Fotoreise nach Island – der beeindruckenden Vulkaninsel

Als ich im August 2017 zu meiner Reise nach Island aufbrach, hatte ich keine genauen Vorstellungen was mich dort erwartet. Ich wollte „etwas“ Landschaftsfotografie machen, ein paar Wasserfälle fotografieren und eine kleine Auszeit von meinem Business zu Hause nehmen. Island ist berühmt für die Vielfältigkeit seiner Natur. Du findest hier tosende Wasserfälle, gigantische Gletscher und Vulkankrater, mächtige Geysire und bizarre Landschaften. Die Vulkaninsel zeigt dir die Macht der Natur in allen denkbaren Variationen und präsentiert sich so als ideales Ziel für eine Abenteuer- und Fotoreise. In den endlosen Weiten des Hochlands findet jeder Landschaftsfotograf einzigartige Motive.

Ein Eldorado für anspruchsvolle Landschaftsfotografen

Nach etwa einer Woche habe ich den südlichen Teil der Insel durchquert und fuhr in Richtung Höfn. Ich hatte bisher alles an Fotomotiven mitgenommen was die zauberhafte Insel zu bieten hatte wie Wasserfälle, Canyons, Vulkankrater, spektakuläre Landschaften und Geysire. Kurz bevor ich mit meinem Mietwagen zurück nach Reykjavik fahren wollte, entdeckte ich Fotos von einer magischen und atemberaubenden Gletscher-Lagune im östlichen Teil der Insel. Ich machte mich am nächsten Morgen sofort auf den Weg dorthin. Kurz bevor ich die Lagune erreiche, passierte ich Islands größter Vulkan und zwar den Oraefajokull Gletscher mit 2219 Metern Höhe.

Die Jokulsarlon Glacier Lagoon ist eines der schönsten Naturwunder Islands und eine beliebte Touristenattraktion. Jokulsarlon liegt im südöstlichen Teil Islands, etwa 379 Kilometer östlich von Reykjavik und 78 Kilometer westlich der Hafenstadt Hofn. Die Lagune liegt an der großen Ringstraße, so dass man diese auch ohne Allradfahrzeug bequem erreichen kann.

Bei uns kannst du Deine spannende Fotoreise nach Island buchen – Mach Dir selbst ein Bild!

Trolle, Feuer & Eis – Die Island Fotoexpedition


Fotoreise zum Venedig der Ukraine

In der Kleinstadt am Rande des Donaudeltas gibt es nur vier Straßen, aber dafür Hunderte von Kanälen mit einer Gesamtlänge von vierzig Kilometern.Vilkovo ist eine kleine Stadt auf der ukrainischen Seite des Donaudeltas und hat etwa 9.500 Einwohner. Sie liegt wenige Kilometer vor der Mündung der Donau in das Schwarze Meer und ist somit der letzte besiedelte Punkt des Donaudeltas. Vilkovo liegt inmitten der natürlichen Duchflüsse des Deltas und künstlich angelegter Kanäle und wird aus diesem Grund auch als „Venedig der Ukraine“ bezeichnet.

Das wichtigste Verkehrsmittel in Vilkovo ist das Boot

Die Geschichte der Stadt ist sehr wechselhaft. Gegründet als Zufluchtsort der Kosaken im Jahr 1746 erhielt Vilkovo im Jahr 1762 das Stadtrecht. Vom Jahr 1918 bis in das Jahr 1944 gehörte die Stadt zu Rumänien und fiel in den Wirren des zweiten Weltkrieges an die Ukraine. Die wohl größte und interessanteste Attraktion ist das Donau-Biosphären-Naturreservat mit einer wundervollen Landschaft und Tierwelt.

Mit dem Boot durch die Kanäle im Donaudelta

Quer durch Europa schlängelt sich die Donau, der zweitlängste Fluß Europas, um sich weit im Osten zwischen Rumänien und der Ukraine ins Schwarze Meer zu verschwinden. Dabei bildet der Fluss an der Mündung zwischen Rumänien und der Ukraine ein weitgefächertes breites Delta, das sich ständig verändert. Während an einer Stelle des Donaudeltas die Wassermassen Erde und Lebensraum wegschwemmen, wird an anderer Stelle Kies, Sand, Geröll und Schlamm angeschwemmt und so entsteht neuer Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Das Donaudelta ist ein temporärer Lebensraum für Millionen von Vögel, die jedes Jahr im Frühling hier rasten, darunter der Rosapelikan und der Krauskopfpelikan. Hier  können Sie ungestört Nester bauen und den Nachwuchs großziehen. Und im Herbst, wenn die Tage und Nächte kälter werden, ziehen sie wieder nach Süden.


