Tschernobyl Zone in Belarus

Sperrzone von Tschernobyl

Auf unseren neuen Webseite gibt es aktuelle Termine und noch mehr Details zur Tschernobyl & Pripjat Exkursionen

Letztes Jahr besuchten 124.000 Menschen die Sperrzone von Tschernobyl. Auf weißrussischem Gebiet gibt es ein ähnliches Territorium, das in Folge der Katastrophe eingerichtet wurde. Nur circa 1.000 Menschen besichtigten im Jahr 2019 diesen Ort. Die weißrussische Sperrzone nördlich der Ukraine bietet also eine Alternative zur mittlerweile stark besuchten Region rund um das havarierte Kernkraftwerk. Dort gibt es zwar keine Geisterstadt wie Prypjat, doch dafür locken mehrere Dutzend verlassene Dörfer und Fabriken sowie eine Stadt, die zur Zeit der Katastrophe noch im Bau war. Die Strahlung in der weißrussischen Sperrzone ist deutlich höher als auf ukrainischem Gebiet und aufgrund der geringen Besucherzahl sind die Orte noch nahezu unberührt und wirken wie im Dornröschenschlaf gefangen. Besonders interessant ist, dass es in der weißrussischen Sperrzone kein Verbot zum Betreten der Gebäude gibt, sodass der Erkundungsfreiheit keine Grenzen gesetzt sind. Kommt mit uns auf eine einzigartige Reise in ein Gebiet, das von der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl am stärksten betroffen war.

Polessisches Staatliches Radioökologisches Schutzgebiet

Für 22.000 Menschen aus 96 Dörfern und Städtchen bedeutet die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl noch immer großes Leid und Entwurzelung. Das Atomkraftwerk liegt nur wenige Kilometer von Polesien entfernt, weshalb die Region von dem nuklearen Niederschlag unmittelbar nach der Katastrophe am stärksten betroffen war. Die Menschen mussten die kontaminierten Gebiete verlassen, um den gesundheitlichen Folgen der Strahlung zu entgehen.

Zwei Jahre nach dem Unfall entstand am 18. Juli 1988 das Naturschutzgebiet Polesien, eine von Wäldern und Feuchtgebieten geprägte Tieflandregion, die sich über weißrussisches, ukrainisches, polnisches und russisches Territorium erstreckt. Mit über 180.000 Quadratkilometern ist sie rund halb so groß wie Deutschland. Ursprünglich war geplant, Forschungen durchzuführen, um herauszufinden, welche Auswirkungen die radioaktive Strahlung auf die Umwelt hat.

Doch nach dem Verschwinden der Menschen entwickelte sich die Natur in einem derart ungeahnten Ausmaß, dass das Sperrgebiet zu einem einzigartigen Naturreservat wurde, in dem sich Flora und Fauna ungestört entwickeln können. Viele der im Reservat vorkommenden Arten stehen auf der Roten Liste. Es beherbergt mehr als 40 Säugetier-, 70 Vogel- und 25 Fischarten.

Wer lebt heute im Naturschutzgebiet Polesien?

Auf unserer Exkursion werden wir das Dorf Pogonnoye, eine der größten Siedlungen der weißrussischen Sperrzone im Herzen des Naturschutzgebietes Polesien, besuchen.Vor dem Unfall lebten dort 1.053 Menschen. Das Dorf war Zentrum der Staatsfarm “Sieg des Sozialismus”. Es beherbergte ein Sägewerk, eine Mühle, eine mechanische Werkstatt, einen Pavillon des Bezirksverbraucher-Konsulats, eine Sekundarschule, ein Kulturhaus, eine Bibliothek, einen Kindergarten, ein Krankenhaus, ein Verbindungsbüro, eine Kantine, 3 Geschäfte und einen Garten.

Auch werden wir unzählige für diese Region typischen Holzhäuser erkunden sowie einen tollen Ausblick zum Reaktor und Sarkophag des Kraftwerks von einem Turm dicht an der Grenze bekommen. Am zweiten Tag besuchen wir eine riesige Kolchose, rostige Schiffswracks am Ufer des Pripjat sowie die unvollständige Stadt “Slonecznoye” die eine Art Mini-Pripjat sein sollte. An drei Tagen erkunden wir auf dem Territorium des Polessischen Staatlichen Radioökologischen Schutzgebietes aufgegebene Siedlungen, Werkstätten, Kolchosen, verlassene Schulen und jede Menge verlassener Holzhäuser.