Auf unserer Tschernobyl Tour erkunden wir entlegene Dörfer am Rande der Zone

Das Riesenrad und der neue Sarkophag sind natürlich die Highlights bei einem Besuch in der Zone, aber es gibt tausend andere Dinge zu erkunden und zu bestaunen. So zum Beispiel die kleinen verlassenen Dörfer am Rande der Zone. Heute will ich euch mal nach Mashevo entführen. машево, zu Deutsch „mache“. Es ist das nördlichste Dorf an der Grenze zu Weißrussland. Von einem weiteren verschlossenen Kontrollpunkt geht es dann ca. 30km nach Norden. Die Straße ist ganz gut befahrbar, wenn nicht gerade Bäume rumliegen (2016). Dreimal „hau ruck“ und die Sache war geregelt.

Das imposanteste Bauwerk ist die Schule. Ziemlich groß für so ein kleines Dorf.

Im Inneren gibt es zahlreiche Fachräume. Der Abakus hat schon eine beachtliche Größe und Lenin ist immer noch sehr dominant.

Sehr erstaunlich ist es mitten in dieser Abgelegenheit ein Zimmer für den Deutschunterricht zu finden.

Der Physikraum lässt jedes Technikerherz höher schlagen. Solch eine Vielfalt an Gerätschaften und Schautafeln möchte ich mal in deutschen Schulen sehen.

Auch wenn der hier bildlich dominierende Typ mit der Glatze mit seinem Spruch „Lernen, lernen und nochmals lernen“ durchaus Recht hat … ein paar Impressionen vom Dorf selbst. Auffallend zwischen den hölzernen Blockhütten sind die steinernen Reihenhäuser incl. Nebengebäude. Eine Gemeinsamkeit haben sie aber doch, die Wellasbestplatten auf den Dächern.

Das soll mal genügen. Es gibt in Mashevo noch viel zu entdecken. Das Innere der Häuser und Schuppen, der Bereich der Kolchose, die längeren Dorfstraßen, die Grenze zu Weißrussland … usw.


Eine kurze Erinnerung an das Jahr 1986 in der damaligen DDR

Im April 1986 – ich 17 Jahre alt und im ersten Ausbildungsjahr an einer Berufsschule mit Internat im Osten von Berlin. Wir hörten heimlich auf den Zimmern West-Radio. Der RIAS war problemlos zu empfangen und hatte die bessere Musik. Daher lief das Radio am Sonntagabend. In den Nachrichten brachten sie eine Mitteilung über einen Reaktorunfall in der Sowjetunion. Wir diskutierten an diesem Abend lange über die Situation und wussten, dass dieser Unfall auch Einfluss auf unser jetziges und zukünftiges Leben haben wird. Von den DDR-Medien war zu dieser Zeit nichts darüber zu hören. Es wurde totgeschwiegen.
Nächster Montagmorgen – erste Stunde Sport. Unser Lehrer, ein ehemaliger NVA-Offizier, verordnete 5 km Waldlauf unter dem Motto: „Nicht dass ihr denkt, ich schere mich um die aktuelle Lage. Frische Luft ist gesund!“ Mehr wurde darüber nicht gesprochen und das Thema generell unter den Tisch gekehrt. Ich weiß nicht, ob diese Sportstunde einen Einfluss auf meine Gesundheit hatte. Ich habe noch viele Jahre danach Joggen mit diesem Ereignis verknüpft und es gehasst.
Bei uns war die Welt also auch danach noch in Ordnung. In Westberlin und der BRD nicht. Plötzlich gab es Unmengen an frischem Gemüse: Grüner Salat und Gurken – im Frühjahr! Jeder wusste, dass in Westdeutschland Niemand das (offensichtlich) verstrahlte Gemüse und Obst anrührte. Wir auch nicht. Es war eine Zeit der Gerüchte und Vermutungen und wir hatten Angst. Was würde die Zukunft bringen?
Die DDR war bis 1989 in permanenten Kriegszustand. Das erfuhr ich allerdings erst nach der Wende. Mit 14 lernten wir, wie ein sicherer Unterschlupf für den Katastrophenfall zu bauen ist. Mit 16 robbten wir mit Gasmasken durch die Natur – eine Kombination aus Survivals- und Pfadfindertraining. Mit dem kalten Krieg lernten wir umzugehen. Eine Katastrophe durch die „guten“ Atome – das war nicht vorgesehen. Das Unglück von Tschernobyl wurde zur größten technologischen Katastrophe des 20. Jahrhunderts.