Wer in der georgischen Bergarbeiterstadt Chiatura zum Einkaufen oder Arbeit fahren möchte, braucht sehr viel Mut. Der einige öffentliche Nahverkehr wird durch ein Netz von Seilbahnen gewährleistet, das die Stadt im Tal sichtbar durchzieht. Ohne dieses Verkehrssystem würde das öffentliche Leben völlig zum Erliegen kommen.

Vor etwa 140 Jahren wurde hier Manganerz entdeckt. Dieser Rohstoff ist der wichtigste Bestandteil zur Veredelung von Eisen. Auf der Suche nach Arbeit, Wohlstand und Glück strömten unzählige Bergarbeiter nach Chiatura um in den Minen zu arbeiten. Doch der Weg zur Arbeit war anfangs sehr lang, kräftezehrend und beschwerlich denn es ging zu Fuß über Berge, Felsen und Schluchten. In den 1950 ger Jahren hat Josef Stalin den Bau des Seilbahnnetzes abgeordnet, zum einen um die Arbeiter schnell und bequem von Ihren Wohnungen im Tal zu den Manganminen in den Bergen zu bringen und zum anderen um den Bewohnern der benachbarten Dörfer in den Bergen einen zügigen weg in die Stadt im Tal zu ermöglichen. Aber auch für den Abtransport von Manganerz werden die Seilbahnen eingestzt.

Chiatura war zu Zeiten der Sowjetunion eine blühende Industriestadt, es herrschte nahezu Vollbeschäftigung zu dieser Zeit lebten hier etwa 30.000 Menschen. Nach dem Zerfall der Sowjetunion dem Bürgerkrieg und der Unabhängigkeit Georgiens meldete das staatliche Bergbauunternehmen Konkurs an, gleichzeitig brach in dem Ort die Strom und Wasserversorgung völlig zusammen. Zu dieser Zeit verließen etwa 60 % der Einwohner die Stadt. Alle die geblieben sind beheizten ihre Wohnungen mit Holz und versorgten sich mit Wasser aus dem Brunnen. Heute ist die Strom und Wasserversorgung zwar gesichert und die Minen fördern wieder Mangan, trotzdem leben in Chiatura aktuell nur etwa 16.000 Menschen.

Von den damals etwa 26 Seilbahnen für den Personenverkehr und 50 Seilbahnen für den Güterverkehr, wurde der größte Teil mittlerweile stillgelegt. Eine Handvoll dieser Linien funktioniert aber noch bis heute. Obwohl es bis heute zu keinen tragischen Zwischenfall gekommen ist, werden die Seilbahnen im Volksmund „Stalins schwebende Särge“ bezeichnet. Das diese nach über 60 Jahren immer noch funktionieren ist dem Improvisationstalent des Personals zu verdanken. Die Gondeln werden bis heute immer noch per Hand gesteuert.

Erkunde mit uns die Bergarbeiterstadt Chiatura und die verrosteten Seilbahnen auf unserer Georgien & Kaukasus Expedition.


Sieben hartgesottene Fotografen, ein Urbexplorer Expeditionsbus, acht Tage am nördlichen Polarkreis dem unberechenbaren Wetterverhältnissen ausgeliefert. Jedes Jahr sind wir mit einer kleinen Gruppe Abenteurern auf der Jagd nach spektakulären Lanschaftsaufnahmen, Streetart und magischen Polarlichtern. Im Februar und März 2018 geht es mit unserer weiteren Lofoten Fotoreise zur Polarlichtzeit in den nördlichen Teil von Norwegen. In dieser Zeit ist die Landschaft in wunderbar weiches Licht getaucht und die Nordlichter werden Nachts bei klarem Himmel schon früher und somit auch länger zu sehen sein. Es erwartet euch bei unserer Fotoreise ein abwechslungsreiches Programm. In hoffentlich klaren Nächten und einer langen Dämmerungszeit am Tage fotografieren wir die spektakulären Polarlichter.

Zu den spektakulärsten Auftritten des Nordlichts gehört in zahlreichen Farben tanzendes Licht, das in hoher Geschwindigkeit über den Nachthimmel wirbelt.

