Die geheimnisvolle Fabrik Jupiter in Pripjat

Eine mehrtÀgige Tour durch die Sperrzone

Unsere mehrtĂ€gigen Reisen nach Tschernobyl sind eine Mischung aus Lost Places Fototour und Abenteuerreisen. Diese Touren sind eine Kombination aus einer Wanderreise mit Expeditionscharakter und ausreichend Zeit fĂŒr eigene Fotoaufnahmen ganz gleich ob mit System, Spiegelreflexkamera oder dem Smartphone. Unsere erfahrenen Guides zeigen dir die schönsten Fotospots in der riesigen Sperrzone von Tschernobyl und Geisterstadt Prypjat zu entsprechenden Tageszeiten. Hier dreht sich alles um das Erkunden von tollen Landschaften, Lost Places, Relikten aus dem kalten Krieg und Details aus der Vergangenheit.

Eine militÀrische Forschungsabteilung im kalten Krieg?

Vor der Katastrophe war die Jupiter-Fabrik eine Zweigstelle des Kiewer Unternehmens „Mayak“ und stellte elektrische Komponenten her, die damals hauptsĂ€chlich fĂŒr TonbandgerĂ€te verwendet wurden. Es halten sich immer noch GerĂŒchte ĂŒber eine militĂ€rische Forschungsabteilung und angesichts der Zeit des kalten Krieges und der strategisch gĂŒnstigen Lage ist es sehr wahrscheinlich, dass dies wahr ist. Nach der Katastrophe im Jahr 1986 befanden sich in der Fabrik Radiologielabors, in denen Dekontaminationsverfahren und DosimetriegerĂ€te getestet wurden. Die Laboratorien waren bis 1996 in Betrieb, dann wurde die Fabrik endgĂŒltig aufgegeben.

Eine unscheinbare Fabrik am Stadtrand von Pripjat

Die Fabrik befindet sich am westlichen Stadtrand von Pripyat, ist aber bequem in fußlĂ€ufig zu erreichen. Der BĂŒrokomplex ist der höchste GebĂ€udekomplex, den man beim Betreten des GelĂ€ndes als Erstes sieht. Unmittelbar dahinter befindet sich das große rechteckige FabrikgebĂ€ude, das von mehreren kleineren verwinkelten GebĂ€uden umgeben ist.

Beim Betreten des BĂŒrogebĂ€udes ging ich davon aus, dass ich ĂŒber einen langen Flur, von einem Ende des GebĂ€udes zum anderen gelangen kann. Vielleicht habe ich nur die TĂŒren nicht gefunden, aber auf jeden Fall scheinen die BĂŒros in den oberen Etagen in zwei voneinander getrennte Bereiche aufgeteilt zu sein. Ich irrte eine Weile umher, um einen Ausgang auf die andere Seite zu finden, bis ich endlich eine unscheinbare TĂŒr entdeckt habe.

Nach der Katastrophe von Tschernobyl begann das Ende der Fabrik

Verschiedene BĂŒrorĂ€ume wurden zu AufenthaltsrĂ€umen umgestaltet, in vielen standen zerfallene und windschiefe Sofas, StĂŒhle und Betten. An den Hinterseiten der TĂŒren hing immer noch Kleidung neben Regalen und SchrĂ€nken voller BĂŒcher. Eine WĂ€scheleine kreuzte ein Zimmer mit ein paar Socken darauf, Topfpflanzen, die schon lange nicht mehr gegossen wurden, mit ein paar vertrocknete BlĂ€ttern standen auf dem Fensterbrett.

In der riesigen Fabrikhalle, in der wohl frĂŒher viel LĂ€rm und geschĂ€ftiges Treiben herrschte, befinden sich PfĂŒtzen und rostige GerĂ€tschaften auf dem Boden. Die RĂ€ume, in denen einst gewaltige Maschinen standen, stehen leer. Die wertvollsten Maschinen wurden lĂ€ngst mitgenommen. Als ich auf der RĂŒckseite des GebĂ€udes nach draußen gehe, stĂŒrmt ein großer Vogel aus einem eingeschlagenen Fenster. Auf der RĂŒckseite der Fabrikhalle stehen mehrere Busse, darunter einer, der auf die Seite gestĂŒtzt ist und seiner “Innereien” entledigt wurde. Es ist eine gespenstische Szene, als ob hier ein letzter Kampf stattgefunden hĂ€tte.

Geheimnisvolle Chemikalien und undefinierbare Maschinen

In der Fabrikhalle finden sich viele Warnplakate, mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen, die bei der Arbeit mit Strahlung zu beachten sind. Dies ist wohl ein deutliches Zeichen fĂŒr die frĂŒhere Art der produzierten GerĂ€te. Nicht so deutlich auf rostigen Regalen oder in der Ecke liegend, findet man immer noch eine Reihe von Flaschen, Dosen und MetallbehĂ€ltern mit undefinierbarem Inhalt. Manche könnten radioaktiv und gesundheitsschĂ€dlich sein. Deshalb gilt bei deinem Besuch in der Jupiter Fabrik: “Watch your step, be carefull”.

Die grĂ¶ĂŸte Sorge der Touristen ist sicherlich die Strahlung. Laut Experten liegt die Belastung durch Strahlen aktuell etwa bei dem Sechs- bis Achtfachen der Normstrahlung, der wir ĂŒberall auf der Welt ausgesetzt sind. Das bedeutet, dass man sich grundsĂ€tzlich gefahrlos in der Zone bewegen kann, sofern man keine Warnschilder ignoriert und nur auf den vorgegebenen Wegen bleibt.

Die Sperrzone bietet atemberaubende Motive fĂŒr einzigartige Bilder. Eine unserer Reisen fĂŒhrte uns zum ehemaligen Binnenhafen. Viele der dort geschossenen Fotos könnt ihr in dem Beitrag Die rostigen KrĂ€ne im Hafen von Tschernobyl sehen.

 

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Geheimnisvolle Fabrik Jupiter in Prypjat

 

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