Auf unserer spannenden Radioactive Nightcore Fotoexpedition erkunden wir an drei Tagen die Sperrzone von Tschernobyl bevor wir in die Nähe von Perwomajsk fahren wo bis in die 1990 ger Jahre an einem als Wetterstation getarnten Ort und mit einem 3000 Volt gesicherten, dreifachen Elektrozaun die sowjetischen Atomraketen stationiert waren. Diese Raketenbasis bestand aus mehreren Kommandoplätzen in deren Silos jeweils 9 Atomraketen standen umgeben von einem 40 Meter tiefen Silo mit der Kommandobrücke. Wir fahren bis zu 40 Meter tief in die Erde hinab um die ehemalige Steuerungszentrale zu erkunden die den Eindruck erweckt als ob man sich in einem Raumschiff befindet. Auf dieser ehemaligen Atomwaffenbasis finden wir auch die berühmte SS-18 die im NATO Code „Satan“ genannt wurde. Diese Rakete hat eine Länge von über 34 Meter und eine Breite von 3 Metern. Die durchschnittliche Reichweite beträgt 16.000 Kilometer.

Die geheime Atomwaffenbasis liegt in einem sehr dünn besiedelten gebiet in der südöstlichen Ukraine. Man erreicht die Basis nur über eine rumpelige Schotterpiste und die nächste Stadt Kirowograd ist etwa 60 Kilometer entfernt. Diese lage war aber so gewollt, denn im Kriegsfall wären die Basen selbst Ziel eines atomaren Angriffs und mussten deshalb fernab der Städte gebaut werden. Außerdem musste das Grundwasser sehr niedrig sein damit die etwa 40 Meter tiefen Silos gebaut werden konnten. Wo die sowjetischen Basen lagen, war ein streng gehütetes Geheimnis. Insgesamt sechs feste Basen und somit neunzig Silos samt Befehlsständen waren über das ganze Land verteilt, außerdem gab es drei mobile Basen die im Gebiet der nördlichen Ukraine und Weissrussland aufgebaut werden konnten.

Am 17. Dezember 1959 gründete die Sowjetunion die Strategischen Raketentruppen und rüstete sich zur Atommacht auf. Die ersten Raketen in Perwomaisk waren vom Typ R-12 und hatten eine Reichweite von 2080 Kilometern. 1962 ließ Nikita Chruschtschow dieselben Raketen auf Kuba stationieren und löste damit die sogenannte Kuba-Krise aus. Von Kuba aus hätten die Raketen in wenigen Minuten Washington erreicht. Die Zielgenauigkeit der R-12 hatte die Armee zuvor geprüft. Der Test trug den Namen „Operation Rose“. Man rüstete die Raketen mit einem leichten Atomsprengkopf aus und brachte sie nach Workuta in Sibirien um spezielle Tauglichkeitstests durchzuführen. Die Raketen waren bis auf 40 Meter zielgenau, was zu dieser Zeit ein großer Erfolg war. Aber die R-12 hatte einen Nachteil. Sie musste vor jedem Start aufgetankt werden, was etwa zweieinhalb Stunden dauert und im Ernstfall verhängnisvolle Folgen nach sich ziehen würde . Deshalb wurde die R-12 Mitte der sechziger Jahre von der UR-100 abgelöst. Diese war innerhalb von Minuten einsatzbereit.