Heute begebe ich mich auf eine spannende Tschernobyl Reise

31 Jahre später mache ich mich mit 11 anderen Unerschrockenen auf den Weg nach Tschernobyl. Das Gebiet ist in zwei Zonen eingeteilt. In der 30 km Zone leben noch ca. 2000 Menschen, die hauptsächlich im Kraftwerk arbeiten. Hier ist auch das einzige Hostel zu finden, in dem wir zwei Nächte verbringen. In der 10 km Zone liegt die heutige Geisterstadt Pripyat, ca. 4 km entfernt vom Reaktor 4. Vor der Katastrophe muss Pripiyat eine sehr lebenswerte Stadt für ihre 50.000 Einwohner gewesen sein: Ein nie fertig gestelltes Stadion, eine Schiffsanlegestelle, Kino, Kulturhaus, Schwimmbad, Rummelplatz sowie zahlreiche Sporthallen, die Einwohner hatten viele Möglichkeiten. Heute sehen noch viele Häuser aus wie am Tag der Evakuierung, trotz Plünderungen und Vandalismus.
Im Krankenhaus stehen die Babybetten in Reihe als wäre nichts passiert. Wir wandern über kaum erkennbare Straßen und Wege. Die Natur hat sich Raum zurückerobert. Die einstige Hauptstraße ist mit Bäumen und Sträuchern zu gewuchert und nicht mehr erkennbar. Wenn man mit den Füßen das Laub und den Humus wegschiebt, kommt der Beton zum Vorschein. Es ist still, sehr still. Nur vereinzelt hört man ein Zwitschern. Wo sind die Vögel? Bienen und Wespen sucht man ebenfalls vergebens. Das leise Ticken des Messgerätes am Hosenbund wird nur ab und zu unterbrochen von einem hektischen Fiepen, wenn die radioaktive Strahlung über dem Grenzwert liegt. Hier kann ich mich nicht auf meine Sinne verlassen. Denn radioaktive Strahlung kann man nicht riechen, sehen oder schmecken. Ich laufe quasi blind durch die Gegend. Tiere sollen die Gefahr ja spüren, ich verlasse mich auf den Geigerzähler. Tatsächlich ist die Strahlung unregelmäßig. Es gibt sogenannte Hotspots, die schlimmsten sind mit einem Warnschild versehen. Die Hauptwege und umliegende Gebäude wurden dekontaminiert, so dass man sich gefahrenfrei bewegen konnte.

Erkundungstour zu Fuß durch die Straßen der Geisterstadt Pripjat

In drei Tagen, nach vielen Kilometern Weg und etlichen Stockwerken sind mir die Schicksale der Menschen in Pripyat und Umgebung näher. Ich wünschte ich könnte mich nur für einen Augenblick 35 Jahre in die Vergangenheit zurück beamen und Szenen des täglichen Lebens beobachten. Besonders stark ist dieses Gefühl im Kindergarten. Hier stehen noch die Spielzeugautos auf dem Tisch und Kinderschuhe im Schrank. Es muss ein schönes Gebäude gewesen sein – offen und hell.
Abends ab 18 Uhr gehört Pripyat wieder den Geistern. Niemand darf sich über Nacht dort aufhalten. Bevor wir die 10 km Zone verlassen, werden Fahrzeug und Mensch auf Radioaktivität untersucht. Nach 3 Tagen haben wir eine errechnete Gesamt-Strahlendosis von ca. 29 Microsievert aufgenommen. Gut, dass in diesem Jahr kein Langstreckenflug mehr ansteht.
Die Reise wurde organisiert von urbexplorer.com und fand im September 2017 statt. Marek & Marek – herzlichen Dank für die tolle Organisation. 

