Die verlassene Pfarrkirche an der Unstrut

Gemeinsam auf spannenden Lost Places Fototouren

Auf einer meiner Lost Places Fototouren im letzten Jahr entdeckte ich diesen geheimen Ort.   FĂŒr alle Liebhaber der Lost Places Fotografie hat diese ehemalige Pfarrkirche  jede Menge Motive zu bieten.

Über die Entstehung der jetzigen Kirche ist nichts genaues bekannt. Sie wird zum ersten Mal 1351 in den Akten des Klosters Reinsdorf erwĂ€hnt. Es war die Pfarrkirche fĂŒr die Dörfer Krautdorf, der rechts vom Bach gelegene Teil von Pretitz und Weißenschirmbach. 1512 wurde Weißenschirmbach eine eigene Pfarrstelle, 1630 kam Krautdorf nach LiederstĂ€dt und Pretitz ganz zu Vitzenburg.

Von der mittelalterlichen Kirche ist das Untergeschoss des Turmes erhalten, die innen kreuzgratgewölbte Sakristei. Aus dieser Zeit (14. Jahrhundert) ist ein kleiner silberner innen vergoldeter Abendmahlkelch erhalten. Dieser Kelch hat unter dem Knauf in gotischer Schrift auf der einen Seite „Maria“ und auf der anderen Seite „got hilf“.

In den Jahren 1713 bis 1715 wurde die Kirche an der alten Stelle neu gebaut. Auf das alte Untergeschoss des Turmes wurde der jetzige achteckige Turmschaft als Glockenturm gesetzt. Die zwei Glocken stammen aus dem Jahr 1573, gegossen vom Erfurter Glockengießer Eckhart Kuchingen. Die grĂ¶ĂŸere Glocke trĂ€gt die Inschrift: „Gotts Wort bleibet ebig“, die kleinere Glocke hat die selbe Inschrift aber in der Lateinischen Sprache: „Verbum Domino mannet in aethernum“.

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Im Inneren der Kirche gibt es einige bemerkenswerte GrabdenkmĂ€ler. Hinter dem Altar rechts der Grabstein von Johann Moritz von Heßler und links seiner Gemahlin Henriette Margarethe von Zaschwitz und im Inneren der Kirche der Grabstein des Sohn Friedrich Moritz von Heßler.

Unter der Patronatsloge, die in ihrem Grundbestand noch aus der alten Kirche stammt, befindet sich eine Gruft. Über der EingangstĂŒr sind links das Heßlersche Wappen und rechts das von Zaschwitz zu sehen.

Im Jahr 1822 schlug ein Blitz in die Kirche ein, der aber glĂŒcklicherweise nicht zĂŒndete jedoch großen Schaden anrichtete. Die Spuren davon sowie barocke Bemalungsreste wurden bei Untersuchungen zur Restauration entdeckt. Bis zur Mitte der 1970 her Jahre war die Kirche noch regelmĂ€ĂŸig fĂŒr Gottesdienste geöffnet. Allerdings fielen in dieser Zeit wiederholt Schiefer vom Turm auf das Kirchendach, sodass spĂ€ter ein regelmĂ€ĂŸiger Gottesdienst aus SicherheitsgrĂŒnden nicht mehr möglich war.

Seit 1995 begann ein Förderverein „Freunde der Dorfkirche Johannes der TĂ€ufer Vitzenburg“ zusammen mit der Kirchengemeinde notwendige Reparaturmaßnahmen in Angriff zu nehmen und den weiteren Verfall zu stoppen. ZunĂ€chst wurde mit Arbeiten an der Patronatsloge, am Treppenturm und am Kirchendach begonnen. Im Jahr 1997 wurde das Kirchendach fertig saniert. In den Jahren 1999-2000 wurde der obere Turmschaft instand gesetzt und die Turmhaube neu geschiefert außerdem wurden die Turmkreuze aud Kupfer neu angefertigt und aufgesetzt.

Als nĂ€chstes großes Bauvorhaben stehen sĂ€mtliche Fenster im Turm und Kirchenschiff an, devot an die umfangreiche Innenrenovierung gedacht werden kann.

Die wunderschöne Dorfkirche „Johannes der TĂ€ufer“ besuchen wir regelmĂ€ĂŸig im Rahmen unserer Fototour zum MĂ€rchenschloss an der Unstrut.

DarĂŒber hinaus unterstĂŒtzen wir die Freunde der Dorfkirche regelmĂ€ĂŸig mit Spenden um den Erhalt und die Restaurierung der Kirche zu erhalten.

Wenn Ihr auch spenden möchtet hier die Bankverbindung des Vereins:

Freunde der Dorfkirche „Johannes der TĂ€ufer“
Volksbank Halle/Saale
IBAN: DE83800937840000518050
BIC: GENODEF1HAL

 


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