Auf unserer weiteren Erkundung betreten wir ein unscheinbares Betonhäuschen. Hier befindet sich der Eingang zur unterirdischen Schaltzentrale, wo die Atomraketen abgefeuert worden wären. Beim Betreten der unterirdischen Schaltzentrale fühlt man sich wie in einem James-Bond Krimi. In diesem haus wurde auch eine ausgeklügelte Belüftungsanlage eingebaut. Auf der linken Seite steigen wir eine zwei Meter lange Leiter hinab. Sie führt zu einem schmalen Tunnel. Nach etwa 100 Metern endet der Tunnel an einer Schleuse, die mit zwei dicken Stahltüren gesichert ist, diese konnten damals nur mit einem speziellen Zugangscode geöffnet werden. Hinter der Schleuse wartet ein winziger Fahrstuhl, in den gerade drei Leute hineinpassen. Der Fahrstuhl setzt sich in Bewegung und wir fahren 45 Meter abwärts vorbei an verschiedenen Etagen des Kommandosilos. Nach einer Weile sind wir mit dem Fahrstuhl auf der Ebene der Kommandozentrale angekommen. Die ist vollgestopft mit Technik und erinnert stark an ein Raumschiffcockpit. Direkt unter der Schaltzentrale, zu erreichen mit einer Metalleiter, befindet sich ein zweiter Raum mit Schlafkojen. In einem Kommandosilo waren immer 3 Offiziere stationiert, die den Raketenpult haben bedienen müssen.

Den geheimnisvollen roten Knopf gab es hier nicht. Im Kriegsfall würde der Abschussbefehl vom Oberkommando der Sowjetarmee aus Moskau kommen. Am Kontrollpult hätte ein Lämpchen aufgeleuchtet und ein Summen wäre ertönt. Auf einem Monitor wäre das Wort „Pusk“ (russisch: Start) erschienen. Der befehlshabende Offizier hätte einen Tresor geöffnet, in dem sich zwei Schachteln mit jeweils zwei Schlüsseln befanden. Ein Schlüssel war für den Befehlshaber, der andere für den Co-Offizier bestimmt. Die beiden hätten die Schlüssel gleichzeitig in die Zündvorrichtung einsetzen müssen.

Danach wäre auf einem anderen Monitor ein sechsstelliger Code erschienen. Dann hätte der Befehlshaber aus dem Oberteil des Tresors eine dritte Schachtel herausgeholt. Darin befand sich ein versiegelter Briefumschlag mit einer weiteren sechsstelligen Zahlenfolge. Wenn deren letzte Ziffer mit dem letzten Zeichen des Codes auf dem Monitor übereingestimmt hätte, wären die Offiziere zum Abschuss der Raketen berechtigt gewesen.

Nur beide Offiziere gleichzeitig hätten die Raketen zünden können. Dazu hätten sie mit der linken Hand den Startknopf gedrückt gehalten. Mit der rechten Hand hätten sie die Zündschlüssel gegen den Uhrzeigersinn um 90 Grad drehen müssen. Diese Prozedur musste zwei Mal erfolgen, nur dann wären die Raketen gestartet. Dieser Ablauf wurde jahrelang geübt. Dem Angriff der Gegner hätte der Bunker leicht standgehalten denn er war ummantelt mit einer dicken Betonschicht und die Kapsel der Kommandobrücke war auf Stoßdämpfern gebaut. Vierzig Tage hätten die Offiziere in totaler Isolation überleben können. Es standen Notrationen bereit, sogar eine Mikrowelle gab es im Bunker. Nach Verbrauch der Vorräte wären die Soldaten in ein Rohr gekrochen und in einer Luftdruckkapsel nach oben geschossen worden. Der Fahrstuhl würde dann wohl nicht mehr funktionieren. Oben hätten sie sich Schutzanzüge übergezogen und wären in die verstrahlte Gegend hinausgegangen. Und was dann? Zum Glück ist es nicht so weit gekommen.


Zwei wagemutige Urban Explorer haben sich auf den gefährlichen Weg gemacht, heimlich das Gelände des Bajkonur Kosmodroms zu erkunden. Das Hauptziel der beiden war der geheimnisvolle „Buran“ Hangar. Die Reisevorbereitungen dauerten etwa ein halbes Jahr. Die beiden bereiteten sich gründlich vor und haben viele Informationen über das Gelände gesammelt die für diese anspruchsvolle Reise wichtig sind. Mit großen Rucksäcken und bei Vollmond überquerten die beiden die Wüste in Kasachstan. Ein Paar mal standen Sie kurz davor entdeckt zu werden bis Sie endlich am riesigen Hangar angekommen sind.

In diesem verlassenen Hangar des größten Raketenstartplatzes der Welt, dem Kosmodrom Baikonur, stehen die verrottenden Überreste des ehemaligen russischen Raumfahrtprogramms Buran.