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Fotomotive und Hintergründe

Die Stadt Prypjat

Die Stadt wurde 1970 gegründet und zählte 1986 knapp 50.000 Einwhner, davon ca. 15.000 Kinder.
Auf unserer Tour werden wir die bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt besuchen.
Dazu zählen der Rummelplatz der 4 Tage vor der Eröffnung für immer geschlossen wurde, der Kulturpalast „Energetik“, Das Kaufhaus, Hotel „Polissja“ und weitere staatliche Einrichtungen.

Schulen und Kindergärten

Da Prypjat durch die vielen Kinder eine sehr junge Stadt war gibt es eine große Zahl an Schulen und Kindergärten. Hier und da ist schon ein Marx oder Engels gefallen, oder auch eine komplette Klassenzimmerwand. Man findet noch viele Lehrbücher, Klassenarbeiten und Bastelarbeiten. Ebenso die zahllosen Gasmasken. Aber das ist eine andere Geschichte und hat mit dem Atomunfall nichts zu tun.

Krankenhaus

Alte Instrumente, Medikamente und Behandlungsräume fesseln die Augen und jagen auch den ein oder anderen Schauer über den Rücken. Durch viele originale Schautafeln kann man sich ein gutes Bild machen was hier vor über 30 Jahren vor sich ging.

Kleinigkeiten und ganz große Sachen

Die Zone ist eine Schatzgrube an Zeugen der Vergangenheit. Kleinigkeiten oder auch hier und da mal eine Installation?
Es ist auf jeden Fall ein Erlebnis die Eindrücke fotografisch einzufangen, oder auch einfach nur die großen Bauwerke auf sich wirken zu lassen.

Man sieht sich? … jetzt buchen … bis bald … .. .


Auf unseren Tschernobyl Reisen bekommen wir die Genehmigung die geheime Militärstadt „Chernobyl 2“ und die gigantische Radarstation Duga 3 zu erkunden.

Die einzige Zufahrt zum Gelände der geheimen Militärstadt ist ein holpriger Weg aus aneinander gereihten Betonplatten das mich gleich an die Autobahnen in der ehemaligen DDR erinnert hat. Der Weg führte kilometerweit durch einen dichten Nadelwald der bei Baubeginn dieser Anlage künstlich angelegt wurde. Getarnt war das Gelände als ein Kinderferienlager.

Auf unserer Fahrt passieren wir eine verlassene Bushaltestelle wo uns noch heute der Bär „Mischka“ -das offizielle Maskottchen der Olympischen Sommerspiele 1980- freundlich begrüßt hat. Nach etwa 45 Minuten Fahrt werden langsam im Morgennebel die gewaltigen Umrisse der Radaranlagen sichtbar. Vor einem grünen Tor mit silbernen Sowjetsternen verzierten Tor endet unsere Fahrt. Von hier aus geht es nun zu Fuß auf das geradezu von Mythen umgebene Gelände.

Der Ort trägt viele Namen: “Russian Woodpecker”- für das typische Specht-ähnliche Klopfgeräusch im Radioempfang, “Steel Yard” – als NATO-Codename oder “DUGA-3“ – als Bauartbezeichnung. Um für Verwirrung beim potentiellen Feind zu sorgen, wurde tatsächlich der bescheidene Name “Tschernobyl-2” genutzt. Von der Bauphase des Komplexes Anfang der 70er Jahre bis zur Katastrophe 1986 und einige Jahre danach unterlag die Radaranlage der strengsten militärischen Geheimhaltung. Selbst die Bewohner der 12 Kilometer entfernten Stadt Pripjat wussten nicht genau, worum es sich bei dem Ungetüm, das über den Wald herausragte, tatsächlich handelte. Sie wunderten sich über die riesiegen Kräne, mit Hilfe deren man die stählerne Konstruktion montiert hatte. Parallel entstand eine kompakte Militärsiedlung aus 5-stöckigenWohnblocks für die Familien der bediensteten Spezialisten und Offiziere. Auch einige Jahre nach der Katastrophe wurde die Anlage streng bewacht. Ein entspannter Wachmann macht nach einem kurzen Anwesenheitscheck das Tor auf. Nun beginnt unsere Erkundungstour in eine geheime Welt.


