Wird ein neues Dekret die Sperrzone grundlegend verÀndern?

Am 10. Juli unterzeichnete Wolodymyr Selenskyj, seit fast zwei Monaten neuer PrĂ€sident der Ukraine, ein Dekret “ĂŒber bestimmte Entwicklungen in den Gebieten, die von der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl betroffen sind”. Einige Punkte des Dekrets sprach Selenskyj wĂ€hrend seines Sperrzonen-Besuches Anfang dieser Woche an.

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Katastrophe in Tschernobyl – Sarkophag fĂŒr die Ewigkeit?

Die neue SchutzhĂŒlle ĂŒber dem 1986 explodierten Reaktorblock 4 des Kernkraftwerks #Chernobyl ist heute, am 10.07.2019 offiziell in Betrieb genommen worden. Mehr als 40 LĂ€nder beteiligten sich an der Finanzierung des 2 Milliarden Euro-Projektes, um “den Planeten und die Menschheit vor radioaktiver Verseuchung zu schĂŒtzen”, so der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr #Selenskyj. Die 108 Meter hohe und 36.000 Tonnen schwere Konstruktion soll Temperaturen von -30 °C bis +50 °C, einem Erdbeben der StĂ€rke 6 sowie einem Tornado der Stufe 3 standhalten und in den nĂ€chsten 100 Jahren fĂŒr Sicherheit sorgen.

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Bisher gab es weltweit nur zwei atomare UnfĂ€lle, die auf der siebenstufigen INES-Skala (Internationale Bewertungsskala fĂŒr nukleare Ereignisse) die höchste Stufe erreichten. Mit dieser Skala beschreibt die Internationale Atomenergie-Organisation Katastrophen mit weitreichenden gesundheitlichen und ökologischen Auswirkungen.

Ein Abriss der Ereignisse

Am 11. MĂ€rz 2011 erschĂŒtterte ein ungefĂ€hr zweiminĂŒtiges Erdbeben der StĂ€rke 9,0 die OstkĂŒste der japanischen Hauptinsel HonshĆ«. Sein Epizentrum lag 163 Kilometer nordöstlich des Kernkraftwerks Fukushima I. Die ersten Wellen des Bebens regten dort Seismometer an, die eine Schnellabschaltung der Reaktoren 1 bis 3 auslösten. Gleichzeitig fiel die externe Stromversorgung des Kraftwerks durch SchĂ€den an dessen Schaltanlagen aus und zwölf der dreizehn Notstromdieselgeneratoren starteten. Alle sechs Blöcke schalteten in der Folge auf NotkĂŒhlung um.

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Die meisten Urlauber suchen sich als Ziel fĂŒr die schönste Zeit des Jahres moderne StĂ€dte, das Meer oder urige Bergdörfer aus. Ablenken, entspannen, fotografieren – dies ist die allgemeine Idealvorstellung eines gelungenen Urlaubs. Der schwarze Tourismus allerdings ist ein Trend, bei dem immer mehr Menschen genau das Gegenteil suchen: Orte, an denen Schlimmes passiert ist.

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Als amerikanisch-britische Produktion thematisiert Chernobyl die Ereignisse der bis zu diesem Zeitpunkt schwersten Atomkraftwerks-Katastrophe der Welt. Die Internet-Bewertungen (96 Prozent auf Rotten Tomatoes und 9,6 Sterne auf IMDb) zeichnen ein eindeutiges Bild: Die Miniserie gilt als eine der besten aller Zeiten und verweist selbst weltweit gefeierte Produktionen wie Game of Thrones und Breaking Bad auf die PlÀtze.

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Wie viel Gefahr geht noch vom Kernkraftwerk in Tschernobyl aus?

Tschernobyl war der schwerste Kernkraftwerksunfall der Welt, der die Stadt Pripjat im damaligen Teil der Sowjetunion zur Evakuierung zwang, nachdem sie einer hohen Strahlung ausgesetzt war. Sowjetische Beamte spielten den Vorfall lange Zeit öffentlich herunter. Bis heute arbeiten Wissenschaftler daran, die Auswirkungen der tödlichen Explosion nachzuvollziehen.