Das Gelände gehört seit dem Zerfall der Sowjetunion zu Kasachstan, wird aber von Russland bis 2025 gepachtet. In Bajkonur werden noch immer etwa 70 Prozent der russischen Raketenstarts abgewickelt, aber gleichzeitig ist es auch ein Synonym für den gescheiterten russischen Traum eine weltweite Vormachtstellung in der Raumfahrt zu erlangen. Im Jahr 1993 wurde die Mission „Buran“ endgültig eingestellt. Das große Ziel, die Dominanz gegenüber den USA im Weltraum, musste aus finanzieller Hinsicht begraben werden.

Checkt deren Facebookprofil: https://www.facebook.com/balans.kaunas?fref=ts

Liebe Abenteurer, Fotofreunde und Entdecker! Mit unserer Bajkonur & Aral See Fotoexpedition begebt Ihr euch auf eine spannende Zeitreise in die Vergangenheit. Mit uns entdeckst Du Reiseziele die Abseits der touristischen Pfaden liegen. Wir gieren förmlich danach, Orte zu finden, die verborgen und auf keiner Landkarte verzeichnet sind. Wir sind auf den Spuren der Entdecker und suchen geheime Länder und Orte die uns überraschen. Mit uns erkundest Du mit einer Gruppe von Fotofreunden, Explorern und Abenteurern geheimnisvolle Orte und vergessene Welten. Mit uns sammelst Du Artefakte in Form von einzigartigen Fotomotiven.

Wir brechen auf zu einer Expedition nach Kasachstan und erkunden gemeinsam einen ehemaligen Truppenübungsplatz der sowjetischen Armee, die verrosteten Schiffe und die aufgegebenen Fischerdörfer am Aral-See und als Highlight erkunden wir gemeinsam an zwei Tagen den Weltraumbahnhof Bajkonur und dürfen sogar einen Raketenstart miterleben. Aber auch atemberaubende Landschaften, Seen und Schluchten warten darauf fotografisch festgehalten zu werden. Auch diese Fotoexpedition findet im bewährten Urbexplorer Style statt, locker und entspannt mit einer kleinen Gruppe von Entdeckern. Mach Dir selbst ein Bild!

The Ghost of Bajkonur


„Bonehaus“ – das Bonehaus ist ohne Bone nur Haus

Görlitz gilt als eine der schönsten Städte Deutschlands. Unzählige Bauten aus Romanik, Barock, Renaissance und Gründerzeit zieren das Stadtbild und bilden zusammen ein beeindruckendes Ensemble. Anfang 2016 begab ich mich nach der Urbexplorer Fototour zum Hotel Vier Jahreszeiten und dem Freisebad, auf Erkundungstour durch die Altstadt von Görlitz. Von einem Freund bekam ich den Tip das legendäre „Bone Haus“ am Obermarkt 26 gleich neben der berühmten Verrätergasse zu besuchen. Der Künstler Steeven Fabian Bonig – bei den Einheimischen schlicht „Bone“ genannt – ist Mieter des Hauses Obermarkt 26 und machte die Innenräume durch seine Kunstinstallationen zu einem mystischen und inspirierenden Ort was aus der Zeit gefallen scheint. Es ist mehr als ein Haus, es ist ein lebendiges Kunstwerk, geschaffen von einem kreativen Geist und nicht leicht zu erfassen, weil man ein Bestandteil der Installation wird, wenn man es betritt. Bei einem kurzen Gespräch mit „Bone“ erfuhr ich zudem das seine Kunst eine Art kreativer Schöpfungsprozess ist, der sich ständig verändert, wächst, zerfällt und neu entsteht. Die Zutaten bestehen teils aus Holz, Porzellan, Eisen, Plastik oder Papier, teils aus Träumen, Sehnsüchten und Gedanken.

Leider verließ Steeven Fabian Bonig das sogenannte „Bonehaus“ Ende 2016, nachdem er seine mit dem Eigentümer geschlossenen Verträge, so auch den Mietvertrag, gekündigt hat. In der Zwischenzeit hat „Bone“ gemeinsam mit Freunden das Haus ausgeräumt und alle Raritäten den Leuten in der Stadt zurückgegeben die sich an seinen aufwändigen Installationen beteiligt haben.