Zwei polnische Urban Explorer haben nach über 30 Jahren Dunkelheit wieder die Geisterstadt Pripjat erleuchten lassen. Die Stadt wurde nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 aufgegeben und evakuiert. Krystian und Adam sind die Gründer des Online-Portals Napromieniowani.pl, das sich mit der Geschichte der Geisterstadt Pripjat und den Auswirkungen des Supergaus beschäftigt. In regelmäßigen Abständen reisen sie in die Sperrzone von Tschernobyl um die Veränderungen während der seit 1986 verlassenen sowjetischen Musterstadt zu dokumentieren.

Auf einer Tschernobyl Tour entschlossen sie sich ein Experiment in Pripjat durchzuführen und packten einen Stromgenerator auf ihre nächste Reise in die Sperrzone ein. Mit diesem Generator versuchten sie die seit 31 Jahren dunklen Lampen in der Geisterstadt Pripjat wieder zum Leuchten zu bringen. Ein sehr ambitioniertes Ziel wie sie sagten, aber ob es geglückt ist?

Die Aktion „Pripjat leuchtet„ wurde fast ein Jahr lang vorbereitet. Die meisten Lampen in den Gebäuden sind nach so langer Zeit größtenteils ohne Funktion, meist liegt es daran das die Plünderer den Kupferdraht gestohlen haben. Hier war das größte Problem Gebäude und Straßen zu finden, wo die elektrische Infrastruktur noch funktioniert.

Durch Zufall entdeckten sie eine Straßenlaterne die für ihr Experiment infrage kam. Es war ein unbeschreibliches Gefühl in dieser verlassenen und dunklen Stadt diesen einzigen, hellen Gelb schimmernden Leuchtturm zu sehen. Erstaunlich war es auch das die Lampe eine mit 250 Watt ungewöhnlich hohe Leistung hatte. Man kann nur erahnen wie hell die Stadt Pripjat damals beleuchtet wurde.

Für ein weiteres Experiment wählten sie eine der unzähligen Schulen in der Geisterstadt aus. „Wir wussten, dass etwas passieren würde, aber wir wussten nicht was“, erinnert sich Adam.

„Für ein paar Sekunden flackerten die Lichter, und dann gingen sie plötzlich zum ersten Mal seit 1986 wieder an. Es war ein unbeschreibliches Gefühl und hier war ich das erste Mal sprachlos „, sagt Krystian.

Einige von Euch fragen sich wahrscheinlich, wie es möglich sein kann das man nach mehr als 30 Jahren Pripjat zum Leuchten bringen kann. Das Geheimnis liegt hier in der Einfachheit der Leuchtstofflampen und Röhren. Denn wenn die Infrastruktur noch immer intakt ist und die Lampen nicht zerschlagen sind, besteht eine hohe wahrscheinlichkeit das diese noch funktionieren. Die beiden Explorer haben fast jeden Winkel der Geisterstadt erforscht. Mit dieser Aktion wollten sie einen Hauch Leben nach Pripjat bringen und beweisen das die Technik noch funktioniert.

Alle reden und schreiben das die Stadt Pripjat seit 1986 unverändert ist, das ist aber totaler Quatsch. Tatsächlich ist die Stadt am auseinander fallen. Das Regenwasser fließt die Wände herab und sammelt sich im Mauerwerk, durch die Frostperioden im Winter platzen die Wände auf und bringen so ganze Gebäude zum Einsturz. Eine weitere Problematik ist das die Sperrzone zunehmend vom Müll verschmutzt wird was die Touristen hinterlassen, gefolgt vom zunehmenden Vandalismus.

„Wir müssen uns beeilen – diese Fotos sind wichtig, denn bald wird niemand sehen können, was wir sehen, also müssen wir die Zeit nutzen, solange wir können.“ sagt Krystian und verabschiedet sich zur nächsten Reise in die Sperrzone.


Seit etwa 4 Wochen sind wir alle wieder von unserer Pripjat Silvester 1985 Tour nach Hause zurückgekehrt! Wir begaben uns in das Jahr 1985 um auf eine außergewöhnliche „Silvester“ Fotoexpedition nach Tschernobyl und Pripjat. An zwei Tagern erkundeten wir die zu dieser Jahreszeit menschenleere Sperrzone.