Polarlichter kommen in nördlichen Breiten als auch auf der Südhalbkugel vor. Hier im Norden heißen sie dann Nordlichter oder Aurora borealis und am Südpol nennt man sie Südlichter oder Aurora australis. Um sich vorzustellen, wie Polarlichter entstehen, ist es am einfachsten an einen Luftkuss zu denken dem man etwa seiner Freundin oder Freund zuwirft. Die Sonne sendet praktisch einen Luftkuss an die Erde, der in Form von bunten Lichtern am Himmel sichtbar wird.

Denn physikalisch passiert etwas sehr interessantes: Die Sonne stößt einen sogenannten Solar-Sturm voller energiegeladenen Teilchen aus. Dieser benötigt rund 18 Stunden, bis er das Magnetfeld der Erde erreicht. Wenn sich die energiegeladener Teilchen dann mit den erdeignen Atomen verbinden, entstehen die Nordlichter. Das ganze passiert etwa in 100 Kilometern Höhe statt. Über den Lofoten sind die Polarlichter meistens Grün, diese Farbe entsteht beispielsweise in Verbindung mit Sauerstoff. Damit wir das einzigartige Naturschauspiel gut sehen können, benötigen wir außerdem einen dunklen und klaren Himmel.

Vielen fragen sich warum man so weit in Richtung Norden oder Süden reisen muss um das Naturschauspiel sehen zu können? Das Magnetfeld der Erde ist nicht kreisrund wie bei einem Ball, sondern es sieht eher aus wie ein Apfel, mit Öffnungen oben und unten. Das Magnetfeld ist durchzogen von Magnetfeldlinien. Die Elektronen werden aufgrund ihrer magnetischen Ladung besonders von diesen Öffnungen angezogen und von den Magnetfeldlinien zu den Polen gelenkt. Dort kollidieren sie dann mit den erdeignen Atomen. Die Polarlichter sind an beiden Enden der Welt zur gleichen Zeit sichtbar. Wenn wir hier in Norwegen Nordlichter sehen, dann können wir uns sicher sein, dass sich der Himmel über dem Südpol gleichzeitig verfärbt.


„Georgien ist nicht nur ein europäisches Land, sondern eines der ältesten europäischen Länder“ das sagte einstmals Mikheil Saakaschwili, der ehemalige Präsident von Georgien. Das Land hat etwa 4,6 Millionen Einwohner, der Name Georgien wird meist nur von Besuchern und Ausländern benutzt und wurde vom Landespatron dem heiligen Georg übernommen. Die Bewohnen nennen ihr Land schon immer „Sakartvelo“.

Hier an der Grenze zwischen Europa und Asien warten auf Euch jede Menge spannende Geschichten. In Georgien entdeckten Archäologen die ältesten menschlichen Überreste außerhalb Afrikas, hier kann man auf den Spuren von Jasons Argonauten wandeln. Die Argonautensage ist ein Bestandteil der griechischen Mythologie und handelt von der Fahrt des Iason und seiner Begleiter nach Kolchis im Kaukasus, der Suche nach dem Goldenen Vlies und dessen Raub. Die Reisegefährten werden nach ihrem sagenhaft schnellen Schiff, der Argo, die Argonauten genannt.

Zweifellos ist Georgiens bekanntester Vertreter der Schustersohn und ehemalige Priesteranwärter Josseb Dschughaschwili, besser Bekannt als Josef Stalin. Nach seinem Tod im Jahre 1953 fielen seine Beliebtheitswerte zwar ins Bodenlose, trotzdem hielten in seiner Heimatstadt Gori die Anhänger die Erinnerung an ihn lebendig. Hier entstand ein Museum, vollgestopft mit Devotionalien und Kitsch. Dieses sehr skurrile und vor Propaganda strotzende Stalin-Museum werden wir im Rahmen unserer Fotoreise Georgien & Kaukasus besuchen. Ein wichtiger Programmpunkt sind auch die unzähligen katholischen Kirchen und Klöster die wir besichtigen werden, denn Georgien ist eins der religiösesten Länder der ehemaligen Sowjetunion.

In den Regionen Svaneti oder Kasbegi, beide Teil des Kaukasus südlich der russischen Grenze, werden wir viel wandern und grandiose Landschaftsaufnahmen der majestätischen Berge machen. Mit Geländewagen brechen wir zu einer Tagestour nach Ushguli auf, der am höchsten gelegenen Siedlung im Kaukasus .