Das „Bone Haus“ bleibt aber als eine Görlitzer Legende und als ein Denkmal sowie ein Ort der Inspiration in Erinnerung.

Was ist das hier? (Ein Gedicht von „Bone“)

So im Vorbeischleichen an den Fassaden – von einem historischen „Vorsicht frisch gestrichen“ zum nächsten schreckt plötzlich eine zerfressene Sockelkante in die längst langweilig gewordene Tünche der Sanierung. Hier soll sich noch beweisen, was ein Denkmal ist und was nicht.

Eine Tür steht offen. Manchmal auch zwei oder drei, weil so viele Türen hat die Halle dieses jüngsten Hallenhaus der Stadt. Man tritt ein, nicht weit und fragt sich -was ist das hier- , wenig ahnend, dass das zuvor schon in den acht Jahren mehr als Hundert tausend Menschen ebenso fragten und ebenso keine Antwort fanden. Das soll es auch nicht,
denn was es in Absicht einzig zu sagen gibt steht auf einem Zettel im zweiten Stock; der Rest in Bildersprache.

Der ist viel, dieser Rest, aber auf den Betrachter wirkt zunächst nur die Wucht der Fülle. Auch das Detail scheint sich einer Antwort zu entziehen, weil der heutige Mensch
vom Konsum seiner Bildschirmmedien und Tonfilmprodukte gewöhnt ist, dass das, was er anschaut auch mit ihm spricht. Wer dennoch selbst ein Detail deutet, wird sofort ein nächstes finden, das seine letzte Deutung fehl führt. Hier wirkt, was Goethe im Vorspiel des Faust den Theaterdirektor zum Dichter sagen lässt: …suchet nur sie zu verwirren; / sie zu befriedigen ist schwer.

Wer die Ordnung zwischen den Details erkennt beginnt sein warmes Aufgehobensein zu genießen, den Abpfiff des Zeitgefühls und die Sprache der Stille zu hören. Erst spät, wenn überhaupt, wird der Geist merken, dass das, was hier wohltuend wirkt das Fehlen des Weltgegröhls ist, dass der Ort hier gegen diese Welt ein kostbares Nichts ist, dass auch den Menschen nicht zwingt etwas zu sein. Kein Geschäft, dass den Mensch zwingt Kunde zu sein. Ein Nichts, dass den Menschen einfach nur da sein lässt und allein dafür willkommen heißt. Keine Werbung raubt die kostbare Aufmerksamkeit, nichts schreit sein aufdringliches eitles -ich ich ich-, wie die Küken im Vogelnest. Nichts hier soll was sagen, obwohl man ahnt, dass es das könnte. Niemand will Geld, nichts soll verkauft, nichts gepriesen werden. Niemand will sagen was es ist. Es ist Nichts und soll es auch sein. Ein Kunstwerk; ein angebliches Vielsein, dass aber nichts ist, wie die wortlose Behauptung eines Theaterzauberers, nämlich dass weiße Kaninchen in schwarzen Zylindern wohnen…Und wo sich alle deswegen freuen, weil es eben perfekt so aussieht, aber unmöglich so sein kann.

Und doch ist es was. Es muss! was sein…

Wer fern allen Hochmuts und unbeleidigt über dieses Nichtbeantwortetsein ist, nicht einen Ort braucht, um selbst etwas zu sein, und überhaupt in aller Uneile die Zeit dazu hat wird irgendwann den Weg in den ersten Stock finden. Eine breite großzügig einladende Treppe, die zunächst auf ein feurig leuchtendes Ölgemälde zuschreiten lässt, das einen liebesfreudigen Geist an die Lust zur Leidenschaft erinnert.