Viele von euch haben die Premiere der Miniserie ” Tschernobyl” am 6. Mai 2019 bereits gesehen. Alle die noch nicht mit uns auf einer unserer Reisen nach Tschernobyl dabei waren und trotzdem so ein großes Interesse an der Thematik haben, möchten wir euch die Verantwortlichen wĂ€hrend der Katastrophe und deren Schauspieler hier kurz vorstellen. Auch stellen wir euch die entsprechenden Drehorte vor.

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Gedenken an die Helden von Tschernobyl

Die gusseiserne Glocke hĂ€ngt stumm im steinernen Bogen. An der Mauer darunter steht auf Plaketten eingraviert eine Reihe von Namen. Namen der Menschen, die in den ersten Stunden, Tagen und Wochen unter Einsatz ihres Lebens nach einer der grĂ¶ĂŸten Katastrophen der Welt aufgerĂ€umt haben. Das Denkmal erinnert an die Liquidatoren von Tschernobyl.

Tschernobyl, auch heute noch Synonym fĂŒr den unsichtbaren Schrecken, steht fĂŒr eine nukleare Katastrophe ungeahnten Ausmaßes. Die HintergrĂŒnde der furchtbaren Ereignisse könnt ihr in den BeitrĂ€gen Liquidatoren von Tschernobyl – Wettlauf gegen den unsichtbaren Feind und Bis dass der Tod uns scheidet – Das Leben der Einsiedler von Tschernobyl nachlesen.

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Der 26. April steht vor der TĂŒr. Viele von uns werden wie jeden Tag ihrem Alltag nachgehen und abends in aller Ruhe ins weiche Bett fallen. Diese NormalitĂ€t wurde jedoch am 26. April 1986 fĂŒr viele Menschen fĂŒr immer zerstört. An diesem schicksalstrĂ€chtigen Tag ereignete sich in einer kleinen Ortschaft im Norden der Ukraine eine der grĂ¶ĂŸten Nuklearkatastrophen der Welt – der Reaktorunfall von Tschernobyl.

Wir gedenken mit zwei BeitrÀgen den mutigen Menschen, die es sich nach der Katastrophe zur Aufgabe gemacht haben, das verseuchte Sperrgebiet zu sÀubern. Viele haben ihren Einsatz vor Ort mit ihrer Gesundheit oder sogar mit ihrem Leben gezahlt.

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Riesige Pelikane aus rostigem Stahl

Auf unseren Tschernobyl Reisen fahren wir auch zum ehemaligen Binnenhafen in der NĂ€he des Kraftwerks. Drei riesige Metallmonster, KrĂ€ne aus rostigem Stahl bewachen das Flussufer. Ein vierter neigt sich bedenklich zur Seite und versinkt langsam in das Wasser. Von weitem sehen sie aus wie riesige Pelikane, erst wenn man direkt vor ihnen steht, sieht man deren gigantische GrĂ¶ĂŸe. Wie bei vielen Dingen in der Sperrzone von Tschernobyl die wir auf unserer Reise begegnen, ist es oft nicht der erste Eindruck der uns nachdenklich stimmt, sondern die weitere Erforschung und Erkundung der einzelnen Objekte und die Zeugnisse aus frĂŒherer Zeit.

Wenn man auf einen der KrĂ€ne hinaufklettert, bekommt man einen wunderschönen Panoramaausblick hinĂŒber nach Pripjat und zum Kraftwerk. Nachdem ich meinen Kran ausgewĂ€hlt habe, wo ich hochklettern möchte und mich fest mit meinen HĂ€nden am GelĂ€nder festhalte, gehe ich die ersten Stufen hinauf. GlĂŒcklicherweise sind das eher Treppen aus Metall und keine Leitern mit Sprossen wie ich es von der Duga Radarstation kenne.

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Eine mehrtÀgige Tour durch die Sperrzone

Unsere mehrtĂ€gigen Reisen nach Tschernobyl sind eine Mischung aus Lost Places Fototour und Abenteuerreisen. Diese Touren sind eine Kombination aus einer Wanderreise mit Expeditionscharakter und ausreichend Zeit fĂŒr eigene Fotoaufnahmen ganz gleich ob mit System, Spiegelreflexkamera oder dem Smartphone. Unsere erfahrenen Guides zeigen dir die schönsten Fotospots in der riesigen Sperrzone von Tschernobyl und Geisterstadt Prypjat zu entsprechenden Tageszeiten. Hier dreht sich alles um das Erkunden von tollen Landschaften, Lost Places, Relikten aus dem kalten Krieg und Details aus der Vergangenheit.

