Da mich seit meiner ersten Reise nach Schweden und Norwegen im letzten Jahr, die skandinavischen Länder einerseits durch die wechselvollen und mitunter kargen Landschaften faszinieren beschloss ich vor längerer Zeit mich auf eine 9 tägige Island-Expedition zu begeben. Entstanden ist die Insel aus heißer Lava als einige Vulkane tief im Atlantik vor etwa 20 Millionen Jahren begannen aktiv zu werden. Diese legten sozusagen das Fundament für Island.

Gletscher, Vulkane, Wasserfälle, Eisberge, Lava- und Geröllwüsten. Island ist in vielen Dingen einzigartig und deshalb zum Eldorado für Abenteurer und Touristen geworden. Man merkt sofort das hier die Natur das Sagen hat und nicht der Mensch.

Mein Flug startete am 01. August um 22.00 Uhr in Berlin Schönefeld in Richtung Keflavik. Der Flug dauert etwa 3,5 Stunden sodass ich mit Zeitunterschied -2 Stunden gegen Mitternacht in Keflavik angekommen bin. Da zu dieser Zeit immer noch die Zeit der Mitternachtssonne herrscht war die Nacht in wunderbarem Licht getaucht was zwischen pastellhaften Farben Orange, Blau, Grau und Schwarz schwankte.

In den Monaten Juni bis August herrscht Hochsaison und es wimmelt nur so von Touristen. Die meisten kommen aus den USA, Deutschland, Frankreich und den asiatischen Ländern. Dies spürt man auch bei den Zimmerpreisen aber auch in der Touristendichte. Die meisten Touristen halten sich aber eher im sogenannten „Golden Circle“ auf. Wenn man tiefer in das Land fährt nimmt der Touristenstrom rapide ab. Aber gleichzeitig nimmt auch die touristische Infrastruktur ab. Es gibt weniger Gästehäuser, Raststätten und Cafe ´s und die Zimmerpreise sind erheblich höher.  Diese variieren zwischen 135 €/Zimmer in der Region Reykiavik und 160 € in der Region Höfn. Da ich meine Zimmer recht spät gebucht habe blieben für mich- wie sich später- herausstellen sollte, die etwas “exotischeren” Gästehäuser übrig. Die meisten Hotels außerhalb von Reykjavik sind sehr klein und eher mit Gästehäusern vergleichbar.

Gegen 1.30 nahm ich meinen Mietwagen in Empfang und machte mich auf menschenleeren Straßen auf in Richtung Vik i Myrdal um den Sonnenaufgang zu fotografieren denn die Wettervorhersage sah sehr vielversprechend aus. Leider sind Wettervorhersagen und Island wirklich keine besten Freunde, denn das Wetter ändert sprichwörtlich alle 5 Minuten.
Nach etwa 3 Stunden Fahrt bin ich in Vik angekommen aber leider regnete es in Strömen, deshalb beschloss ich ein paar Stunden im Auto zu schlafen.

Als ich nach etwa 2 Stunden aufwachte war es 7.00 Uhr. Zeit zum Frühstücken und einen leckeren Kaffee trinken, dachte ich. Das Leben in Island beginnt sehr entspannt, man muss sich daran gewöhnen das die meisten Cafe’s, Bistros oder Raststätten im Sommer nicht vor 8.00 Uhr öffnen. Es läuft hier alles etwas entspannter zu. In der Winterzeit, wenn es am Tag nur etwa 4,5 Stunden Hell ist beginnt das Leben erst gegen 10.00 Uhr, wurde mir gesagt.

Das Wetter besserte sich nur etwas aber die dichten Wolken blieben, deshalb beschloss ich den schwarzen Strand und das Strandpanorama von Vik am nächsten Tag zu fotografieren.
Durch einen Tip machte ich mich auf dem Weg zu einem mysteriösen Flugzeugwrack das am Strand von Sólheimasandur steht. Den Fußmarsch von jewils 4 Kilometern hin und 4 Kilometern zurück nahm ich locker in Kauf. Bis heute liegt das Flugzeugwrack an derselben Stelle auf dem nackten schwarzen Sandstrand—sein Gerippe erscheint verwahrlost wie ein postapokalyptisches Grab aus einem Horrofilm. Von Einschusslöchern durchsiebt und von jahrzehntelang darüber hinwegfegenden Polarstürmen gepeinigt, ist von der C-117 nichts weiter als der ausgehöhlte Rumpf und ein paar krumme Drähte, die aus dem Skelett herausragen, geblieben. Trotz der vielen Bilder und Videos, die die Touristen anlocken, ist die Geschichte hinter dem letzten Flug des Flugzeugs aber weiterhin unklar. Niemand scheint genau zu wissen, warum es abgestürzt ist, warum es dort zurückgelassen wurde und warum es bis heute am Strand liegt.

Die am weitesten verbreitete Theorie ist, dass das Flugzeug abstürzte, weil es keinen Treibstoff mehr hatte, oder weil der Pilot versehentlich zum falschen Tank umschaltete. Zwar ist die Maschine allgemein als „DC-3 Wrack“ bekannt, doch in Wahrheit handelt es sich um eine umgebaute C-117. Selbst bei dem genauen Datum des Absturztages ist man sich nicht ganz einig.

Gegen Abend machte ich mich auf den Weg zu meiner Unterkunft. Ich freute mich auf eine Dusche, Bett und Schlaf.