Dann biegt die Treppe scharf ab und führt den Blick aufwärts in den Abgrund. Drei vergammelte Restbalken lassen sofort die Phantasie jene nicht mehr vorhandene Decke konstruieren, schreien dem Baulaien ein erstes Auweia in den Sinn, und wirken das Gefühl, gegen das sich die Frechheit des Herzens wehren würde, wenn es auf einem Warnschild befohlen wäre: Vorsicht einsturzgefährdet!!!

Aber was fehlt kann nicht gezählt werden, schreibt Lao Tse im Tao te King und eine nicht vorhandene Decke kann auch nicht einstürzen. Und wenn, dann eben nur da, wo sie gerade ist: in der Phantasie. (eventuell auch in den Gutachten verlogener Sachverständiger…)

Dann öffnet sich der Blick bis zum Dach und füttert die Phantasie weiter mit einem Gewirr von angefaulten Gammelbalken. Die sind, wo sie sich selbst nicht mehr zu halten drohen in verrostete Eisenketten gehangen, verrostete dunkle, damit man nicht sogleich sehen kann, dass das Gebälk eigentlich gegen das, was dieser Anblick vermuten lässt gesichert ist. Sie sind auch gereinigt mit einem Wasserstrahl von fünfzehn Atmosphären Druck, der wirklich nur die von Pilz und Fäulnis unbeschädigte Substanz übrig lässt.
Aber Dreck, der weg ist sieht man nicht, noch weniger, wenn man sowieso ein Mikroskop bräuchte für gefräßige Bakterien, Sporen und Mycelien. Darum sieht die Phantasie immer und immer weiter herabstürzen, was längst herabgestürzt und weggeräumt ist. Und was staubgesaugt ist und abgewaschen und mit Antimykotikum für die Ewigkeit bereitet…

Sucht das Auge weiter wird es fündig an talergroßen Verstecktheiten, die letztlich dem Laien oder all zu eiligen Fachmann nichts als die Große Gefahr übrig lassen, nämlich die Gefahr, dass in allen schwarzen Zylindern weisse Kanikel wohnen …

Tatsächlich aber schwebt dieses Gewirr der Gammelei als banale Dekoration in diesem Raum, gleich wie in aller Welt auch Blumenampeln, Discokugeln und Lampen an der Decke hängen. und wirken in jedem Fall eine stark erhöhte Aufmerksamkeit. Die soll sein wegen dem Zettel im zweiten Stock.

Man betritt den Aufgang nach weiter hoch. Zwei große alte schwarz-weiß-Fotographien von Alt-Görlitz hängen an der Wand, eine dritte steht am Boden, eine kleine Steigeleiter davor, ein Hammer und eine Büchse Nägel. Es sieht aus wie mitten drin abgebrochen, als ob jemand gerade von der Arbeit weggelaufen ist. Kommt man ein Jahr später wird es immer noch so aussehen, und dieser jemand wird sich als Imagination entpuppen, als das v i r im Wort environment. Virus- der Lebende. Mindestens Hundert solche sind im Haus zu finden.

Dann biegt die Treppe scharf ab und dann noch mal. Dann tritt man auf einen kleinen Balkon, die Decke darüber sind zwanzig Quadratmeter komplett flächendeckendes Gammeldekor. Ein Balken, auf einer Seite abgefault und herunter gebrochen schwebt schräg im Raum, wie als ob er gerade noch fliegt. Eine Eisenkette sichert ihn, doch die wäre nicht nötig gewesen, denn der Balken hing noch von allein so. Aber hier fand auch der Baumeister die Angst an die Grenze getrieben. Und da an diesem Balken hängt er nun, der Zettel, der noch beweisen wird, dass Kunst überhaupt nicht Gesschmackssache ist. Kunst ist sehr wohl erklärbar und Geschmack auch, lediglich nicht für jeden.Man muss es auch nicht. Man kann auch Speise einfach genießen ohne zu wissen wie sie gekocht wird. Oder eben in Gefahr schweben, die gar keine ist, und danach das Glück fühlen, das man die ganze Zeit schon hatte. Oder die wirkliche Schönheit erkennen, die man draussen an all den paar tausend strahlenden Hausfassaden längst gesehen zu haben meint.