Eine militÀrische Forschungsabteilung im kalten Krieg?

Vor der Katastrophe war die Jupiter-Fabrik eine Zweigstelle des Kiewer Unternehmens „Mayak“ und stellte elektrische Komponenten her, die damals hauptsĂ€chlich fĂŒr TonbandgerĂ€te verwendet wurden. Es halten sich immer noch GerĂŒchte ĂŒber eine militĂ€rische Forschungsabteilung und angesichts der Zeit des kalten Krieges und der strategisch gĂŒnstigen Lage ist es sehr wahrscheinlich, dass dies wahr ist. Nach der Katastrophe im Jahr 1986 befanden sich in der Fabrik Radiologielabors, in denen Dekontaminationsverfahren und DosimetriegerĂ€te getestet wurden. Die Laboratorien waren bis 1996 in Betrieb, dann wurde die Fabrik endgĂŒltig aufgegeben.

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Ein Kinderferienlager im Wald

Nachdem wir den Checkpoint zur 10 Kilometer Zone passiert haben und auf der Hauptstraße nach Tschernobyl unterwegs waren, hielt unser Fahrer ĂŒberraschend an und wir bogen ab in einen unscheinbaren Waldweg, der parallel zur Hauptstraße verlief. Nachdem wir einige Kilometer auf dem holprigen Weg unterwegs waren und unser Fahrzeug gegen die ĂŒberhĂ€ngenden Äste gestreift war, blieben wir plötzlich stehen. Uns war nicht sofort klar, warum, aber unser Guide wies uns an auszusteigen und nach links in Richtung Wald zu gehen. Wir liefen ein paar Hundert Meter auf einem Feldweg entlang, als plötzlich Reste von Asphalt zu sehen waren und sofort erschien auf der rechten Seite versteckt zwischen BĂ€umen das erste GebĂ€ude, allem Anschein nach war es eine Pförtnerhaus und ehemalige Kantine.

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Wie gefÀhrlich ist eine Reise in die Ukraine?

Auch wenn wir immer wieder neue Meldungen von den KĂ€mpfen in der Ostukraine hören und das Land die Halbinsel Krim an Russland verloren hat, ist es in der Mitte und in den westlichen Landesteilen ruhig. Hier gehen die Menschen ihrem alltĂ€glichen Lebensrythmus nach. Auch ist es mittlerweile knapp 5 Jahre her, das die AufstĂ€nde auf dem Majdan ihren Höhepunkt fanden. Deshalb lohnt es sich wieder ein Auge auf die touristischen Attraktionen der ukrainischen Hauptstadt Kiew zu werfen. Kiew ist sehr vielseitig und hat jede Menge zu bieten. Was es bei einem Urlaub an den Ufern des Dnipro zu beachten gibt und welche wunderbaren SehenswĂŒrdigkeiten du besuchen kannst, verraten wir dir hier.

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Tschernobyl – wie sieht es heute dort aus?

Ich werde sehr oft gefragt was die beste Reisezeit ist um die Sperrzone von Tschernobyl zu besuchen. Eine fast menschenleere Sperrzone hat man im Winter und genauer zum Jahreswechsel wo auch die Arbeiter aus der Zone ausreisen um bei ihren Familien den Jahreswechsel zu verbringen. Der Nachteil an dieser Reisezeit ist das es kalt ist und die Tage sehr kurz. DafĂŒr fotografiert man wenn man GlĂŒck hat die Sperrzone mit Schnee und in einer dĂŒsteren Stimmung.

Als Alternative hierzu bietet sich das FrĂŒhjahr an, hier sind schon die Tage lĂ€nger und es ist etwas wĂ€rmer dafĂŒr bleibt die dĂŒstere Stimmung erhalten da die Vegetation erst Mitte April anfĂ€ngt zu sprießen und man die Mauern der HĂ€user in Pripjat immer noch zwischen den BĂ€umen erkennt. Im FrĂŒhling bis Ende Mai ist es schon deutlich wĂ€rmer und die Tage lĂ€nger, die BĂ€ume haben ein neues frisches BlĂ€tterkleid angelegt aber auch die ersten Plagegeister in Form von Insekten kehren aus dem Winterschlaf zurĂŒck.