Da es ein wenig geschneit hat herrschte auf unserer Erkundungsroute durch die Zone eine stimmungsvolle winterliche Aura! Dies war eine außergewöhnliche und einzigartige Fotoexpedition in die Sperrzone denn die Lichtverhältnisse in dieser Jahreszeit sind schon eine Herausforderung.

Andererseits haben wir völlig neue Eindrücke aus einer winterlichen und verschneiten Zone mitgenommen. Ich persönlich habe meinen ersten Wolf in meinem Leben gesehen. Die Bilder wurden mir von Nils Konheiser zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Besucht seine Seite unter: Facebook NK Fotografie 

Eine kleine Statistik: Aus welchen Ländern kamen eigentlich die meisten Besucher in die Sperrzone?

Platz 1. Ukraine mit 33,2 %
Platz 2. Polen mit 16,8 %
Platz 3. Großbritannien mit 12,3 %
Platz 4. USA mit 8,8 %
Platz 5. Deutschland mit 7,5 %

Fotogalerie Pripjat Silvester 1985 Tour

VideoClip "Pripjat Silvester 1985 Tour"

Pripjat Silvester 1985 Tour

Mach Dir selbst ein Bild!


Bei unserer spannenden Fotoexpedition nach Tschernobyl & Pripjat entdeckten wir dieses verlassene Dorf an der weißrussischen Grenze. Unser Weg führte von Tschernobyl aus über die Brücke des Pripyat Flusses auf die andere Uferseite. Es war zwar ein langer und beschwerlicher Weg, denn wir brauchten mit unserem Bus für die 28 Kilometer etwa eine Stunde bis wir in dem Dorf ankamen. Die Natur hat sich mittlerweile nach knapp 30 Jahren viel zurückgeholt. Wo früher eine breite asphaltierte Straße in das Dorf führte ist es heute nur ein kleiner zu gewucherter Waldweg.

Wann das Dorf genau gegründet wurde ist nicht bekannt, im Jahr 1864 lebten hier insgesamt 279 Menschen, im Jahr 1887 waren es dann schon 383 Einwohner wobei davon 101 orthodoxe Juden waren. Diese hatten eine eigene Kirchengemeinde mit einer wunderschönen und noch heute gänzlich erhaltenen orthodoxen Kirche. Im Jahr 1900 lebten im Dorf Krasny schon insgesamt 554 Einwohner. Der größte Teil von ihnen waren Bauern. Im Dorf gab es zu dieser Zeit 4 Kornmühlen und auch zu dieser Zeit wurde in der Nähe der orthodoxen Kirche eine Schule errichtet.

Am Vorabend der Katastrophe von Tschernobyl lebten im Dorf insgesamt 325 Einwohner. Nach der Katastrophe wurden alle Bewohner evakuiert und die Menschen wurden überwiegend in das Dorf Rudnitskoe und Łukaszi in der Region Baryszew im Oblast Kiew umgesiedelt.

Dieses Dorf mit der wunderschönen Kirche besuchen wir wieder bei unserer viertägigen  „Chernobyl Fallout Tour“ im Mai und Oktober 2016.


Es ist das bekannteste Wahrzeichen der Geisterstadt Pripyat und ein Motiv das jeder Lost Place Fotograf einfangen muss wenn er an unserer Fotoexpedition nach Tschernobyl und Pripjat teilnimmt. Mittlerweile wird dieser Ort auch von vielen Tagestouristen heimgesucht die eine sogenannte „Chernobyl Tour“ buchen ein Selfie mit dem Riesenrad machen und wieder verschwinden.

Am 1. Mai 1986 sollte neben den üblichen Maifeierlichkeiten auch der Vernügungspark in Pripyat zum ersten Mal seine Tore für Besucher öffnen. Auf den Straßen wehten die Fahnen und Dekorationen zum üblichen Maifeiertag. Es kam jedoch alles anders, am 26. April 1986 explodierte im nur wenige Kilometer entfernten Tschernobyl ein Kernreaktor und sorgte so für jene unbeschreibliche Katastrophe, die den meisten von uns wohl noch zu gut in Erinnerung geblieben sein dürfte.