Was Du da gesehen hast, höre Mensch, es ist Deine Schönheit !!! Zumindest die Hälfte etwa, denn ohne diese Beigabe aus dem Steuersäckel wären diese Häuser nie gerettet und nie so schön geworden wie sie heute sind. Sie waren fast alle, wie es diese Gammelei verkündet, und sie waren es wirklich, was diese Gammelei nicht wirklich ist. Görlitz hat nicht nur diesen einen anonymen Spender, der jedes Jahr diese Altstadtmillion spendiert. Es hat auch achtzig Millionen anonyme Steuerzahler und Hunderte Millionen verbaut! Und einen Solidaritätszuschlag, eine Zahl, den meisten Gästen nur vom Steuerbescheid bekannt, in Görlitz aber nun in einer solch robusten Schönheit sichtbar geworden, wie in keiner anderen Stadt; und ja;- wer sowas nie bezahlt hat, oder nur Erwerb und Bereicherung darinnen fand, der wird auch nur wenig gerührt sein von einem Dankeschön.

Das ist Erklärung und keine Geschmackssache. Es gab ja auch feuchte Augen, sehr und nicht selten, vor Freude über ein Kunstwerk aus zweitausend Arbeitsstunden, die bauingineurlich genau so nutzlos sind, wie die fliegenden Bällchen beim Jongeleur, oder wie die Kriminalität im Kriminalfilm,- -ach es gibt ja genug echte im wirklichen Leben, und die ist doch auch nicht Geschmackssache, weil sie nicht so clever aufgeklärt wird, wie die im Film. Wozu putzen, wozu die Mühe, die ganze Arbeit an etwas, das nicht mehr ist, was es mal war, nicht mehr tut, was es mal tat und nie mehr kann, was es mal sollte ??? Steht man nicht immer vor der Sinnlosigkeit eines sinnlosen Kunstwerkes und fragt „was will uns der Künstler damit sagen ??? …steht doch auf dem Zettel: Danke !!!

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Im Rahmen des diesjährigen Görlitzer Fotofestivals „Schauplätze“ fand in den Räumen der Energiefabrik/Rabryka vom 09.09 bis 11.09 unsere Fotoausstellung „Asylum of Decay“ gepaart mit der Sonderausstellung “Tschernobyl 30 Jahre danach – Die Katastrophe veränderte eine Region” verschiedener Fotografen die mit uns auf einer der vergangenen Fotoexpeditionen in der Sperrzone waren. Ein weiterer Programmpunkt war die Filmpremiere des zweiten teils von  „Ein Sommer in Pripjat“. Diese Dokumentation wird von Katja http://www.membaris-art.de/ präsentiert. In dieser Dokumentation zeigt Sie euch wie es wirklich in der geschlossen Zone rund um das Kernkraftwerk aussieht. Du erfährst, wer die Menschen sind, die dort leben, wie sie leben und was sie uns sagen wollen.

Die etwa 150 ausgestellten Bilder die sich in den ehemaligen Produktionhallen der ehemaligen Hefe- und Spirituosenfabrik präsentierten lockten an diesem Wochenende sehr viele interessierte Besucher an. Diese konnten in der Ausstellung die Welt der Lost Places Fotografen,  Urban Explorer und Motivjäger entdecken und für einen Moment den Alltag vergessen und in die Aura der geheimen Orte einzutauchen.

An dieser Stelle bedanke ich mich ganz herzlich bei allen die mich bei dieser großartigen Veranstaltung unterstützt haben. Einen ganz besonderen Dank möchte ich dem Team um Danilo „Ebs“ Strauß und seiner Familie aussprechen die dank Ihres Fleißes und der Kreativität diese Ausstellung zu einem wunderbaren Event gemacht haben.

Ein großer Dank geht auch an die ausstellenden Fotografen die mir im Rahmen eines Fotowettbewerbs die schönsten Bilder zugesendet haben und somit ein entscheidender und somit der wichtigste Teil der Fotoausstellung waren.

Vielen Dank an Katja Rakowski, Benjamin Hultsch, M+M Graphics, Meinolf Lipka, Jens Joachim Margis, Florian Döhmer, Stephan Peereboom, Tomasz Cichy, Dieter Wichler und die vielen anderen Fotografen.

