Die aufgegebene Papiermühle

Auf einer unserer Lost Places Fototouren entdeckte ich diesen geheimen Ort in Berliner Umland. Hier schreitet man durch stillgelegte Fabrikhallen und verwilderte, zugewachsene Nebengebäude. Dies ist das Gelände einer 284 Jahre alten Papierfabrik die auf Stelzen gebaut wurde, unter dem Fundament rauscht auch heute noch ein Bach hindurch und mündet im angrenzenden Kanal. Hier wurde feinstes Büttenpapier, hochwertiges Schreib- und Postkartenpapier hergestellt. Als ein markantes Zeichen dieser Papierfabrik dient der von weitem sichtbare Wasserturm.

Die Königliche Papiermühle wurde im Jahr 1728 erbaut und nach der  völligen Zerstörung im Siebenjährigen Krieg auf ein Areal südlich der Kanalschleuse verlegt. Durch einen berühmten Papiermacher erfolgte der Aufbau der Papiermühle bis 1765. In dieser Zeit wurde auch der heute noch sichtbare Mühlengraben angelegt.  Ein Berliner Kaufmann und Papierhändler, sorgte ab 1812 für die Entwicklung zu einer modernen Papierfabrik. Die industrielle Produktion lief ab 1834. Statt der Wasserräder wurden nun Dampfmaschinen als Kraftquelle genutzt.

Im Jahr 1946 erfolgte die Neugründung als VEB Papierfabrik. Als einzige Produktionsstätte in der DDR wurden hier ab 1956 wieder handgeschöpfte Büttenpapiere hergestellt. Zur Insolvenz und damit verbundne zur Einstellung der Produktion kam es endgültig im Jahr 1994.

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