Einen Tag nach der Tschernobyl-Katastrophe entschloss sich die Stadtverwaltung dazu, den Freizeitpark für Besucher trotzdem zu öffnen, um den Menschen etwas Ablenkung von den Ängsten und Gefahren der Katastrophe zu verschaffen.

Doch nach nur wenigen Stunden, in denen das Riesenrad des Parks sowie ein Autoscooter und ein Fallschirmturm zumindest für das ein oder andere vorsichtige Lächeln in den Gesichtern der Besucher und vor allem der Kinder gesorgt haben dürfte, kam der Befehl, Pripyat endgültig zu evakuieren.

Hier präsentiere ich euch einen Kurzfilm von unserer Fotoexpedition im Mai 2015


Der riesige Gebäudekomplex wurde im Jahr 1929 von den Deutschen gebaut und diente später der Wehrmacht als Krankenhaus. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Areal von der Sowjetarmee übernommen und als Militärkrankenhaus weiter betrieben. Das in einem ruhigen Waldstück gelegene riesige Krankenhaus konnte bis zu 650 Patienten aufnehmen wurde aber in der Regel nicht einmal zur Hälfte ausgelastet.

Auf dem mit einer hohen Betonmauer umzäunten Gelände standen etwa ein Dutzend Gebäude. Das größte dieser dreistöckigen Gebäude ist über 250 Meter lang. Im Inneren hat man den Eindruck das die Flure, schier Endlos sind. Um uns herum sind hunderte von Räumen und unterstreichen hier das Gefühl sich zu verirren. Dieser Eindruck wird durch einen sehr dunklen, langen Keller verstärkt. Das Ganze verstärkt durch eine erstaunliche Stille. Es gab mehrere Zweige der Chirurgie sowie der Psychiatrie, Orthopädie und diverse Betriebsräume .

In ihrer Blütezeit war es ein sehr gut ausgestattetes Krankenhaus mit für damalige Zeiten, moderner Ausrüstung. Auf dem Gelände gibt es mehrere weitere Gebäude wie zum Beispiel eine Abteilung für Kinder, eine Apotheke, Küche, Esszimmer, Konferenzraum, Shop, Kino und ein recht großes Schwimmbad. Das kleine Gebäude daneben war eine Krankenhauskapelle und auf dessen Rückseite befand sich der Seziersaal. Wenn man diesen betritt und diesen einzigartigen Geruch verspürt, bekommt man auch als hartgesottener Gänsehaut.


Vielen Dank an alle Teilnehmer unserer ‪Fotoexpedition‬ nach ‪Tschernobyl‬ und ‪Pripyat‬ vom 30.04 bis 05.05! Nach einer beschwerlichen Rückfahrt bedingt durch den Streik der GDL sind wir nun alle glücklich, mit vollen Speicherkarten sowie vielen Eindrücken im Kopf in Berlin angekommen. Ich kann nur sagen Ihr wart eine entspannte und lustige Gruppe und auch super Explorer. Es hat mir sehr viel Spass gemacht mit euch zu reisen. Vielen Dank an Gerry Langer Photography für das Gruppenfoto und an MOE wedding Photography  ….очень охотно! Freie Plätze für unsere nächste Fotoexpedition findet Ihr unter: https://urbexplorer.com/produkt/tschernobyl-und-prypjat/

Fotoexpedition Tschernobyl und Pripyat

Fotoexpedition Tschernobyl und Pripyat

"Operationssaal"

„Operationssaal“

"Krankenhausflur"

„Krankenhausflur“

entdeckt im Krankenhaus in Pripyat

entdeckt im Krankenhaus in Pripyat

Hinter den Kulissen

Hier haben wir einige Schnappschüsse der Teilnehmer unserer Fotoexpedition Tschernobyl. Es war wie eine Reise „Europa in drei Tagen“ aber die Strapazen haben sich gelohnt. Was zählt sind die Eindrücke im Kopf!

