĂŒhrt Deine Zehen und zwei der beeindruckendsten Gipfel Islands ĂŒberragen die gesamte Aussicht. Vestrahorn und Brunnhorn sind definitiv einer der Top Spots zur Besichtigung auf Deiner Island Tour. Sie sind die markanten Gipfel des Bergmassivs Klifatindur im Osten Islands auf der Landzunge Stokksnes. Das Vestrahorn ist 756 Meter hoch. Seiner markanten Form hat das Brunnhorn viele phantasievollen Namen zu verdanken: Engelsberg, Drachenberg und sogar Batman-Berg sind nur einige. NĂ€hert man sich von Osten, wirkt der Berg wie ein von FlĂŒgeln umgebener Kopf. Dieser Eindruck wird durch zwei extreme und symmetrisch erscheinende Verwerfungen erzeugt, der durch wundersame Wolken an den Gipfeln noch unterstrichen wird. Geologisch betrachtet ist das Bergmassiv Klifatindur eine eingestĂŒrzte Magmakammer eines Zentralvulkans.

Ein Ausflug lohnt sich, denn aufgrund der abgeschiedenen Lage ist diese atemberaubende Landschaft nicht mit Touristen ĂŒberfĂŒllt.  Fotoreisende können hier mit Ihrer Kamera praktisch touristenfreie Bilder einfangen. Und auch wenn die Fotografie nicht Ihre Leidenschaft ist, besteht kein Grund zur Sorge. Genieße einen Spaziergang am einzigartigen schwarzen Sandstrand, streichele die islĂ€ndischen Ponys und wenn Du GlĂŒck hast, siehst Du vielleicht sogar ein paar Robben.

Ein Besuch ist das ganze Jahr ĂŒber möglich. Allerdings sollte man gerade im Winter bedenken, dass es sowohl kalt, sogar eisig sein wird. Wer sich dementsprechend vorbereitet, wird dafĂŒr mit schneebedeckten Gipfeln, eisig-schwarzen Reflexen auf dem Wasser und einem weiten, romantischen Himmel belohnt.

  1. Whale-Watching

Island ist einer der besten Orte fĂŒr Whale-Watching weltweit. Hier lassen sich neben Blauwalen besonders hĂ€ufig Buckelwale und Zwergwale sichten, außerdem besteht die Chance auf Delfine und Finnwale. Selbst der Promi-Orca “Keiko” aus “Free Willy” stammt aus dem ReyĂ°arfjörĂ°ur Fjord auf Island. JĂ€hrlich werden an Islands KĂŒsten insgesamt etwa um die 11 verschiedenen Wal-Arten beobachtet.  Aber es gibt wirklich besonders herausragende Hotspots fĂŒrÂŽs Whale-Watching.

Die typischen Spots fĂŒr Wal-Touren sind Reykjavik und HĂșsavik im Norden Islands. HĂșsavik verzeichnet weit mehr Walsichtungen als Reykjavik und ist das Hauptziel fĂŒr das Whale-Watching. Die Stadt liegt in einer Bucht inmitten grĂŒner HĂŒgel und schneebedeckter Berge und bietet einen der schönsten Aus- und Anblicke Islands. Mit 182 Einwohnern ist sie die viertgrĂ¶ĂŸte Stadt Islands und genießt den internationalen Ruf als Europas Walbeobachtungshauptstadt. Die durchschnittliche Erfolgsquote fĂŒr Walsichtungen liegt bei 98%. Außerdem lassen sich hier zahlreiche Papageientaucher beobachten. Solltest Du mal dorthin reisen, solltest Du unbedingt das Wal-Museum besuchen. Die Bucht von Reykjavik ist ideal fĂŒr Walbeobachtungen geeignet. Am hĂ€ufigsten werden Zwergwale, Schweinswale, Buckelwale und Weißschnauzendelfine gesichtet. Islands Hauptstadt bietet zudem ein sehr buntes und gastfreundliches Flair. Du wirst es lieben!

Sehr beliebt ist auch der EyjafjörĂ°ur-Fjord im Norden Islands – mit bis zu 24 km Breite und 60 km LĂ€nge der lĂ€ngste Fjord auf Island.

Das blasende Auftauchen eines Wales, nur wenige Meter entfernt vom Boot, ist ein unvergessliches Islanderlebnis. Im Licht der Mitternachtssonne finden sich besonders beeindruckende Fotomotive.

Wale kann man das ganze Jahr auf Island beobachten, jedoch die beste Zeit ist die Sommerperiode zwischen Juni-September, wenn die See warm und die BestÀnde an Fisch und Krill reichhaltig sind. Spitzenzeit ist von Juni bis August, also sollte man rechtzeitig buchen. Wer also sehr viel Wert auf eine Walsichtung auf seiner Islandreise legt, sollte das beachten.

Auch sollte man an warme Kleidung denken, denn auf dem Wasser wird es auch bei Sonnenschein sehr frisch.

Willst du mehr sehen? Dann solltest Du Deine Sachen packen!

Es gibt auf Island so viel zu sehen und zu bestaunen, dass es eigentlich kaum möglich ist, die atemberaubende Schönheit dieser mythenumwobenen Insel auf 10 Punkte zu reduzieren. Aber hoffentlich bist Du nun inspiriert, Deine eigene Reise nach Island zu planen. Es lohnt sich!


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