Die georgische Küche ist zwar in Hinsicht der Kalorienzahl nicht unbedingt leicht, aber köstlich. Wir werden alle Gaumenfreuden probieren wie zum Beispiel Chatschapuri, mit Käse gefüllte Teigfladen. Wir probieren schwierig zu essende Riesenknödel „Chinkali“ und dazu eine große Auswahl an verschiedenen Sorten lokalem Bier und Wein.

Als Nachtisch probieren wir die beliebte georgische Süßigkeit „Tschurtschchela“. Hergestellt wird der traditionelle süße Snack indem man Haselnuss- oder Walnusskerne auf eine Leine bindet und diese so lange in Traubensaft taucht bis der mit Mais- und Weizenmehl angedickt ist und sich eine dünne Schicht über die Nüsse gelegt hat.

Zum Schluss gibt’s einen oder mehrere Tschatscha – dies ist ein privat gebrannter Traubenschnaps.

Auch der Wein soll ungefähr 8000 v. u. Z. in Georgien erfunden worden sein, was den Georgiern genügend Zeit gab, die übertriebenste Trinkspruchtradition der Welt zu perfektionieren.

 


Keine andere Region die ich bisher bereist habe, hat mich so fasziniert wie Georgien und der Kaukasus. Vielleicht liegt es an der wechselvollen Geschichte und den imposanten Bergen oder den herzlichen und gastfreundlichen Menschen. Auf meiner letzten Urbexplorer Fotoreise durch Georgien fuhr ich am frühen Morgen von Tbilisi auf der großen Heeresstraße die Georgien mit Russland verbindet in Richtung Stephanzminda und dem großen Kazbeg. Die Fahrt dauert etwa 3 Stunden bei normaler Verkehrslage. Stephanzminda oder unter dem früheren Namen Kazbegi bekannt,  liegt etwa zehn Kilometer von der Grenze zur russischen Föderation und am Fuß des mächtigen Mount Kazbeg. Dies ist der dritthöchste Berg Georgiens und der achthöchste Berg des Kaukasus, er erhebt sich auf etwa 5.047 Metern. Der Berg gehört zur Khokh-Kette, einem nördlichen Vorgebirge des Großen Kaukasus.

Unterhalb des Gipfels steht auf etwa 2.170 Metern die „Zminda Sameba“ (deutsch Dreifaltigkeitskirche), sie wurde im 14. Jahrhundert erbaut und beherbergte über Jahrhunderte den georgischen Kronschatz und das Weinrebenkreuz der Heiligen Nino.

Ich machte mich auf zur etwa einstündigen Wanderung hinauf zur „Zminda Sameba“. An diesem Tag war der Wettergott nicht allzu Gnädig zu mir und schickte ein paar Regenschauer und Schneeflocken vom Himmel. Trotzdem ließ ich mich von meinem Plan die 2.170 Meter bis zur Dreifaltigkeitskirche zu besteigen nicht abhalten. Meine Wanderroute führte durch die Gassen der Stadt. Danach ging es auf Feldwegen und Trampelpfaden, entlang an einem zu dieser Jahreszeit reissendem Fluss, zur Ruine eines alten Wachturmes aus Schieferstein. Ein Regenschauer zog auf und der Wind wehte ins mir Gesicht. Da der Himmel immer dunkler wurde, dachte ich schon kurzzeitig ans umkehren und an einen heissen Tee, da sah ich vor mir ein kräftiges grünes Weidetal mit unzähligen Kühen die gemächlich auf dem Gras rum kauten. Ich konnte meine letzten Kräfte mobilisieren und marschierte weiter den steilen Berg hinauf. Je näher ich der Dreifaltigkeitskirche kam umso besser wurde das Wetter. Ganz unschuldig trohnte die märchenhafte „Zminda Sameba“ zwischen den imposanten Bergen auf einem grünen Hügel.

Der Himmel wurde Blau, die Sonne strahlte und die Hauptattraktion, der Kazbeg eingerahmt im Blau des Himmels umgeben von Wolken. Vergessen sind die Strapazen des Aufstiegs, erinnert wurden sie nur durch die nassen Klamotten. Diesen Augenblick hier zu stehen und diese atemberaubende Aussicht zu geniessen würde ich am liebsten für immer festhalten.