 

 


Die Stadt Pripyat liegt etwa vier Kilometer vom Kernkraftwerk Tschernobyl entfernt und wurde im Jahr 1970 für die Mitarbeiter des Kraftwerks gebaut. Die Stadt war einen sogenannte „Reißbrettstadt“ denn sie würge gänzlich neu gebaut. Zum Zeitpunkt der Katastrophe lebten in Pripyat etwa 55.00 Einwohner und das Durchschnittsalter war 25 bis 30 Jahre. Es wurden zu damaliger Zeit moderne Wohnungen sowie ein Bahnhof, mehrere Krankenhäuser, Kindergärten einen Hafen und einen Vergnügungspark direkt im Zentrum der Stadt.

Der Unfall im Atomkraftwerk Tschernobyl ereignete sich am 26.4.1986. Er gilt als die größte Kernkraftkatastrophe in der Geschichte. Die Explosion ereignete sich im vierten Block des Atomkraftwerks in Tschernobyl. Das Atomkraftwerk Tschernobyl war damals eines der größten auf der Welt. In der verhängnisvollen Nacht des 26. April führte man im Kraftwerk ein Experiment durch, bei dem der untätige Bereich der Anlage des Turbo-Generators getestet werden sollte. Überhitzender Kraftstoff verursachte die Zerstörung der Generatoroberfläche.

Die Explosionen des Kraftwerks setzten radioaktive Substanzen frei, die bis auf eine Höhe von 1,5 km in die Luft stiegen. In dieser Höhe wehte der Wind der zu diesem Zeitpunkt aus südöstlicher Richtung kam, die radioaktive Wolke bis nach Skandinavien. Als der Wind sich wieder drehte Wolke flog über Skandinavien und wieder zurück in die Ukraine. Eine zweite kontaminierte Wolke zog daher über Polen, Richtung Südwesten.  Der Supergau von Tschernobyl trieb das Strahlenniveau auf das Tausendfache der natürlichen Strahlung. Die Evakuierung erfolgte aus Gründen der Desinformationsstrategie der damaligen sowjetischen Behörden erst am nächsten Tag. Den Menschen wurde gesagt, dass sie die nötigsten Dinge mittnehmen sollten, nach drei Tagen könnten sie zurückkehren. Die Bevölkerung wurde bewusst falsch informiert um eine Panik zu vermeiden und damit die Menschen nicht zu viel Gepäck mitnehmen.

Auf unserer Fotoexpedition findest Du in Pripyat viele Details, verrostete Geräte, alte Propagandaschriften und aus der Zeit gefallene sozialistische Slogans. Diese sind hier überall zu finden – in Kulturhäusern, im Hotel, Krankenhaus, Polizeistation sowie in Schulen und Kindergärten. Eine Fotoexpedition mit den Lost & Found Explorers nach Pripyat ist wie eine Reise in die Vergangenheit mit dem Unterschied, dass man in einer Geisterstadt ohne einen einzigen Bewohner ist.

Wir laden alle Lost Places Fotografen zu dieser Fotoexpedition an diesen faszinierenden Ort. Es wird eine einzigartige Gelegenheit, um mit uns auf eine fotografische Entdeckungsreise in die Ukraine zu gehen.

Als kleinen Vorgeschmack habe ich hier einen kurzen Film der vergangenen Fotoexpedition zusammengestellt:

Wir wollen euch zeigen, wie es wirklich in der geschlossen Zone rund um das Kernkraftwerk aussieht. Du erfährst mit uns, wer die Menschen sind die dort leben, wie sie leben und was sie uns sagen wollen. Wir möchten, das diese Fotoexpedition Deine persönliche Fotoreportage in der geschlossenen Zone von Tschernobyl, 28 Jahre nach dem Ausbruch des Kraftwerks ist. Die Auswirkungen, die das Leben von Zehntausenden von Menschen, nicht nur in der Ukraine und Weißrussland verändert haben wirst Du hier erleben.

Unsere Fotoexpedition richtet sich an alle Fotografen und Hobbyfotografen sowie Geschichtsinteressierte. Wir wollen das Du diesen Ort mit deinen eigenen Augen wahrnimmst und deine persönlichen Fotomotive findest genau so wie Du diesen Ort gesehen hast.

Nach der Fotoexpedition und Rückkehr nach Deutschland möchte ich eine Ausstellung der Fotos organisieren, die die persönliche Sichtweise jedes einzelnen Teilnehmers die Eindrücke und Erfahrungen von Tschernobyl darstellt.