Ein besonderer Dank gilt auch der Firma Meyer Optik die ich im Rahmen der Fotoausstellung als Partner für fotografische Hardware gewonnen habe. Demnächst könnet Ihr dann auf ausgewählten Touren und Reisen die erstklassigen Objektive von Meyer Optik testen und begutachten.

Einige der ausgestellten Bilder werden in ein paar Wochen, nach Rücksprache mit den Fotografen zugunsten eines christlichen Waisenhauses in der Ukraine höchstbietend versteigert.

In den nächsten Tagen/Wochen werde ich hierzu die Details bekanntgeben.

Wir sehen uns dann im nächsten Jahr.


Ein ziemlich unbekanntes Online-Nachrichtenportal aus dem Emsland das als bisherige journalistischen Meisterleistungen das „Absenken von Gullideckeln in Buxtehude und das Entlaufen von Hühnern in Kotzenbüll“ (ein wirklich existierendes Dorf in Nordfriesland) als Breaking News vermeldete möchte jetzt in den Presseolymp aufsteigen. Als Beispiel wird sich hier die Onlinestrategie eines großen Onlineportals herangezogen. Jeder erinnert sich wohl an die veröffentlichten Meldungen von „Schlägern in der U-Bahn“ als Fahndungsafruf die meist südländisch aussehende Jugendliche abbildeten. Meist waren die Artikel mehrere Jahre Alt. Der Zweck bestand einzig darin diese Artikel von Zeit zu Zeit bei Facebook zu posten um „Content“ auf der Seite zu generieren. Auf diesen Zug möchte nun auch das winzig kleine Nachrichtenportal aus dem Norden aufspringen und mit einer Reportage aus Tschernobyl am großen journalistischen Rad drehen. Aufgebaut als Reisebericht eines unbedarften Teilnehmers der meiner Meinung nach die Fotoexpedition nach Tschernobyl mit einer Pauschalreise nach Malle verwechselt hat soll nun in einer Reportage über jeden Expeditionstag berichtet werden. Als Ankündigung erschien vor einigen Wochen die riesige Überschrift „ABGEZOCKT in Tschernobyl“! Damit soll natürlich eine breite Aufmerksamkeit angezogen werden und ganz subtil einen massiven finanziellen Verlust beim Teilnehmer suggerieren um darauf zu schließen das der Veranstalter wohl nicht ganz „koscher“ ist. Am Ende entpuppte sich dies als heiße Luft denn wenn man „Lesen“ kann und dazu noch den Vertrag komplett studiert hat, ist man halt Klar im Vorteil. In Berlin bei der Abfahrt wurde vom Teilnehmer moniert das der Veranstalter Ihn nicht die 50 Meter am Treffpunkt an die Hand genommen hat und sicher zum Bus auf die gegenüberliegende Straßenseite begleitet hat. Es gab leider zu dieser Zeit keinen freien Parkplatz am genauen Treffpunkt deshalb musste dieser Abseits parken. Am Ende ärgere ich mich das ich diesem Teilnehmer kein Zugticket gekauft habe so wie er es sich gewünscht hat, so wäre mir vieles erspart geblieben. Fortsetzung folgt…

Abgezockt in TschernobylAbgezockt in Tschernobyl

Natürlich möchte ich euch nicht das Feedback einer Teilnehmerin vorenthalten die schon mehrmals mit diesem „zwielichtigen“ Veranstalter unterwegs war.

Abgezockt in TschernobylAbgezockt in Tschernobyl

Fortsetzung folgt….


Zu einem tragischen Unfall kam es am frühen Donnerstagmorgen auf dem Gelände einer ehemaligen Kinderklinik in Berlin Weissensee. Ein 30 jähriger Mann kletterte auf das Dach eines Gebäudes und brach auf die darunter liegende Etage durch und blieb schwerverletzt auf dem Boden liegen. Laut Polizeisprecherin wurde der Mann mit mehreren Knochenbrüchen sowie inneren Verletzungen in ein Krankenhaus gefahren. Eine akute Lebensgefahr besteht nicht. Das der Mann in Begleitung eines Freundes war erwies sich für Ihn als „Glück im Unglück“ denn dieser konnte rasch Hilfe rufen. Nach dem Schrecken droht nun beiden Männern ein juristisches Nachspiel: Die Männer wurden wegen Hausfriedensbruchs angezeigt.

