Zur Zeit sorgen in Berlin und Brandenburg, Starkregen, Wind und kühle Temperaturen teils für chaotische Zustände. Ganz anders sieht es in der Ukraine aus. Hier herrschen Temperaturen um die 30 Grad. Gestern Abend brach in der Sperrzone von Tschernobyl ein Feuer aus. Der Brand erfasste eine Fläche von etwa 25 Hektar Wald.

Mittlerweile ist der Brand unter Kontrolle und das Risiko einer Ausbreitung wurde unterbunden. Die Feuerwehrleute sind nunmehr dabei den Brandherd endgültig zu löschen. Die Brandbekämpfung wurde von 125 Personen, einem Antonow AN-32P Löschflugzeug und einem Mi-8 Hubschrauber unterstützt. Das Feuer brach im Bereich der Baustelle einer neuen Eisenbahnverbindung nach Janow. Die neue Eisenbahnlinie hat eine Länge von 5,8 km und soll das Lager Burakowka mit dem zentralen Endlager für abgebrannte Kernbrennstoffe verbinden. Das Feuer ist wahrscheinlich durch eine achtlos weggeworfene Zigarette verursacht worden.

Nach anfänglichen Bedenken hat sich das Strahlungsniveau im Bereich des Feuers nicht erhöht, teilte die Zonenverwaltung mit. Das Feuer brach im Einzugsbereich des sogenannten „Roten Waldes“ aus. Das ist das Gebiet das Analog zur Windrichtung im April 1986 am stärksten verstrahlt ist.


Seit genau 4 Jahren wird unter Hochdruck an der neuen stählernen Kuppel für den Unglücksreaktor in Tschernobyl gearbeitet. Die Größe des Bauwerkes ist gigantisch. Lang wie ein Fußballstadion und Hoch wie ein zehnstöckiges Haus. Das Gesamtgewicht des Sarkophags beträgt etwa 38.000 Tonnen. Die Innen und Außenwände der Hülle sind mit Edelstahl verkleidet. Etwa 3000 Arbeiter bauen seit etwa 4 Jahren an der neuen Schutzhülle. Am 07 und 08 November 2016 soll die gigantische Konstruktion auf Schienen gesetzt und endgültig über den Unglücksreaktor geschoben werden.

Wenn man den neuen Sarkophag darüber geschoben hat, beginnt erst die eigentliche Arbeit. Die strahlenden Stoffe aus dem Inneren des Reaktors müssen herausgeholt werden um sie in ein endgültiges Lager zu befördern. Das Endlager dafür muss noch gebaut werden. Deshalb wurde die neue Schutzhülle auf eine Zeit von 100 Jahren angelegt. Der Reaktor war nach dem Unglück 1986 in hektischer Arbeit mit Blei und Sand zugeschüttet, dann mit Stahl und Beton abgedeckt worden. Darunter liegen bis heute 180 Tonnen strahlende Kernbrennstoffe. Dieser sogenannte erste Sarkophag ist nunmehr marode, deshalb wurde die zweite Schutzhülle gebaut.

Unter ihrem Dach soll das radioaktive Material aus dem Reaktor geholt und dann das Kraftwerksgebäude abgerissen werden. Dies stellt eine Aufgabe für Jahrzehnte dar.