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Welche Konsequenzen habe ich zu befĂŒrchten?

Auf unseren Touren durch die Sperrzone von Tschernobyl werde ich oft von Teilnehmern gefragt was passiert eigentlich, wenn ich als Illegaler, sogenannter Stalker in der Sperrzone aufgegriffen werde.  Wenn du in die Sperrzone ohne Einreiseerlaubnis eingedrungen bist, kann dich jederzeit die örtliche Polizei, die Security des jeweiligen Schutzbereiches oder die Nationalgarde der Ukraine schnappen. Diese Sicherheitsorgane halten sich stĂ€ndig in der gesamten Sperrzone, entweder auf festen Posten und Checkpoints oder als Patrouillen auf. Nach meiner Erfahrung sind diese EinsatzkrĂ€fte sehr erfolgreich, meistens bekommen diese Hinweise von Touristen oder ReisefĂŒhrer und gehen dann der Sache umgehend nach.

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Der Supergau am Kernkraftwerk von Tschernobyl hat sehr großen Schaden verursacht und große Gebiete der Ukraine, Weißrusslands und Russlands, fĂŒr hunderte, wenn nicht gar tausende Jahre, radioaktiv verseucht. WĂ€hrend der Beseitigungsarbeiten der Auswirkungen des Unfalls, wurde eine große Bandbreite an verschiedensten Fahrzeugen eingesetzt. Sie erfĂŒllten spezielle Aufgaben, die fĂŒr den Menschen zu gefĂ€hrlich gewesen wĂ€ren. Doch nicht einmal Fahrzeuge hielten hĂ€ufig den hohen Dosen der radioaktiven Strahlung stand und gingen einfach kaputt.

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Die dĂŒstere Stimmung in der Sperrzone von Tschernobyl

Das Sperrgebiet rund um das Kernkraftwerk von Tschernobyl ist auch 32 Jahre nach dem UnglĂŒck nicht nur unter Touristen immer beliebter. Selbsternannte “Stalker” – junge Ukrainer, Weißrussen und Russen – schleusen sich immer öfter in die Sperrzone ein. Sie fĂŒhlen sich von der besonderen Endzeit-AtmosphĂ€re des Gebiets magisch angezogen und gehen dort auf Survival-Touren.

Die eigenwillige Bezeichnung “Stalker” stammt höchstwahrscheinlich aus der Reihe Survival-Computergames “S.T.A.L.K.E.R.”, fĂŒr die ein Science-Fiction-Roman, der in der verbotenen Zone spielt, die Vorlage gab. Die “Stalker” sind zumeist junge MĂ€nner unter 30 Jahren, die sich in eigenen Gruppen organisieren und sich ĂŒber Social Networks untereinander ĂŒber ihre Erfahrungen austauschen.

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Drei AKW Blöcke mussten bisher abgeschaltet werden

Schon seit lĂ€ngerer Zeit hĂ€ufen sich Störungen in den ukrainischen Atomkraftwerken. So auch am 3. Januar 2018. Diesmal traf es den Block 2 der Anlage in Chmelnickij. In der Folge dieses Störfalls musste am 11. Januar 2018 der Block des Atomkraftwerks „SĂŒdukraine“ abgeschaltet werden, am 19. Januar 2018 folgte der Block 3 des Atomkraftwerks Riwne, das bereits im Oktober letzten Jahres zweimal hintereinander notabgeschaltet werden musste. Die letzte Abschaltung aufgrund eines Störfalls wurde am 20. Januar 2018 im Block 2 des AKW Saporischschja vorgenommen. Somit sind knapp 25 Prozent der ukrainischen Kraftwerksreaktoren von den Havarien betroffen.

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Sozialistische Musterstadt

Prypjat – Eine sozialistische Musterstadt fĂŒr die Mitarbeiter des Kernkraftwerkes

Die im Jahr 1970 fĂŒr die Fabrikarbeiter des Atomkraftwerks Tschernobyl errichtete Stadt Prypjat war von der Katastrophe am stĂ€rksten betroffen. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung lag zum Zeitpunkt des Unfalls bei 25 Jahren und war die Vorzeigestadt der sowjetischen Regierung. Die Stadt verfĂŒgte ĂŒber einen Bahnhof, einen Hafen, ein Krankenhaus und sogar ĂŒber einen VergnĂŒgungspark.  

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