Das Zisterzienser-Kloster

Bei unseren Lost Places Fototouren und Reisen k√∂nnen alle Fotofreunde, Urban Explorer und Motivj√§ger f√ľr ein paar Stunden den Alltag zu vergessen und in die Aura der geheimen Orte eintauchen. Bei meiner letzten Erkundungstour entdeckte ich dieses prachtvolle Kloster. Die Gr√∂√üe und Erhabenheit der Mauern ist schier unermesslich. Es ist eine der Gr√∂√üten Kl√∂ster in Europa.

Der Initiator der Klosterstiftung war im Jahre 1175 Herzog Boleslaw Wysoki . Er lie√ü die grauen M√∂nche aus Pforte a/d Saale herbeif√ľhren und wollte mit ihrer Hilfe die Ideologie und politische Position der Kirche st√§rken.¬†Die Zisterzienser siedelten sich hier an und¬†wurden die Nachfolger der dort bis dahin lebenden¬†Benediktiner.¬†Herzog Boleslaus starb im Jahre 1201 und wurde in der Klosterkirche begraben. Seither wurde die Kirche zum Mausoleum der schlesischen Piasten.¬†Aus finanziellen Gr√ľnden war es dem Kloster nicht m√∂glich alle G√ľter zu behalten, da die Situation im benachbarten Gro√üpolen instabil war, es kam auch zu Tatareneinf√§llen. Der Einfall der Mongolen – und die von Heinrich dem Frommen verlorene Schlacht bei Liegnitz (1241) wirkten sich auch f√ľr das Kloster √§u√üerst negativ aus. Viele D√∂rfer waren abgebrannt.

Die angrenzenden Feudalherren stellten erhebliche ¬†R√ľckforderungen. Trotzdem besa√üen die Zisterzienser die meisten G√ľter aller Kl√∂ster in Mittel¬†und Osteuropa.¬†Sie besch√§ftigten sich mit Gartenbau, Obstanbau, Bienenzucht, Weinanbau und Fischfang. Sie besa√üen eigene M√ľhlen, Fleichb√§nke und Brotbuden. Au√üerdem handelten sie mit Salz und Heringen, welche sie zollfrei aus Pommern einf√ľhrten. Die weitere Aufteilung Schlesiens in viele Herzogt√ľmer brachte es mit sich, dass viele Kl√∂ster im Herrschaftsgebiet verschiedener Herz√∂ge lagen. Als das Kloster im XV Jh. seine Bl√ľtezeit hatte, begannen die Hussitenkriege und damit verbunden der wirtschaftliche Ruin.

Es kam aber auch zu einer Lockerung der kl√∂sterlichen Disziplin. Abt Andreas Hoffmann (1498-1534) gelang es, die Disziplin wieder zu erneuern, das Kloster aus den Schulden zu bringen und die Klostergeb√§ude wieder aufzubauen. Papst Alexander VI zeichnete ihn f√ľr seine Verdienste im Jahre 1498 mit den Pontifikalien aus. W√§hrend der Reformation kam es zu vielen Austritten der M√∂nche aus dem Kloster.¬†Im Jahre 1523 wurde Friedrich II Herzog von Liegnitz und wollte 1544 das Kloster s√§kularisieren. Die M√∂nche stellten sich erfolgreich dagegen. Sie erhoben jedoch keinen Einspruch zum √úbertritt ihrer Untertanen zum Protestantismus. Der Generalabt des Ordens schlo√ü im Jahre 1577 das Kloster an die tschechische Provinz an.

Nach dem Ende des 30-j√§hrigen Krieges begann die Zeit der gr√∂√üten Bl√ľte. Dem Aufbau des Klosterkompexes und der wachsenden strategischen Bedeutung des Klosters waren hier die Gr√ľnde. In dieser Zeit wurde das Kloster umfassend ausgebaut und es¬†entstand eine der gr√∂√üten Klosterbauten in Europa.¬†Im Jahre 1740 kam Schlesien unter die Herrschaft Preu√üens. Friedrich II verordnete der Abtei eine Kontributszahlung. Zur weiteren Verschlechterung f√ľhrte auch der siebenj√§hrige Krieg mit der Stationierung √∂sterreichischer und preu√üischer Truppen.¬†Im Jahre 1767 wurde das Kloster gezwungen, die merkantile Wirtschaftspolitik Friedrichs II einzuf√ľhren. F√ľr die Abtei bedeutete das einen Anstieg der Verschuldung.

Die Wirtschaftsgeb√§ude dienten nach 1817 verschiedenen Zwecken. In den Jahren von 1940-1945 wurden sie zur Munitionsfabrik, von 1945-1948 ein Lazarett f√ľr Soldaten der Roten Armee, von 1972/74 zur Ausstellungshalle. In der Zeit von 1975-1995 erfolgte die Instandsetzung des herz√∂glichen Saales. Seit 1989 obliegt die Betreuung der Klosterobjekte einer Stiftung.


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