Wer in der georgischen Bergarbeiterstadt Chiatura zum Einkaufen oder Arbeit fahren möchte, braucht sehr viel Mut. Der einige öffentliche Nahverkehr wird durch ein Netz von Seilbahnen gewährleistet, das die Stadt im Tal sichtbar durchzieht. Ohne dieses Verkehrssystem würde das öffentliche Leben völlig zum Erliegen kommen.

Vor etwa 140 Jahren wurde hier Manganerz entdeckt. Dieser Rohstoff ist der wichtigste Bestandteil zur Veredelung von Eisen. Auf der Suche nach Arbeit, Wohlstand und Glück strömten unzählige Bergarbeiter nach Chiatura um in den Minen zu arbeiten. Doch der Weg zur Arbeit war anfangs sehr lang, kräftezehrend und beschwerlich denn es ging zu Fuß über Berge, Felsen und Schluchten. In den 1950 ger Jahren hat Josef Stalin den Bau des Seilbahnnetzes abgeordnet, zum einen um die Arbeiter schnell und bequem von Ihren Wohnungen im Tal zu den Manganminen in den Bergen zu bringen und zum anderen um den Bewohnern der benachbarten Dörfer in den Bergen einen zügigen weg in die Stadt im Tal zu ermöglichen. Aber auch für den Abtransport von Manganerz werden die Seilbahnen eingestzt.

Chiatura war zu Zeiten der Sowjetunion eine blühende Industriestadt, es herrschte nahezu Vollbeschäftigung zu dieser Zeit lebten hier etwa 30.000 Menschen. Nach dem Zerfall der Sowjetunion dem Bürgerkrieg und der Unabhängigkeit Georgiens meldete das staatliche Bergbauunternehmen Konkurs an, gleichzeitig brach in dem Ort die Strom und Wasserversorgung völlig zusammen. Zu dieser Zeit verließen etwa 60 % der Einwohner die Stadt. Alle die geblieben sind beheizten ihre Wohnungen mit Holz und versorgten sich mit Wasser aus dem Brunnen. Heute ist die Strom und Wasserversorgung zwar gesichert und die Minen fördern wieder Mangan, trotzdem leben in Chiatura aktuell nur etwa 16.000 Menschen.

Von den damals etwa 26 Seilbahnen für den Personenverkehr und 50 Seilbahnen für den Güterverkehr, wurde der größte Teil mittlerweile stillgelegt. Eine Handvoll dieser Linien funktioniert aber noch bis heute. Obwohl es bis heute zu keinen tragischen Zwischenfall gekommen ist, werden die Seilbahnen im Volksmund „Stalins schwebende Särge“ bezeichnet. Das diese nach über 60 Jahren immer noch funktionieren ist dem Improvisationstalent des Personals zu verdanken. Die Gondeln werden bis heute immer noch per Hand gesteuert.

Erkunde mit uns die Bergarbeiterstadt Chiatura und die verrosteten Seilbahnen auf unserer Georgien & Kaukasus Expedition.


„Georgien ist nicht nur ein europäisches Land, sondern eines der ältesten europäischen Länder“ das sagte einstmals Mikheil Saakaschwili, der ehemalige Präsident von Georgien. Das Land hat etwa 4,6 Millionen Einwohner, der Name Georgien wird meist nur von Besuchern und Ausländern benutzt und wurde vom Landespatron dem heiligen Georg übernommen. Die Bewohnen nennen ihr Land schon immer „Sakartvelo“.

Hier an der Grenze zwischen Europa und Asien warten auf Euch jede Menge spannende Geschichten. In Georgien entdeckten Archäologen die ältesten menschlichen Überreste außerhalb Afrikas, hier kann man auf den Spuren von Jasons Argonauten wandeln. Die Argonautensage ist ein Bestandteil der griechischen Mythologie und handelt von der Fahrt des Iason und seiner Begleiter nach Kolchis im Kaukasus, der Suche nach dem Goldenen Vlies und dessen Raub. Die Reisegefährten werden nach ihrem sagenhaft schnellen Schiff, der Argo, die Argonauten genannt.

Zweifellos ist Georgiens bekanntester Vertreter der Schustersohn und ehemalige Priesteranwärter Josseb Dschughaschwili, besser Bekannt als Josef Stalin. Nach seinem Tod im Jahre 1953 fielen seine Beliebtheitswerte zwar ins Bodenlose, trotzdem hielten in seiner Heimatstadt Gori die Anhänger die Erinnerung an ihn lebendig. Hier entstand ein Museum, vollgestopft mit Devotionalien und Kitsch. Dieses sehr skurrile und vor Propaganda strotzende Stalin-Museum werden wir im Rahmen unserer Fotoreise Georgien & Kaukasus besuchen. Ein wichtiger Programmpunkt sind auch die unzähligen katholischen Kirchen und Klöster die wir besichtigen werden, denn Georgien ist eins der religiösesten Länder der ehemaligen Sowjetunion.

In den Regionen Svaneti oder Kasbegi, beide Teil des Kaukasus südlich der russischen Grenze, werden wir viel wandern und grandiose Landschaftsaufnahmen der majestätischen Berge machen. Mit Geländewagen brechen wir zu einer Tagestour nach Ushguli auf, der am höchsten gelegenen Siedlung im Kaukasus .

Die georgische Küche ist zwar in Hinsicht der Kalorienzahl nicht unbedingt leicht, aber köstlich. Wir werden alle Gaumenfreuden probieren wie zum Beispiel Chatschapuri, mit Käse gefüllte Teigfladen. Wir probieren schwierig zu essende Riesenknödel „Chinkali“ und dazu eine große Auswahl an verschiedenen Sorten lokalem Bier und Wein.

Als Nachtisch probieren wir die beliebte georgische Süßigkeit „Tschurtschchela“. Hergestellt wird der traditionelle süße Snack indem man Haselnuss- oder Walnusskerne auf eine Leine bindet und diese so lange in Traubensaft taucht bis der mit Mais- und Weizenmehl angedickt ist und sich eine dünne Schicht über die Nüsse gelegt hat.

Zum Schluss gibt’s einen oder mehrere Tschatscha – dies ist ein privat gebrannter Traubenschnaps.

Auch der Wein soll ungefähr 8000 v. u. Z. in Georgien erfunden worden sein, was den Georgiern genügend Zeit gab, die übertriebenste Trinkspruchtradition der Welt zu perfektionieren.