Seit einiger Zeit sind verlassene Industrieruinen, Krankenhäuser und Sakralbauten nicht nur als Kulisse für Filmdrehs und Fotoshootings gefragt sondern auch immer mehr von sogenannten „Urban Explorern“. Das sind Entdeckungstouristen die den morbiden Charme der sogenannten Lost Places mit Ihrer Kamera fotografisch festhalten möchten. Viele dieser verlassener Orte sind verschlossen und deren Betreten ohne die Zustimmung der Eigentümer ist nicht erlaubt. Es gibt aber mittlerweile auch Anbieter die Lost Places Fototouren als legale und angemeldete Tour anbieten. Eine professionelle Begleitung mit entsprechender Einweisung in Sicherheit kann einem viele Überraschungen ersparen.

Lost Places Fototour in Görlitz

Lost Places Fototour


Fotofestival

Liebe Fotofreunde & Explorer!

VORANKÜNDIGUNG alle weiteren Infos folgen!

Vom 26.08 bis 11.09.2016 findet wieder das Fotofestival in der Europastadt Görlitz/Zgorzelec statt. In diesem Jahr sind auch wir ein Teil der Veranstaltung.

Auf dem Programm steht unter anderem eine Fotoausstellung mit dem Namen „Asylum of Decay“. Diese richtet sich ausschließlich an euch alle die in den letzten Jahren Teil einer oder mehrerer Fototouren und Expeditionen waren. Hier stellen wir die schönsten Bilder von unseren besuchten Lost Places, Sehenswürdigkeiten in Deutschland Europa und der Welt aus.

Ich würde mich freuen wenn auch Ihr alle bei diesem außergewöhnlichen Event dabei seid.

Bewerbt euch ganz einfach mit eurem Foto.

Schickt mir eine E Mail mit eurenm Namen und E Mail Adresse, Telefon sowie Informationen über euch und das entstandene Foto ein: Bitte nur eine Bilddatei der Fotografie, die Du als Bewerbung einreichen möchtest. Bitte achte darauf, dass die längere Kante mindestens 1000 Pixel und maximal 2000 Pixel aufweist.

E Mail: post@urbexplorer.com

 „Am 26. April 1986, ereignete sich im vierten Block des Atomkraftwerks in Tschernobyl eine Serie von Explosionen. Der Supergau von Tschernobyl war die größte technische Katastrophe des zwanzigsten Jahrhunderts“ .

Wir laden alle Lost Places Fotografen, Hobbyfotografen, Urbexer und Geschichtsinteressierte zu unserer Filmreportage „Ein Sommer in Pripjat“ während des Fotofestivals ein. Diese Dokumentation wird von Katja http://www.membaris-art.de präsentiert. Wir wollen euch zeigen, wie es wirklich in der geschlossen Zone rund um das Kernkraftwerk aussieht. Du erfährst mit uns, wer die Menschen sind die dort leben, wie sie leben und was sie uns sagen wollen.

Unser Programm während des Fotofestivals runden diverse Workshops zum Thema Fotografie ab.

Zum Thema malen mit Licht und Lichtkunstfoto wird es ein Fotokurs mit Sven Gerard geben:

Sven Gerard
Light Art Photography & Light Painting
sven@lichtkunstfoto.de
www.lichtkunstfoto.de
www.fb.com/lichtkunstfoto

LichtkunstfotoAlle Infos zum Ablauf werden hier demnächst Online gestellt. Ihr werdet aber auch über den Newsletter oder den sozialen Medien auf dem Laufenden gehalten. Falls Ihr Fragen habt schickt mir eine Nachricht an post@urbexplorer.com.

Wir freuen uns auf euch!