Auf meiner Fotoreise nach Georgien und den Kaukasus wurde ich von einem netten georgischen Mädel auf die Bergarbeiterstadt Tschiatura in Imeretien aufmerksam gemacht. Düstere Industrieruinen und Bergarbeitersiedlungen sowie sowjetische Architektur aus der Stalinzeit sollten einen Fotografen und Entdecker wie mich begeistern, sagte Sie mit einem Lächeln.

Von nun an war es  unbedingt mein Ziel einmal in die sagenumwobene Stadt Tschiatura zu fahren, natürlich habe ich das süße georgische Mädel mit auf diese Fototour mitgenommen. Schließlich war Sie selbst noch nie dort, das musste ich ändern.

Früh morgens ging es dann mit einem Jeep von Kutaisi die etwa zweistündige Fahrt durch die Berge in die Industriestadt. Sofort war klar, hier werde ich sehr viele Lost Places Fotomotive finden. Die Kleinstadt liegt abseits der georgischen Verkehrswege von Ost nach West. Von Kutaisi braucht man gut zwei Stunden, ehe man den im Kwirila-Tal gelegenen Ort erreicht. Tschiatura hat eine ungewöhnliche Lage denn die Stadt ist eingepfercht im Tal, die Manganerzminen befinden sich auf den umliegenden Bergen, ist das dortige Haupttransportmittel die Seilbahn.

Hier wird schon seit 1880 Manganerz abgebaut. Auch für die Sowjets, die Anfang der 1920er Jahre das Land annektierten, war das Metall, das vor allem bei der Stahlproduktion Verwendung findet, mehr als interessant. Über Jahrzehnte wurde in die kleine, gebirgige Stadt investiert. In den 50er Jahren errichteten sie ein ganzes Netz an Gondelbahnen, die teilweise noch heute in Betrieb sind. Insgesamt mehrere Dutzend gab es mal, etliche davon fahren nach wie vor – im unveränderten Originalzustand. Ein Teil davon bringt die Minenarbeiter zu ihren Arbeitsplätzen. Auch für den Abtransport des Erzes werden Seilbahnen verwendet, zur Blütezeit der Stadt sollen mehr als 100 Transportgondelbahnen verwendet worden sein.

Liebe Fotofreunde und Explorer wir laden euch zu unserer Georgien & Kaukasus Fotoexpedition 2017 ein! Atemberaubende Landschaftsaufnahmen, entlegene Bergdörfer, quirlige Städte, prächtige Kirchen, Klöster & Burgen das alles mit einer Prise Lost Places und Industriecharme. Fahre mit uns in das höchstgelegene Dorf in Europa und mach mit uns einen Ausritt auf dem Pferd im Bordjomi Nationalpark. Erkunde mit uns die Bergarbeiterstadt Tschiatura mit Ihren Seilbahnen.  Wir zeigen dir geheimnisvolle Orte und vergessene Welten. Mit uns sammelst Du Artefakte in Form von einzigartigen Fotomotiven. Wir brechen auf in unbekanntes Terrain, an Orte, die sich auf Karten nur selten oder gar nicht finden lassen. Diese Orte sind außergewöhnlich und zugleich völlig Real. Wann brichst du mit uns auf in die Fußstapfen der großen Entdecker?

 


Auf unserer Fotoreise „Auf den Spuren von Dracula“ durch Siebenbürgen entdeckten wir in einem kleinem Dorf diese geheimnisvolle evangelische Kirchenburg. Sie besteht aus einer imposanten Wehrkirche und dem dazugehörigen Glockenturm. Allen Lost Places Fotografen in unserer Gruppe schlug das Herz höher als wir durch die schwere Holztür in das Innere gelangten. In dieser Kirche wurde seit etwa drei Jahrzehnten keine Messe mehr gesungen. An diesem Tag tauchte das warme Abendlicht den Altar in eine märchenhafte Lichtstimmung.

Im Gegensatz zu vielen anderen Kirchen ist hier noch alles unversehrt und mit einer dicken Staubschicht übersät. Ein prächtiger Altar mit Bänken und Gesangsbüchern sowie eine wunderschöne Orgel waren die Höhepunkte unserer Fototour hierher.

