Das Schloss Scharfeneck- Dwor Sarny

Auf einem Felssporn hoch ĂŒber dem FlĂŒsschen Walditz (Wlodzica) erhebt sich das Schloss Scharfeneck, dessen VorgĂ€ngerbau der Familie von Czechau gehörte. Diese verkaufte im Jahr 1406 das Gut an Niklas Predel, dessen Familie das Anwesen zu deren Stammsitz machte. SpĂ€ter gehörte es Heinrich von Stillfried, von dem es 1565 Gregor von Reichenbach erwarb.

Der heutige Bau geht zurĂŒck auf den Landeshauptmann des FĂŒrstentums MĂŒnsterberg, Fabian von Reichenbach, der 1590 einen dreigeschossigen Baukörper mit Renaissance-Doppelgiebeln auf der Vorder- und RĂŒckseite errichten ließ. Nach der Enteignung der protestantischen Familie von Reichenbach infolge des verlorenen Böhmischen Aufstandes im Jahre 1620 erhielt zunĂ€chst Maximilian Ferdinand von Kochtitzky, nach dessen Tod 1661 der kaiserliche Feldmarschall Johann Georg Reichsgraf von Götzen aus der katholischen Linie der Familie den Besitz. Dessen Enkel Johann Franz Anton Graf von Götzen ließ zwischen 1722 und 1730 seitlich des Schlosses eine Kapelle auf lĂ€ngsovalem Grundriss errichten, die 1738 von dem Maler Johann Franz Hoffmann mit Darstellungen aus dem Leben ihres Namenspatrons, des Heiligen Johannes von Nepomuk, ausgemalt wurde.

1771 starb mit Johann Joseph Leonhard von Götzen der letzte mÀnnliche Spross des katholischen Familienzweigs, der nun vom Gouverneur der Grafschaft Glatz, Generalleutnant Friedrich Wilhelm von Götzen aus der protestantischen Linie beerbt wurde.

Im Jahre 1819 wurde ein neuer Dachstuhl aufgesetzt, und die frontseitigen Renaissancegiebel verschwanden. Gleichzeitig erweiterte man den großen Wirtschaftshof um weitere Scheunen und Stallungen.

1871 verkaufte Adolf von Götzen das Gut an den in Hausdorf begĂŒterten Fabrikanten Heinrich Schneider, der einen grĂ¶ĂŸeren Umbau der Obergeschosse durchfĂŒhren ließ. 1920 erwarb der Professor fĂŒr Agrarwirtschaft, Franz Poppler, den Besitz. Er wurde als letzter deutscher EigentĂŒmer enteignet. Nach Kriegsende wurden die einstigen GĂŒter zu einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (PGR) zusammengefasst. Das Schloss selbst wurde zum Verwaltungssitz, wĂ€hrend die einstige Gutskanzlei von 1650 zum Wohnhaus fĂŒr die Gutsarbeiter umgebaut wurde. AnlĂ€sslich baulicher Sicherungsmaßnahmen am Hauptdach in den spĂ€ten 1970 er Jahren erfolgte auch die Restaurierung des Äußeren der Kapelle und der bereits 1850 konservierten Wandmalereien im Inneren.

Seid der landwirtschaftliche Betrieb nach 1990 liquidiert wurde, befand sich das gesamte GebĂ€udensemble in der Verwaltung der „Agencja Rolna“ und verfiel zusehends. Das markante SpeichergebĂ€ude mit den SpĂ€trenaissance Doppelgiebeln ist in einem desolaten Zustand. Das Innere des Schlosses ist ebenfalls weitgehend verwĂŒstet, die oberen Stockwerke sind inzwischen eingestĂŒrzt. Lediglich das Erdgeschoss mit den Stichkappengewölben mit stuckierten Graten und das erste Obergeschoss mit Resten einiger offenen Kamine sind noch begehbar.

Ende 2013 wurde das Schloss samt GrundstĂŒck und NebengebĂ€uden an Privatpersonen verkauft die einen Verein zum Wiederaufbau des Schlosses Scharfeneck gegrĂŒndet haben.

Mit unseren regelmĂ€ĂŸigen Besuchen und den Fototouren unterstĂŒtzen wir den Verein mit regelmĂ€ĂŸigen Spenden. Checkt die weiteren Termine unserer Fotoexpedition „Adel verpflichtet“: https://urbexplorer.com/produkt/fotoexpedition-adel-verpflichtet-2/

 


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