Checkt die nächsten Termine für diese spannende Fotoexpedition: https://urbexplorer.com/produkt/tschernobyl-und-prypjat/

 


Die ehemalige Textilfabrik von Zygmunt Jarocinski befindet sich in Łódź. Die erste Bebauung fand schon zwischen 1880 und 1883 statt, bevor Zygmunt Jarocinski als Unternehmer in Erscheinung getreten ist. Am 3 Oktober 1888 hat die Verwaltungsbehörde in Piotrkow Trybunalski den Antrag für den Ausbau des Gebäudekomplexes zu einer mechanischen Weberei bewilligt. Der zuständige Stadtarchitekt war Hilary Majewski und der leitende Ingenieur war Andrzej Mitropow. Die Hauptweberei wurde von der Nord- und Westseite erweitert dadurch vergrößerte sich der Bereich dreifach. Die Familie Jarocinski gelangte in Łódź als bekannte Industriellen-Familie zu Ruhm und Reichtum. Der Gründer der Textilfabrik Zygmunt Szmul Jarocinski, war ein Industrieller und Philanthrop. Er gründete die erste jüdischen Gewerbefachschule in Łódź war „TORA“ Mitglied und Finanzberater. Seine Karriere hat er aber vorwiegend der Gründung der Textilfabrik zu verdanken. Diese war eine der modernsten Textilfabriken der damaligen Zeit. Diese Textilfabrik ist von großem architektonischen Wert, nicht nur als eine der am besten erhaltenen Beispiele der damaligen Industriearchitektur. Sichtbar unter anderem an dem charakteristischen Turm mit dem monumentalen Gebäuden sowie der dazugehörigen Lagerhallen. Seit Beginn des Jahres 2008 ist die Textilfabrik geschlossen. In diesem Jahr wurde das Gebäude außerdem unter Denkmalschutz gestellt. Der Gebäudekomplex ist ein Paradies für Fotografen. Das gesamte Areal bieten einzigartige Motive für Liebhaber von Lost Places und dem morbiden Charme verlassener Industrieobjekte.


Seid Ihr bereit für die Industrielle Revolution? Vom 16 bis 17 Mai findet eine spannende Lost Places Fotoexpedition nach Łódź statt. Vollgepackt mit spannenden abwechslungsreichen Motiven. 4 Locations und 11 Stunden Zeit zum Fotografieren. Wir starten mit einer ehemaligen Textilfabrik danach fahren wir zu einer verlassenen Druckerei. Am nächsten Morgen erkunden wir das riesige Gelände eines Straßenbahndepots mit historischen Fahrzeugen sowie Werkzeug, Ruß, Öl und Staub. Am Nachmittag schließen wir unser Fotowochenende mit dem Besuch eines Landschlosses außerhalb der Stadt. Alle die schon in der Textilfabrik mit dabei waren bekommen ein EXTRA Programm. Wählt dieses bitte im Bestellformular aus. Da ich wie immer nicht sagen kann ob die Touren in dieser Form noch mal stattfinden kann ich erstmal zu weiteren Terminen keine Aussage treffen checkt einfach ob das was für euch ist und ob Ihr Zeit habt und kommt einfach mit. Checkt die Termine unter: https://urbexplorer.com/produkt/industrielle-revolution-in-lodz/

 


Auf einer der vergangenen Fototour entdeckte ich diesen geheimen Ort. Dies ist wohl der bekannteste Lost Place in Berlin und Umgebung. Im Jahre 1969 baute die DDR ihren ersten Vergnügungspark im Plänterwald. Dieser erste Freizeitpark der DDR war unter dem Namen „VEB Kulturpark“ bekannt. Wahrzeichen des Parks war das 45 Meter hohe, weithin sichtbare Riesenrad, das noch 1989 erneuert wurde. Nach der Wende wurde der Park aufwändig an die neuen Sicherheitsvorkehrungen angepasst, aber durch die dadurch entstandenen höheren Eintrittspreise blieben auch zunehmend die Besucher aus. 2001 meldete der inzwischen private Betreiber Insolvenz an. Seit mehr als zehn Jahren liegt dieser Lost Place nun brach und ist Verfall und Vandalismus ausgesetzt.