Wer durch Siebenbürgen abseits der Schnellstraßen unterwegs ist, entdeckt die Kirchenburgen, die sich inmitten geschlossener Strassendörfer erheben, wo heute noch der Typus der fränkischen Bauart vorherrschend ist. Die kriegerischen Zeitläufe des europäischen Mittelalters liessen auch in anderen Gegenden unseres Erdteils – von Dänemark bis Südfrankreich, von Lothringen bis Polen – Wehrkirchen entstehen, nirgend finden wir sie jedoch in solcher Dichte und Vielzahl zusammengedrängt, nirgend auf so verhältnismässig kleinem Raum eine solche Vielfalt verschiedenster Verteidigungsanlagen, die, trotz weitgehender gegenseitiger Beeinflussung, in ebensovielen Kombinationsmöglichkeiten wie Exemplaren anzutreffen sind. Die Vielgestaltigkeit der siebenbürgischen Kirchenbauten rührt daher, dass die Verteidigungssysteme während des 15., 16., sogar noch des 17. Jahrhunderts an schon vorhandene, oft noch dem Ende des 12. und dem 13. Jahrhundert entstammende Kirchenburgen angepasst wurden und in ihrer ganzen Anlage diese zum Ausgangspunkt nehmen mussten. In vielen Fällen hat sich nicht erst die Wehrbarmachung, sondern schon der Bau der Kirchen in mehreren Etappen vollzogen, an denen die Entwicklung der mittelalterlichen Bautechniken, der Übergang vom romanischen zum gotischen Stil verfolgt werden kann.

Jede dieser Etappen ist durch geschichtliche Ereignisse bedingt, oft durch Zerstörung von Feindeshand ausgelöst worden, so dass die Kirchenburgen in ihrer Baugeschichte gleichsam die steinerne Entsprechung zur Geschichte ihrer Erbauer darstellen und ein Symbol der Siebenbürger Sachsen und ihrer Heimat geworden sind. Und das zu Recht, denn diese Monumentalbauten sind Leistung einer Gemeinschaft, der sächsischen Bauern, deren Wesensart und Gesinnung, Beharrungswille und Widerstandskraft aus den gedrungenen kubischen Massen der Wehrtürme spricht, aus der ernsten Einfachheit der steinernen Ringmauern.

Die seit der Mitte des 12. Jahrhunderts bestehenden, in der fruchtbaren Hochebene Siebenbürgens gelegenen jungen sächsischen Siedlungen waren durch die zwischen 1420 und 1650 unzählige Male sich wiederholenden Türkeneinfälle gezwungen, ihre Bevölkerung vor dem Feind zu schützen. Allein auf die eigene Widerstandskraft angewiesen, wurden die sächsischen Städte zu Festungen, die Dorfgemeinschaften umgaben ihre Kirche, den grössten, solidesten Steinbau, der alle Dorfinsassen aufnehmen konnte, mit Ringmauern und Wehrtürmen. Die grosse Befestigungsinitiative löste recht eigentlich der verheerende Türkeneinfall von 1438 aus. Als Siebenbürgen 1526, durch die Schlacht von Mohacs, unter türkische Oberhoheit geriet, wurde die Bautätigkeit eingeschränkt. Nun standen jedoch schon über 300 Burgen in den Landgemeinden der drei grossen sächsischen Siedlungsgebiete, im «Alten Land» und dem Gebiet um Mühlbach-Sebes, Mediasch-Medias, Schässburg-Sighisoara, das sich zwischen Alt-Olt und Kleiner Kokel-Tirnava Mica, zwischen Broos-Orastie und Draas-Drauseni erstreckt, im südlichen Burzenland wie im nördlichen Nösnerland.

Nicht allein gegen Türken und Tataren, auch gegen die Söldnertruppen der um die Macht streitenden Woiwoden Transsilvaniens, in deren Kämpfen mit dem Hause Habsburg, in den Kuruzzenkriegen fand die gesamte Dorfbevölkerung, mit Vieh und beweglicher Habe, in ihrer Kirchenburg Schutz. Dank der hier aufgespeicherten Vorräte an Getreide und Speck, dank der im Burghof oder gar im Kirchenschiff (Henndorf-Bradenii, Mergeln-Merghindeal) befindlichen Brunnen, konnten die Bauern hier ausharren,, bis die wilde Sodateska sengend, brennend und plündernd vorbeigezogen war und die stattliche Gemeinde allzuoft in einen rauchenden Trümmerhaufen verwandelt zurückliess. (Quelle: Juliana Fabritius-Dancu, Verlag Neuer Weg Bukarest 1971)