Die verlassene Stadtvilla

Eines Tages an einem kalten Januarmorgen, auf der Rückfahrt von einer Urbexplorer Fototour entdeckte ich hinter einem imposanten Tor diese geheimnisvolle Villa. Erbaut wurde sie im Jahr 1912 von einem örtlichen Industriellen. Eine eindrucksvolle Stille umhüllte die nackten Steine obwohl das Haus Mitten im Zentrum der Stadt steht. Ich war verblüfft von der Harmonie und der raffinierten Architektur des uralten Gemäuers das in einem weitläufigen Garten trohnt. Ich musste sofort an die Menschen denken die in diesem prächtigen Bau gelebt haben. Die Tür knarrt bedächtig beim Öffnen. Diese Magie des Augenblicks, wenn die Vergangenheit den Raum erfüllt spürte ich auch hier. Ich ging durch einen langer Flur, hier war alles bedeckt von Staub und Spinnweben. Eine Tür führte mich ins großzügige Wohnzimmer. Die Atmosphäre erinnerte an ein Museum, ein wirklich staubiges Museum. Das ganze Haus ist genau so wie es aufgegeben wurde, nichts wurde bewegt, alles ist an seinem Platz, das Geschirr steht auf dem Tisch, die Betten sind gemacht. Wenn einst lebendige Orte aufgegeben werden, stirbt ein Stück Geschichte mit ihnen. Die Spuren wiederzufinden bedeutet, das Vergangene wieder zu entdecken. Die Faszination für geheime Orte hängt vielleicht mit unserem detektivischen Spürsinn zusammen. Vielleicht suchen wir in all diesen verborgenen Schönheiten das Echo unseres unvollendeten Lebens.

 

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