Das Sowjetische Raumfahrtprojekt – Buran

Das sowjetische Raumfahrtprogramm - Buran

Buran-Raumfahrtprogramm

Vor genau 30 Jahren, am 15. November 1988, um 06:00 Uhr morgens startete vom Weltraumbahnhof Bajkonur in der kasachischen Steppe, zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit, die erste unbemannte Raumfähre “Buran 1.01” angetrieben von der Trägerrakete Energja. Das sowjetische Buran-Raumfahrtprogramm begann 1976 am als Antwort auf das US-amerikanische Spaceshuttle Programm. Der Name leitet sich von der ersten Raumfähre Buran (Schneesturm) ab, wird aber auch für das gesamte sowjetische Raumfähren Programm verwendet. Das Projekt war das größte und teuerste Einzelprojekt in der sowjetischen Raumfahrt.

Eindrucksvolles militärisches Objekt

In der Tat wurde das amerikanische Spaceshuttle von den sowjetischen Machthabern als ein eindrucksvolles militärisches Objekt angesehen, weshalb sie beschlossen hatten, eine ein eigenes Projekt zu entwickeln. Dieses Programm war das ehrgeizigste Projekt in der Geschichte der sowjetischen Weltraumeroberung. In 18 Jahren arbeiteten mehr als 1 Million Menschen in 1286 Unternehmen und 86 Ministerien und Abteilungen direkt an dem Projekt. Mitgewirkt haben auch an diesem Programm die größten wissenschaftlichen und industriellen Zentren des Landes.

Gesamtkosten 16 Milliarden Rubel

Die Gesamtkosten beliefen sich auf mehr als 16 Milliarden Rubel (über 10 Milliarden US-Dollar). Aufgrund der immer schwächer werdenden Wirtschaft der UdSSR und den Umbrüchen im damaligen Ostblock wurde das Projekt schließlich im Jahre 1993 eingestellt. Die Einstellung des Projektes wurde heimlich beschlossen, niemand hat dies damals offiziell verkündet. Dies würde von offizieller Seite einem Schuldeingeständnis gleichen der die 18 Jahre Entwicklung als Umsonst dargestellt hätte.

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Was ist mit “Buran” passiert?

In den wirren Nachwendejahren ging Buran in das kasachische Eigentum über. Die Testmodelle waren im Hangar, aber einige wurden nach draußen bewegt und kamen in verschiedene Museen wie z.b. in das Technikmuseum in Speyer. Der Hangar 112, mit dem Flug-erprobten Buran 1.01 und der Energia Trägerrakete war dann in den 1990 ger Jahren kurzzeitig für Besucher geöffnet. Aufgrund mangelnder Wartung stürzte das Dach des 80 Meter hohen Haupthangars im Jahre 2002 ein. Bei dem Unglück kamen 8 Arbeiter ums Leben.

Dach wegen Wasser eingebrochen

Die Region um das Sternenstädchen Bajkonur ist sehr trocken und niederschlagsarm. Aus diesem Grund wählten die sowjetischen Behörden diesen Ort als Weltraumbahnhof aus. Es herrscht kontinentales Klima, im Sommer ist es bis zu 40 Grad heiß und im Winter mit bis zu minus 30 Grad sehr kalt. Deshalb war der Hangar wärmeisoliert, aber nicht gegen Regen geschützt. Das zum Isolieren verwendete Material war eine Art Schaumstoff, der permanent Wasser aufgesaugt hat. Im Jahr 2002 regnete es viel, das Dach war von Wasser durchnässt und als die Arbeiter kamen, um es zu reparieren, brach es wegen seines Gewichts ein.

Bilder Raumfähre “Buran”